Gekippte Buddha-Statue herhitzt einige Gemüter

Kunst oder Blasphemie? Die gekippte Buddha-Statue auf dem Viktualienmarkt verärgert einige Buddhisten. Sie empfinden die Kunstaktion als religiösen Affront – das Kulturreferat hingegen sucht gerade die Diskussion und erklärt den Sinn des Kunstwerks.

Weiterlesen:

[http://www.sueddeutsche.de/muenchen/aerger-ueber-kunstaktion-am-viktualienmarkt-buddha-bewegt-1.1679470

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  1. #1 von omnibus56 am 24. Mai 2013 - 09:16

    nordsuedostwestdeutsche.fk: „Gekippter Reissack erhitzt einige andere schlichte Gemüter“

  2. #2 von Hinterfragerin am 24. Mai 2013 - 09:44

    Ich frage mich, ob ein gekipptes Kruzifix vom Münchner Kulturreferat ähnlich gesehen werden würde..

    Witzigerweise scheint mir das Kunstwerk Kritik gerade an dem zu üben, was man ihm selbst nun vorwirft: An einer Verkitschung und Entsakralisierung religiöser Symbole.

  3. #3 von Barkai am 24. Mai 2013 - 12:45

    gut, dass sie kein muslimisches Symbol benutzt haben!

  4. #4 von aranxo am 24. Mai 2013 - 14:14

    Ich dachte immer, Buddhisten seien die entspanntesten und friedlichsten überhaupt. So ist zumindest das Klischee. Denen sollte doch so weltlicher Kram gepflegt sonstwo vorbei gehen. Blasphemie? Da stehen die doch drüber, dachte ich. Weit gefehlt, offensichtlich.

    @HF:
    Die einfacheren Gemüter unter den Religioten schnallen solche feinen Unterschiede meistens nicht, was für Ärger bei denen und Erheiterung bei uns sorgt.

  5. #5 von Willie am 24. Mai 2013 - 18:29

    Ich find das toll mit der buddhistische Nonne. Sie bringt zu dem tagesaktuellen Thema noch eine historische Note hinzu mit ihrem „I’m ashamed of Munich“.

  6. #6 von zentao am 24. Mai 2013 - 22:49

    Das tut doch dem Buddha nicht weh, Buddha bleibt Buddha ob liegend oder sitzend. Was weh tut ist in den Köpfen der sogenannten Gläubigen. Auch das ist das Ego – dieses Mal ist es das Gruppen Ego.
    Liebe Grüsse zentao

  7. #7 von johannes am 25. Mai 2013 - 02:20

    hat irgend jemand schon mal von… hang chong..dem „künstler“. gehört…?
    in der kunstwelt ist dieser mann ein niemand!… keiner kennt ihn.. und warum er jetzt bei diesem projekt dabei ist… hier werden gelder innerhalb sehr enger beziehungen verteilt… !!!.. das ist der eigentliche skandal

  8. #8 von Hinterfragerin am 25. Mai 2013 - 08:45

    @ aranxo & zentao

    Ich habe mich immer schon gefragt, wie die Tatsaache, dass Buddha-Statuen als Kitschartikel inzwischen in allen Farben, glitzernd, als Spingbrunnen oder Kerze etc. zu haben sind auf Buddhisten wirkt. Was würden Christen dazu sagen, wenn man so etwas in Asien mit Marienstatuen oder Kruzifixen machen würde?

    Na gut, besser als sprengen…

    Ganz egal ist es jedenfalls nicht. Thailand etwa verbietet meines Wissens die Ausfuhr von Buddhastatuen. Und nähert man sich einer solchen werden bestimmte Verhaltensweisen erwartet (Füsse nicht zuwenden etc.).

  9. #9 von Helly am 26. Mai 2013 - 11:52

    Ja man fragt sich schon, weshalb nicht eine umgekippte Christus-Statue, oder der Koran als „Kunst“ in entwürdigender Form dargestellt wurde. Wetten, dass die im Rathaus ganz genau wussten warum…?! Aber dass sie damit dem Tourismus einen Bärendienst erweisen, so weit haben sie nun wieder nicht gedacht. Die Nonne hat vollkommen recht. Finde ich ganz ganz mutig von ihr – Hut ab!

  10. #10 von Kurt am 26. Mai 2013 - 18:01

    Liebe Freunde,
    Hier in der Sächsischen Landeshauptstadt Dresden ist nichts davon bekannt, daß hier oder im Umland in nennenswerten Größenordnungen Asiatica hergestellt werden. Auch ist die asiatische Community kleiner als die in Leipzig. Aber es gibt natürlich ca. 180 Orte weltweit, die Dresden heißen und es gibt das nahegelegene Böhmen, wo es schon vor 20 Jahren eine floriende Gartenzwergindustrie gab, die für die Grenzmärkte (die fest in asiatischer Hand waren und sind) Gartenzwerge aus Epoxidharz herstellten. Das ganze zu einem Spottpreis. Schon deswegen kann ich nur davor warnen, die Erklärungen der Künstler für bare Münze zu nehmen.

    Ich finde es sehr witzig und irgendwie künstlerisch wertvoll, so einen Massendekoartikel in Verbindung mit einen Stadtnamen zu bringen, der gemeinhin für Hochkultur steht. Und immer wieder witzig, wenn auch erwartbar, ist, daß promp irgendein Religiot dagegen protestiert.

  11. #11 von P. Gardill-Vaassen (@meinblick) am 1. Juni 2013 - 18:08

    Bin selber Buddhist und war anfangs ein wenig befremdet. Aber als Kunstwerk ist es in Ordnung, es regt die Menschen zum nachdenken und miteinander reden an. Blasphemie sollte uns Buddhisten eigentlich fremd sein. Es gibt keinen Gott den man entehren kann. Im besten Fall ist es eine Beleidigung, aber auch das finde ich viel zu hoch gegriffen. Es ist Kunst – und darüber ließ sich schon immer trefflich streiten. Hab mich auf meinen Blog auch damit befasst. [http://stadtrandblog.de/kunst-im-offentlichen-raum-a-so-a-schmarrn/

  12. #12 von Helly am 2. Juni 2013 - 13:17

    Na, ob sich unsere ausländischen buddhistischen
    Gäste auch so von unserem westlichen „Kunstverständnis“
    inspirieren lassen wie wir, ist doch sehr fraglich. Dürfte schwierig sein, ihnen vermitteln zu wollen, daß wir zwar in recht respektloser Weise mit ihren Verehrungsobjekten
    umgehen – sie sich und ihre Kultur deswegen aber keineswegs beleidigt fühlen sollen.

  13. #13 von Matthias Steingass am 6. Juni 2013 - 08:06

    Wer sich als Buddhist heute anfängt über sowas zu ärgern, ist wohl vor lauter Übung in Achtsamkeit in holder Einfalt eingeschlafen. Es gibt schon lange eine Industrie die BuddhismusAccessoire rein unter dem Gesichtspunkt der Ökonomie verhökert. Die Frage ob das was mit Kunst zu tun hat, kann in der weitaus meisten Fällen verneint werden. Es handelt sich meistens um Kitsch und fantasielose Zutaten für einen gedankenlosen Esoterikbuddhismus. Wer sich den ganzen elenden Unsinn ansehen will, den die Plastikbuddhismusindustrie zusammenramscht, kann mal in diese Fotosammlung schauen => http://www.ipernity.com/doc/kartago/album/50448. Eine Buddhareplikat auf dem Viktualienmarkt ist nichts da Neues.