Bank fragt nach der Religion ihrer Kunden

Kreditinstitute ermitteln künftig bei einer Behörde die Konfession ihrer Kunden. Grund dafür sind neue Vorschriften bei der Abführung der Kirchensteuer.

(…)

Ein Kunde der Sparkasse Burgenlandkreis hatte zuletzt gegenüber der MZ kritisiert, dass seine Religionszugehörigkeit die Sparkasse nichts angehe.

„Der Zorn des Kunden richtet sich vergeblich gegen die Sparkasse, weil wir in diesem Fall nur eine gesetzliche Vorgabe umsetzen“, sagte Verena Fischer von Sparkasse Burgenlandkreis.

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[http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/kirchensteuer-bank-fragt-nach-der-religion-ihrer-kunden,20641266,25809196.html

  1. #1 von ninofalken am 7. Januar 2014 - 12:20

    Diese neue Gesetzeslage wird wohl einige dazu führen, jetzt endlich doch auszutreten.

    Und das ist vermutlich genau das Gegenteil von dem, was die „Christlichen“ Politiker in Ihrer Unkenntnis von „Neuland“ erreichen wollten. Denn, leider, erledigen die meisten Bürger in Neuland ihr Geschäft mittlerweile online. Daher ist ihnen relativ egal, was der PC von Ihnen denkt oder nicht. (Das und welche Schmuddelpornos sie sich anschaun, das weiß er ja auch).
    Vor 20 Jahren, der Zeit in der unsere Politiker ja immer noch sind, hätte man den Austritt ja noch einem Bank-„Beamten“, der noch dazu in der Nachbarschaft lebt, beichten müssen. Das wäre eine Hemmschwelle gewesen. Is aber nicht mehr so….

    Bummmmm. Der geht zu 100% nach hinten los 🙂

  2. #2 von Ezri am 7. Januar 2014 - 12:21

    Wer hat denn dieses Gesetz durchgewunken?

  3. #3 von Ezri am 7. Januar 2014 - 12:31

    Zitat: „Kunden, die aus nachvollziehbaren Gründen nicht wollen, dass ihre Bank erfährt, ob sie einer Glaubensgemeinschaft angehören, haben indes die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen: „Jeder Bürger kann jederzeit unter Angabe seiner Steueridentifikationsnummer schriftlich beim Bundeszentralamt für Steuern widersprechen.“

  4. #4 von Gerry am 7. Januar 2014 - 13:55

    @ Ezri

    Wer der Übermittlung der Religionszugehörigkeit an Banken,… widerspricht wird vom Finanzamt freundlich aufgefordert, seine Kapitalerträge doch bitte in der Steuererklärung zu deklarieren da der Bank,… nicht alle für die Besteuerung notwendigen Informationen vorlagen. Siehe § 32d EStG (seeeehr verklausuliert formuliert).

    Da bei Gutverdienern der Steuersatz der Einkommensteuer über dem der Kapitalertragssteuer liegt ist das für solche Leute teurer und zusätzliche Motivation aus der Kirche auszutreten.
    Es sei denn diese Leute sind bewußt Kirchenmitglieder. Angesichts des verhältnismäßig hohen Pro-Kopf Aufkommens der Kirchensteuer bei Katholiken gehe ich davon aus dass auch diese Steueränderung keine gewaltige Austrittswelle nach sich zieht.

    Vermutlich werden die Austritte bestenfalls auf das Niveau der „Skandal-Austritte“ steigen und dann wieder sinken.

  5. #5 von Willie am 7. Januar 2014 - 20:32

    „Der Zorn des Kunden richtet sich vergeblich gegen die Sparkasse, weil wir in diesem Fall nur eine gesetzliche Vorgabe umsetzen“, sagte Verena Fischer von Sparkasse Burgenlandkreis.

    Dem widerspreche ich. Die meisten Sparkassen in Deutschland sind als Anstalt des öffentlichen Rechts sehr eng mit ihren Gewährträgern (Komunen, Zweckverbänden) verbunden. Sie haben einen öffentlichen Auftrag und sind nicht nur Erfüllungsgehilfen der Staatsobrigkeit. Gerade bei den Sparkassen und den übergeordneten Verbänden hätte ich erwartet, dass sie dieses Gesetz überprüfen und auch vor das BVerG bringen. Die religiöse Auskunftspflicht besteht lt. GG unter bst. Bedingungen gegenüber Behörden und nicht gegenüber Banken und Sparkassen, dies wohl auch aus geschichtlichen Gründen. Hier wird einen neue Wegsehkultur gepflegt.

    Wie weit soll dieses Aufbohren zu Gunsten von Religionen denn nocht gehen? Werden irgendwann einmal die Bankangestellten bei jüdischen, männlichen Kunden auch Beschneidungskontrollen durchführen?

  6. #7 von Wolfgang am 8. Januar 2014 - 16:49

    Vorsicht, Atheisten bekommen jetzt keinen Kredit mehr. Ist aber auch nicht schlecht, man braucht auch nichts zurückzahlen!

  7. #8 von andreasaa am 8. Januar 2014 - 16:53

    Wenn sie von mir wissen, dass ich nicht in diesem Verein bin, bekommen sie auch kein Geld für diesen?

    Oder sehe ich das falsch?