KiKa strahlt „Tahsins Beschneidungsfest“ aus

Bald ist es so weit! Aufgeregt und voller Vorfreude blickt der elfjährige Tahsin auf das kommende Ereignis, das ihn und seinen kleinen Bruder Emir endlich zu Männern machen soll: Die Beschneidung.

[http://www.kika.de/fernsehen/a_z/s/schauinmeinewelt/home.shtml#140119

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  1. #1 von Swilly am 15. Januar 2014 - 20:33

    Das ist doch wohl nicht ernst gemeint, dass ein zwangsfinazierter ö-r. Sender die Verstümmelung von Menschen als Fest bezeichnet?

  2. #2 von deradmiral am 15. Januar 2014 - 20:35

    Traurig aber richtig. Kika nimmt den Auftrag der Berichterstattung über die Lebenswirklichkeit junger Menschen in Deutschland sehr ernst.

    Jeder muslimische Junge muss beschnitten werden, so verlangt es die religiöse Tradition.

    So erklärt man es den Kindern… und Basta!

  3. #3 von K.Brückner am 15. Januar 2014 - 20:36

    Unfassbar! Ich empfehle eine Direktübertragung! Ob der Junge wirklich weiß, auf was er sich da einlässt. In jedem Fall weiß KiKa und die Verantwortlichen des Programms auf was sie sich da einlassen. Ich schäme mich für sie. Ein Ritual der Steinzeit als Freudenfest verpackt im Fernsehen.
    Schlimmer geht es nimmer!

    K.Brückner

  4. #4 von Gottmagus am 15. Januar 2014 - 21:34

    Es ist ein alter Hut, daß man Kindern, die sich keiner Beschneidung unterziehen müssen, diese als große Sache verkauft. Interessanterweise betont man dabei primär Geschenke, absolute Aufmerksamkeit aller anderen und das ominöse „Wenn der X erst beschnitten ist, dann ist er ein ganz großer Junge!“, weckt den Neid der nicht zu beschneidenden Kinder
    und redet die Gefahren der Beschneidung klein oder verschweigt die Gefahren ganz. Bei der Disney-Serie „Kim Possible“ wird die Beschneidung ähnlich schön geredet, der KIKA ist also nur ein Beispiel in einer langen Reihe.

  5. #5 von Noch ein Fragender am 15. Januar 2014 - 21:38

    das ihn und seinen kleinen Bruder Emir endlich zu Männern machen soll:

    ???

  6. #6 von rkinck am 15. Januar 2014 - 21:51

    Einfach nur widerwärtig. Nicht jeder Tradition ist harmlos und zu respektieren. Was den Kleinen dort vermittelt wird ist die Toleranz eines barbarischen Verhaltens.

  7. #7 von Netizen am 15. Januar 2014 - 21:52

    Hab mal eine Mail an den Kika geschickt (konnte mir auch einen gewissen Zynismus nicht verkneifen):

    Hallo!

    Mit blankem Entsetzen bin ich soeben über die angekündigte Ausstrahlung von „Tahsins Beschneidungsfest“ im Rahmen der Reihe „Schau in meine Welt“ am 19.1. gestolpert.

    Das kann nicht wirklich Ihr Ernst sein!

    Anstatt endlich Kinder über ihre Rechte und vor allem die Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper aufzuklären, reden Sie religiösen Betonköpfen das Wort, mißachten ebenso wie unsere Bundesregierung die Rechte der Kinder und verteidigen mittelalterliche, barbarische Rituale unter dem verlogenen Deckmantel der Religion. Und das noch dazu als ÖR-finanzierter Sender. Ich bin einigermaßen fassungslos.

    Wenn Sie aber schon die vollkommen unsinnige und überflüssige genitale Verstümmelung kleiner Jungs befürworten (was Sie durch die Ausstrahlung dieser Folge indirekt tun), dann sollten Sie konsequenterweise auch einige andere sogenannte „Traditionen“ in anschaulicher Weise zeigen:

    * Beschneidung bei Mädchen (wir wollen doch Gleichberechtigung, oder?)
    * Jüdische Beschneidung ohne Betäubung (idealerweise Metzitzah B’peh)
    * Schächtung von Tieren
    * Steinigungen, Köpfungen
    * Auspeitschen
    * Amputationen von Gliedmaßen
    * usw.

    All diese Dinge sind in gewissen Kreisen religiöse „Tradition“ und sollten daher unbedingt auch auf einem Kindersender wie dem Ihren ausgestrahlt werden, gilt es doch, den Religionen gegenüber immer den nötigen Respekt zu zeigen und überlieferte Rituale zu erhalten …

    Es wäre ein Zeichen des Respekts und Anstands den derart mißhandelten Kindern gegenüber, solch absurde Rituale kritisch zu hinterfragen und als Menschenrechtsverletzung zu offenbaren, statt sie zu einem Fest hochzujubeln. Die betroffenen Kinder leiden in den meisten Fällen ihr gesamtes Leben lang unter einem solchen unnötigen Eingriff bzw. können oftmals gar nicht mehr nachempfinden, was ihnen dadurch vorenthalten wurde. Daß ausgerechnet ein Kindersender das auch noch unterstützt – da fehlen einem die Worte.

  8. #8 von holey spirit am 15. Januar 2014 - 22:06

    KöKa = Körperverletzungskanal

  9. #9 von Mreins am 15. Januar 2014 - 22:10

    „…Doch Tahsins Vater wollte, dass seine Söhne diesen Schritt im Leben BEWUSST miterleben. …“

    kann man ja verstehen wenn…

    „… Hobby: Sein Beschneidungsfest …“

  10. #10 von rkinck am 15. Januar 2014 - 22:28

    @ Netizen
    Falls du eine Antwort erhältst, würde es mich sehr interessieren diese zu lesen.

  11. #11 von barkai am 15. Januar 2014 - 22:33

    @mreins
    In aller fairness stand da „hobby/besonderheit“.

    @thema
    Irgendwie habe ich meine zweifel, dass das Kika team da wirklich alles zeigen wird. Was ich von einem Freund gehooert habe, der als Junge aus med gruenden beschnitten werden musste. Dank der Betaeubung hat er vom Eingriff an sich nur wenig gespuert, aber er sagte, dass die Wochen danach alles andere als angenehm waren.

  12. #12 von Farfalla am 15. Januar 2014 - 23:32

    Die nächste Folge wäre dann : „Suzie bekommt endlich ihre neuen Brüste“ oder wie?

  13. #13 von dezer.de am 15. Januar 2014 - 23:48

    In der Schulklasse meiner Frau ist ein Junge der beschnitten wurde. Er wurde zwar nicht darauf vorbereitet, sondern im Urlaub mit dieser „tollen“ Idee „überrascht“, als großes Fest wurde es dennoch vollzogen. Dieser ehemals ausgelassene Junge kam aus den Ferien als zurückgezogenes traumatisiertes Kind wieder. Nachdem ihn meine Frau, über seinen Zustand besorgt, angesprochen hat, hat er sich geöffnet und ihr erzählt was passiert war. Als sie mir seine Worte schilderte hatte ich Tränen in den Augen. Mir fehlen die Worte für eine solch perverse Tradition. Das ganze auch noch als ein feierungswürdiges Event darzustellen verhöhnt alles was Menschlichkeit ausmachen sollte.

  14. #14 von Torchy am 15. Januar 2014 - 23:57

    Doch Tahsins Vater wollte, dass seine Söhne diesen Schritt im Leben bewusst miterleben.

    Das ist ja verlogen: Bei den Roma werden Knaben immer zwischen dem 5. und 13. Lebensjahr beschnitten. Das hat höchstens was mit Gottes vermeintlichem Willen zu tun, aber bestimmt nicht damit, dass Tahsins Papi es so gut mit ihm und seinem kleinen Bruder meint.

    Was kommt als Nächstes? Wie der kleine Ahmil liebevoll von seinem Papa lernt auf Andersgläubige zu schießen? Oder wie die kleine Spodschmai mit ihren Brüdern Selbstmordattentäter spielt?

    So viele Speicheldrüsen hab ich nicht, wie ich den Machern dieses Films inklusive dem Schreiber der Ankündigung meine Verachtung zeigen möchte.

  15. #15 von Ezri am 16. Januar 2014 - 00:08

    Wenn sie wenigstens die gesamte Abscheulichkeit der Beschneidung zeigen würden…
    Ich kann es ncht fassen… der arme Junge, der damit außerdem an de Öffentlichkeit gezerrt wird, möchte nicht wissen, wie sich das „danach“ dadurch noch mehr verschlimmert 😦

  16. #16 von AMB am 16. Januar 2014 - 07:06

    Peinlich für den Sender, wenn die Kinder *facepalm* machen!!

    Wird den Kindern auch die Beschneidung gezeigt oder sind die Schreie zu laut?? Ich wette, den Kleinen wird gar nicht richtig erklärt was ab muss, aber Hauptsache es werden religiöse „Werte“ vermittelt. Alles andere benötigt FSK 18.

  17. #17 von BochumSusanne am 16. Januar 2014 - 07:10

    Kinder eigenen sich besonders gut für Propaganda und Missionierungen.Sie stehen dem ganzen noch offen und unkritisch gegenüber.Vor allen Dingen Worte wie „endlich großer Junge“,“Viele Geschenke“,“extra großes Fest für dich“, „Mama und Papa sind stolz“ usw.,zieht doch bei jedem Kind.Der Rest wird natürlich verschwiegen.Übrig bleibt vermutlich „Das ist ja toll bei denen“.

  18. #18 von Martin Schmidt am 16. Januar 2014 - 10:34

    Verharmlosung von Verstümmelung auf einem Kindersender.
    Ich bin entsetzt.
    Das kann wohl kaum ein Versehen sein und läuft daher mit Sicherheit unter einer Agenda

  19. #19 von barkai am 16. Januar 2014 - 10:41

    @Martin
    hatte der kika nicht auch schon irgend eine Actionserie fuer Kinder, die sich auf die Bibel gruendete?

  20. #20 von Siegrun am 16. Januar 2014 - 10:44

    Ich habe denen auch geschrieben.
    Text:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    mit Entsetzen habe ich mitbekommen, daß sie die Sendung „Tahsins Beschneidungsfest“ ausstrahlen wollen.
    Wie können Sie Körperverletzung befürworten und propagieren?
    Und es Kindern, die offen und unkritisch neuen Dingen gegenüberstehen, weis machen, das sei etwas Gutes!
    Ich bin erschüttert! schlimm genug, daß die Regierung selbst das Grundgesetz aushebelt, und barbarische Traditionen über die Unversehrtheit des Körpers und das Recht auf religiöse Selbstbestimung (des Kindes!!!) stellt. Aber dass Sie soetwas noch unterstützen, ist empörend! Kinder müssen vor sinnloser barbarischer Körperverletzung geschützt werden und darüber aufgeklärt werden. Nicht eingelullt werden und getäuscht!! Mit 18 jahren mag jeder junge Mann (oder junge Frau!) mit seinem Körper machen, was er möchte! Aber so lange muß dieser Körper unversehrt bleiben!

    (Unterschrift)

  21. #21 von Koschti am 16. Januar 2014 - 10:48

    Unfassbar. Wie schamlos die dieses barbarische Ritual auch dem Kind verkaufen.
    Das erinnert mich an Zwangshochzeit. Die Braut bekommt auch Geschenke und ein großes Fest. Und dann wird sie in der Hochzeitsnacht endlich zur Frau gemacht. Hurra!
    Vielleicht schreib ich auch noch einen „bösen“ Brief.

  22. #22 von Siegrun am 16. Januar 2014 - 11:27

    @Koschti: unbedingt! Je mehr böse Briefe, desto besser!
    ich habe auch gleich noch an die Emma Redaktion geschrieben.

  23. #23 von goblinpiledriver am 16. Januar 2014 - 13:07

    @barkai:
    Die Actionserie nannte sich Chi Rho – Das Geheimnis. Michael Schmidt Salomon hat die Serie für den hpd mal beschrieben.

    Hier der offizielle Trailer:

  24. #24 von Wacke am 16. Januar 2014 - 13:35

    @hs

    KöKa ist schon gut.

    Aber KiKa geht auch weiterhin. Die müüsen sich dafür nicht mal umbennen:

    KiKa: Kinderverletzungskanal

  25. #25 von barkai am 16. Januar 2014 - 14:30

    @goblin,
    danke. ich wusste doch, dass da schon mal was war. Und jetzt ist halt mal der Islam mit dem Bejubelt werden dran.

  26. #26 von Mreins am 16. Januar 2014 - 14:39

    Die Stadt Erfurt hat schon reagiert

  27. #27 von Randifan am 16. Januar 2014 - 14:52

    Eigentlich ist dies ein weiteres Beispiel für sinnlose Verschwendung von Gebühren. Die Öffentlich-Rechtlichen sollten abgeschaft werden

  28. #28 von itna am 16. Januar 2014 - 19:59

    Bezeichnend auch die Sendung : Wissen macht ah.

    Hier trägt die Moderatorin permanent, groß und plakativ ein Kreuz.
    Und das in eine Wissenssendung, tolle Moderatorin.

    Schade, Shari-Glauben hat mit Wissen nichts zu tun.

  29. #29 von itna am 16. Januar 2014 - 20:00

    Auf NPD ist auch ein Bericht zu lesen.

  30. #30 von Skydaddy am 16. Januar 2014 - 23:02

    Wenn ich es richtig verstehe, darf eine Beschneidung nicht gegen den erkennbaren Kindeswillen durchgeführt werden.

    Der KiKa wird sich daran messen lassen müssen, ob er seine kleinen Zuschauer auf Ihr Widerspruchsrecht hinweist oder nicht.

  31. #31 von petebrosman am 16. Januar 2014 - 23:34

    Die Beschneidung wurde wohl schon vollstreckt und der KiKA übt an keiner Stelle Kritik. Ganz im Gegenteil wird der ganze Vorgang in der Pressemitteilung des KiKA sehr positiv dargestellt.

    Am Tag der Beschneidung kommt ein mobiles Ärzteteam ins Haus der Familie – und nach einer Stunde ist alles vorbei. Stolz und erschöpft liegt Tahsin mit seinem Bruder auf dem Bett seiner Eltern: Die Schmerzen sind erträglich und die große Feier, auf die er sich so freut, rückt täglich näher. Für die Roma-Familien im türkischen Ort Kesan ist die Beschneidungsfeier eines der wichtigsten Feste überhaupt. Zwei Wochen nach seiner Beschneidung hat die Familie mehr als 400 Gäste auf den großen zentralen Platz im Roma-Viertel geladen: Verwandte, Freunde und das halbe Viertel versammeln sich, um die Brüder zu feiern. Es wird getanzt, gesungen und Musik gemacht. Und dann naht der große Höhepunkt für Tahsin und Emir: In Festtagskleidung besteigen die beiden einen gepolsterten Thron und die Gäste stecken ihnen Geldscheine und Goldstücke an einen Schal, der ihnen um den Hals gelegt wird. Strahlend vor Stolz winkt der Elfjährige in die Menge. Und dann wird getanzt und gefeiert – bis tief in die Nacht.

    [http://www.kika-presse.de/index.cfm?fuseaction=kika.pressemitteilung&pmi_id=1846

    Die am Sonntag gezeigte Sendung wird wahrscheinlich ähnliche Informationen bieten.

  32. #32 von Skydaddy am 17. Januar 2014 - 14:14

    Mein Brief an den KiKa: Unverantwortliche Darstellung der Beschneidung beim KinderKanal (KiKa)

    Mein Fazit:

    Ihrer Ankündigung nach muss ich davon ausgehen, dass es sich bei der Sendung „Tahsins Beschneidungsfest“ um eine unverantwortliche, unausgewogene Darstellung handelt, die soziale Manipulationsmechanismen und archaische Vorstellungen als legitime Entscheidungskriterien präsentiert, und somit die zuschauenden Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenständigen, verantwortungsvollen Persönlichkeiten behindert und den Nährboden für religiösen Fundamentalismus bereitet. Dies läuft m.E. der Aufgabe von öffentlich-rechtlichen Anstalten zuwider.

  33. #33 von Skydaddy am 17. Januar 2014 - 17:55

    UPDATE:

    Die Sendung wurde offenbar von der TELLUX-Tochter IFAGE produziert. TELLUX gehört mehrheitlich katholischen Bistümern.

    Und Tellux hat Informationen über die Sendung von seiner Web-Präsenz gelöscht. Im Google-Cache sind sie allerdings noch vorhanden:

    Tahsins Beschneidunsgfest

  34. #34 von petebrosman am 17. Januar 2014 - 18:10

    KiKA hat auf die Kritik reagiert:

    „Wir überlassen es unseren Zuschauer, zu bewerten, ob sie diese religiöse Überzeugung nachvollziehen oder ablehnen möchten“, sagt Programmgeschäftsführer Michael Stumpf auf Anfrage unserer Zeitung.
    „Unser Anliegen ist es eindeutig, Ihnen überhaupt erst mal die Möglichkeit zu verschaffen, einen Einblick in eine andere Lebenswelt zu bekommen. Denn erst dann können sie eine eigene Haltung entwickeln.“
    Die Folge „Tahsins Beschneidungsfest“ sei eine „eindrückliche, sensible Dokumentation über den 11-Jährigen, der in der Türkei lebt und dort sein Sünnet-Fest feiert“. Der Sender ergreife dabei nicht Partei „in der deutschen politischen Diskussion, aber wir liefern mit dem Blick in diese Lebenswelt Anschauung und Hintergrundwissen und damit die Basis für kulturelle Toleranz.“

    [http://www.express.de/promi-show/heftige-kritik-im-netz-streit-um–beschneidungsfest–im-kika,2186,25905244.html

  35. #35 von petebrosman am 17. Januar 2014 - 18:26

    Am Sonntag ab 14 Uhr gibt es die Möglichkeit mit „Experten“ über das Thema zu diskutieren.

    [http://www.kika.de/kika/eltern/aktuelles/index.shtml

  36. #36 von Ezri am 17. Januar 2014 - 18:36

    Hier gibts eine Antwort vom Kika auf eine Anfrage bzgl. des Themas von Cahit Kaya

    [http://www.humanist-news.com/kika-antwortet-auf-die-anfrage-zum-beschneidungsfest/]

  37. #37 von Scipio2012 am 17. Januar 2014 - 18:50

    Sie liefern „Anschauung und Hintergrundwissen“ auf der Basis islamischer Theologie / Kulturpraxis. Das ist einseitig.

    Wenn sie informieren wollten, müssten sie in dem Kanal die „gängige“ Praxis beschreiben und auch die Kritik an eben dieser Praxis – gerne ebenso „eindrücklich“ und „sensibel“ – thematisieren.

    Aber das macht ja dann den „Spaß“ und die billige Gefälligkeits- und Wohlfühlatmosphäre kaputt. Das ist alles so dermaßen lächerlich…..

  38. #38 von sputnic am 17. Januar 2014 - 19:35

    Gibt es einen benannten logischen Fehlschluss, der dieses Fehlargument beschreibt?
    Bräuche und Traditionen anderer Kulturen können aus hiesiger Sicht befremdlich wirken und polarisieren aus [http://www.humanist-news.com/kika-antwortet-auf-die-anfrage-zum-beschneidungsfest/]
    Damit implizieren und unterstellen Befürworter, dass die Gegner die Beschneidung nur kulturell und in Ermangelung fehlender Perspektive ablehnen und nicht aufgrund einer erheblichen Menschenrechtsverletzung, nämlich einer Körperverletzung ohne Einwilligung.
    Ich habe so etwas jetzt so oft lesen müssen, dass, wenn nicht vorhanden, ein griffiger Name nützlich wäre.

  39. #39 von Netizen am 17. Januar 2014 - 19:36

    @Ezri #36: Eine nahezu identische Antwort hab ich heute nachmittag auch auf meine Mail hin bekommen. Lediglich die Einleitung war geringfügig verändert sowie irgendwo im Text noch mal eine kurze Passage, der Rest ist wörtlich derselbe. Wirklich auf die Kritik eingegangen sind sie also nicht, sondern antworten mit harmlosen Textbausteinen. Gut, das Mailaufkommen wird dieser Tage etwas größer gewesen sein …

  40. #40 von Scipio2012 am 17. Januar 2014 - 20:21

    @ sputnic

    Appeal to Tradition?

    1. X ist alt oder traditionell / kulturell bedingt.
    2. Deswegen ist X richtig oder gar „besser“.

    Spiel es durch mit den Beispielen Sklaverei, Dämonen / Götter verursachen Krankheiten, Erde ist eine Scheibe, Frauen sind weniger wert als Männer,….

  41. #41 von sputnic am 17. Januar 2014 - 20:48

    @Scipio2012: Jepp, das passt. Mit einer kleinen Priese Strohmann

  42. #42 von Machandelboom am 18. Januar 2014 - 03:46

    17.01.2013

    Offener Brief
    Eine Beschneidung ist kein Fest

    Sehr geehrte Frau Dr. Wille,
    sehr geehrter Herr Stumpf,
    Sehr geehrte Frau Keil,

    mit Entsetzen nehmen wir die Ankündigung vom Kinderkanal von ARD und ZDF der Sendung “Schau in meine Welt – Tahsins Beschneidungsfest” zur Kenntnis. …

    Es ist ein Skandal, dass KiKa als der Kinderkanal von ARD und ZDF mit der geplanten Ausstrahlung von “Schau in meine Welt – Tahsins Beschneidungsfest” im Namen der kulturellen Vielfalt und der interreligiösen Toleranz ganz offensichtlich Artikel 24 (3) der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ironisiert und verhöhnt, indem es den minderjährigen Zuschauern gegenüber die Jungenbeschneidung als akzeptable Lebenspraxis und kulturelle Tradition darstellt.

    Als Sozialpädagogen fordern wir hiermit den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), den Programmdirektor des Kinderkanals KiKa sowie die verantwortliche Redakteurin für Schau in meine Welt! auf, den kinderfeindlichen Film Tahsins Beschneidungsfest nicht auszustrahlen und der Öffentlichkeit stattdessen zeitnah einen noch herzustellenden Film über einen Jungen zu zeigen, der mit seinen intaktivistischen Eltern in einer nordamerikanischen oder europäischen Innenstadt gegen die Beschneidung von Mädchen und Jungen protestiert. Denn ob das Kind weiblich ist oder männlich, es hat ein Recht auf ein unzerstörtes, auf ein intaktes Genital.

    [http://eifelginster.wordpress.com/2014/01/17/367/

  43. #43 von Siegrun am 18. Januar 2014 - 05:58

    Ich habe eine Antwort bekommen…unglaublich, wie die sich rausreden!!! „Wir respektieren Ihre Haltung…“ Reichlich zynisch!!!

    Zitat: „Sehr geehrte Frau *****,

    vielen Dank für Ihre E-Mail.

    Sie beziehen sich auf die Ankündigung der Sendung „Tahsins
    Beschneidungsfest“ aus der Reihe „Schau in meine Welt!“ und kritisieren die
    geplante Ausstrahlung.

    Wir respektieren Ihre Haltung und haben Ihre Ausführungen zur Auswertung an
    unsere Programmverantwortlichen weitergegeben.

    „Schau in meine Welt!“ ist ein Format, das – wie es der Titel bereits
    ankündigt – unsere Zuschauer einlädt, Lebenswelten von Kindern in der
    ganzen Welt kennenzulernen. Dabei stellen die Protagonisten ihre Lebenswelt
    selbst vor: Gezeigt wird die Innensicht und das, was für die Kinder
    selbstverständlich und Alltag ist: Saskham hat uns seine Welt als Hinduist
    in Berlin miterleben lassen. Sanjanya zeigte uns sein Leben als Mönch im
    Buddhistischen Kloster. Omer lud uns zu seiner Bar Mitzwa-Feier in
    Jerusalem ein. Und auch Lydia hat als Aborigine in Australien religiöse
    Überzeugungen, die dem hiesigen Zuschauer nicht geläufig sind.

    In der von Ihnen angesprochenen Sendung berichtet Tahsin, ein elfjähriger
    muslimischer Junge, wie er sich zusammen mit seiner Familie auf das aus
    seinem religiösen Kontext heraus wichtige Sünnet-Fest in der Türkei
    vorbereitet. Er lässt uns teilhaben an seinen Gedanken, an seiner
    Vorfreude, an seinen Bedenken, und bietet jedem Einzelnen an, einen
    unverstellten Blick in sein Leben zu erhalten.

    Bräuche und Traditionen anderer Kulturen können aus hiesiger Sicht
    befremdlich wirken und polarisieren. Es obliegt dem Zuschauer selbst, zu
    entscheiden ob er diese religiöse Überzeugung verstehen, nachvollziehen
    oder ablehnen möchte. Unser Anliegen ist es, die Möglichkeit zu bieten,
    einen Einblick in diese Lebenswelt zu gewähren, denn erst diese erlaubt es
    dem Zuschauer, eine eigene Haltung zu diesem Thema zu entwickeln –
    Grundlage für eine sachliche Diskussion und kulturelle Toleranz.

    Eine positive Darstellung von Beschneidung findet nicht statt. Der Beitrag
    beinhaltet keine Positionierung – der Protagonist berichtet aus seiner
    Sicht. KiKA wertet nicht die Traditionen anderer Kulturen, sondern zeigt
    diese auf, berichtet darüber.

    Die Dokumentation „Tahsins Beschneidungsfest“ wird am 19.01.2014 um 13:30
    Uhr bei KiKA ausgestrahlt. Begleitend bieten wir unseren Zuschauern die
    Möglichkeit, sich zu diesem Thema auszutauschen: Wir laden Sie ein, am
    Sonntag ab 14:00 Uhr auf http://www.eltern.kika.de im Webtalk Ihre Fragen zu
    stellen und Ihre Meinung zu teilen.

    Unsere jungen Zuschauer haben die Möglichkeit, sich zeitgleich mit anderen
    Nutzern im Chat innerhalb unserer Community mein!KiKA austauschen.

    Freundliche Grüße aus Erfurt sendet Ihnen

    Ihr KiKA-Team

    Der Kinderkanal von ARD und ZDF
    99081 Erfurt
    Deutschland

    Telefon: 0049 361.218-1890
    Telefax: 0049 361.218-1848
    E-Mail: kika@kika.de
    Internet: http://www.kika.de

  44. #44 von oheinfussel am 18. Januar 2014 - 13:13

    @# Bitte liebe Siegrun, sag, dass das nur ein Scherz ist – das ist doch nicht den ihr Ernst???

    Wir könnten uns ja mal dort melden mit neuen Themenvorschlägen, Traditionen aus anderen Kulturen, wie den Verstümmeln von Mädchengenitalien, die ehrwürdigen Tradition der afghanischen Tanzknaben oder Steinigungen aus verschiedensten Anlässen.

    Nur so ein Gedanke…

  45. #45 von barkai am 18. Januar 2014 - 13:42

    Ich frag mich gerade, was fuer experten im kika auftreten werden. Ist passenser weise auch ein mohel dadrunter?

  46. #46 von Willie am 18. Januar 2014 - 15:01

    Zu @Siegruns Antwortbriefe

    Es obliegt dem Zuschauer selbst, zu entscheiden ob er diese religiöse Überzeugung verstehen, nachvollziehen oder ablehnen möchte.

    Und das kann natürlich die Zielgruppe des KiKa, die 3-13jährigen, besonders gut?

  47. #47 von Ezri am 18. Januar 2014 - 16:26

    Ist wohl ein Standartschreiben, hab genau diesen Brief auch schon anderswo gelesen.

    Auf Wkipedia gibts im KiKa-Artikel nun einen entsprechenden Eintrag im Bereich Kritik: http://de.wikipedia.org/wiki/KiKA#Kritik

  48. #48 von Netizen am 18. Januar 2014 - 20:48

    Es haben vermutlich alle dieselbe Antwort bekommen (von wenigen unbedeutenden Anpassungen abgesehen). Meine Reaktion:

    Hallo!

    Schade, daß es nur für eine Serienantwort gereicht hat und auf die Kritik praktisch nicht eingegangen wurde.

    Daß im Rahmen der Sendereihe interessante Einblicke in andere Kulturkreise möglich sind, bestreitet niemand. Doch in diesem konkreten Fall geht es um vorsätzliche Körper­verlet­zung mit lebenslangen Folgen für das betroffene Kind. Das ist ein etwas anderes Kaliber als einfach nur irgendwelche religiösen Überzeu­gungen und Glaubens­inhalte.

    Daß der Junge sich freut, ist nicht verwunderlich, sondern seiner Indoktrination zu verdanken – er wird einerseits kaum wissen, was ihn wirklich erwartet, zum anderen ist ihm (offensichtlich erfolgreich) eingetrichtert worden, ein solcher Schritt wäre nötig, um ein Mann zu sein.

    Und genau diese Sichtweise vermitteln Sie offen­sicht­lich vollkommen unbedarft auch Ihren kleinen Zuschauern! Indirekt sagen Sie insbesondere den kleinen Jungs: „Hey, es ist völlig OK – wir schneiden Dir ein Stück von Deinem Penis ab (welches zwar ausge­sprochen wichtig ist, aber das sagen wir Dir natürlich nicht), und dann bist Du ein richtiger Mann!“

    Daß entgegen der Behauptung in der Sendungs­ankündi­gung ein solcher Schritt anders als im Judentum für Muslime gerade nicht zwingend vorge­schrie­ben ist, sondern aus nicht hinter­fragter Tradition heraus erfolgt, wird geflissentlich unterschlagen.

    Was soll ein Kind davon halten? Insbesondere, da Ihre Zielgruppe von 3-13 Jahren noch überhaupt nicht in der Lage ist, das Gesehene wirklich zu verstehen, kritisch darüber nachzu­denken und ggf. abzulehnen, so wie Sie behaupten. Mit kultureller Toleranz hat das herzlich wenig zu tun, und noch weniger mit Toleranz Kindern gegenüber.

    Und auch wenn ich mich wiederhole – warum dann nicht auch eine Sendung über Beschneidung bei Mädchen? Oder Metzitzah B’peh? Auch diese Rituale erlauben sicher spannende Einblicke in einen fremden Kulturkreis. Wenn Sie diesen jedoch kritisch gegenüberstehen sollten (was zu begrüßen wäre), dann ist „Tahsins Beschnei­dung­sfest“ eine umso größere Heuchelei und degradiert kleine Jungs einmal mehr zu Kindern zweiter Klasse, wie es auch schon unsere Bundes­regierung getan hat.

    Ich bin gespannt auf die Diskussion im Anschluß.