Afghanistans neues Scharia-Strafgesetz: Rückkehr zur Steinigung droht

Menschrechtler warnen: In Afghanistan gibt es Pläne, für Ehebruch die Todesstrafe durch öffentliches Steinigen wieder einzuführen.

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  1. #1 von Uwe Lehnert am 25. November 2013 - 20:51

    Solchen Meldungen kann man eigentlich nur mit Zynismus begegnen.

    Gäbe es bei uns die Steinigung auf diese Vergehen, wären wir daran gewöhnt und würden uns nicht darüber erregen. Also führen wir bei uns einfach die Steinigung für Ehebruch, Gotteslästerung, Verlassen des Islam, überhaupt generell für abweichendes Verhalten ein – und das »Verständnis« für andere, uns »bereichernde« Kulturen würde sich von ganz allein einstellen.

    Liebe Leute, seid doch nicht so islamophob, so feindselig eingestellt gegenüber dem Fremden, dem Neuen und Ungewohnten! Andere Länder, andere Sitten, hieß es doch schon früher. Dass jedem Menschen unveräußerliche Rechte zustehen, dass es Menschenrechte gibt, wie zum Beispiel Selbstbestimmung und das Recht auf eine eigene Lebensgestaltung, ist ein Ausfluss unseres dekadenten Denkens, das die Beziehung zu Gott nicht kennt und das die ewig gültigen göttlichen Gesetze, wie sie uns aus den heiligen Schriften entgegenlodern, ignoriert.

    Uns bleibt aber der Trost, dass wir uns allesamt dort wiederfinden, wo uns das ewige brennende Feuer erwärmt und uns unsere Sünden bereuen lässt – dafür aber in Gemeinschaft Gleichgesinnter. Ich lern‘ schon Französisch, um mich mit Voltaire unterhalten zu können.

  2. #2 von Randifan am 25. November 2013 - 20:58

    Eine politische Blamage des Westens in Afghanistan

  3. #3 von deradmiral am 25. November 2013 - 22:13

    Dafür haben wir Menschenleben geopfert, Deutsche und alliierte Soldaten sind gestorben, verstümmelt und traumatisiert, Einheimische zerbombt und Verdächtige mit Drohnen hingerichtet.

    Der Westen hat den Krieg in Afghanistan verloren. Der Unterschied zu Vietnam ist, dass wir nicht mal in der Lage sind, die Niederlage einzugestehen. Wie wir schon nicht in der Lage waren die Existenz eines Krieges zu akzeptieren, selbst nachdem wir deutsche Soldaten dorthin geschickt haben und diese getötet haben und getötet wurden.

  4. #4 von Uwe Lehnert am 25. November 2013 - 22:54

    Besteht die Wahrheit nicht doch eher in der Einsicht, dass wir hier einer mittelalterlichen Kultur gegenüberstehen, die noch religiös durch und durch »verseucht« ist. Die Mittel, die uns als aufgeklärte und sich den Menschenrechten verpflichtet fühlende Gesellschaft zur Verfügung stehen, sind ungeeignet, einer solchen Kultur zu begegnen und sie im Sinne der Menschenrechte zu gestalten. Wir bauen auf Vernunftgründen und Überzeugung, die Gegenseite – vertreten durch die Taliban und ihren Helfershelfern – kennt nur ihre Religion und die daraus abgeleiteten kompromisslosen Verhaltensweisen. Eine Übereinkunft ist einfach nicht möglich, wenn man die eigene Haltung als von Gott diktiert ansieht.

    Unsere Seite ist aufgrund dieser geradezu aussichtslosen Situation immer wieder auch abgeglitten in Reaktionen, die mit unserem Verständnis von Menschlichkeit auch nicht vereinbar waren. Aber aus sicherer Entfernung das zu verurteilen, ist leicht und billig, in der konkreten Situation sich richtig zu verhalten und dennoch sein Leben zu bewahren, war in vielen Fällen nicht möglich. Ich lehne es deshalb ab, Soldaten, die dort in den allermeisten Fällen mit ehrenhaften Absichten für eine menschlichere Gesellschaft kämpften, zu verurteilen, nur weil sie es nicht immer schafften, die Prinzipien, unter denen sie angetreten sind, stets zu bewahren.

    Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass die Unvernunft und der Irrationalismus noch viele Jahrzehnte die Weltpolitik bestimmen wird. Versuchen wir wenigstens, in unseren Gesellschaften so viel Rationalität und Humanismus wie möglich zu realisieren. Auch hier haben wir noch genug zu tun. Länder wie Afghanistan, Pakistan, Saudi-Arabien oder z.B. Irak müssen ihre Probleme selbst in den Griff bekommen. So wie es Mitteleuropa zu Zeiten des 30-jährigen Kriegs auch schaffen musste – unter unzähligen, in die Millionen gehenden Opfern. Es scheint nicht anders zu funktionieren.

  5. #5 von deradmiral am 25. November 2013 - 23:02

    @Uwe Lehnert
    Ich klage nicht an. Ich resigniere.

  6. #6 von Uwe Lehnert am 25. November 2013 - 23:21

    @deradmiral
    Sage ich nicht Ähnliches?

  7. #7 von deradmiral am 25. November 2013 - 23:34

    @Uwe Lehnert
    Sicher. Keine Widerrede.