Beschneidung sollte Jungen an Selbstbefriedigung hindern

Die Frage, ob Jungs beschnitten werden sollen oder dürfen, entzweit Religiöse und Psychologen. Für die einen ist es eine jahrtausendealte Tradition. Für die anderen „eine mindere Form des Kindsopfers“. In den USA diente die Beschneidung im 19. Jahrhundert einen simpleren, pragmatischeren Zweck.

(…)

Rückendeckung erhalten die Richter indes von medizinischer Seite. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie begrüßt das Urteil, es unterstreiche das Recht des kleinen Kindes auf körperliche Unversehrtheit. (…)

Für die puritanische Haltung steht zum Beispiel John Harvey Kellog, der Erfinder der gleichnamigen Frühstücksflocken. Er war ein erklärter Feind der Selbstbefriedigung. 1888 schrieb er: „Eine Abhilfe für Masturbation, die bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte ohne Betäubung vorgenommen werden.“ Der Schmerz habe einen „heilsamen Effekt“.

Weiterlesen:

http://www.derwesten.de/politik/beschneidung-sollte-jungen-an-masturbation-hindern-id6867095.html

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  1. #1 von Argus7 am 12. Juli 2012 - 09:07

    Wenn ich das seinerzeit gewußt hätte, hätte ich bestimmt nie Kellogs-Cornflakes gekauft ! Dieser Mr. Kellog muß ja ein extrem bekloppter Typ gewesen sein ! Die Beschnittenen können ja noch von Glück sagen, dass ihnen nur die Vorhaut weggeschnitten wurde und nicht auch noch die Hände. Die sind schließlich beim Onanieren unverzichtbar !

  2. #2 von Noch ein Fragender am 12. Juli 2012 - 10:43

    @ #1 Argus7

    die Hände. Die sind schließlich beim Onanieren unverzichtbar !

    Die Hände kamen in sog. Schlafhandschuhe.

    http://www.pm-magazin.de/a/onanie-tut-gut-schadet-nicht-und-doch

    Der Fairness halber sollte man anmerken, dass auch die von uns geschätzte Aufklärung ebenfalls der Fehleinschätzung der Onanie erlegen war. „Auch der französische Aufklärer Denis Diderot ließ 1765 einen Beitrag darüber in seiner berühmten Enzyklopädie erscheinen. Jetzt meldeten sich auch ernsthafte Autoren zu Wort. Der Philosoph Voltaire beschrieb die Onanie als »perverse Selbstliebe«, und sein Kollege Jean-Jacques Rousseau schimpfte, sie mache junge Menschen zu Sklaven verkorkster Fantasiegebilde.

    Besonders einflussreich war ein Buch, das der angesehene Schweizer Arzt Samuel Auguste David Tissot 1760 veröffentlichte: »Onanismus, oder eine physiologische Dissertation über die Krankheiten, die von der Masturbation verursacht werden«.“ (s.o. pm-Artikel)

    Auch „wissenschaftliche“ Ärzte können viel Humbug erzählen.
    Heute erzählen die Ärzte genau das Gegenteil:

    „…männliche Masturbation bei vielen Tieren (unter ihnen Kängurus, Wale, Giraffen, Tauben) ebenso wie beim Menschenmann stets diesen wichtigen Zweck erfüllt: die Qualität des Samens zu optimieren, damit das männliche Tier konkurrenzfähig bleibt. Bei Menschen übrigens bringt die Onanie einen zusätzlichen Vorteil: Häufige Ejakulation, so das angesehenene Journal of the American Medical Association, (und damit ist mindestens 21-mal monatlich gemeint) halbiert das Risiko von Prostatakrebs im Alter. Diese Vorbeugung gilt insbesondere für Männer zwischen 20 und 40 Jahren..“ (s. o. pm-Artikel)

    @ topic

    Auf jeden Fall ist das Argument, dass Beschneidung in angelsächsischen Ländern auch ohne religiösen Hinterrund weit verbreitet sei (oder besser war), nicht besonders überzeugend, wenn man den wahnhaften prüden Hintergrund des Kampfes gegen die Onanie berücksichtigt.

    Und zu dem „Harmlosigkeitsargument“ (zuletzt von den GRÜNEN Künast/Beck wieder aufgewärmt) stellt der Artikel klar:

    „Nach Ansicht des Düsseldorfer Arztes und Psychoanalytikers Matthias Franz kann eine Beschneidung von Jungen schwere seelische Schäden verursachen. Franz spricht von einer „sexuellen Gewalterfahrung“, die ein Leben lang nachwirken könne. „Ein Blick in die Gesichter vieler Jungen während der Prozedur zeigt den Aufruhr und den Schrecken, der im Gefühlsleben einiger dieser Jungen wohl auf Dauer konserviert wird“, schreibt Franz in dem Buchbeitrag „Männliche Genitalbeschneidung und Kindesopfer“.“

  3. #3 von Lars am 12. Juli 2012 - 11:07

    „Beschneidung sollte Jungen an Selbstbefriedigung hindern“

    Funktioniert nicht… 😀

  4. #4 von M.G. am 12. Juli 2012 - 12:22

    Beschneidung hilft doch nicht SB,da müssen dann die Hände auch noch weg.Aber dann gibt es ja immer noch die Partnerin,die weiter helfen kann. 😀

  5. #5 von Khyber Markhor am 12. Juli 2012 - 16:02

    Leseempfehlung zum Thema Jungenbeschneidung:

    Blutige Neugeburt im afro­pa­zi­fi­schen Jägerbund
    Von Jacques Auvergne (2007)

    http://eifelginster.wordpress.com/2007/11/13/010/

  6. #6 von Jemand am 12. Juli 2012 - 17:46

    Also die theorie ist zwar nett – aber dazu müsste das ja dann mit der pupertät, wenn die nerven dort anfangen zu wachsen vorgenommen werden, da ein kleinkind dort kaum etwas bemerkt und die wunde dort zu shcnell verheilt – nicht zu vergessen das babys noch nicht mastrubieren

    zusätzlich würde ich gerne auf diesen artikel über dieses Thema in bezug auf AIDS verweisen [http://www.welt.de/gesundheit/article5749428/Warum-Beschneidung-vor-Aids-schuetzen-kann.html]

  7. #7 von AMB am 12. Juli 2012 - 18:20

    @Jemand

    Auf derselben Seite:

    Auch beschnittene Männer übertragen das HI-Virus

    Dass eine Beschneidung bei Männern Frauen vor einer Ansteckung mit Aids schützt, ist ein Mythos: Eine Studie mit Hunderten ugandischen Männern und Frauen musste jetzt abgebrochen werden, weil zu viele Frauen von ihren Partnern angesteckt wurden. Die WHO hatte die Beschneidung als zusätzliche Vermeidungsmaßnahme empfohlen.

    [http://www.welt.de/gesundheit/article4138004/Auch-beschnittene-Maenner-uebertragen-das-HI-Virus.html]

  8. #8 von M.G. am 12. Juli 2012 - 19:02

    Khyber Markhor am 12. Juli 2012 – 16:02

    Der Inhalt des Links war hinreichend interessant.Welche religion ist schon Fair und ehrlich zu den Mitgliedern und noch viel weniger zu seinem unmündigen Nachwuchs.Es geht dabei am wenigsten ums Kindeswohl und Rettung vor der Hölle,sondern um der Eltern ihr eigenes Gesicht,Gruppenzwang nennt man so etwas.

  9. #9 von Wolfgang Brosche am 12. Juli 2012 - 20:46

    @ABM

    Wie Recht Du hast. Als Mitbegründer einer AIDS-Hilfe kann ich nur sagen, daß das WHO-„Pseudo“-Argument pro Beschneidung Blödsinn ist.
    AIDS wird durch einen speziellen Virus in Körperflüssigkeiten weitergeben. Dagegen hilft nur ein Kondom (das natürlich auch reißen kann) oder Sex ohne Ausstausch von Samen.
    Wieso Verstümmelungen vor Viren schützen ist mir schleierhaft – abgesehen davon entstehen bei der Beschneidung Wunden, in die Viren eindringen können. Ich habe bereits auf einen Vorfall angespielt, den Christopher Hitchens des öfteren anführt – ein orthodoxer Beschneider in New York hatte mehrere Knaben mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt weil er ihnen wie vorgeschrieben die Blutung mit dem Munde am Schwänzchen gestillt hatte…
    Mal ganz abgesehen von dem archaischen Ritus – 8 Tage alten Säuglingen dürfen die Rabbiner und Beschneider als am blutenden Schwanz rumsaugen; aber wenn erwachsene schwule Männer sich die unverletzten Schwänze lutschen, dann ist das eine Sünde.
    Wiederum zeigt das, wie pervers Religionen sind!