Kinderarzt kritisiert Beschneidung

Der Chef des Kinderärzteverbands sieht mehrere Widersprüche im Beschneidungsgesetz. Mängel bestünden vor allem in der Schmerzbehandlung.

(…)

Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, darf ein Kind nicht beschnitten werden, so der Entwurf. Was heißt das?

Das ist auch ein Widerspruch: Wenn man dem Kind Schmerz zufügt, verletzt man das Kindeswohl. Die frische Wunde landet in einer Windel voll Urin und Kot, oft ist eine Entzündung die Folge. In den USA sterben jährlich etwa hundert Kinder an den Folgen der Beschneidung.

Weiterlesen:

[http://taz.de/Kinderarzt-kritisiert-Beschneidung/!103381/

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  1. #1 von Ezri am 14. Oktober 2012 - 11:40

    Was ich auch dann und wann geschrieben habe. Nicht nur der Akt der Beschneidung selber ist schmerzhaft, sondern auch die direkten Folgen.

  2. #2 von Deus Ex Machina am 14. Oktober 2012 - 12:33

    „In den USA sterben jährlich etwa hundert Kinder an den Folgen der Beschneidung.“

    –> Ja, das sind die Folgen eines „biologisch eher harmlosen Eingriffs“, wie es so eine Hohlbirne in einer Meldung vor 1-2 Wochen hier doch nannte.

  3. #3 von AMB am 14. Oktober 2012 - 12:48

    In den USA sterben jährlich etwa hundert Kinder an den Folgen der Beschneidung.

    Nicht mal das kann Gott verhindern.

  4. #4 von Barkai am 14. Oktober 2012 - 19:14

    Er wird so nicht bleiben. SPD und Grüne denken offenbar nach. Falls der Entwurf so in Bundestag und Bundesrat durchgeht, werden Verfassungsjuristen klagen, und wir würden uns dem anschließen
    wollen wir hoffen, dass das Gesetz so nicht in kraft tritt, egal, wie es gestoppt wird.

  5. #5 von Noch ein Fragender am 14. Oktober 2012 - 19:47

    Mir war bisher auch nicht bekannt, dass Vorhäute eine begehrte Organspende sind:

    “ amputierte Knaben­vorhäute sind stark begehrtes Roh­material für die Herstellung von Kunst­haut­produkten, die für die Behandlung schwer­heilender chronischer Wunden (aufgrund Blutgefäß­erkrankungen, Druck­einwirkungen oder Diabetes) von Bedeutung sind. Eine Verwendung solcher Produkte entlastet die Kranken­kassen finanziell und hilft, manchen Diabetikerfuß vor der Amputation zu bewahren.“

    http://hpd.de/node/14116?page=0,1

  6. #6 von Barkai am 14. Oktober 2012 - 20:01

    @NeF
    wird auch verwendet, um Brandopfern ein paar flicken aufzunähen. Aber so viele Vorhäute gibt es dafür in Deutschland (und Europa) nicht, glaube ich. Da muss auch von sosnt irgendwo noch Material herkommen.

  7. #7 von Barkai am 14. Oktober 2012 - 20:59

    hier ist ein Beitrag von Golandsky (säkulär oder liberal), die die Brit am Baby auch kritisch sieht. Sie argumentiert allerdings nicht medizinisch, sondern aus einer innerjüdischen Perspektive und stellt die Frage inwieweit die brit durch die Tabuisierung von Kindesmissbrauch getragen wird.
    http://www.hagalil.com/bet-debora/journal/tabu.htm

  8. #8 von petebrosman am 14. Oktober 2012 - 21:50

    Die neuste Folge von „Es werde Lich “ beschäftigt sich mit dem Thema Beschneidung. Im Vergleich zu anderen Sendungen zu diesem Thema ist die Auswahl der Gäste gelungen.

    „Dr, Jérôme Segal: Wissenschaftshistoriker und jüdischer Beschneidungsgegner, der bekennende Atheist und Humanist ist Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde und engagiert sich unter anderem gegen Antisemitismus und Rassismus.

    DDr. Christian Kratzik: Urologe in eigener Praxis sowie Oberarzt am AKH Wien und in etlichen Privatspitälern tätig, er ist außerdem promovierter Jurist und führt Zirkumzisionen mit medizinischer Indikation durch.

    Mag. Mario. R. Lackner: Der Dipl. Sexualpädagoge und Sexualberater ist in seiner Beratungspraxis mit Betroffenen und Eltern konfrontiert und kennt die Probleme, die manche mit der Beschneidung bzw ihren Folgen haben.“