Resozialisierungsplan: Ex-Frau von Marc Dutroux darf ins Kloster

Michelle Martin soll vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden und in ein Kloster ziehen. Familien der getöteten Mädchen reagierten entsetzt.

(…)

Martin, dreifache Mutter, war umfangreich an seinen Taten beteiligt und wurde wegen Gefangennahme der Mädchen verurteilt. Vor allem wurde ihr zur Last gelegt, dass sie zwei der Opfer in einem Kellerverlies verhungern ließ, während Dutroux wegen eines anderen Deliktes in Untersuchungshaft saß. Im Prozess hatte sie immer betont, aus Angst nicht in das Verlies gegangen zu sein, um den dort gefangen gehaltenen Mädchen etwas zu Essen zu bringen. Sie sei unfähig gewesen, ihrem Mann zu widersprechen. In der Haft wurde sie nach Angaben ihrer Anwälte tief religiös.

Weiterlesen:

http://www.abendblatt.de/vermischtes/article2356043/Dutroux-Ex-Frau-darf-aus-Gefaengnis-ins-Kloster-ziehen.html

  1. #1 von barkai am 31. Juli 2012 - 22:08

    vllt haben ja die sympathsichen irischen Nonnen, bei denen der erhabliche Verdacht besteht, dass sie Tötungsdelikte an Schützlingen verübt haben, noch ein Plätchen frei.

  2. #2 von Ezri am 31. Juli 2012 - 23:49

    Das ist der Tritt in die Fresse der Angehörigen der Opfer

  3. #3 von Friedensgrenze am 1. August 2012 - 00:00

    Da zieht die gute Frau zu ihrer Kundschaft

  4. #4 von Andreas P am 1. August 2012 - 03:39

    „Sie sei unfähig gewesen, ihrem Mann zu widersprechen. In der Haft wurde sie nach Angaben ihrer Anwälte tief religiös.“

    Den Abrahamskomplex scheint sie schon vorher gehabt zu haben – von einem blinden Gehorsam zum Nächsten. 😛

  5. #5 von Argus7 am 1. August 2012 - 09:21

    Mitleid habe ich auch…! Allerdings nur mit den Opfern und deren Eltern.

  6. #6 von Bundesbedenkenträger am 1. August 2012 - 11:07

    Vergebung scheint die Sache der Atheisten nicht zu sein. Die Frau soll wohl lebenslang bestraft werden und sich nicht mehr freuen dürfen in ihrem Leben, und als „Argument“ werden die Gefühle der Opfer gebracht. Freilich spielen die eine Rolle, aber die Frau hat ihre Strafe gegkriegt und sollte das Recht auf einen Neuanfang haben. Alles andere wäre gnadenlos (und sicherlich nicht human, von wegen Humanismus und so). Ob sie diesen Neuanfang nun im Kloster beginnt oder in der gbs sollte ihr selbst überlassen sein.

  7. #7 von Deus Ex Machina am 1. August 2012 - 11:48

    „Die Frau soll wohl lebenslang bestraft werden und sich nicht mehr freuen dürfen in ihrem Leben, “

    –> Bei Beihilfe zum 4fachen Mord wohl das mindeste!
    Da sterben 4 Mädchen ein furchtbaren Tod, zwei weitere konnten befreit werden, nachdem sie vergewaltigt worden und BBT macht sich Gedanken um die Freude einer Frau, die DAS ALLES HÄTTE VERHINDERN KÖNNEN.
    Mich kotzt diese Täterfixierung der einfach an!

    „aber die Frau hat ihre Strafe gegkriegt und sollte das Recht auf einen Neuanfang haben.“

    –> Nein, hat sie noch nicht! Sie bislang nur 16 Jahre von 30 Jahren Haft abgesessen! DAS ist ihre Strafe. Welche Möglichkeit auf Neuanfang haben denn die (überlebenden) Opfer und deren Familen?

    Aber bitte, lassen wir jeden Strolch doch wieder frei!

  8. #8 von Coen am 1. August 2012 - 11:53

    Ich unterstelle BBT einfach mal, dass er (wie so oft) keinerlei Ahnung vom Thema hat. Als Einstig: http://de.wikipedia.org/wiki/Dutroux (bitte aufmerksam lesen, auch wenn es dir vielleicht schwer fällt)

    „Zwei von ihm entführte achtjährige Mädchen verhungerten eingesperrt, während er im Gefängnis war.“ Rate mal, wer wußte wo die Mädchen sind und zu dieser Zeit noch auf freiem Fuss war. Und steht in deinem Märchenbuch nicht auch was von Auge um Auge? (Die alten Gesetze müssen doch eingehalten werden, sagt auch jemand später in dem Wälzer)ALos von daher ist das heutige Rechtsystem ein bisschen fortschrittlicher, als deine spät-bronzezeitlichen Fantasyfiguren.

  9. #9 von nishi am 1. August 2012 - 12:09

    @ BBT

    Erspar uns bitte deine Vergebung um jeden Preis gegen jede Vernunft. Sie hat ihre Strafe nicht abgesessen und nach ihrer abscheulichen Tat hat gewisse Rechte einfach verwirkt.

  10. #10 von Ezri am 1. August 2012 - 12:30

    Ich kann ne Menge Dinge verzeihen, aber nicht alles und ich würde sagen, daß das für alle Menschen gilt, ob Religioten oder Atheisten.

  11. #11 von Wacke am 1. August 2012 - 12:42

    Bevor das hier zum BBT-Bashing verkommt, sollten doch mal alle einen Gang runter schalten und populistische Töne überdenken. Wer von uns möchte denn entscheiden, was eine „gerechte“ Strafe für so eine Tat ist? Sollten Holmes und Breivik im Gefängnis verrotten? Wird das den Opfern von Gewalt gerecht? Dient es den Opfern, das merkwürdige Konstrukt der „christlichen Vergebung“ oder „Gnade“ (wird ja auch eh nur nach Gutdünken eingesetzt) dann mit „hat gewisse Rechte einfach verwirkt“ zu kontern? Welche Rechte denn? Verbriefte Bürgerrechte?

    Wenn wir weiter auf diesem Niveau diskutieren, werden hier noch die alten Willensfreiheitsargumente raus geholt. Dann schießen wir uns herrlich ins Bein. Kühlt mal Eure Emotionen runter und beschäftigt Euch wirklich mal mit juristischen Prinzipien. Diese fußen heute nicht mehr auf Rache und Abschreckung, sondern auf Rechtsfrieden und Interessenausgleich. Im Moment möchte ich auf jeden Fall nicht, dass einige von uns hier mal Richter werden.

    Bitte antwortet einmal auf die Frage:
    Welche Alternativen hatte Frau Dutroux zum Tatzeitpunkt wirklich?

    Klar, sie hätte jederzeit ihren Mann anzeigen können, die Kinder frei lassen, sie hätte ihren Mann sogar umbringen können. Sogar sollen.

    Aber wer schließt hier den von „Sollen“ auf „Sein“?

  12. #12 von holey spirit am 1. August 2012 - 13:17

    ad Wacke
    dito

  13. #13 von Ezri am 1. August 2012 - 13:46

    @Wacke, die Dame ist Mittäterin und da man wohl nicht von Sollen auf Sein schließen soll, ist sie es dann wohl, denn sie hat ja nicht.
    Es geht hier aber nicht nur um diese Dame, es geht um die Angehörigen der Opfer und deren psychische Gesundheit.
    Wie mag es sich wohl anfühlen für einen Angehörigen, zu wissen daß die Mittäterin die Gefängniszelle gegen ein Leben in Freiheit leben darf (Kloster ist ja kein Gefängnis, da kann man kommen und gehen wie man will)?
    Aus Sicht der Angehörigen völlig unbelastet, während sie selber nach wie vor traumatisiert sind.

  14. #14 von Wacke am 1. August 2012 - 14:13

    @Ezri
    Meinst Du, dass die Angehörigen wirklich besser leben und sie vor allem eine bessere psychische Gesundheit aufweisen, wenn die Täterin hinter Gittern ist?

    Ich denke nicht, dass da wirklich ein zwingender und beständiger Zusammenhahng besteht. Hohe Strafe des Täters = bessere psychische Gesundheit der Opfer und deren Angehörige. Ich bezweifle das auch ganz stark, nach dem, was wir alles über „Schuld“ und Resozialisierung und Verantwortung wissen.

    Es geht immer um zwei Dinge.
    Die Verantwortung eines Täters vor der Gesellschaft.
    Und die Verantwortung der Gesellschaft für die Opfer und deren Angehörigen.

    Das läuft ja z.B. bei den Missbrauchsskandalen auch schief.

  15. #15 von pufaxx am 1. August 2012 - 15:29

    … ich denke, man muss schon in höchstem Maße psychisch geschädigt und abhängig sein, um bei so etwas überhaupt Mittäter werden zu können. Allerdings ist für eine „Resozialisierung“ einer solchen Person meiner Meinung nach ein Kloster nicht der richtige Platz – dafür gibt’s geschlossene Einrichtungen. Und DAS regt mich auf.

    „In der Haft wurde sie nach Angaben ihrer Anwälte tief religiös“ – Hallo?! „Tief religiös“ sind auch Selbstmordattentäter.

    „Nach Angaben ihrer Anwälte“ – Hallo? Wie wäre es denn mit Angaben medizinischer und psychiatrischer Gutachter? Ein positives psychosoziales Gutachten hat sie immerhin schon. Ich würde halt gern wissen, wer so etwas erstellen darf.

    Wie dem auch sei – Nach belgischem Recht ist die Vorgehensweise wohl absolut korrekt, denn „In Belgien können Straftäter nach dem Absitzen eines Drittels ihrer Haftstrafe die Freilassung beantragen, müssen aber bestimmte Bedingungen erfüllen.“

    „Alles, was ihr bleibt, ist zu sühnen“ – Richtig. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man in einer geschlossenen Einrichtung deutlich mehr Spaß hat, als in einem Kloster. Im Kloster sieht es wohl mit Kunst- und Bewegungstherapie, Achtsamkeitstraining, Mahlzeiten-nicht-selbst-kochen-müssen, Nix-selbst-putzen ziemlich mau aus.

    Also, da kann man echt mal den Ton ein bisschen entschärfen.

    @Ezri: „Kloster ist ja kein Gefängnis, da kann man kommen und gehen wie man will“ – Stimmt sicher. Aber ich glaube kaum, dass DIE sich im Rahmen ihrer Resozialisierung und überhaupt jemals wieder gerne irgendwo blicken lassen möchte.

    @Wacke: sehe ich auch so.
    @BBT: sehe ich beinahe so – bis auf „die Frau hat ihre Strafe gegkriegt“ – Noch nicht. Die „Resozialisierung“ heißt zwar nicht so, ist aber doch irgendwie ein Teil davon. „Ob sie diesen Neuanfang nun im Kloster beginnt oder in der gbs sollte ihr selbst überlassen sein.“ – Jaja, ich weiß, das hast Du nicht ganz ernst gemeint.

  16. #16 von Ezri am 1. August 2012 - 16:15

    @Wacke, ich bin mir nicht so ganz sicher. Dazu müßte man Psychologen und Psychiater befragen.
    Es kann für die Angehörigen der Opfer durchaus ein unterträglicher Gedanke sein, daß diese Person nun wieder „frei“ sein soll, denn ihre Opfer bzw. deren Angehörigen haben lebenslänglich. Und Gedanken können wirklich unerträglich (im Sinne des Wortes) sein, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

  17. #17 von pufaxx am 1. August 2012 - 16:50

    @Wacke & Ezri: Ja, das ist so ein Ding mit der psychischen Gesundheit der Opfer und ihren Angehörigen. Bisschen gewagt, aber ich schätze, dass die überlebenden Opfer vermutlich sogar weniger unter dieser für uns auf-den-ersten-Blick unangebracht „gnädigen“ Gerichtsentscheidung zu leiden haben, als deren Angehörige (und natürlich insbesondere die Angehörigen der Toten).

    Denn die Sicherheit „DIE tut NIEMANDEM mehr etwas“ scheint ja schon gegeben zu sein. Das tröstet aber (wenn überhaupt) die Opfer ein bisschen. Für die Angehörigen reicht das mit Sicherheit nicht. Von mir weiß ich, dass ich deutlich weniger Probleme damit hab, wenn MIR irgendein Mist passiert, als wenn’s einen meiner Lieben trifft. Und dann auch noch das eigene Kind? Und nicht bloß geärgert worden, beklaut o.ä. – nein, auch noch gleich SOWAS?

    Ich bin mir jedenfalls sicher, dass das auch für mich ein buchstäblich „unerträglicher“ Gedanke wäre.

    Aber deshalb die in Belgien gültige Rechtsprechung aushebeln, bloß weil jemand etwas „unerträglich“ findet? Geht nicht. Es gibt einfach viel zu viele Dinge, die irgendwer irgendwie „unerträglich“ findet – Da gilt dann „gleiches Recht für alle“. Auch für Michelle Martin.

  18. #18 von Andreas P am 1. August 2012 - 20:53

    Ausgerechnet BBT wieder, der immer auf 200 Jahre altes „Unrecht“ abhebt, wenn es um staatliche Kirchenbeschenkungen geht… gut, Balken und Splitter, wie gehabt. 🙂

    Mein Problem ist ein anderes: Wäre die Frau in der Haft „zutiefst atheistisch“ geworden, hätte sich also zu verantwortlichem Handeln umerzogen statt ihren Hang zu blindem Gehorsam einfach nur an eine neue Instanz weiterzureichen – wäre sie dann auch vorzeitig entlassen worden?

    Dem Artikel nach scheint ihre Ankündigung, ins Kloster zu gehen, ihre Haftzeitverkürzung maßgeblich beeinflusst zu haben. Genau da liegt das Politikum: (Angebliche oder tatsächliche) Religiösität führt zu Ungleichheit vor dem Gesetz – in D ja nun nichts neues, sondern ein Dauerproblem in vielen Bereichen.

    Maßgeblich für Haftzeit und -bedingungen können IMHO nur die üblichen Argumente sein – Abschreckung durch unzweideutige Sanktion bestimmter Handlungen, Prävention weiterer Taten, Resozialisierung, etc. kurz: Wenn die Frau absehbar keine Gefahr für andere mehr darstellt, ist (Re-?)Sozialisierung und Integration in die halbwegs zivilisierte Gesellschaft das wohl sinnigste und daher angemessene. Die Frau hat ihre Strafe verdient, nach allem, was ich dazu mitbekommen habe, sie hat sie zum Teil abgesessen, – aber ob der Teil angemessen war oder nicht, darf schlicht nicht an ihrer (angeblich neu entdeckten) Religiösität festgemacht werden.

    Der christlichen Haltung, derzufolge alles bei ein bisschen Reue voll und ganz zu verzeihen ist, außer mit ewiger Hölle sanktionierter Gottlosigkeit natürlich, kann ich dagegen nichts abgewinnen. Schlechtes Handeln bestraft sehen zu wollen, gutes belohnt sehen zu wollen, das gehört zur moralischen Grundausstattung des Menschen, und es ist nicht seine schlechteste Seite.

    (Auch wenn Kirchenleute immer sehr schnell mit Forderungen nach Verzeihen und Vergessen sind, wenn es um die eigene Vergangenheit und die daraus noch heute erwachsenden Profite geht.)

  19. #19 von Andreas P am 1. August 2012 - 21:07

    @Wacke: Rache und Abschreckung sind nur schöner verklausuliert, letztlich stecken sie noch immer hinter dem Recht.

    „Interessenausgleich“ und „Rechtsfrieden“ haben mehr mit Zivilrecht zu tun. Beim Strafrecht geht es eben nicht nur um die Herstellung eines status quo ante, sondern eben auch um eine spürbare Sanktion. Haft- und Geldstrafen gehen halt nicht an den Geschädigten – bei Mord eh etwas schwierig -, sondern letztlich zugunsten der geschädigten abstrakten Rechtsgemeinschaft (das ist nicht ganz korrekt formuliert). Man kann das alles antiseptisch formulieren, aber letztlich haben Menschen ein intuitives Gerechtigkeitsempfinden und sind bereit, Leute, die sich nicht an die Spielregeln halten, auch dann zu bestrafen, wenn es sie mehr kostet als es einbringt. Eine kooperative Spezies kann letztlich auch nicht anders funktionieren als dadurch, dass sie „free riders“, Schnorrer, usw. sanktioniert. Dazu gehören auch schon sowas wie Beschämen und Ansehensverlust – Teile unseres nicht-formalen, aber letztlich mindestens genauso wichtigen Alltags-Systems zur Aufrechterhaltung einer kooperativen Gesellschaft.

    Wie gesagt, man kann das alles rechtsphilosophisch verbrämen – aber letztlich lügt man sich damit selbst etwas in die Tasche. Würden Menschen keine moralische Empörung kennen, kein Rachebedürfnis, usw., gäb’s kein Strafrechtssystem.

  20. #20 von pufaxx am 1. August 2012 - 21:22

    @Andreas P: Da haben wir das gleiche Problem … Du – Mein Problem ist ein anderes: Wäre die Frau in der Haft “zutiefst atheistisch” geworden, hätte sich also zu verantwortlichem Handeln umerzogen statt ihren Hang zu blindem Gehorsam einfach nur an eine neue Instanz weiterzureichen – wäre sie dann auch vorzeitig entlassen worden?“ Ich – “In der Haft wurde sie nach Angaben ihrer Anwälte tief religiös” – Hallo?! “Tief religiös” sind auch Selbstmordattentäter. –> Irgendwie kann’s doch nicht sein, dass ein bisschen Jesu-Jesu-Bonga-Bonga-Gejaule einen per se als „Gebessert“ hinstellt?

  21. #21 von Mreins am 1. August 2012 - 21:33

    Sorry aber meine Wut muss ich jetzt mal so rauslassen:
    Kinderficker-Sekte resozialisiert Kinderfickerhelfer

  22. #22 von pufaxx am 1. August 2012 - 21:47

    @Mreins: Ja, das ist natürlich besonders pikant.

    Andererseits schätze ich, dass die Dame eh nie wieder „resozialisiert“ wird. Chancenlos, jeder kennt ihr Gesicht. Und da ist ein Kloster für den Steuerzahler sicherlich billiger, als eine geschlossene Einrichtung mit ausgebildetem Fachpersonal. Und als „Werbeträger“ bringt sie bestimmt auch noch so Einiges an Austritten.

  23. #23 von Randifan am 1. August 2012 - 21:56

    Eigentlich müsste diese Frau genauso lange sitzen, wie ihr Mann, aber Dank der besonderen irrationalen Rücksichtnahme auf Frauen, kommt sie frei.

  24. #24 von Mreins am 1. August 2012 - 22:15

    @pufaxx
    Das ist nicht nur pikant. Das ist ein Skandal!

  25. #25 von pufaxx am 1. August 2012 - 22:25

    @Mreins: Finde ich auch ein bisschen. Ich fände es aber skandalöser, wenn für diese Belgierin ein anderes Recht gelten würde, als für andere Belgierinnen. „Mein persönlicher“ Skandal geht da los, wo man „religiös“ mit „gut“ gleichsetzt. Natürlich ist es nie verkehrt, über die Vergangenheit nachzudenken. Aber dass man mit Jesu-Jesu-Bonga-Bonga gleich so gut wie gewonnen hat, ist eine Sauerei. Nachzulesen in gut 2.000 Jahren europäischer Geschichte.

  26. #26 von Andreas P am 1. August 2012 - 22:30

    @Pufaxx: Wir sehen uns einig.

    – Allerdings: Hamburger Abendpost, welche Gründe in diesem Fall nun genau zur Entlassung führten, sei mal dahingestellt. In den USA ist demonstratives Herumfrömmeln bei Gefangenen so oft zu beobachten, dass man wohl von handfesten Vorteilen ausgehen darf. Für D wären Zahlen interessant… hat die wer?

    – Umgekehrt wär’s sinnvoller: Wenn ein straffällig gewordener Religionsfunktionär in der Haft vom Glauben abfällt, das System von (unvermeidbarer, also unverschuldeter) Sündigkeit und Gottesgnade hinter sich lässt, und stattdessen wie die meisten Atheisten in Begriffen wie eigene Entscheidung, Verantwortung, Wiedergutmachung gegenüber dem Betroffenen statt kostengünstiger Absolution durch einen gänzlich Unbeteiligten denkt – da wäre doch weit mehr von einem Fortschritt auszugehen und folglich frühere Entlassung sinnvoll.

    Ich denke, würde so auch nur in einem Fall argumentiert werden, der Fall würde über Wochen Schlagzeilen machen. Umgekehrt ist’s aber anscheinend ganz selbstverständlich…

  27. #27 von M.G. am 2. August 2012 - 11:30

    Erst schwere Gewalttäterin gewesen und dann keusch wie eine Kirchenmaus.
    Sie sollte genauso,wie andere Sexual-und Gewaltstraftäter Führungsaufsicht mit Fußfesseln bekommen.

  28. #28 von Bundesbedenkenträger am 2. August 2012 - 11:34

    Ach, krieg ich das mitm HTML mal wieder nicht hin? Dann eben der Link:

  29. #29 von rkinck am 2. August 2012 - 12:24

    Der Comic gibt keinen Sinn, den die Eigenschaften beider Orte sind zumindest injektiv.
    Biologischer Anbau -> Klostergarten
    Schwingungskristallzentrum -> Hostientransformationsaltar
    Graswurzelgazette –> Pfarrblatt

    Mein Kritikpunkt an dem Fall ist ein anderer. Das hier zu beobachtende Phänomen tritt auch bei Aussteigern aus Kulten und Sekten zutage. Abhängigkeit und Unterwerfung waren Zentrale Bestandteile des Lebens. Anstatt jedoch die neu gewonnene Freiheit auszukosten und Eigenverantwortung zu übernehmen gehen diese oft, wenn auch in milderer Form, neue Abhängigkeiten (andere Glaubensgemeinschaft, Militär usw.) ein. Genau das macht auch diese Frau. Sie hat sich weg von ihrer Unterwürfigkeit ihrem Mann gegenüber in eine neue Abhängigkeit begeben. Der Gefängnissaufenthalt hat, in meinen Augen, daher als Korrektivmaßnahme versagt denn eine Veränderung hat nicht stattgefunden.
    Ob ihre neugefundene strenge Religiosität als strafmildernder Grund angesehen wurde kann ich nicht beurteilen. Dazu kenne ich die Situation in Belgien zu wenig. Wundern würde es mich allerding nicht. Noch immer werden Eigenschaften wie religiös bzw. gläubig von manchen als synonym für gut und tugendhaft angesehen.

  30. #30 von Wolfgang am 2. August 2012 - 12:36

    Na da isse doch unter Gleichgesinnten gut aufgehoben….

  31. #31 von AMB am 2. August 2012 - 12:39

    @bbt

    Dumm nur, dass dein Comic nichts mit der Realität zu tun hat. Als würden sich die Leute nicht aufregen, wenn sie in eine „Rainbow-Ranch“ kommen würde.

  32. #32 von bundesbedenkentraeger am 3. August 2012 - 11:21

    „dass dein Comic nichts mit der Realität zu tun hat“
    Ist nicht mein Comic. Das stammt vom Herrn Alipius, aus der Reihe „Schwester Robusta„. Mna kann ja nicht immer nur Jesus & Mo lesen…

    „Als würden sich die Leute nicht aufregen, wenn sie in eine “Rainbow-Ranch” kommen würde.“
    Na, Sprüche wie „Da zieht die gute Frau zu ihrer Kundschaft“ oder „von einem blinden Gehorsam zum Nächsten. :P“ oder auch „sympathsichen irischen Nonnen, bei denen der erhabliche Verdacht besteht, dass sie Tötungsdelikte an Schützlingen verübt haben, noch ein Plätchen frei“ wären da wohl nicht gekommen.

  33. #33 von Bundesbedenkenträger am 3. August 2012 - 12:07

    Bis mein anderer Kommentar freigeschaltet wird, hier noch ein Hinweis auf einen sehr guten Kommentar vom Herrn Alipius:

    http://blog.derherralipius.com/2012/08/ekelerregend.html

  34. #34 von barkai am 4. August 2012 - 01:53

    @BBT
    so ein Spruch wäre gekommen, wenn die für die rainbow ranch verantwortlichen Behörden auch von Tötungsdelikten, verübt durch die oder einige betreiber/bewohner der Ranch, ausgehen müssten.

    Desweiteren, selbst wenn die frau sich gebessert haben sollte, ist es doch zweifelhaft, ob sie in einer Insitution gut aufgehoben ist, die Kindesmissbrauch hinunter spielt [http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-13089763], deren mutmaßliche Straftäter in den eigenen reihen mehrheitlich nicht strafrechtlich verfolgt wurden [http://news.brisbanetimes.com.au/breaking-news-world/scant-followup-of-belgium-priest-abuse-20110112-19nrj.html], eine insitution gegen deren mitlgieder sich die beschwerden nur häufen [http://www.heraldsun.com.au/news/breaking-news/flood-of-new-priest-sex-abuse-claims/story-e6frf7jx-1225865319747], bei der selbst die Ranghöchsten scheinbar gar nichts tun, um so etwas zu vermeiden [http://www.guardian.co.uk/world/2010/apr/23/belgian-bishop-admits-molesting-boy].
    es ist klar, dass Missbrauch auch außerhalb der RKK oder religiösen Einrichtungen passieren kann und es leider auch tut, allerdings scheinen das in der Regel nicht so professionelle Vertuscher zu sein und es ist auch klar, dass nicht jeder Katholik,der ein Gelübde abgelegt hat auch strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, aber alles in allem scheint mit das allgemeine klima in einer solchen insitution mehr als ungeeignet zur resozilisierung einer verurteilten Straftäterin.

  35. #35 von Andreas P am 4. August 2012 - 03:32

    Hier wieder die mangelnde Reflektionsfaehigkeit des gelernten Theologen, in Sachen Parallelen und „blinden Gehorsams“: Plaediert er doch andernortes das Recht und die Pflicht religioeser Fundamentalisten, ihrem „Gott“ die Unversehrtheit ihrer Kinder zu opfern.

    Dass der (natuerlich, wie stets, frei erfundene) Gottesbefehl dazu berechtige, Gesundheit und gegebenenfalls Leben Dritter zu opfern, auch und insbesondere der eigenen Kinder – das ist nun Kernlehre aller drei abrahamitischen Religionen. Diesen blinden Gehorsam hat die fragliche Frau nun erfolgreich auf das kirchengenehme Objekt uebertragen –

    – und mehr ist nicht passiert.

    Wer im kindermordbereiten Abraham nicht einen verdammenswerten Psychopathen sieht, sondern ihn als Vorbild und (letztlichen, legendaeren) Stifter seiner Religion verehrt – der zeigt eigentlich nur zu deutlich, wie sehr einfachste Menschlichkeit und Religioesitaet sich letztlich widersprechen. Und wie letztere fuer erstere blind macht. Gehorsam und Unterwerfung fuer Tugend zu halten, als Ausdruck wahrer moralischer Ueberlegenheit, deren Bewusstsein mit „besonderem sozialen Gespuer“ dann wieder in die Welt trompetet wird –

    – erbaermlich.

  36. #36 von Ezri am 14. September 2012 - 20:46

    Na sowas, nun versucht sich Herr Dutroux auch in „ich möchte raus aus dem Knast.“ Seine Opfer wären am liebsten gar nicht reingegangen, in seinen Kellerknast:

    http://www.stern.de/panorama/begischer-kindermoerder-marc-dutroux-bittet-um-vorzeitige-entlassung-1895125.html