Im Online-Artikel der Zeit „Stammbaum des Glaubens“ versucht man die Anhänger der größten Religionen zu zählen und kommt zum Schluss, dass nur eine Minderheit auf der Welt Weihnachten feiert.
Zählt man diese zusammen inklusive 136 Millionen Atheisten, kommt man auf ca. 6 Milliarden. Über 1 Milliarde fehlt, was sind die? Die Autoren geben zu, dass Schätzungen der Religionsanhänger schwierig sind, aber wie bitte kommt man auf die Zahl von nur 136 Millionen Atheisten? Allein in China leben 500 Mill. davon. Letzte Woche haben wir erfahren, dass 1,1 Milliarde Menschen nicht religiös sind. Warum werden diese nicht zu den Atheisten gezählt, was ist der Unterschied zwischen nicht gläubig und nicht religiös? Es gibt keinen!
Dabei wäre die Rechnung ganz einfach: Alle Menschen – gläubige Menschen = Atheisten
In der Statistik für Deutschland hat man es deutlich besser gemacht, dort gelten 30% als Atheisten. Tendenz steigend!
Der Zeit-Artikel ist hier zu lesen: [http://www.zeit.de/2012/52/Infografik-Religion




















































#1 von deradmiral am 25. Dezember 2012 - 17:47
Wieder ein Artikel aus „DER kirchenZEITung“…
#2 von Randifan am 25. Dezember 2012 - 17:49
Meinen objektiven und unparteischen Schätzungen nach müssten 50 % der Weltbevölkerung als nichtreligiös und 10 % als atheistisch gelten
#3 von AMB am 25. Dezember 2012 - 17:58
@Randifan
🙄
Der Smiley fehlt.
#4 von raskalnikow am 25. Dezember 2012 - 19:08
Und warum werden die Religionen ohne Götter nicht mit den Atheisten zusammengefasst? – Analog zu den Übergruppen ‚Abrahamitische R.‘ und ‚Monotheistische R.‘
#5 von AMB am 25. Dezember 2012 - 19:32
@raskalnikow
Das passt nicht zusammen.
#6 von Sebastian Hochwarth (@sebirockt) am 25. Dezember 2012 - 23:24
Nach meiner subjektiven Definition bin ich religiöser Atheist. Das widerspricht sich für mich gar nicht. Als religiös bezeichne ich die Menschen, die sich mit dem Thema bewusst beschäftigt haben und daraus Ihren Schluss ziehen ob sie glauben wollen und wenn, wie sehr.
Ich habe mich mit dem Thema beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Gottes sehr klein ist, daher bin ich religiöser Atheist. Durch solche Definitionen können die Zahlen schon verfälscht werden.
#7 von Ezri am 25. Dezember 2012 - 23:38
Bist Du dann nicht eher Agnostiker, Sebastian?
#8 von AMB am 26. Dezember 2012 - 10:23
@Sebastian
Um als religiös zu gelten muss man religiöse Handlungen (beten, pilgern, an was Höheres glauben, etc.) begehen, das wären bei dir? Nur weil man sich mir Religion beschäftigt, ist man man noch lange nicht religiös. Carl Sagan ist auch nicht kosmisch, nur weil er sich bewusst und intensiv mit den Kosmos beschäftigt hat.
#9 von Hinterfragerin am 26. Dezember 2012 - 11:06
Es gibt meines Erachtens sehr wohl einen Unterschied zwischen nicht gläubig und nicht religiös. In den Statistiken werden unter nicht religiös ja jene aufgeführt, die „religiös nicht gebunden“ sind, also gewissermaßen konfessionsfrei. Im Artikel letzte Woche bzw. der verlinkten PEW-Studie wurde klargestellt, dass fast 70% der US.-amerikanischen „nones“ angeben, an eine höhere Macht zu glauben. In China waren es immerhin 30%, nicht gerechnet jene, die den Ahnenkult ihrer Vorfahren weitertragen. Diese Leute als Atheisten zu zählen scheint mir falsch. Selbst fowid gibt meiner Erinnerung an, dass mehrere Zehnerprozent der deutschen Konfessionslosen durchaus gläubig sind..
#10 von AMB am 26. Dezember 2012 - 11:10
@HF
Das ist aber nicht korrekt, ebenso wie dass man alle Kirchensteuerzahler (wie mich) zu den Christen zählt.
#11 von Hinterfragerin am 26. Dezember 2012 - 14:25
@ AMB
Sicherlich. Deswegen sind Fragen wie die nach der Religionszugehörigkeit (im Sinne der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft) meines Erachtens weniger aussagekräftig als Fragen nach dem tatsächlich Geglaubten. PEW hatte ja anscheinend beides erhoben, soweit Daten vorlagen.
Jetzt mal wie gesagt abgesehen davon, dass ich Daten aus China oder Nordkorea oder Saudi-Arabien oder dem Iran zu dieser Thematik mißtraue, zu groß ist hier der soziale Druck, normenkonform zu antworten.
fowid kann man ja nicht umsonst entnehmen, dass die Atheistenquoten unter den Mitgliedern der Großkirchen in Deutschland erstaunlich hoch sind, Und wenn man nach den eurobarometer-Umfragen geht, die tatsächlich Geglaubtes abfragen, glauben in Deutschland etwa 50 % an einem Gott und 25 % an eine höhere Macht, während 25 % beides verneinen. das war 2005, insofern passen die oben genannten 30%. Aber diese sind eben nicht mit den Konfessionslosen identisch, wenn auch unter diesen überdurchschnittlich vertreten – man findet sie auch in den Großkirchen. Abgesehen davon, dass diese Zahlen auch einiges über die deutschen „Christen“ aussagen, von denen eben manche eigentlich Atheisten sind, und andere ein Gottesbild haben, das mit dem christlichen wenig zu tun hat..(Kraft, Geist, höhere Macht).
#12 von Michael Merten am 26. Dezember 2012 - 15:17
„Dabei wäre die Rechnung ganz einfach: Alle Menschen – gläubige Menschen = Atheisten“
Wie bitte? Atheisten sind doch er Ansicht, daß es keinen Gott gibt, keine göttliche Kraft etc. Ein Agnostiker kann diesem Statement niemals zustimmen. Genauso wie dem Satz, es gebe einen Gott.
Agnostiker sind keine Atheisten! Warum dieser Versuch der Vereinnahmung? Etwa, weil dann die Zahl der Atheiten zu niedrig wird?
Und die Statistik ist keinesfalls besser. Sie ist einfach nur sachlich falsch. 0 Agnostiker? Wer soll das glauben?
#13 von AMB am 26. Dezember 2012 - 16:01
@Michael Merten
Schon mal was von agnostischen Atheisten gehört? Ich halte nichts von der Bezeichnung „Agnostiker“, denn das beantwortet nicht die Frage nach den Glauben. Wenn ein „Agnostiker“ die Frage mit Nein beantwortet, ist er (agnotischer) Atheist. Wenn er sie mit Ja beantwortet ist er (agnostischer) Theist.
Die kirchlichen Prediger haben ganze Arbeit geleistet, so dass viel Atheisten sich gar nicht mehr als Atheisten bezeichnen. Im meinen Bekanntenkreis bin ich aus Imagegründen auch nur „Agnostiker“.
#14 von Michael Merten am 26. Dezember 2012 - 16:17
@AMB
Nein, den Begriff habe ich noch nie gehört. Wenn man auf die Frage mit ja oder nein antworten kann, wie kann man dann ein Agnostiker sein? Der Agnostiker sagt doch, „ich weiß es nicht“. Oder wurde die Definition dieses Begriffes verändert?
Wikipedia schreibt dazu:
„Agnostizismus ist eine Weltanschauung, die insbesondere die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens betont. Die Möglichkeit der Existenz transzendenter Wesen oder Prinzipien wird nicht bestritten. Agnostizismus ist sowohl mit Theismus als auch mit Atheismus vereinbar, da der Glaube an Gott möglich ist, selbst wenn man die Möglichkeit der Gewissheit bezüglich seiner Existenz verneint. Die Frage „Gibt es einen Gott?“ beantworten Agnostiker dementsprechend nicht mit „Ja“ oder „Nein“, sondern mit „Ich weiß es nicht“, „Es ist nicht geklärt“, „Es ist nicht beantwortbar“ oder „Es ist nicht relevant“.“
Was daran ist falsch?
#15 von AMB am 26. Dezember 2012 - 16:59
@Michael
Das stimmt schon, aber es sind zwei Fragen und nicht eine!!
Zuerst Frage A: Glaubst du an Gott? (Theist oder Atheist)
Dann Frage B: Gibt es Gott? (Agnostiker oder Gnostiker)
Es scheint etwas komplizierter zu sein als ich es zuerst gedacht habe. Denn die Frage nach „Gott“ ist schon etwas einseitig wenn man betrachtet, dass es über 10.000 Religionen gibt. Demnach könnte selbst ein Christ ein Atheist sein, wenn er nicht an Zeus oder Wotan glaubt.
Machen wir doch selbst den Test:
Glaubst du an Marduk? Ja oder Nein. (Weiß nicht fällt hier weg, denn man weiß ob man glaubt oder nicht.)
Gibt es Marduk? Ja, Nein, weiß nicht.
Wie in Wikipedia schon steht, ist Agnostizismus mit Theismus und Atheismus vereinbar, deshalb sind vier Varianten möglich:
Gnostischer Theist
Agnostischer Theist
Agnostischer Atheist
Gnostischer Atheist
Alle Menschen kann man in diese vier Gruppen einteilen, ich habe sie nochmals in zwei Gruppen geteilt, in Theist und Atheist.
PS: Man könnte auch jeden Gläubigen zum „Agnostiker“ erklären, weil Glauben heißt nichts Wissen. 😉
PPS: Ich vermute, der Agnostizismus kommt aus strategischen und überlegten Gründen aus der Ecke des Atheismus. Die andere Seite muss aus missionarischen Gründen behaupten, sie hätte Zugang zu einem höheren Wissen. 😆
#16 von deradmiral am 26. Dezember 2012 - 17:10
Mein Schwiegervater behauptet (als Gläubiger Katholik), dass es Atheisten nicht geben kann, da das Wort Atheist das Wort „Gott“ beinhaltet und daher der Atheist die Existenz eines Gottes leugnet, den es daher geben muss, da es ja im Wort vorkommt.
Auf mehrfache Anfrage, was ich denn nun sei, nannte er mich einen „Nichtgläubigen“.
Dennoch bezeichne ich mich weiter als Atheisten. Erstens hat er Unrecht und zweitens gilt es die abwertenden Beigeschmack dieses Wortes durch häufigen und öffentlichen Gebrauch zu entwerten.
Ich bin daher stolz ein Atheist zu sein (und natürlich auch ein Skeptiker und Humanist…)
#17 von Michael Merten am 26. Dezember 2012 - 18:16
2 mal 3 ist 6, nicht 4. Wenn die erste Frage zwei mögliche Antworten hat und die zweite dreie (wg. „weiß nicht“), dann kann es nach den Gesetzen der Logik nicht nur vier Varianten geben. Die Variante „Glaubst Du: Nein“ / „Gibt es? Weiß nicht.“ ist bei ihnen nicht vorgesehen. Und genau hier würden sich Agnostiker finden.
„Man könnte auch jeden Gläubigen zum “Agnostiker” erklären, weil Glauben heißt nichts Wissen.“ Stimmt. Jeden Atheisten aber auch. Die glauben ja auch nur. 😉
“ Die andere Seite muss aus missionarischen Gründen behaupten, sie hätte Zugang zu einem höheren Wissen.“ Ganz schwach. 😦 Wie viele Religionen gibt es, die nicht missionieren?
#18 von deradmiral am 26. Dezember 2012 - 19:13
Alle Religionen missionieren zumindest ihre Kinder…
#19 von AMB am 26. Dezember 2012 - 19:14
@Michael Merten
(leider ist mein langer Kommentar verschwunden, deshalb nur die Kurzversion)
Falsch! Es sind nur zwei, Ja und Nein gehören zum Gnostizismus.
Doch! Nur Seitenverkehrt, glaubt nicht und weiß nicht = agnostischer Atheist.
Hier alle logischen Antwortmöglichkeiten (bei A und B), diesmal andere Reihenfolge:
A: Glaubst du an xxx?
B: Gibt es xxx?
Theistischer Gnostiker: Ja/Ja
Theistischer Agnostiker: Ja/weiß nicht
Atheistischer Agnostiker: Nein/weiß nicht
Atheistischer Gnostiker: Nein/Nein
Nein, denen FEHLT der Glaube. Ich glaube NICHT an Gott! Ich rauche NICHT.
Ich weiß, wie Evangelikale missionieren und argumentatieren.
Woher soll ich das wissen.
#20 von Michael Merten am 27. Dezember 2012 - 16:04
(Wie kennzeichnet man hier eigentlich so schön Kommentare? Eine Hilfefunktion habe ich auch nicht gefunden.)
„Ja, Nein, weiß nicht.“ sind 2 Varianten. Daß zweie davon zusammengehören sollen, ist hier nicht zu erkennen, und es geht auch nicht aus dem weiteren Text hervor. Es kann nicht meine Aufgabe sein, zu erahnen, was Sie wohl meinen. Die Gefahr, daß ich falsch liege ist dann einfach zu groß. Zu einem „ich habe mich mißverständlich ausgedrückt.“ konnten Sie sich ja auch nicht durchringen. Wäre das so schlimm?
„Theistischer Agnostiker“? Was soll das sein? „Ich habe keine Ahnung, ob Gott existiert, aber ich glaube an ihn und damit auch an seine Existenz.“ Es gibt Leute mit solchen Gedankengängen? Oder gibt es den Begriff nur, um damit den Begriff des „atheistischen Agnostikers“ zu rechtfertigen?
Ich dachte immer, der Atheist glaubt nicht an Gott, da er davon ausgeht, daß es keinen Gott gibt. Der Agnostiker hingegen hält die Existenz eines Gottes für möglich, aber es interessiert ihn nicht.
Sollte man diese Formen des Nicht-Glaubens nicht sauber trennen?
Diesen Absatz verstehe ich jedenfalls immer weniger. Könnten Sie ihn nochmal neu erstellen?
Atheisten glauben nicht an die Existenz eines Gottes. Richtig. Aber auch sie haben die Richtigkeit ihrer Annahme bisher nicht beweisen können. Nachweise, daß Evolution ohne Gott erklärbar ist, beweisen nur diesen einen Punkt. Und auch, wenn es für tausende von Naturphänomenen solche Nachweise geben sollte. Dann können wir eine Nicht-Notwendigkeit eines Gottes vermuten. Nicht aber seine Nicht-Existenz.
Der Satz „Glauben ist nicht wissen“ paßt also auch für Atheisten.
Wenn sie mit „die andere Seite“ nur die Evangelikalen meinen, dann verraten Sie das bitte auch. Ich kann nicht wissen, ob das eine polemische Überspitzung sein soll oder ob Sie nicht-missionierende Religionen einfach übersehen haben.
Auf anderen atheistischen Seiten habe ich zu oft unter der Überschrift „Religionskritik“ massenhaft zutreffende Kritik an der rk-Kirche gefunden. Scin als evangelischer, orthodoxer oder altkatholischer Christ fühlt man sich davon nicht angesprochen. Was hat das dann mit Religionskritik zu tun? Allenfalls ist es ein Unterpunkt.
Auch ich kenne den Frust, daß ein langer Text plötzlich weg ist. Nervend! Manchmal sollte man dann besser aufstehen, und den Rechner Rechner sein lassen.
#21 von holey spirit am 27. Dezember 2012 - 16:47
„Dann können wir eine Nicht-Notwendigkeit eines Gottes vermuten. Nicht aber seine Nicht-Existenz.“
—
Die Nicht-Notwendigkeit eines Gottes ist erwiesen. (Um die Entstehung des Universums oder des Lebens zu erklären, ist „Gott“ ein vollkommen überflüssiges Postulat.) Ein Nachweis seiner Nicht-Existenz ist damit nicht notwendig.
—
Weniger scharf formuliert: Wenn wir aufgrund naturwissenschaftlicher Erkenntnis eine Nicht-Notwendigkeit eines Gottes vermuten können und gleichzeitig keinerlei Evidenz für die Existenz eines Gottes vorliegt, dürfen wir sehr wohl auch berechtigterweise seine Nicht-Existenz vermuten. Nach Faktenlage käme die Existenz eines Gottes einem Wunder gleich. (Das gilt für alle Götter, die die Menscheit je erfunden hat, gleichermaßen.)
#22 von rkinck am 27. Dezember 2012 - 17:01
Weit verbreitet ist der Irrtum, der Atheist müsste eine vollständige Erklärung der Welt liefern können um seinen Atheismus zu rechtfertigen. Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse sind mit dem Atheismus konsistent aber nicht dessen Voraussetzung. Es ist deshalb auch nicht zielführend immer wieder die gleichen ermüdenden Diskussionen über Evolution und Urknall usw. zu führen. Selbst wenn sich unser bisheriges naturwissenschaftliches Verständnis als falsch erweisen würde, hätten wir einfach keine Antworten mehr und nicht automatisch einen Gott als Antwort. Zu zeigen das Gott die Antwort darstellt ist dann immer noch die Aufgabe desjenigen der seine Existenz postuliert. So lange dieser Beweis ausbeleibt, so lange bleibe ich Atheist sowie auch Aeinhornist, Akolbildist, Awaldnymphist ….
#23 von AMB am 27. Dezember 2012 - 18:54
@Michael Merten
Ja, war etwas nicht ganz übersichtlich.
Nein, der agnostische Gläubige ist in der Mehrheit. Nur die Fundis würden behaupten, sie würden wissen, dass Gott existiert inklusive dämliche Gottesbeweise.
Nein, die meisten Atheisten interessieren sich nicht für Religion. Deswegen lassen sich auch Atheisten schwer organisieren, ähnlich wie bei den Nichtbriefmarkensammler.
Auch agnostische Atheisten halten die Existenz Gottes für möglich, aber sie glauben nicht. Gutes Beispiel wäre Richard Dawkins.
Müssen wir auch nicht. Unwiderlegbare und unüberprüfbare Behauptungen können auch nicht widerlegt werden. Ich glaube nicht an Gott, aus Mangel an Beweisen. Derjenige, der eine Behauptung (Gott existiert etc.) aufstellt sollte diese auch beweisen, und nicht der Zweifler.
Sie schulden mir 100 Euro, beweisen Sie das Gegenteil.
Was bringt der Glaube an einen nutzlosen Gott?
PS:
Richard Dawkins führt sieben Punkte an (Gotteswahn S. 72 ff) das wird ihnen sicher besser gefallen.
#24 von Michael Merten am 28. Dezember 2012 - 16:52
Agnostische Gläubige sollen die Mehrheit darstellen? „Ich habe keine Ahnung, ob Gott existiert, aber ich glaube an ihn und damit auch an seine Existenz.” Das ist in meinen Augen keine Position sondern einfach nur sich selbst widersprechender Blödsinn.
„Glaube“ hat unterschiedliche Bedeutungen. Das Wort „Glaube“ in „ich glaube, daß es morgen regnet“ hat eine andere Bedeutung als in dem Satz „ich glaube an eine göttliche Kraft“.
Wen interessieren denn jetzt plötzlich die Schwierigkeiten, Atheisten zu organisieren? Sie scheinen es zu mögen, Fragen zu beantworten, indem sie das Thema wechseln.
Dawkins ist ein schlechtes Beispiel. Der ist mittlerweile nur noch Agnostiker. Sinn und Zweck Ihrer Schubladen haben sie bisher ja nicht aufzeigen können. Oder wollen?
„Unwiderlegbare und unüberprüfbare Behauptungen können auch nicht widerlegt werden.“ Stimmt natürlich. Dieser Kommentar ist in den falschen Blog geraten. Den Hinweis auf angeblich wissenschaftliche Beweise gegen eine göttliche Entität hatte ich woanders gelesen.
„Was bringt der Glaube an einen nutzlosen Gott?“
1. Das war nicht das Thema! Es ging um die Frage der Existenz eines göttlichen Wesens.
2. Nur weil ich bisher noch keinen Nutzen entdeckt habe, bedeutet das nicht, daß es keinen gibt. Jede andere Position wäre einfach nur überheblich.
3. Deutlich formuliert: Was geht es einen Dritten an, ob mein Glaube in seinen Augen nutzlos ist? Solange ich nicht im Namen meines Glaubens versuche, seine Freiheit (, seinen Wohlstand …) zu beeinträchtigen, sollte ihm schei…-egal sein, ob und was ich glaube.
Daß es (zu) viele Atheisten gibt, die Gläubige über einen Kamm scheren, hatten wir ja auch hier schon gesehen. Stichwort „Evangelikale“. Das bringt mich dazu, daß ich auf den Hinweis des „nutzlosen Gottes“ nur noch mit der Frage antworten kann: Ist das nicht mein Problem? Außerdem geht es bei Glauben nicht um eine Kosten-Nutzen-Rechnung. „Was bringt der Glaube“ zeigt nur, daß der Fragende keine Ahnung vom Glauben hat.
#25 von Michael Merten am 28. Dezember 2012 - 16:57
Vergessen!
Danke für den Hinweis auf Dawkins. Können wir uns nicht auf seine 7er-Einteilung einigen? Meine Agnostiker passen exakt in seine Gruppe 4.
#26 von AMB am 28. Dezember 2012 - 19:16
@Michael Merten
Ja, einigen wir uns auf Dawkins. Dort ist mein „Blödsinn“ unter Punkt 2 und 3 zu finden. (Ich habe sie nur zusammengefasst.)
LOL 😆 Dawkins ist wie ich ein agnostischer Atheist!! Ich beschäftige mich mit Dawkins seit 5 Jahren, ich weiß wie er denkt, deshalb auch das Bildchen.
Klar ist das IHR Problem, aber die Frage war nicht, was bringt der Glaube an Gott, sondern was bringt der Glaube an einem nutzlosen Gott? Man könnte auch zur Schwerkraft beten, bringt aber nichts. Wer an ein Leben nach dem Tod glaubt, hat auch eine logische Kosten-Nutzen-Rechnung, außer bei Wischi-Waschi-Gläubigen die nicht an die biblische Hölle (gedacht für Sünder und Ungläubige laut Jesus) glauben.
Und wir Religionskritiker haben viel mehr Ahnung von Religion als der normale Gläubige, das ist studisch bewiesen.
Lassen wir es gut sein.
#27 von Michael Merten am 29. Dezember 2012 - 00:27
„Lassen wir es gut sein.“
Schade. Denn auf meine Frage, warum Agnostiker für Sie keine eigenständige Gruppe sind, habe ich bisher keine für mich nachvollziehbare Antwort gelesen.
Und noch kurz zwei Dinge:
Wenn die Formulierung „Ich habe keine Ahnung, ob Gott existiert, aber ich glaube (…) an seine Existenz.” kein Blödsinn ist, dann habe ich offensichtlich keine Ahnung von Logik.
Und was halten Sie von folgender Aussage: „He told the Archbishop of Canterbury, Dr Rowan Williams, that he preferred to call himself an agnostic rather than an atheist.“ Zitiert wird hier Richard Dawkins. Aber woher soll er denn wissen, ob er Atheist oder Agnostiker ist. Aber vielleicht ist Ihr Wissen einfach nur veraltet. Vor 5 Jahren sah er sich natürlich als Atheist.
Quelle: The Telegraph vom 24.2.2012