Psychologe: Auch Sekten haben ihr Gutes

Sind Sekten immer gefährlich und manipulativ? Nein, sagt der Religionswissenschaftler und Psychologe Sebastian Murken. Er erklärt, warum auch Neue Religiöse Bewegungen ihre Berechtigung haben. 

(…)

„Auch Sekten haben ihr Gutes“, sagt Murken. Für viele Mitglieder kleiner religiöser Gruppierungen beginne nach dem freiwilligen Eintritt eine Phase der psychischen Stabilität. „Studien zeigen, dass es vielen Menschen mit der Mitgliedschaft besser geht. Dieser positive Effekt lässt sich sogar noch zwei Jahre nach dem Eintritt nachweisen.“

Seite 2: Auf der Suche nach Abhängigkeit

Oft sind es auch emotional und psychisch labile Menschen, die nach Halt suchen. Den hoffen sie, in klaren geschlossenen Systemen zu finden. „Christliche Freikirchen verzeichnen deshalb in Deutschland einen massiven Mitgliederzuwachs, die Zahlen explodieren geradezu“, sagt Murken.

Seite 3: Harmlos sind religiöse Bewegungen trotzdem nicht

„Auch Religionen können kriminelle Organisationen sein.“

Weiterlesen:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/tid-26490/religion-unter-verdacht-auch-sekten-haben-ihr-gutes_aid_780487.html

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  1. #1 von M.G. am 12. Juli 2012 - 18:04

    Die Erfahrung habe ich nicht machen können,welche der Religionswissenschaftler und Psychologe beschreibt mit Stabilisirung.Da hatte ich mit einem Hausarzt,Lungenspezialisten und der Rechtswissenschaft mehr Erfolg.
    Zwischen Religionen und Psychologie muss es eine Menge Ähnlichkeit geben,weshalb mir beides nicht bekommt und meine Schildrüse anschwillt.

  2. #2 von AMB am 12. Juli 2012 - 18:06

    Nur weil viele nach zwei Jahren nicht bemerkt haben, dass sie verarscht werden, sind Sekten noch lange nichts Gutes.

    „Christliche Freikirchen verzeichnen deshalb in Deutschland einen massiven Mitgliederzuwachs, die Zahlen explodieren geradezu“, sagt Murken.

    Ohne Zahlen werde ich das auch nicht glauben.

  3. #3 von Sheldon Lee Cooper am 12. Juli 2012 - 18:22

    @AMB
    Ist ganz einfach: Ein Verein, der vorgestern ein Mitglied hatte und heute zwei, hat einen Zuwachs von 100% in zwei Tagen verzeichnet.

  4. #4 von Ezri am 12. Juli 2012 - 18:46

    Normale Sportvereine, lustige Strickrunden oder Tanztees erzielen den gleichen Effekt. Menschen fühlen sich halt unter Gleichgesinnten wohler, das ist nix neues.

  5. #5 von profireader am 12. Juli 2012 - 19:32

    Psychologie ist eine empirische Wissenschaft und hat gar nichts mit Religion gemein…aber gar nix.

  6. #6 von Hinterfragerin am 12. Juli 2012 - 19:46

    @ Ezri

    Ich könnte mir schon vorstellen, dass Sekten darüber hinausgehende Effekte haben. Es gibt durchaus Menschen, die darunter leiden, sich ihr Leben selbst organisieren, über ihre Entscheidungen und Werte selbst nachdenken zu müssen, über die „großen Fragen“ des Lebens. Sie sind überfordert und fühlen sich haltlos. Wer hier Halt liefert wird erst einmal stabilisierend wirken, egal, wie unsinnig die „einfachen Antworten“ un Vorgaben sind – Hauptsache Antworten und Vorgaben.

    Jeder Verein schafft natürlich menschliche Kontakte und Gruppenerlebnisse, aber weltanschauliche Inhalte und Gruppen liefern da denke ich nochmal mehr. Der Gemeinschaftssinn dürfte zudem stärker ausgeprägt sein.

    Problematisch dürfte das Ganze dann werden, wenn das Hinterfragen beginnt und der Halt als blößes Konstrukt durchschaut wird, und natürlich dann, wenn die Halt-Losigkeit der betreffenden Menschen ausgenutzt wird, um sie zu manipulieren.

  7. #7 von M.G. am 12. Juli 2012 - 20:11

    In jeder Religion wird der Gemeinschaftssinn gefördert um den Gruppenzwang in den Gang zu setzen.Dies klappt in Religion und auf psychologischer Ebene.

  8. #8 von Stephan am 12. Juli 2012 - 20:32

    Wir kennen ja alle das gute alte Video von Bertrand Russell: http://www.youtube.com/watch?v=tP4FDLegX9s. Sinngemäß: etwas zu glauben, obwohl man weiss, dass es falsch ist, ist unaufrichtig auf einer ganz grundsätzlichen Ebene und eine Beleidigung an den eigenen Verstand. Auf diese ganzen Diskussionen, ob das Christentum oder irgendwelche Sekten nun unterm Strich einen Nutzen haben, sollte man sich daher meiner Meinung nach gar nicht erst einlassen. Kurz: es ist würdelos, sich selbst oder seine Kinder anzulügen, nur weils einem dann vielleicht besser geht.

  9. #9 von Hinterfragerin am 12. Juli 2012 - 22:27

    @ Stephan

    Nun, über den möglichen Nutzen zu diskutieren hat meines Erachtens durchaus einen Sinn: Es lehrt uns etwas darüber, weshalb Religionen (weiter) existieren, warum Menschen sich zu ihnen hingezogen fühlen. Es lehrt uns etwas über die psychischen Strickmuster des Durchschnittsmenschen.

    Wenn man darum weiß, kann man an genau diesen Stellen ansetzen, um harmlosen Ersatz zu schaffen, oder eine Refelktion einzuleiten – und damit sie Strickmuster zu durchbrechen. Insofern fällt für mich der Versuch, die sozialen und psychologischen Auswirkungen von Religion im Guten wie im Schlechten verstehen zu lernen, unter dieselbe Kategorie wie der Versuch, die Hintergründe nationalistisch-tribalistischer Vorstellungen zu durchleuchten.

  10. #10 von AMB am 12. Juli 2012 - 23:02

    @Sheldon

    So rechen auch die Christen. 😉

  11. #11 von Andreas P am 12. Juli 2012 - 23:05

    @Hinterfragerin: Scheint mir letztlich nur eine Variation von „Gemeinschaftsgefühl durch Ausgrenzung/Absonderung“ zu sein – so sehr sich die Kirchen seit jeher als verfolgte Minderheiten aufspielen, so unglaubwürdig ist es ja, und entsprechend wenig definieren sich Menschen über die Zugehörigkeit zu den Großkirchen. (Selbst Kirchenchristen sind nach meiner Erfahrung da eher auf ihre Gemeinde, ihre Zirkel fixiert als auf das große Ganze, sieht man von einzelnen, seltenen Großevents ab.)

    Insofern sollte der Unterschied hier eher in der Dosierung liegen – Sekten machen das, was Kirchen auch tun, nur deutlich intensiver, damit sichtbarer und in gewissem Sinne wirksamer, aber eben auch durchschaubarer.

    Ich denke, die Spinnefeindschaft der Großkirchen gegenüber den mittelständischen Mitbewerbern liegt zum erheblichen Teil darin, dass letztere ersterer einen Spiegel vorhalten und kaum kritisiert werden können, ohne dass man sich nervigen Rückfragen aussetzen muss…

  12. #12 von Argus7 am 13. Juli 2012 - 08:34

    Wenn emotional gestörte und psychisch labile Menschen Halt suchen, ist die Religion (egal welche) die wohl dämlichste und untauglichste Therapie, die man diesen Menschen anbieten kann. Selbstbetrug ist garantiert der falsche Weg, um den Menschen Halt zu geben.

  13. #13 von M.G. am 13. Juli 2012 - 11:56

    Die Sekten sind eine gute Voraussetzungen für die Profitgier eines Psychologen,weil sie für den psychologischen Zusammenbruch sorgen durch Verdummung. Ist klar,dass dieser die Sekten gut findet.