Schweiz: Piratenchef hält Religiöse für geisteskrank

Gott ist ein Tyrann und Religion eine Massenpsychose: Im Weltbild von Thomas Bruderer, Präsident der Piratenpartei, hat Glauben keinen Platz. Wenig hilfreich, finden Politikerkollegen.

(…)

Auch die Gläubigen nimmt der Chefpirat ins Visier. Wer die Bibel verteidige, sei moralisch am Boden – «egal ob er sie wörtlich oder nur im übertragenen Sinne interpretiert». In Anlehnung an Sigmund Freud bezeichnet Bruderer die Religion als Massenpsychose, die eigentlich behandelt werden müsste: «Ja, ich sehe Religion als eine Geisteskrankheit an.»

Weiterlesen:

[http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Piratenchef-haelt-Religioese-fuer-geisteskrank-16857727

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  1. #1 von Deus Ex Machina am 29. November 2012 - 17:07

    „Auch die Gläubigen nimmt der Chefpirat ins Visier. Wer die Bibel verteidige, sei moralisch am Boden – «egal ob er sie wörtlich oder nur im übertragenen Sinne interpretiert»“

    –> Sehe ich genauso. Schön, dass er so klar Profil zeigt. Schade, dass er nicht Pirat in Deutschland ist.

  2. #2 von Ezri am 29. November 2012 - 17:10

    Wo er recht hat, hat er recht…

  3. #3 von Perter Gering am 29. November 2012 - 17:34

    Natürlich hat er recht! – Fraglich nur, ob er mit dieser harschen Sprache nicht allzu viele vor den Kopf stößt.

    Andererseits: Provokation ist notwendig. Auf den groben Klotz Dummheit gehört auch ein grober Keil.

  4. #4 von AMB am 29. November 2012 - 17:38

    Natürlich ist man nicht verrückt, weil man gläubig ist. Aber man kann daran verrückt werden.

  5. #5 von deradmiral am 29. November 2012 - 18:12

    @AMB
    Verrückt sind Gläubige nur, wenn sie ihren Quatsch ernst nehmen.

  6. #6 von Ezri am 29. November 2012 - 18:19

    @AMB, in der Regel nehmen Gläubige ihren Quatsch ernst…

  7. #7 von Ezri am 29. November 2012 - 18:19

    err.. ich meinte den Admiral, sorry

  8. #8 von Skydaddy am 29. November 2012 - 18:23

    Der Spruch (sinngemäß) „Wenn einer Unsinn glaubt, nennt man ihn verrückt, wenn viele Unsinn glauben, nennt man das Religion“ hat sich allerdings mittlerweile etabliert.

    Der sagt genau das Gleiche.

  9. #9 von Randifan am 29. November 2012 - 19:06

    Wer von Außerirdischen und Geistern redet gilt als geisteskrank, wer von Jesus und Maria redet als religiös.

  10. #10 von Drawing Warrior am 29. November 2012 - 19:39

    Das kann ich mir lebhaft vorstellen, dass das die Politikerkollegen irritiert.
    So what?
    Ich bin auch jedesmal total irritiert, wenn ein Politiker anfängt über Gott zu schwafeln, von dem will ich Lösungsvorschläge für die Umwelt -und Energiefrage hören.
    Ich rate meinen Kunden ja auch nicht, wenn sie vom Öl als Brennstoff weg wollen zu einem Lagerfeuer im Wohnzimmer.
    Wir lösen unserer Problem mit den Werkzeugen des 21 Jahrhunderts und nicht mit Gott und seine schon ausgestorbenen Kollegen Zeus, Jupiter und Wotan aus der Bronzezeit.
    Schön, wenn mal einer sich traut, das so offen zu sagen.

  11. #11 von Uwe am 29. November 2012 - 20:57

    Sowas erfrischendes würde ich mir in unserem Land auch wünschen. Ich kann den Aufschrei in den Medien schon hören, sehe die Blöd-Schlagzeile schon vor meinem geistigen Auge. Welch süße Phantasie.

  12. #12 von Marcus am 30. November 2012 - 08:31

    Wir haben ja auch eine piratenpartei. Ich bin nicht so aufmerksam in den Medien sind unsere Piraten eigentlich wählbar?

  13. #13 von Rudolf Root am 30. November 2012 - 13:18

    @Marcus:
    Nein.
    Zu konfus, die Gesellen.
    Und wenn man Urheber ist, kann man ihre Positionen eigentlich ohnehin nur ablehnen (zumindest, wenn man von seiner Arbeit leben will).

  14. #14 von Elvenpath am 30. November 2012 - 18:01

    Bruderer beschreibt die Auswirkungen von Religionen schonungslos und korrekt.
    Ich halte Religiosität allerdings nicht für eine Geisteskrankheit, sonder als das Ergebnis einer Gehirnwäsche. Die Veranlagung ist in jedem Menschen evolutionsbedingt drin.
    Es ist die Konditionierung in der Kindheit, welche religiösen Glauben im Kopf verankert. Dazu muss es dem Kind nicht gewaltsam eingetrichtert werden. Es reicht schon, wenn die Erwachsenen von „Gott“ reden, als ob es wirklich so etwas geben würde. Die Selbstverständlichkeit wirkt auf die kindliche Psyche.

    Dass das Kind mit überwältigender Wahrscheinlichkeit die Religion der Eltern übernimmt ist ein klarer Beweis dafür.

  15. #15 von Noncredist am 30. November 2012 - 18:11

    Ich stimme Elvenpath zu. Religion – hier die religiöse Handlungen – halte ich eher für ein Mem, was von Hirn zu Hirn verpflanzt wird. Ein Gedanke, gepaart mit soziokulturellen Handlungen. Es war „vorteilshaft“, Korrelationen wie etwa eine gute Ernte und etwaigen abergläubischen Handlungen (Gebete, Tanz, Opferungen) in der Gruppe anzuerkennen und zu pflegen, dies hielt die Gemeinde zusammen. Auch heute unterscheiden sich Protestanten, Katholiken und Freichristen weniger durch „ihren Gott“, der bei allen drei mehr oder weniger der selbse sein soll, sondern durch die Akzeptanz der eigenen Vorstellungen über eine „bessere Gemeinschaft“. Ist das Oberhaupt nun ein lebender Mensch, oder eher das Wort? Soll man lieber bestimmte zusätzliche Heilige verehren, oder nur den einen Messias? Eine „Reform“ spaltet die eigene Gruppe und führt damit zwangsläufig zu einer Entzweiung. Sehr unvorteilshaft für das ursprüngliche Mem.

    Geisteskrankheit ist es IMHO ganz sicher nicht. Allerdings halte ich Religion keineswegs für die beste aller Möglichkeiten, um eine Gemeinschaft im modernem Zeitalter (Pluralismus, Menschenrechte, Freiheiten, …) zusammen zu halten. Sie ist archaisch, absolutistisch und damit der Stagnation preisgegeben. Sie kann keinen Fortschritt „über den Tellerrand hinaus“ bringen, weil dessen Grenzen vor langer langer Zeit schon vorgegeben wurden und – angeblich – nicht gebrochen werden dürfen.

  16. #16 von HAL am 30. November 2012 - 18:41

    Religion ist eine kollektive Wahnvorstellungen, nicht ungleich den realitätsfernen Unfug den man bei anderen Esoterikern findet. Jeder Beweis für die Existenz von Ufos, Erdstrahlen und Gottheiten steht noch aus, aber trotzdem finden sich Anhänger für diese Meme. Selbstverständlich spielt frühkindliche Indoktrinieren in deren fortwährenden Existenz eine sehr wichtige Rolle, aber vermutlich gibt es eine genetische Prädisponierung für Religiosität, Faktoren wie schlichte Dummheit, intellektuelle Faulheit und mangelnde Bildung sind gute Substrate für für diese Meme.