Lutherjahr: Staat zahlt 70 Millionen – Kirche 17 Millionen

In das „Lutherjahr“ 2017 investieren Staat und Kirche Millionenbeträge. Die Geldspritzen dienen unter anderem der Tourismusförderung und der Renovierung kulturhistorischer Stätten. Doch die Kirche wolle kein Geld verdienen mit dem Gedenken an den Reformator Martin Luther, betont Margot Käßmann.

Der Bund stellt aus dem Kulturetat 35 Millionen Euro für das 500-jährige Reformationsjubiläum zur Verfügung und das Land Sachsen-Anhalt, wo sich die meisten Lutherstätten befinden, 35 Millionen. Die evangelischen Landeskirchen haben 17 Millionen Euro bewilligt.

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http://www.idea.de/detail/frei-kirchen/detail/staat-und-kirche-investieren-millionen.html

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  1. #1 von AMB am 31. Juli 2012 - 18:36

    Ohhhh, die Kirche will damit kein Geld verdienen. Warum auch, wenn man 35 Millionen geschenkt bekommt.

  2. #2 von Noch ein Fragender am 31. Juli 2012 - 18:56

    Der Bund stellt aus dem Kulturetat 35 Millionen Euro für das 500-jährige Reformationsjubiläum zur Verfügung und das Land Sachsen-Anhalt, wo sich die meisten Lutherstätten befinden, 35 Millionen.

    Das sind doch 70 Millionen Euro staatliche Förderung!

  3. #3 von mirlangts am 31. Juli 2012 - 19:30

    was sind schon läppische 70 Millionen, wo die Kirche doch die unermäßliche Summe von ganzen 17 Mios dazu beiträgt 😉

  4. #4 von rkinck am 31. Juli 2012 - 20:08

    Also zahlt der Staat 85 Mill.€

  5. #5 von barkai am 31. Juli 2012 - 21:37

    um so ganz im Geiste luthers zu bleiben kann der Staat ja während des Lutherjahres die finanzielle Unterstützung der jüdischen gemeinden aussetzen.
    (achtung: Sarkasmus!)

  6. #6 von pufaxx am 31. Juli 2012 - 23:27

    Lustig, dass DAS die jüdische Community nicht viel mehr auf die Palme bringt als die Beschneidungsgeschichte.

  7. #7 von AMB am 1. August 2012 - 07:21

    @nef

    Die Überschrift wurde dementsprechend geändert. 😉

  8. #8 von Martin Schmidt am 1. August 2012 - 08:32

    Straßen zerfallen, Lehrer gibt´s zu wenige, Soziale Leistungsfähigkeit vom Staat wird sinkt (angeblich), Öffentliche Einrichtungen vergammeln, Schulden steigen…

    …aber für die dekadenten Feste der Kirchen gibt´s immer noch genügend (reichlich) Geld.
    Wi-der-lich.

  9. #9 von Wolfgang am 1. August 2012 - 09:03

    Kulturetat für Kirchen, das ist ein Witz. Seit wann ist das Christentum ein Kultur? Gehört Morden zur Kultur???

  10. #10 von Wacke am 1. August 2012 - 10:54

    Das Reformationsjübiläum soll ja vor allem im Lande der Reformation stattfinden. Das sind nun mal vor allem Sachsen-Anhalt und Thüringen. Viel Geld wird dort rein gepumpt. Wohl auch mit dem Ziel einer Re-Christianisierung eines weithin areligiösen Landstriches. Das interessiert vor Ort nur kaum ein Schwein.

    Allerdings werden die Projekte der Lutherdekade von den daran Beteiligten dann als für die Allgemeinheit wichtig bezeichnet. Der Tourismus soll wie immer angekurbelt werden (diese Auskunft gibt auch die Stadtverwaltung Köthen auf die Frage nach ihrem Engagement als Homöopathiestadt), Infrastruktur selbstverständlich verbessert und ein paar Baudenkmäler erhalten werden. Bei diesem Aktionismus kommen dann solche „wahn“sinnigen Projekte wie das „Zentrum Taufe Eisleben“ heraus. Das bekam sein Geld über die UNESCO und das Konjunkturpaket II, da kann ab jetzt aber jeder hinwackeln und sich in einem Ganzkörpertaufbecken (!) dem A-Naturalismus verschreiben lassen – ohne Beschneidung. Es sollen auch schon zwei oder drei ausprobiert haben. Nebenher werden überall „Lutherwege“ geteert, Hotelbetten gefedert und durch kirchliche Seilschaften nach oben gespülte Ministerpräsidenten empfangen, die Speicherplatz auf Servern durch die vielfach geschossenen Fotos verstopfen.

    Alle klopfen sich auf die Schultern, während gleich um die Ecke Industriedenkmäler verfallen, die Jugend weiterhin wegzieht, das reichhaltige Erbe einer Industriegegend einfach vergessen wird. Arbeitskultur, Sozialgeschichte, Ingenieurskunst, Wissenschaft – zum Beispiel in Eisleben, Hettstedt und Sangerhausen wunderbar durch den 800 Jahre stattfindenden und nun seit 20 Jahren still gelegten Bergbau erkennbar. Ironischerweise hätte es ohne diese Industrietradition wahrscheinlich den redlichen Freund der Frauen, Bauern und Juden, Magister Martin Luther nicht gegeben. Egal, was zählt sind nicht die Menschen, die durch Arbeit Werte geschaffen haben und Werte schaffen könnten, sondern die kulturelle Anbindung an eine Ideologie. Und dann liest im Thread „Deutschland, ein Gottestaat?“ etwas von Paranoia. Das ist keine Paranoia, sondern schlicht und einfach die Ignoranz einer ideologisch sich selbst befruchtenden Macht gegenüber arbeitenden Menschen und ihren Leistungen. Lieber den „Königen“ huldigen, als den einzelnen Menschen in Beziehung zur Wirklichkeit setzen.

  11. #11 von Bundesbedenkenträger am 1. August 2012 - 11:09

    „wenn man 35 Millionen geschenkt bekommt“
    Wieso geschenkt? Stand da nicht was von Tourismusförderung?

  12. #12 von Wacke am 1. August 2012 - 11:17

    @BBT
    Aus welchem Topf sollte Deiner Meinung nach zum Beispiel ein Taufbecken bezahlt werden?

    a) Tourismusförderung
    b) Wirtschaftsförderung
    c) Kirchenetat
    d) Obere Denkmalschutzbehörde
    e) Spenden
    f) Kulturförderung
    g) direkt vom Staat

  13. #13 von stephancologne am 1. August 2012 - 11:25

    @BBT :

    Mit wieviel Millionen wird der CSD vom Staat gefördert ?
    Der zieht wesentlich mehr Touristen an, als es das Antisemiten…ähhh…Lutherjahr tun wird !

  14. #14 von Lebrac am 1. August 2012 - 19:06

    Und wenn mir der Staat 70 Millionen gibt, dann mach ich eine kleine Pension auf. Tourismusförderung!

  15. #15 von bundesbedenkentraeger am 3. August 2012 - 11:28

    @Wacke:
    Wenn der Taufstein unter Denkmalschutz steht, dann steht dem Ganzen doch auch eine entsprechende Förderung durch die zuständige Behörde zu, wie in allen anderen Fällen von denkmalgeschützen Gegenständen auch, oder? Ansonsten könnte die Kirche nämlich recht billig beim Discounter um die Ecke ne Schüssel kaufen, die täte es auch.

    @Stephan:
    Vielleicht sollte die LGBT Community einfach mal nen Christopher Jahr veranstalten? Aber wenn Du Quellen zur Förderung der CSDs überall in Deutschland hast, wär ich durchaus interessiert. Ist immerhin jährlich und in vielen Städten, da kommt sicher auch etwas zusammen.

    @Lebrac:
    Viel Erfolg.

  16. #16 von deradmiral am 3. August 2012 - 11:37

    Denkmalschutz bedeutet, dass die Kirche den Taufbecken nicht ohne behördliche Genehmigung entfernen oder umgestalten darf.

    Denkmalpflege wäre die Förderung einer Restaurierung. Viele private Besitzer von denkmalgeschützten Häusern kommen nicht in den Genuss dieses Privilegs. Es ist mir schon klar, dass die Anspruchshaltung eines staatlich ausgebildeten Geisteranbeters vom Denkmalschutz sofort auf eine staatliche Subvention für Taufbecken ausgeht.

    Insbesondere gehen mit dem Denkmalschutz auch andere Probleme einher. Das könnte zum Beispiel das Verbot einer Nutzung sein, welche diesen Gegenstand beschädigen könnte (Also zum Beispiel das Verbot von Taufen).

    Für den Ottonormalverbraucher ist der Besitz einer denkmalgeschützten Immobilie in der Regel eine Katastrophe. Für die Kirchen wohl nicht. Da ist so etwas erstrebenswert, um die Hand aufzuhalten.

  17. #17 von Ezri am 3. August 2012 - 11:47

    @Admiral: „Für den Ottonormalverbraucher ist der Besitz einer denkmalgeschützten Immobilie in der Regel eine Katastrophe. “ <— Na da sagste was. Ich bin froh, daß mein Vater den alten Kasten abgtestoßen hat. Man hat nur Kosten damit und vom Staat bekommt man überhaupt nichts, den Erhalt darf man hübsch selber bezahlen.

  18. #18 von Wacke am 3. August 2012 - 12:03

    @BBT
    Gut, mein Beispiel muss konkreter werden, weil es mir nicht um den in diesem von Dir angerissenen Fall zuständigen Denkmalschutz geht. Ein niegelnagelneues Taufbecken mit allem Pomp, wie eben im Taufzentrum Eisleben wird gebaut. Das alte Taufbecken … egal, es existiert und ist ein Kulturgut. Wer aber bezahlt den neuen Gegenstand, der für aktuelle rituelle, also innerkirchliche Belange genutzt wird?