Die liberalisierte Ehe ist ein Irrweg

An europäischen Wurzeln festhalten: Das Kölner Lindenthal-Institut tagte über „Ehe und Familie im Gegenwind“

(…)

Eindringlich warnte Janne Haaland-Matlary vor einem Missbrauch der Menschenrechte, wie sie gegenwärtig in den Bestrebungen, die Abtreibung als Menschenrecht zu deklarieren, offen zutage trete. Die Demokratie ist absolut gefährdet, wenn Nihilismus und Atheismus die Menschenrechte untergraben. Die relativistische Gleichmacherei also eine Perversion des Denkens? In ihrem leidenschaftlichen Appell an die Vernunft resümierte Matlary: „Wenn der Zeitgeist bestimmt, dass alles dekonstruiert und rekonstruiert werden kann, ist es Zeit, die tieferen Probleme (…) ins Auge zu fassen.“

[http://www.die-tagespost.de/Die-liberalisierte-Ehe-ist-ein-Irrweg;art456,146044

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  1. #1 von klafuenf am 16. September 2013 - 21:17

    Frau Hanne Haaland-Matlary verwechselt »Menschenrecht« mit »christlicher Menschenwürde«. Das ist Alles. Der Rest ist frei erfunden.

  2. #2 von Randifan am 16. September 2013 - 21:22

    Die Floskel früher war alles besser, scheint auch Frau Matlary zu vermeiden. Alles geht gegen Homosexuelle. Mehr fällt ihr nicht ein

  3. #3 von Gottmagus am 16. September 2013 - 21:44

    Das Institut ist in Händen von „Opus Dei“ und „Kirche in Not“, das sind solch Anwandlungen natürlich zu erwarten. Und dann diese Argumentation aus lauter dümmlichen Schlagworten (Anarchie, Nihilismus, „schöne, neue Welt“, …), die fanatischen Katholiken sind geistig wirklich ungemein degeneriert und minderwertig, daß sie überhaupt Sätze bilden können, grenzt an ein Wunder.

    Die Zivilehe wurde damals in der alten Zeit ähnlich freudig von Christen angenommen. Und ob man die Zwangspaarung von damals überhaupt Ehe nennen sollte, ist so eine Frage …

    Aber wer Opfern einer Vergewaltigung das Abtreiben verbieten will oder lieber Mutter und Kind sterben läßt, dürfte eine Schwäche für Zwang und andere Widerwärtigkeiten haben …

  4. #4 von recotard am 16. September 2013 - 22:19

    In ihrem Buch „Veruntreute Menschenrechte. Droht eine Diktatur des Relativismus?“ teilt Matlary mit:

    Selbst der Glaube an sich ist dem Verstand zugänglich, wie seine logischen Beweise für die Existenz Gottes zeigen. Heute sind solche Beweise weniger populär und beliebt, aber ich erwähne sie einfach, um deutlich zu machen, was die katholische Tradition dem menschlichen Verstand alles zutraut.

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

  5. #5 von holey spirit am 16. September 2013 - 22:29

    …was die katholische Tradition dem menschlichen Verstand alles zutraut.

    …“zumutet“ wäre hier das korrekte Verb.

  6. #6 von Willie am 17. September 2013 - 05:19

    Zu Beginn sprach Hans Thomas. In seinem Einführungsvortrag ging der Direktor des Lindenthal-Instituts darauf ein, dass die Familie heute in vielfältiger Weise existenziell bedroht ist.

    Dem stimme ich in soweit zu, da die Politik vielen Menschen die finanzielle Lebensgrundlage entzieht Familien zu gründen/erhalten.

    Die Liberalisierung der Ehe bedeute jedoch in Wahrheit nichts anderes als staatliche Reglementierung. Ein Irrweg, denn allein die Familie bilde die Wurzel für ein friedliches, solidarisches und ökonomisch produktives Gemeinwesen.

    Familie ist mehr als nur Mutter-Vater-Kind. Die Geschichte zeigt uns aber auch, dass aus den Familien heraus sehr viele kriegerische Aktionen, auch innerhalb der Familie, stattfanden, die unsere heutige Gesellschaft erst hervorgebracht haben.

    Eindringlich warnte Janne Haaland-Matlary vor einem Missbrauch der Menschenrechte, wie sie gegenwärtig in den Bestrebungen, die Abtreibung als Menschenrecht zu deklarieren, offen zutage trete.

    Ich gebe zu, dass ich bei diesem Thema nicht so „auf der Höhe“ bin, aber wo sind dieses Forderungen? So wie ich die Menschenrechte verstehe betreffen diese das Individuum, bei der Abtreibung von Zellhaufen die „erste Person“, also die schwangere Frau. Zur Definition eines weiteren, hier zweiten, Individuums hat die Medizin und die medizinische Forschung z.Zt. sehr klare Aussagen, v.a. zur grundsätzlichen Empfindungsmöglichkeit wie z.B. der Schmerz. Solange die Gegner nicht wissenschaftlich das Gegenteil beweisen können, solange gelten die Menschenrechte der Mutter vor dem einer Zygote und des sich daraus entwickelten Embryos.

  7. #7 von Siegrun am 17. September 2013 - 08:29

    …gäbe es eine gescheite Kinderbetreuung, wie z.B. in Frankreich die école maternelle, wäre diese überholte Institution Ehe absolut überflüssig. Ich bin für eine Einrichtung des „PACS“ ein Zivilpakt zwischen zwei Menschen (idealerweise egal welches Geschlecht) den man vertraglich schließt, damit als Paar gemeinsame Rechte hat. Und bei Bedarf genauso vetraglich geregelt wieder auflösen kann.
    Dass der mensch nicht für die lebenslange Einehe gemacht ist, sondern nur „seriell“ treu ist, kann jeder sehen, der mal die Augen aufmacht und ehrlich mit sich selbnst und seinen Gefühlen ist.
    Früher habe ich zynischerweise immer gesagt, hatten die Männer „Glück“ und wir Frauen sind irgendwann im Kindbett verreckt. Da konnten sie sich was jüngeres suchen…Ganz so hart würde ich es heute nicht mehr ausdrücken, aber wie gesagt lebenslange Ehen (20, 30 40 Jahre +) sind für uns eigentlich biologisch garnicht vorgesehen.

  8. #8 von manglaubtesnicht am 17. September 2013 - 09:49

    Die Ehe ist ein Vertrag nach bürgerlichem Gesetzbuch. Zwei Menschen erklären vor dem Staat, dass sie Verantwortung füreinander übernehmen wollen und bekommen im Gegenzug gewisse Rechte. Verstehe nicht, was daran schlecht sein soll.

  9. #9 von Elvenpath am 17. September 2013 - 10:37

    Mehr Relativismus als in Religionen gibt es doch gar nicht. jeder interpretiert sie so, wie es gefällt, zahllose Sekten sprechen eine deutliche Sprache.
    Die Frau zeit wieder mal schön die absurden religiösen Denkweisen. Immer komplementär zur Wirklichkeit.

  10. #10 von Noch ein Fragender am 17. September 2013 - 11:24

    Eindringlich warnte Janne Haaland-Matlary vor einem Missbrauch der Menschenrechte …

    Erst jahrhundertelang die Menschenrechte als Verstoß gegen Vernunft und Sitte bekämpfen, dann ab 1960 sich als Erfinder der Menschenrechte und autorisierter Alleininterpret der Menschenrechte aufschwingen:

    Das Ziel ist das gleiche, nur die Strategie hat sich geändert. Das Ziel: Allein maßgeblich für Staat und Gesellschaft ist die katholische Morallehre.

    Die Demokratie ist absolut gefährdet, wenn Nihilismus und Atheismus die Menschenrechte untergraben.

    Typisches Ergebnis, wenn Menschenrechte religiös interpretiert werden:

    Andersdenkende sind dann Feinde der Menschenrechte.

    Dabei ist es genau umgekehrt: Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit gibt nicht nur den Relgiösen, sondern auch Andersdenkenden das Recht, die Weltanschung frei zu wählen: Jeder darf den Glauben an Gott und Götter überzeugend finden oder als unplausibel ablehnen. Er darf sich sogar als philosophischer „Nihilist“ (was das auch immer sein mag, mit Atheismus hat es jedenfalls nichts zu tun) outen, solange er die Freiheit der anderen respektiert.

  11. #11 von Goblin Piledriver am 17. September 2013 - 13:50

    Ein Irrweg, denn allein die Familie bilde die Wurzel für ein friedliches, solidarisches und ökonomisch produktives Gemeinwesen.

    ??? Wie kommt man nur auf so eine Idee? Gab es also keine Familien, in den Eopchen wo Kriege geführt wurden? Mal wieder typische katholische Argumentationslogik, weil ich eine Autoritätsperson bin habe ich Recht.

    Sie forderte eine radikale Bestätigung des christlichen Familienbildes

    Am besten so radikal wie der katholische Zölibat?

    Wo Gott als Garant des Lebens wegfällt, wird der Mensch zum Humankapital herunterdefiniert.

    Wie hat Gott bloß in der Vergangenheit das Leben garantiert? In der Realität sieht es ganz düster aus, und selbst im fiktiven alten und neuen Testament tritt Jahwe nicht für das garantierte Leben ein.

    Eindringlich warnte Janne Haaland-Matlary vor einem Missbrauch der Menschenrechte, wie sie gegenwärtig in den Bestrebungen, die Abtreibung als Menschenrecht zu deklarieren, offen zutage trete. Die Demokratie ist absolut gefährdet, wenn Nihilismus und Atheismus die Menschenrechte untergraben

    Was ist bloß der Unterschied zwischen einem Gebrauch und einem Missbrauch der Menschenrechte? Ein Gebrauch ist es wohl wenn katholische Interessen berücksichtigt werden(positive Religionsfreiheit, Lebensrecht für Embryonen), und ein Missbrauch ist wenn etwas gegen die katholischen Interessen steht(negative Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Frauenrechte, sexuelle Selbstbestimmung).
    Die Unterstellung, wer gegen die katholischen Interessen ist(Atheisten/erkenntnistheoretische Nihilisten) ist auch gegen Demokratie und Menschenrechte, ist aus katholischer Sicht genial. Diese Verbindung muss alle Katholiken, wie CDU-Mitglieder, anhalten gegen den Atheismus zu kämpfen, da ja sonst das Abendland unterzugehen droht. Es unterstellt auch das der Katholizismus für Menschenrechte, Demokratie und alle positiven Attribute des Abendlandes schon immer war.

    Doch der Mensch als „arrivierter Affe“ wird es schwer haben, seine Menschenrechte zu verteidigen, die im Ernstfall allen möglichen Interessen geopfert werden.

    Ja, zum Beispiel den katholischen Interessen wie 20 Millionen Aids-Tote in Afrika zeigen, oder sexuelle Selbstbestimmung von Babys und 8-jährigen Kindern die der katholischen Unterstützung für Beschneidungsbefürwörter geopfert werden.