Neurowissenschaftlerin: Religiöser Fundamentalismus könnte heilbare Krankheit sein

Eine führende Neurowissenschaftlerin an der Universität von Oxford sagte, dass neue Entwicklungen zeigen, dass die Wissenschaft eines Tages in der Lage sein könnte religiösen Fundamentalismus als Geisteskrankheit zu erkennen und zu diesen zu heilen.

„Wir könnten aufhören es als eine persönliche Entscheidung zu betrachten die aus freiem Willen getroffen wurde, wenn jemand der zum Beispiel durch einen Kult oder eine Ideologie radikalisiert wurde, und anfangen dies als eine Art Geisteskrankheit zu behandeln.“

„Ich rede nicht nur über die offensichtlichen Kandidaten wie radikale Islamisten oder einige der extremen Kulte, ich rede über Dinge wie der Glaube, dass es ok ist Kinder zu schlagen. Dieser Glaube kann sehr gefährlich sein, wird aber normalerweise nicht als Geisteskrankheit kategorisiert.“

Sie warnte aber auch, dass man im Umgang mit neuen Technologien, die direkt auf das Gehirn einwirken können, vorsichtig sein muss.

rawstory.com/rs/2013/05/30/leading-neuroscientist-religious-fundamentalism-may-be-a-mental-illness-that-can-be-cured/

Advertisements
  1. #1 von Randifan am 2. Juni 2013 - 17:15

    Eine viel zu optimistische Einschätzung, auch ein Geisteskranker kann mit seiner Krankheit glücklich, auch wenn es ihm nur Nachteile bringt.

  2. #2 von Skydaddy am 2. Juni 2013 - 17:45

    Das habe ich neulich auch gelesen, und es macht mir eher Sorge.

    Die Behandlung („Umerziehung“ trifft es wohl besser) könnte ja wohl nur zwangsweise durchgeführt werden, denn jemand, der einsieht, dass er Wahnvorstellungen hat, würde diesen wohl ohnehin nicht weiter anhängen.

    Die Masse wird sich nie eingestehen, dass sie einem Wahn verfallen ist. Demzufolge dürfte das ohnehin nur gegen Minderheiten eingesetzt werden.

    Ich halte so etwas aber auch gar nicht für nötig. Inakzeptables VERHALTEN muss unterbunden werden, zudem sollten die Kinder in der Schule statt Religionsunterricht (in dem logische Fehlschlüsse regelmäßig als akzeptable Argumente dargestellt werden) logisches Denken und Argumentieren beigebracht bekommen.

  3. #3 von Corydoras-paleatus am 2. Juni 2013 - 17:59

    Langfristig ist der religiöse Wahn nur dadurch zu bekämpfen, indem unsere Kinder zukünftig vor religiösem Einfluß geschützt werden. Zumindest dort, wo Schule, Kindergärten und Uni das Leben prägen kann Religion verbannt werden. Einzig die wenigen noch vorhandenen Eltern, welche ihre Kinder streng religiös erziehen, oder eben Erwachsene die auf den esoterischen Hokuspokus der Religionen hereinfallen stellen dann noch ein Problem dar.
    Übrigens wissen das auch die Kirchen sehr genau. Sie fordern deshalb wieder mehr religiösen Einfluß auf die Kinder 😉

    Lasst uns die geistige Mißhandlung der Kleinsten stoppen…

    Cory

  4. #4 von Itna am 2. Juni 2013 - 19:57

    Aber interessant, das rel. Fundamentalismus schon mal als Geisteskrankheit erkannt wurde.

  5. #5 von De Benny am 2. Juni 2013 - 22:36

    Mißhandlung wäre eher, denKleinen die Religion vorzuenthalten… Und von wegen Geisteskrankheit: Homosexualität galt auch mal als solche, nicht wahr? So werden Minderheiten unterdrückt, Skydaddy hat das schon gut erkannt. Daß diesmal die Unterdrückung von dezidiert Nichtreligiösen kommt, macht es nicht besser, oder?

  6. #6 von Uwe am 3. Juni 2013 - 04:41

    Clockwork Orange lässt grüßen.

  7. #7 von holey spirit am 3. Juni 2013 - 06:14

    ad De Benny

    Mißhandlung wäre eher, denKleinen die Religion vorzuenthalten… Und von wegen Geisteskrankheit:

    Kannst Du diese Deine Kernaussage vernünftig begründen?
    Warum wäre es Misshandlung, den Kleinen religionsneutral zu erziehen?

    So werden Minderheiten unterdrückt,…

    Meinst Du eventuell gefährliche Minderheiten, die sich in mein Leben einmischen wollen und mir Vorschriften machen wollen, was ich zu tun und zu lassen habe, aufgrund ihres unhaltbaren Glaubens an Zauberwesen, der zu unvernünftigen, nicht nachvollziehbaren Schlüssen über die Funktion der Welt führt?

    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2013/06/02/deutsche-salafisten-organisieren-sich-online-neu/#comment-120943

    Höre ich da womöglich ein selbstmitleidiges „CHRISTENVERFOLGUNG“ raus?
    Projizierst Du mal wieder Dein Wehweh nach außen?

    …Skydaddy hat das schon gut erkannt.

    Versuchst Du gerade einen Schulterschluss mit Skydaddy? Bin mal gespannt, ob er mit Dir kuscheln will.

  8. #8 von drawingwarrior am 3. Juni 2013 - 08:13

    @de Benny

    Religiösen Fanatismus und Homosexualität gleich zusetzen ist schon sehr daneben, da hätte ich eigentlich mehr von Dir erwartet.
    Was den derzeit durchgeführten Religionsunterricht in unseren Schulen anbelangt, halte ich es durchaus für angebracht, diesen gegen einen gemeinsamen Ethik-Unterricht und ergänzende Religionsgeschichte zu ersetzen.
    Der Religionsunterricht trennt die Kinder in den Köpfen und lässt sie auf dem Schulhof hilflos zurück. Danach entscheiden die Ellenbogen und die Größe der Gruppe, wer dort das Sagen hat.
    Selbst Erwachsene haben Schwierigkeiten sich mit dem Thema Glauben und Religion auseinander zusetzen, da hier mit nicht begründbaren Behauptungen und absoluten Wahrheiten operiert wird, die sich mit der Realität oft nicht in Einklang bringen lassen.
    Und Du erwartest ernsthaft, das Kinder im Grundschulalter diesen Knoten lösen?
    Ich schlage vor, wie lernen zuerst krabbeln, dann laufen und zum Schluss können wir uns dann mit fliegen beschäftigen.
    Bevor wir uns also mit der „Königsdisziplin“ Philosophie beschäftigen, sollten Lesen, Rechen und Schreiben sitzen und der Verstand sich so weit entwickelt haben, das er eine Hypothese von einer Theorie zu unterscheiden gelernt hat.

    Zum Thema: Fanatismus in jeder Form kann für den Fanatiker und seine Umgebung gefährlich sein. Ich würde es jedoch vorziehen, Fanatismus präventiv zu begegnen, indem man Menschen nicht die Abhängigkeit von übergeordneten Mächten lehrt, sondern ihnen die Ideen und Gedanken des Humanismus näher bringt.
    Ein Mensch, der ein sinnvolles und erfülltes Leben führt, wird kaum den Drang verspüren, sich zu radikalisieren oder fanatischen Ideen hinterher zu laufen.
    Ich bin also eher gegen ein Medikament, bestenfalls sollte es dem Notfall vorbehalten bleiben.
    Alles in allem eine interessante Sache, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.

  9. #9 von Afreakana am 3. Juni 2013 - 09:38

    Sollte es tatsächlich jemals soweit kommen, daß ein Medikament gegen Fanatismus erfunden wird, dann würde es vermutlich an den selben Mängeln kranken, an denen die heutigen psychiatrischen Medikamente kranken. Diese heilen ja nicht irgendwelche Erkrankungen, sondern unterdrücken/reduzieren ja nur die Symptomatik. Es gibt bis heute nicht ein einziges Medikament, welches eine Geisteskrankheit wirklich heilen könnte.

    Außerdem würde ich Religiosität definitiv nicht einer Geisteskrankheit gleichstellen. Religiosität ist nur der Unwille, selber über die Welt nachzudenken. Ob nun diese Religiosität freiwillig oder per Indoktrination aufgezwungen ist, ist dabei eher sekundär.

  10. #10 von De Benny am 3. Juni 2013 - 11:48

    Kannst Du diese Deine Kernaussage vernünftig begründen?

    Mindestens ebenso vernünftig wie mein Vorredner das Umgekehrte!

    Meinst Du eventuell gefährliche Minderheiten, die sich in mein Leben einmischen wollen und mir Vorschriften machen wollen, was ich zu tun und zu lassen habe

    Das ist IMHO eine absolut unzutreffende Bezeichnung für Homosexuelle!

    Versuchst Du gerade einen Schulterschluss mit Skydaddy?

    Wie käm ich drauf? Aber vielleicht fangt Ihr ja mal an zu denken, wenn einer der Euren nen richtigen Hinweis gibt…

    Religiösen Fanatismus und Homosexualität gleich zusetzen

    Beides wird oder wurde als „Geisteskrankheit“ bezeichnet. Ich setze nicht gleich, sondern weise auf bestehende Gleichsetzungen hin, wobei ich durchaus auf die Problematik dabei hingewiesen habe.

    Was den derzeit durchgeführten Religionsunterricht in unseren Schulen anbelangt, halte ich es durchaus für angebracht, diesen gegen einen gemeinsamen Ethik-Unterricht und ergänzende Religionsgeschichte zu ersetzen.

    Religionsgeschichte gehörte schon immer in den Geschchtsunterricht. Ethik hat in der Schule als Einheitsfach nichts verloren. Das Volk soll den Staat kontrollieren, nicht umgekehrt!

    Der Religionsunterricht trennt die Kinder in den Köpfen und lässt sie auf dem Schulhof hilflos zurück. Danach entscheiden die Ellenbogen und die Größe der Gruppe, wer dort das Sagen hat.

    In meiner Schulzeit hatten die Lehrer auf dem Schulhof das sagen. Ist das heute nicht mehr so? Warm? Ich finde, das ist die bste Variante.

    Selbst Erwachsene haben Schwierigkeiten sich mit dem Thema Glauben und Religion auseinander zusetzen, da hier mit nicht begründbaren Behauptungen und absoluten Wahrheiten operiert wird, die sich mit der Realität oft nicht in Einklang bringen lassen.

    Nö, das liegt eher daran, daß man sich damit nicht befassen will, weil man meint alles zu wissen oder Glauben und Religion für unwichtig erachtet. Es steht jedoch jedem Erwachsenen frei, sich mit den Thema zu befassen. Manche Erwachsene befassen sich sogar mit Physik, die soll auch nicht so einfach sein, hab ich mal gehört…

    Und Du erwartest ernsthaft, das Kinder im Grundschulalter diesen Knoten lösen?

    Nö, ist auch nicht Inhalt oder Ziel des Religionsunterrichts. Lös Dich ml von Deinen Vorurteilen, das befreit das Denken.

    Bevor wir uns also mit der “Königsdisziplin” Philosophie beschäftigen

    Philosophie kommt erst in den letzten Schuljahren im Religionsunterricht vor. Man achtet da schon auf die kindliche Entwicklung, da kommt nichts, was zu der Zeit noch nicht passt.

    Fanatismus in jeder Form kann für den Fanatiker und seine Umgebung gefährlich sein.

    Stimmt aber Fanatiker und Fundamentalist ist nicht das Gleiche.

    Ich würde es jedoch vorziehen, Fanatismus präventiv zu begegnen, indem man Menschen nicht die Abhängigkeit von übergeordneten Mächten lehrt, sondern ihnen die Ideen und Gedanken des Humanismus näher bringt.

    Es gibt auch nichtreligiöse Fanatiker. Bei diesen würde Dein vorgeschlagener Ansatz völlig am Bedarf vorbeigehen. Präentiv ist aber ne gute Idee. Also wieso nicht präventiv gegen den Fanatismus arbeiten, statt gegen die Religion, um den Fanatismus zu bekämpfen?

    Ein Mensch, der ein sinnvolles und erfülltes Leben führt, wird kaum den Drang verspüren, sich zu radikalisieren oder fanatischen Ideen hinterher zu laufen.

    Volle Zustimmung. Deshalb sind die meisten Christen ja auch keine Fanatiker 😉

    Religiosität ist nur der Unwille, selber über die Welt nachzudenken.

    Bullshit. Aber so langsam frage ich mich, in welchem Ausmaß die hier kommentierenden als Fanatiker durchgehen würden, so fanatisch wie Glaube und Religion hier bekämpft werden…

  11. #11 von Afreakana am 3. Juni 2013 - 22:12

    @De Benny: Ich halte mich keineswegs für einen Fanatiker. Ich sehe halt, daß Glaube und Religion in absolut bösartiger Weise den Menschen beeinflussen und versuche das mit meinen doch sehr begrenzten Möglichkeiten zu bekämpfen. Dazu nutze ich im Allgemeinen die mir eigene humanistische und ethisch-moralisch einwandfreie Gesinnung. Warum versuchst du also meine, auch für dich, nützlichen Anstrengungen so banal mit dem abwertenden Wort Bullshit runterzumachen? Immerhin will ich nur dein und der anderen Gläubigen Bestes.

  12. #12 von holey spirit am 4. Juni 2013 - 00:37

    ad Afreakana
    Du hättest ihm hier ruhig einmal das letzte Wort belassen dürfen.
    Mit seiner unfreiwilligen Partialbestätigung der Ausgangshypothese hätte dieser Thread kein ironischeres Ende nehmen können. Bleibt nur noch die Frage nach der prinzipiellen Heilbarkeit offen.

  13. #13 von De Benny am 4. Juni 2013 - 11:34

    Ich halte mich keineswegs für einen Fanatiker.

    Wer tut das schon? Ich kenne Dich nicht, und viele andere hier auch zu wenig, deshalb habe ich meine Aussage auch mit Bedacht vage formuliert. Ich wollte einfach mal die These zur allgemeinen Selbstreflektion in den Raum stellen (ich mach dabei ja auch mit).

    Ich sehe halt, daß Glaube und Religion in absolut bösartiger Weise den Menschen beeinflussen und versuche das mit meinen doch sehr begrenzten Möglichkeiten zu bekämpfen.

    Ich denke, Du sishst das falsch. Weil dann müßten ja alle Gläubigen bösartig, und alle nichtreligiösen gutartig sein. Ich gehe davon aus, daß Du falche Schlüsse ziehst, weil manche Boshaftigkeit sich auf religiöse Aussagen beruft. Und diese scheinen Dir stärker aufzufallen als die Boshaftigkeiten, die sich auf keine religiösen Aussagen berufen, sondern auf anderes. Daher rührt wohl der Fehlschluß. Ich lade Dich ein, das zu überdenken und Dich zu fragen, ob die angenommene Kausalität zwischen jedweder Religiosität und Boshaftigkeit tatsächlich besteht.

    Dazu nutze ich im Allgemeinen die mir eigene humanistische und ethisch-moralisch einwandfreie Gesinnung.

    Wie käme es bei Dir an, wenn ich meine christliche Gesinnung als ethisch-moralisch einwandfrei bezeichnen würde? Eben. Eigenlob stinkt.

    Warum versuchst du also meine, auch für dich, nützlichen Anstrengungen so banal mit dem abwertenden Wort Bullshit runterzumachen?

    Erstens: Daß Deine Anstrengungen für mich nützlich seien, ist eine These, der ich ohne gute Begründung Deinerseits nicht folgen kann. Diese Begründung steht aus.
    Zweitens: Ich werte nicht Deine Anstrengungen ab, sondern Deine Aussage, nach der Religion der Unwille sei, selbst über die Welt nachzudenken. Das ist nicht nur anmaßend, sondern auch schlicht falsch. Eben Bullshit. Außerdem beinhaltet diese Deine Aussage eine kaum geringere Abwertung aller Religiösen, also eine generelle Abwertung aufgrund einer Überzeugung, als meine spezielle Abwertung dieser einen falschen und anmaßenden Aussage von Dir.

    Immerhin will ich nur dein und der anderen Gläubigen Bestes.

    Das ehrt Dich, und mir geht es ja genauso, mit umgekehrten Vorzeichen. 😉 Wenn alle Menschen zum Glauben an den dreieinigen Gott kommen könnten, dann wäre die Welt vielleicht noch nicht ideal (wir sind nichtsdestowenigertrotz alle Sünder), aber schon für jeden individuell ein gutes Stück besser, da sich im Glauben auch all das Unrecht das andere uns zufügen leichter ertragen läßt. Aber das jetzt auszuführen führt zu weit, außerdem will es hier eh keiner hören 😉
    Nochmal zu Deiner falschen Aussage, nach der Religion bedeute, unwillig zu sein, selbst über die Wet nachzudenken. Wie kommst Du darauf? Kannst Du das irgendwie belegen? Git es irgend einen vernünftigen Grund, nicht an Gott zu glauben? Ich meine nein.