Streitfall Beschneidung – ARD „Gott und die Welt“

Die Fronten scheinen unversöhnlich: Der Rabbi erklärt, das Verbot der Beschneidung sei die schlimmste Grausamkeit gegen die Juden seit dem Holocaust. Der Kinderschutz-Bund spricht von einem weisen Entscheid zum Wohle von Tausenden von Jungen. Die junge jüdische Familie M. aus dem Rhein-Main-Gebiet droht, nach Israel auszuwandern, sollten sie ihren zukünftigen Stammhalter nicht legal hierzulande beschneiden lassen dürfen. Deutsche Muslime und die Islamverbände protestieren, die christlichen Kirchen auch.

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  1. #1 von Barkai am 15. Oktober 2012 - 14:34

    Die junge jüdische Familie M. aus dem Rhein-Main-Gebiet droht, nach Israel auszuwandern, (…)
    Gute Reise! Reisende soll man schliesslich nicht aufhalten.
    ihren zukünftigen Stammhalter nicht legal hierzulande beschneiden lassen dürfen
    „Stammhalter“?! Wir sind im 21. Jhd unserer Zeit, Maenner koennen auch den nachnamen aendern, wenn es ihnen gefaellt (sowie Frauen ihn auch behalten koennen). Ausserdem, wozu braucht man einen „Stammhalter“? Mir scheint, dass die junge juedische Familie sich zu noch dem ein oder anderen Thema Gedanken machen sollte.

    Der Rabbi erklärt, das Verbot der Beschneidung sei die schlimmste Grausamkeit gegen die Juden seit dem Holocaust. Herr Ehrenberg, ich nehme an, dass er gemeint ist, erzaehlt eine Menge, wenn der Tag lang ist

  2. #2 von Elvenpath am 15. Oktober 2012 - 15:56

    Hier noch ein mal ganz klar: Die Komplettbeschneidung (Periah) ist erst im 2ten Jahrhundert aufgekommen und ist eine reine Erfindung der Rabbiner (genau wie das Absaugen des Blutes mit dem Mund).
    Bis zu dem Zeitpunkt wurde lediglich die Spitze der Vorhaut abgetrennt. So hat es Abraham praktiziert und so wurde es über 1000 Jahre lang getan. Das ist historisches Fakt.
    Wenn ein Rabbiner, der die Geschichte des Judentums natürlich kennt, sagt, dass es keinen Kompromiss gibt, dann lügt er. Es wäre durchaus möglich wieder zur ursprünglichen Form der Beschneidung zurückzukehren. Und wenn man nur gezwungen ist, die Spitze abzuschneiden, kann man die Spitz sehr klein wählen. So klein, das es mit etwas Vereisungsspray kein Problem für den Säugling ist.
    Einem Kompromiss steht nicht die jüdische Religion im Weg, sondern ausschließlich die Rabbiner.

  3. #3 von Elvenpath am 15. Oktober 2012 - 15:58

  4. #4 von Netizen am 15. Oktober 2012 - 16:19

    Insbesondere die Aussagen der jüdischen Mütter sind absolut unerträglich. Ich bin bei einzelnen geneigt, völligen Realitätsverlust zu unterstellen. Ebenso die Unterscheidung des Rabbis zwischen deutschen und jüdischen Kindern. Es gibt keine jüdischen Kinder, ebensowenig wie es christliche oder muslimische Kinder gibt! Ein Kind ist ein Kind, und ein in Deutschland geborenes Kind ist ein deutsches Kind, Punkt. Erst durch religiöse Gehirnwäsche oder Verstümmelung wird daraus ein Angehöriger eines bestimmten Aberglaubens.

    Wenigstens die deutschen Ärzte scheinen bislang vernünftig genug zu sein, um ggf. auch ihre ausländischen Kollegen in die Schranken zu weisen und eine angebliche Vorhautverengung bei einem Säugling zu verneinen. Denn da bei praktisch jedem männlichen Säugling die Vorhaut verklebt ist, oftmals sogar über mehrere Jahre, wäre mit der Diagnose einer Phimose hier der Beschneidung unter dem Deckmantel der scheinbaren medizinischen Notwendigkeit wieder Tür und Tor geöffnet.

  5. #5 von Noch ein Fragender am 15. Oktober 2012 - 16:31

    Interessanterweise drohen nur die Juden mit Auswanderung …

  6. #6 von Noch ein Fragender am 15. Oktober 2012 - 16:41

    @ #3 Elvenpath

    Danke für den link:

    „Das Interessante daran ist allerdings, dass ein schon damals Jahrtausende altes Ritual durch rabbinischen Beschluss geändert werden konnte. Es konnte verschärft werden. Warum sollte es dann nicht möglich sein, es wieder zu entschärfen?“

  7. #7 von pufaxx am 15. Oktober 2012 - 16:46

    „Der Rabbi erklärt, das Verbot der Beschneidung sei die schlimmste Grausamkeit gegen die Juden seit dem Holocaust.“ – Nochmal zum Mitschreiben: Jemanden davon abzuhalten, eine Körperverletzung zu begehen, ist also fast so schlimm, wie dessen gesamte Sippe abzumurksen? Aaah, ja.

  8. #8 von blubb am 15. Oktober 2012 - 17:00

    @netizen

    es gibt auch keine „deutschen“ kinder.
    nationen sind auch nur gedankenkonstrukte. ein kind ist ein kind.

  9. #9 von Uwe am 15. Oktober 2012 - 17:00

    Den Rabbi sollte man mal ne Tour durch Auschwitz machen, da bliebe ihm sein Menschenverachtendes Geschwätz im Halse stecken. Diese Instrumentalisierung des Holocaust für jeden Furz der einem Juden nicht passt. Sollte genauso unter Strafe stehen wie dessen Leugnung.

  10. #10 von pufaxx am 15. Oktober 2012 - 17:29

    … grad gesehen: Sie findet es also „ein bisschen schräg, dass in einem Land, in dem vor 70 Jahre (blablabla) abgeschlachtet wurden, jetzt plötzlich (blablabla) Körperverletzung (blablabla) …“

    HALLO?! Früher hat man sie abgeschlachtet – inzwischen macht man sich über deren körperliche Unversehrtheit Gedanken. Was, bitteschön, ist denn „ein bisschen schräg“ daran, nach 70 Jahren mal aufzuwachen?

    (ich bin ein bisschen fassungslos …)

  11. #11 von Klaus Brückner am 15. Oktober 2012 - 18:51

    Für alle gilt das GG, die Verfassung und die Menschenrechte. Menschen, die sich dafür einsetzen als Antisemiten zu diffamieren, ist ungerecht und unanständig. Alle Religionen, auch die jüdische , müssen mit ihren Dogmen und Riten im 21. Jahrhundert auf den Prüfstand. Die Beschneidung ist ein
    barbarisches Ritual aus der Steinzeit, das umgehend abgeschaftt werden muß. Das mit dem Holocost zu vergleichen ist niederträchtig und völlig unangemessen.

    K.Brückner

  12. #12 von Willie am 15. Oktober 2012 - 20:58

    Es ist schon erstaunlich, wie die Fernsehanstalten so einen Fundi hoffieren. Wann haben die eigtl. das letzte Mal diesen bekñoppten Vogel oder sonst einen anderen Spinner so zu Wort kommen lassen?

  13. #13 von Ezri am 15. Oktober 2012 - 21:41

    @NeF: „Interessanterweise drohen nur die Juden mit Auswanderung …“ <—- das ist amximal eine Information aber mit Sicherheit keine Drohung 😉

  14. #14 von Ezri am 15. Oktober 2012 - 21:42

    ähhh… Korrektur: maximal

  15. #15 von Marcus am 15. Oktober 2012 - 22:18

    Warum ist nur in Deutschland eine Debatte darüber im Gang ist eine Verstümmelung in den anderen Euro Staaten keine rechtswidrige Handlung?

  16. #16 von Barkai am 15. Oktober 2012 - 22:44

    @Marcus,
    das stimmt ueberhaupt nicht.

    Norwegen denkt doch auch darueber nach, eine komikernation zu werden
    http://www.haaretz.com/jewish-world/jewish-world-news/replace-circumcision-with-symbolic-ritual-says-norwegian-children-s-watchdog-1.456443

    Schwedische Aerzte fordern nicht-med. beschneidung an minderjaehrigen zu verbieten
    [http://www.upi.com/Top_News/World-News/2012/02/19/Swedish-doctors-urge-ban-on-circumcision/UPI-61961329678560/]

    in den Niederlanden haben Aerzte (Jahre nachdem Ajan hirsi Ali es schon gefordert hat und sie war den Koelner richtern um einige Jahre voraus) dazu aufgefordert nicht-med Beschneidungen an Minderjaehrigen nciht mehr zuzulassen
    [http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-15486834]

    In Daenemark fuerchten einige juedische vertreter ein verbot der ncith-med. Beschneidung, aber ich habe nix daruerber ausserhalb der juedischen gemeinschaft in Daenemark gefunden
    [http://www.jta.org/news/article/2012/08/20/3104526/after-cologne-danish-jews-brace-for-fresh-attempts-to-ban-circumcision]

    In vorarlberg sollen vorerst staatliche Spitaeler Routine- und Ritualsbeschneidungen aussetzen. Das sagt zwar nix ueber private Aerzte oder Mohelim, aber koennte ein Indiz sein, dass es auch in oesterreich zu einer Debatte kommen koennte
    [http://www.reuters.com/article/2012/07/24/us-austria-circumcision-idUSBRE86N16720120724?feedType=RSS&feedName=healthNews&utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+reuters%2FhealthNews+%28Reuters+Health+News%29]

    wenigstens 2 Spitaeler in der schweiz weigern sich jetzt, nicht-med. Beschneidungen an kindern durchzufuehren
    [http://www.ijn.com/ijn-news/international/3312-swiss-follow-german-circumcision-ban]

    San Francisco County (ist zwar nicht in Eruopa, aber in den USA, wo beschneidung noch viel verbreiteter sit und deswegen um so erstaunlicher) hat ein Verbot der Rituellen und Routinebeschneidung von minderjaehrigen zur Abstimmung gestellt, sit aber leider ncith durchgekommen, das war im uebrigen bevor die koelner Richter das Urteil gesprochen haben
    [http://www.huffingtonpost.com/2011/05/18/san-francisco-circumcision-ban_n_863945.html]

    in tansania, Australien wird daruber nachgedacht, dass gesetz, was bislang eine beschneidung aus kulturellen und/oder religioesen gruenden erlaubte dahingehend zu aendern, dass es verbtoen wird, Minderjaehrige ohne med, notwendigkeit zu beschneiden
    [http://www.theaustralian.com.au/news/breaking-news/circumcision-ban-closer-in-tasmania/story-fn3dxiwe-1226455113178]
    Und der leitfaden zur beschneidung von jugen in Australien spricht bereits eine klare sprache, dass beschendiung fuer kinder sehr schmerzhaft ist und es keine Notwendigkeit gibt, diese routinemaessig durchzufuehren
    [http://www.circinfo.org/parents.html]

    ich kann mir nicht erkaleren, warum du der meinung bist, dass angeblich nur in Deutschland eine Debatte daruerb im Gang sein soll. – Zumal Hirsi ali in den niederlanden und die Bemuehung in San Francisco deutlich vor dem Koelner Urteil waren.

  17. #17 von Noch ein Fragender am 15. Oktober 2012 - 23:53

    @ #16 Barkai

    Hilfreicher Überblick über die weltweite Diskussion. Danke 🙂

  18. #18 von Marcus am 16. Oktober 2012 - 08:17

    Das wusste ich nicht cool danke. Dann stehen wir zumindest bald nicht mehr allein. Vielleicht müssen sie dann bald sagen Europa blamiert sich 😉

  19. #19 von Barkai am 16. Oktober 2012 - 09:11

    ohj,e mir fällt nur gerade auf, dass ich statt Tasmanien, australien, tansania geschrieben habe…. mea culpa

  20. #20 von Barkai am 17. Oktober 2012 - 21:46

    Norm-UK ist eine wohltätige Organisation im UK, die sich gegen Zwangsbeschneidung engagiert und auch vor einigen Jahren (2008) dazu aufgerufen hat, dass kinder nicht ohne med. Notwendigkeit beschnitten werden sollten.
    http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/04/circumcision.religion?INTCMP=ILCNETTXT3487
    und eine weiterer britischer beitrag aus dem jahr 2011 zum thema [http://www.guardian.co.uk/science/the-lay-scientist/2011/dec/06/1] und schon da wurde anvgeregt, dass die beschneidung Minderjähriger Genitalverstümmelung genannt werden sollte.

  21. #21 von Barkai am 17. Oktober 2012 - 23:32

    und Penn & Teller haben eine Bullshit!-Ausgabe zur Beschneidung
    http://www.liveleak.com/view?i=416_1218124584