Petition: Streichung des Bildungsziels „Ehrfurcht vor Gott“ aus der bayerischen Verfassung

Artikel 131, Absatz 2 der bayerischen Verfassung nennt als oberste Bildungsziele staatlicher Schulen die „Ehrfurcht vor Gott“ und die „Achtung vor religiöser Überzeugung“. Das Bildungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ verletzt die weltanschauliche Neutralität des Staates und diskriminiert über 20% der bayerischen Bevölkerung, die aktuell keiner Konfession angehören und nicht an die Existenz eines Gottes glauben. „Achtung vor religiöser Überzeugung“ ist zudem sicher ein sinnvoller Wert für das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft, der jedoch keines Verfassungsrangs bedarf.

http://www.change.org/petitions/streichung-des-bildungsziels-ehrfurcht-vor-gott-aus-der-bayerischen-verfassung?utm_campaign=friend_inviter_chat&utm_medium=facebook&utm_source=share_petition&utm_term=permissions_dialog_true

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  1. #1 von drawingwarrior am 24. Februar 2013 - 14:48

    Gezeichnet, war mir ein innerer Reichsparteitag.

  2. #2 von Theisten-Terminator am 24. Februar 2013 - 14:56

    Was ist eine Verfasung?! Ich lebe nun schon seit ca. 5 Jahren in Bavaria…

    …hat das was mit Fasern evtl. beim untergärigen Bierbrauen in Bayern zu tun?! 😉

    Ja, die Bayern und Rächtschraipunk…

    Scherz beiseite!

    Eine „Ehrfurcht vor Gott“ einzufordern, das ist dreiste Buchstabenverschwendung!

    Jeder selbstständig denkende Mensch weiß doch, dass es Gott nicht gibt, außer im Hirn der Person, die daran glauben möchte.

    Warum so ein Nonsens überhaupt noch in irgend einer Verfassung stehen muss/soll, das erschließt sich mir nicht wirklich, bzw. ich finde es albern und dümmlich.

  3. #3 von Hinterfragerin am 24. Februar 2013 - 15:45

    Die Chancen sind gering, aber einen Versuch ist es wert. Man sollte gleich noch den Gottesbezug in der Präambel rausnehmen …
    Man müsste hier aber wohl eher Parteivertreter gewinnen. In der FDP in Bayern stehen zumindest die Julis hinter solch einer Forderung, bei den anderen Parteien in Bayern bin ich mir nicht sicher – bei den Freien Wählern kann ich mir nicht vorstellen, dass sie dahinterstehen, dazu sind sie zu konservativ. Bei den Grünen weiß ich es nicht. Die SPD hätte wohl Angst, damit Wähler zu verprellen. Wenn, wie zu vermuten, die CSU ab Herbst wieder allein regiert, wird dieses Ziel jedoch ohnehin in weite Ferne rücken…

    Jedenfalls: Unterzeichnet habe ich. Und mal meinen Bekanntenkreis aktiviert. Lauter Bayern, von denen auch die gläubigen diese Formulierungen unsinnig finden…

  4. #4 von AndreasA am 24. Februar 2013 - 16:31

    Oh weh. Meine Bildungsziel habe ich völlig verfehlt!

    Mein Schulabschluss in Bayern war danach völlig umaonst.

    Die Frage ist nur wer da versagt hat?

    Ich oder meine Lehrer.

  5. #5 von Barkai am 24. Februar 2013 - 16:46

    @andreas,
    Gott? der hätte sich dir doch zeigen können, oder? 🙂

    Zum Thema,
    wer kucken möchte, ob er auch irgendeinen wichtigen Bildungsinhalt an einer deutschen Schule nicht so recht mitbekommen hat, für den hat „Beter im Aufbruch“ mal eine Zusammenfassung zusammengestellt
    [http://www.beter-im-aufbruch.de/polseite/erziehungsziele.htm

    ich stelle erleichtert fest, dass ich nciths versäumt habe.

  6. #6 von Theisten-Terminator am 24. Februar 2013 - 17:13

    Zusammenfassung:

    Von den 16 Bundesländern haben acht, das entspricht 58.5 Mio. Einwohner (71,2%) den Gottesbezug in der Präambel und fünf Bundesländer, das entspricht 45,8 Mio. Einwohner (55,6%), christliche Erziehungsziele in der Landesverfassung erwähnt. 1)

    Diese fünf Bundesländer schneiden bei der PISA-Studie in Lesekompetenz und Naturwissenschaftlicher Grundbildung mit 493 Punkten gegenüber den Anderen mit durchschnittlich 475 deutlich besser ab.

    Bei den Ausgaben pro Schüler liegen diese fünf Länder allerdings mit 4380.-€ hinter der Anderen mit 4590.-€ 2)

    Der Anteil der Ausländer liegt in diesen fünf Bundesländer bei 9,66% im Vergleich zu 6,84% 1)

    An Gottes Segen ist alles gelegen!

    QUELLE: [http://www.beter-im-aufbruch.de/polseite/erziehungsziele.htm

    NO COMMENT

  7. #7 von Friedensgrenze am 24. Februar 2013 - 17:25

    In der Bayerischen Präambel wird dann auch gleich wieder so ein Wort erwähnt daß mich richtig unzufrieden macht.

    „“Segnungen“ des Friedens“ Das sind also irgendwelche Dinge in der realen Welt die von einem Pfarrer zu etwas besonderem gemacht werden indem er sie mit unsichtbarem Zauberstab berührt und dadurch mit „dem da Oben“ verbindet.

    Das führt dann dazu, daß der Frieden nicht mehr die Besonderheit ist, sondern die Verknüpfung mit das Gott.

    Ist doch schlimm oder ?

  8. #8 von Barkai am 24. Februar 2013 - 18:46

    @theisten-terminator,
    was erwartest du, wenn eine seite „Beter im Aufbruch“ heißt? Immerhin haben sie netter Weise eine Übersicht zusammengetragen.

  9. #9 von Hinterfragerin am 24. Februar 2013 - 21:18

    @ Friedensgrenze

    Schlimmer finde ich

    „Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott … geführt hat“..

    Dieser Satz wird mir des öfteren als „Argument“ dafür genannt, dass der NS ja „gottlos“ gewesen sei. Selbst wenn man mal ausklammert, dass unter den NS-Anhängern und auch unter den Parteivertretern durchaus zahlreiche Personen waren, die sich selbst als Christen definierten: „Gottlos“ waren auch diejenigen in der absoluten Mehrzahl nicht, die sich nicht als Christen verstanden.

    Die ganze Leere der obigen Aussage kommt zum Vorschein, wenn man sich vor Augen hält, dass z.B. auch die Saudis von heute und die Azteken von gestern Staats- und Gesellschaftsordnungen haben/ hatten, die Gott/ Götter sogar in den Mittelpunkt stell(t)en. Es kommt halt auf die Gottesvorstellung an, nicht wahr… Ebenso kann eine Ordnung „ohne Gott“ aussehen wie in Frankreich – oder wie in China. Kurz: ob mit oder ohne Gott (im Sinne eines Bezuges auf eine solche Entität) ist letztlich völlig irrelevant, wenn man nicht weiß, was die tatsächlichen Inhalte sind..

  10. #10 von Nino am 24. Februar 2013 - 21:57

    Meine Stimme hat die Aktion zwar, aber ich befürchte, das das nicht der richtige Weg ist und daher wohl auch kaum mit Erfolg gekrönt werden wird.
    Sowas wird wohl blos auf eine der einen dieser Wege möglich sein:
    1. Klage vor dem Verfassungsgeicht
    2. Volksendscheid aufgrund eines erfolgreichen Volksbegehrens.
    (Aber bekommt so ein Begehren in Bayern die benötigen ca. 930.000 Unteschriften?)

  11. #11 von Friedensgrenze am 24. Februar 2013 - 23:01

    @ Hinterfragerin

    Auch Gottlose Staatsstrukturen können ganz sicher aus dem Ruder laufen und viele unsinnige Menschenopfer fordern. Da stimme ich auf alle Fälle zu.

    Im Moment haben wir aber wirklich ein ganz anderes Problem, meiner Meinung nach.

    Der Islam organisiert sich gerade neu und der Katholizismus festigt sich so gut es geht. Beide Religionen legen auf einzelne Menschenleben gar keinen Wert mehr. Auch die selbst aufgestellten Prinzipien werden total schnell über Bord geworfen wenn es um den Erhalt von Zukunftsfesten Strukturen geht siehe Pillen für Vergewaltigungsopfer werden akzeptiert um die katholische Krankenhausflotte zu erhalten.

    Nicht daß ich falsch verstanden werde, die haben nicht das Recht Opfer nicht zu versorgen. Die betrachten Ihre eigenen Prinzipien aber als verhandelbar als ob es bald um die Wurst geht.

    Zu Gottlosem NS möcht ich noch sagen, daß ich mit Leuten gesprochen hab die in der HJ waren und die übereinstimmend berichteten daß die Religion unwichtig gewesen wär. Diesen damals jungen Leuten wurde das so vermittelt, daß die Religion von „Gestern“ gewesen wär und die Christen alle Memmen. Die sollten ja auch nicht anfangen zu beten wenn sie in Kämpfe geraten sollten sondern funktionieren.

    Diese Leute haben dann Ihre Einschätzung von der gottlosen NS-Zeit breitgetreten.

    Dennoch wurde das so genannte 3. Reich meiner Meinung nach durch religiöse Stellen maßgeblich gesteuert. Ich hab es woanders schon mal gesagt : Deren Ziel war ein christliches Weltreich im Jahr 2000 als Geburtstagsgeschenk quasi.

    Für mich hat das Gottlose Prinzip seine Führungsposition übernommen als mir klar wurde daß der 3. Weltkrieg von unterlegenen Gottlosen nicht ausgelöst wurde obwohl ihnen bewußt war, daß Ihr System damit untergeht.

    Wäre der religiöse Westen unterlegen gewesen hätte sich irgendein religiöser Depp gefunden, der für Volk, Vaterland und Gott / Alah die „rettenden “ Atomraketen losgeschickt hätte. Davon bin ich überzeugt.

  12. #12 von Wolfgang am 25. Februar 2013 - 09:28

    Die religiöse Gottesformel ist nur eine Leerformel. Macht sich immer gut, wenn Vereidigungen erfolgen. Da hat man mit einem Satz die ganze Verantwortung abgeschoben. Wird daher bei Politikern sehr gerne ausgesprochen.