Offener Brief zur Beschneidung – „Religionsfreiheit kann kein Freibrief für Gewalt sein“

In der Beschneidungsdebatte appellieren auf FAZ.NET mehr als 600 Mediziner und Juristen an Bundesregierung und Bundestag, die Kinder stärker zu schützen. Der volle Brief im Wortlaut.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Bundesminister, sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages,

Sie werden in den kommenden Wochen intensiv über eine gesetzliche Regelung zur Beschneidung von Jungen diskutieren. Diese Debatte hat in der Öffentlichkeit schon begonnen. Sie wird jedoch zunehmend von unwissenschaftlichen Momenten bestimmt. Es wird gefordert, jetzt schnell Rechtssicherheit herzustellen. Doch dieses wichtige Thema darf nicht eilfertig entsorgt werden. Wir setzen uns ein für eine Versachlichung der Diskussion. Kernpunkt ist die Abwägung der Grundrechte auf Religionsfreiheit von Erwachsenen mit dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung sowie die Achtung seiner Würde.

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http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/offener-brief-zur-beschneidung-religionsfreiheit-kann-kein-freibrief-fuer-gewalt-sein-11827590.html

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  1. #1 von Michael am 25. Juli 2012 - 09:45

    Die Pro-Verstümmelungs-Spindoktoren scheinen sich auf den Begriff „Rechtssicherheit“ geeinigt zu haben. Dies verkennt zweierlei:

    Es besteht bereits völlige Rechtssicherheit – für alle, die diesen Unsinn bleibenlassen.

    Rechtsunsicherheit besteht bzgl. des Recht auf kòrperliche Unversehrtheit und die soll nun sogar gesteigert statt beseitigt werden.

  2. #2 von mirlangts am 25. Juli 2012 - 13:22

    Ich hab die Kommentare inm FAZ-Forum gelesen und vor dem Einschlfen auch einigen geantwortet. Fazit einige der „Verteidiger“ scheinen doch keinerlei Empathie für die Säuglinge zu haben und versteigen sich in Konstrukte wie „Gott stehe nun mal über dem Gesetz“ oder werfen die Beschneidung mit Abtreibung in einen Topf;
    wie könne man Abtreibung (Mord an Ungeborenen!) gutheißen,
    aber das „harmlose“ heilige Ritual der Beschneidung als Misshandliung verdammen.

    Differenzierung scheint also nicht gerade die herausragende Gabe der Befürworter zu sein.
    Auch der Rückgriff auf die Nazi-Verbrechen durfte natürlich nicht fehlen.

    Wär ich gläubig, würd ich beten „Herrt lass Hirn regnen“ 😉