Islam: Wissenschaft kann Religion gewaltfrei machen

An der Uni Münster ist ein Streit um die Einführung der islamischen Theologie entbrannt. Herr Khorchide und die Islamverbände zanken sich. Das jedenfalls bleibt den meisten Menschen im Gedächtnis. Doch für den Göttinger Kirchenrechtler Hans Michael Heinig muss die Diskussion auf einer rechtlichen Ebene verlaufen.

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[http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/12/495415/islam-wissenschaft-kann-religion-gewaltfrei-machen/

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  1. #1 von Skydaddy am 5. Dezember 2013 - 18:25

    Wissenschaft dürfte die Religion vor allem religionsfrei machen.

  2. #2 von Willie am 5. Dezember 2013 - 19:13

    Es ist schon ein Wahnsinn der dort von Politikern betrieben wird. Die Muslime können/wollen sich nicht nach staatl. Vorgaben organisieren um in den „Genuss“ staatl. Privilegien zu kommen und die Politiker stricken an „Behelfslösungen“. Wie sagte Hans Michael Heinig zum Staat, also den Politikern: „Er ist religiös inkompetent“ – dann soll er die Finger von solchem Brimborium lassen!

    Anstatt die volle Gleichheit aller Religionen zu gewährleisten, indem man sie als Privat betrachtet, wird noch mehr Zwist unters Volk gestreut.

  3. #3 von Randifan am 5. Dezember 2013 - 19:17

    Nur ein Wischi-Waschi-Islam kann zuGewaltlosigkeit führen, da müsste der Koran in eine Maße neue interpretiert, was vielen islamischen Theologen nicht gefallen wird

  4. #4 von Noch ein Fragender am 5. Dezember 2013 - 19:38

    Es ist immer wieder frappierend, wie eine humanisierende Auslegung heiliger Schriften die Rechtgläubigen auf die Barrikaden treibt.

    „Islam ist Barmherzigkeit: Grundzüge einer modernen Religion“ (Khorchide). Wer könnte etwas dagegen haben?

  5. #5 von dezer.de am 5. Dezember 2013 - 19:58

    @Skydaddy: war auch mein erster Gedanke: Wissenschaft kann Religion überflüssig machen

  6. #6 von Hal am 5. Dezember 2013 - 21:10

    Wenn man eine ähnlich aggressive Religion wie das Christentum betrachtet, dann hat es so um 500 Jahre gedauert um dieses zu Domestizieren und der Prozess ist immer noch nicht abgeschlossen, wie man es sehr gut an der Homo-hetze und das Atheisten-bashing vieler Kleriker, aber auch von Schafen, erkennen kann.

  7. #7 von Gottmagus am 5. Dezember 2013 - 22:22

    Das setzt voraus, daß die Wissenschaft über der Religion steht und auch die Forschung im theologischen Bereich frei ist vom Einfluss einer Religionsgemeinschaft, was aber nicht gegeben ist, nicht einmal die angeblich so aufgeklärten Lutheraner erlauben die frei Forschung. Zudem muß die Religion global unter dem Einfluß einer derartigen Forschung stehen, was auch nicht bei den christlichen Kirchen gegebeben ist, nicht ohne Grund sind in evangelikalen Kreisen die Prediger oft Amateure.

    Religionen müssen den Menschen und seine Bedürfnisse über ihre Dogmen setzen, der Mensch muß im Zentrum der Religion stehen und nicht was alte Männer und Eiferer vor Jahrhunderten, Jahrzehnten oder Jahren sagten. Und die Religionen müssen den Irrglauben aufgeben, sie hätten ein Monopol auf Werte oder es wäre gut, seine Religionsgründer höchst euphemistisch dazustellen und wild zu werden, wenn es jemand mit der Wahrheit versucht.

    Der Staat hat die Pflicht den Religionen seine Regeln, die Menschenrechte und anderes aufzuzwingen und keine Religion zuzulassen, die versucht sich diesem staatlichen Einfluss zu entziehen, aber auch seine Bürger vor den dunklen Seiten der Religion zu schützen, ob diese nun wissen, daß sie Opfer sind, oder ob sie glauben, diesen Missbrauch zu verdienen.

    Wissenschaft widerlegt Religionen, nimmt ihnen das ehemalige Monopol auf die Erklärung und bietet ihm Gegensatz zu Religionen Fakten, auch wenn diese sich ändern können. Allerdings sind diese Änderungen nicht das Ergebnis menschlichen Wahnsinns, sondern der wissenschaftlichen Suche nach der Wahrheit geschuldet.

  8. #8 von Noncredist am 6. Dezember 2013 - 17:25

    Eine Religion – ein „religiore“ – setzt den Menschen und seine Bedürfnisse nach z.Bsp. den „wichtigen“ oder „letzten“ Fragen in den Mittelpunkt und gibt einen solchen Menschen eine (von unendlich vielen hypothetischen) Möglichkeit und Antwort. Es ist und bleibt eine Privatsache, welche der vielen Möglichkeiten der Mensch nutzt, um sich zu befriedigen … ähm … und seinen Durst nach den Antworten zu löschen 😉
    In unserer Gemeinschaft sind wir durch zwischenmenschlichen Interaktionen untereinander angewiesen. Eine private Ideologie kann, muss aber nicht, positiv für die Gemeinschaft wirken. Wir setzen „neuerdings“ Regeln zusammen, mit denen wir uns die größtmögliche Freiheit geben – jedoch unser Miteinander nicht einschränken oder einseitig wirken lassen. Religionen benötigen ihren angenommenen Bezug zur „absolten Moral“, um sich über dieses Gleichgewicht zu stellen und einseitige Entschlüsse durchzusetzen, wie etwa den „Lebensschutz“ o.ä.
    Die Wissenschaft bietet klare Einsichten auf unsere Welt. Sie beobachtet und beschreibt die Natur, und in zweiter Instanz können *wir* uns für eine Handlungsweise entscheiden. Aber entgegen einer gemeinschaftlichen Entscheidung in Harmonie, präferiert eine Religion eben ihre absolutistische Position und akzeptiert keine Kompromisse. Auch wenn die Wissenschaft klare Fakten liefern sollte, und man im Sinne der Freiheit den einen es ermöglicht sich für oder gegen etwas zu entscheiden – ohne negative Auswirkungen für die Umwelt – argumentieren Religionen stets mit ihrem Absolutismus. Der Staat sollte hier den Religionen die Zähne ziehen und ihnen sagen, dass sie ihren(!) Anhängern gerne das Rauchen oder den Lustsex verbieten dürfen, jedoch ausserhalb ihres Vereines keinerlei Macht besitzen. Und das selbe gilt für die politische Führung des Landes. Sie sollte nicht(!) aus religiöser Motivation (=“gewissenhaftes Verhalten“) heraus Entscheidungen fällen, die wissenschaftlich nachweisbar zum Nachteil für ein Teil der Bevölkerung führen kann. Doch leider beobatet man genau hier immer einen blinden Fleck.

    Die Wissenschaft widerlegt ganz klar viele Behauptungen der Religionen. Die Wissenschaft kann dazu führen, dass gar Dogmen in Frage gestellt werden. Die kritische Wissenschaft kann dabei helfen, dass religiösen Gewalttäter ihre Ideologie im neuem Licht präsentiert werden kann. Jedoch kann die Wissenschaft keinerlei Belege liefern, weshalb eine *Interpretation* eindeutig richtig oder falsch sein muss. Die wahnsinnigen Gläubigen lassen sich von Doktortitel und Kittel genausowenig beeindrucken, wie vom moralischem Zeigefinger anderer Religionen. Was sie für richtig ansehen, werden sie auch strickt verfolgen. Eine pauschale Behauptung, Wissenschaft können Religion gewaltfrei machen, ist faktisch unmöglich. Insbesondere die jüdisch-christliche Religon besitzt von ihrem Gott befohlene Gewaltaktionen. Wenn Gott die absolut richtige und wahre Moral ist, und eindeutig niemals falsch liegen kann, so ist damit die Gewalt gerechtfertigt. Basta!
    Wann und wie sie erfolgen soll, lässt sich nicht eindeutig(!) darlegen. Jeder Spinner kann behaupten, er hätte von Gott persönlich den Auftrag erhalten, z.Bsp. die Bundeskanzlerin zu ermorden. Da Gott per definitionem nicht nachweisbar ist, seine Taten auch nicht zwingend ihm nachgewiesen werden können und seine Offenbarungen gerne privat und spurenlos erfolgen, kann der Spinner schlichtweg verrückt – oder auch *tatsächlich* von Gott befohlen – agieren. Und da Gott öfters auf tödliche Gewalt zugegriffen hat, könnte auch dieses mal Gott gewirkt haben.

    Was genau hat dann die Wissenschaft nun gewaltfrei gemacht? Die Religion? Um Gottes Willen! 😉

    Die Wissenschaft kann nur nachweisen, dass z.Bsp. ein Zitat richtig wiedergegeben wurde oder das gewisse „Fakten“ nicht mit den Überprüfungen übereinstimmen. Was daraus interpretiert wird, ist nicht die Aufgabe der Wissenschaft. Und die Gläubigen friedlich zusammenleben zu lassen, dazu hatten Religionen jahrtausendelang Zeit dafür. Nein. Die abrahamitisch-monotheistische Religion die wir hier kennen, hatte Gewalt genutzt, nutzt sie noch heute und wird sie auch in Zukunft nutzen. Die Wissenschaft kann zu vieles führen, aber zu einer gewaltlosen Religion ganz sicher nicht!
    Ich stimme Gottmagnus‘ Meinung zu. Die Wissenschaft nimmt der Religion das Monopol einer (absolut wahren) Erklärung. Die Religion hingegen kann problemlos die Wissenschaft ignorieren und weiterhin der Illusion folgen, irgenwas darüberliegendes sei noch wahrer. Weshalb sich die Religionsanhänger bei Krankheiten und Verletzungen lieber von der Wissenschaft statt den Religionen helfen lassen wollen, dürfte jedem hier klar sein 😉