Juden: Auszug aus Europa

Für Europas Juden wird es zunehmend ungemütlich. Verlassen also mehr und mehr den Kontinent, um im Gelobten Land ihr Heil zu suchen? Stimmt die Theorie vom europäischen Exodus?

(…)

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben zum Beispiel 54 Italiener ihre Koffer gepackt und sind gen Zion gezogen, während es im Vorjahreszeitraum nur 17 waren. 50 Deutsche haben Alija gemacht, 13 mehr als in den ersten Monaten von 2011. In Skandinavien haben sich die Zahlen verdoppelt – von 10 auf 20. In Großbritannien ist eine Zunahme um 30 Prozent zu verzeichnen, in Frankreich sind es 13 Prozent mehr, in den Niederlanden 43 Prozent. Insgesamt sind in Europa die Zahlen um 20 Prozent angestiegen.

Weiterlesen:

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/13819

  1. #1 von Obelisk am 26. August 2012 - 11:21

    Ohje, das sind ja erschreckende Zahlen! …und die letzten Angaben in Prozent! 13 Prozent mehr in Frankreich – wieviele Leute sind das? Sechs? Tatsächlich… Europa ist judenfeindlich *facepalm*

  2. #2 von AMB am 26. August 2012 - 11:22

    Es leben in Europa ca. 2 Millionen Juden, davon wandern höchsten ein paar Hundert aus. Ein Exodus ist das nicht.

  3. #3 von Sheldon Lee Cooper am 26. August 2012 - 12:44

    Und jetzt mal etwas ganz anderes: Warum ziehen so viele Israelis nach Deutschland?

    Thousands of Israelis, among them many artists, have chosen to live in Berlin because of its relaxed atmosphere and relatively low cost of living, even if it means living in a country with a fraught history.

  4. #4 von Uwe am 26. August 2012 - 18:02

    Wenn das so weitergeht, werden Juden aus Europa verschwunden sein, sobald es keine Religion mehr gibt.

  5. #5 von Rumpelstilzchen am 27. August 2012 - 09:04

    Aus solchen lächerlichen Zahlen eine Statistik zu konstruieren, ist schon aberwitzig: dagegen erscheint mir der Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Störche und sinkender Geburtenrate doch wesentlich signifikanter.

  6. #6 von andreas p am 27. August 2012 - 09:15

    Bemerkenswert ist, dass die Auswanderer weitgehend auf ihre „jüdische Identität“ reduziert werden. Am Rande wird zwar erwähnt, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise in den betreffenden Ländern auch eine Rolle spielen könnte – aber das war’s dann auch. Zu den Zahlen fehlt jeglicher Zusammenhang.

    Wie sieht die allgemeine Auswanderungsquote aus, bei allen Menschen der betreffenden Länder? Welchen Einfluss haben die Berufe der Betroffenen, usw.? Haben sich vielleicht gar nicht so sehr die Wanderungszahlen, sondern die Ziele verändert – etwa, weil’s in klassischen Auswandererländern wie den USA derzeit wirtschaftlich mau aussieht?

    Usw., usw. – seltsame Stimmungsmache, wenig Information.

  7. #7 von Barkai am 28. August 2012 - 23:47

    GB gilt neben bsplw den USA und Israel als sehr judenfreundliches Land mit guter „jüdischer infrastruktur“. In absoluten Zahlen leben noch immer mehr Juden in GB als in Israel, das macht platz 2 für die absolute Zahl an jüdischen Menschen im land (nur in den USA leben noch mehr juden).
    Und von den 4 jüdischen Verbänden hat noch kein Vertreter eine signifikante Zunahme an Judenfeindlichkeit in GB beklagt. Ich sehe hier, wie juden sich mit Kippa frei und ungezwungen in den Städten bewegen, das ist ein starker kontrast zu bsplw. Norwegen, wo Vertreter des jüdischen verbandes gewarnt haben, sich nciht mit typischen Symbolen in der Öffentlichkeit sehen zu lassen, aus Angst vor Übergriffen.

    Es scheint eher so zu sein, als ob der Zentralrat sich einen Exodus herbeifantasieren muss, um der drohung Graumanns (dass „die juden“ Deutschland verlassen müssen, wenn brit an Kleinstkindern nicht erlaubt werden sollte) die nötige Autorität zu verleihen.