Katholische Moral

In Königswinter hat die katholische Kirche eine Kindergartenleiterin wegen Ehebruchs gefeuert. Die Eltern rebellierten, die Stadt kündigte der Kirche als Träger. Kann sich der Arbeitgeber-Gigant Kirche mit 1,3 Millionen Angestellten solchen Bibel-Dogmatismus noch leisten?

Weiterlesen:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,823317,00.html

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  1. #1 von dieblaueneu am 25. März 2012 - 17:57

    Die Macho-Religionen und Ihre Führer(Innen) gehören allesamt verboten,ihre Verfassungprivilegien(Kirchensteuern,diktatorische Frauen und andere Völker diskriminierende Selbstverwaltungsrechte) gestrichen, die Trennung von Staat und Kirche vollzogen, ihre Tempel,Kirchen und Moscheen geschlossen, jegliches Priester und Predigeramt verboten.

    Die Macho-Religionen und ihre FüherInnen sind die Apokalypse in persona.

  2. #2 von Lebrac am 25. März 2012 - 18:06

    @ dieblaueneu

    Ich habe mich ohnehin immer wieder gefragt, was man für eine beschissene Kindheit gehabt haben muss, um einen sadistischen Drecksack und seine(n) Handlanger als „Lieben Gott“ und „Ehrwürdigen Vater“ bezeichnen zu können.

  3. #3 von Reginald Front-de-Bœuf am 25. März 2012 - 18:45

    @ Lebrac

    „Sadistischer Drecksack“ als Bezeichnung für diesen „Gott“ bringt es genau auf den Punkt.

  4. #4 von Freddy am 25. März 2012 - 18:52

    „Die Macho-Religionen und Ihre Führer(Innen) gehören allesamt verboten… jegliches Priester und Predigeramt verboten.“

    Und wieso? Was wären die Vorteile?

    Schon mal was von Pluralismus gehört?

    Oder von Religionsfreiheit?

    Selten was Dümmeres gelesen …

  5. #5 von verquer am 25. März 2012 - 18:59

    @Lebrac

    Meinst Du, dass eine „beschissene Kindheit“ eine notwendige Bedinung im Erklärungsmodell für den Glauben an den „lieben Gott“ darstellt? Nein? Dann schreib auch nicht so einen Mist.

  6. #6 von Reginald Front-de-Bœuf am 25. März 2012 - 19:00

    @ Was die Vorteile wären?

    Bitte sehr:

    – deutlich weniger sexuell mißbrauchte und für ihr Leben gezeichnete Kinder
    – endlich eine Ende mit der „christlichen“ Lebens- und Leibfeindlichkeit
    – keine Verschwendung von Steuergeldern für bizarres Mariengewimmer (wenn die Dame nicht gevögelt hat, fresse ich meinen Neuwagen)
    und anderen sinnlosen und Menschen verdummenden Mummenschanz
    – keinen „dritten Weg“ mehr (kirchliches Tarifrecht)

    et ceterea et cetera

  7. #7 von verquer am 25. März 2012 - 19:05

    @reginald

    Ethisch denken, heisst abwägen. Darauf zu verzichten… nun ja. Übrigens könnte man die gleichen Argumente sogar überzeugender (und wahrer) gegen die Ehe benutzen…

  8. #8 von Reginald Front-de-Bœuf am 25. März 2012 - 19:06

    @ verquer

    verstehe ich nicht.

  9. #9 von verquer am 25. März 2012 - 19:10

    @reginald.

    1) Das Gros der Kinderschändungen geschieht innerhalb von Familien.
    2) Eltern haben das Recht Ihre Kinder zu indoktrinieren.
    3) Die Ehe wird steuerlich begünstigt.

    Alles überflüssig, gefährlich und für die Gesellschaft schädlich. Nicht wahr? Nach Deiner Argumentation müsste man also die Ehe verbieten.

  10. #10 von Reginald Front-de-Bœuf am 25. März 2012 - 19:14

    l’argumentation étrange

  11. #11 von verquer am 25. März 2012 - 19:16

    Es ist allerdings Deine fremdartige Argumentation.

  12. #12 von Reginald Front-de-Bœuf am 25. März 2012 - 19:18

    Vermutlich argumentierst Du so, weil „dieblaueneu“ hier auf Grund ihrer manchmal etwas schwer verdaulichen radikalfeministischen Beiträge
    hier nicht sonderlich beliebt ist.
    Und Dir vielleicht jemand meine IP Adresse verraten hat, welche Rückschlüsse auf mein altes Psyeudonym zulässt 🙂

  13. #13 von Reginald Front-de-Bœuf am 25. März 2012 - 19:19

    Den Argumenten solcher bösen Leute kann man unmöglich zustimmen, nicht wahr?
    An was für eine Institution erinnert mich das nur…. grübel….

  14. #14 von verquer am 25. März 2012 - 19:22

    Lach. Versuch es nochmal mit einer kohärenten Antwort – und ohne rote Heringe.

  15. #15 von Lebrac am 25. März 2012 - 19:24

    @verquer

    Da die „notwendige Bedingung“ und die daraus resultierenden Schlüsse deinem Verstand entsprungen sind, darfst du auch den Mist behalten. Gähhhhnnnnn…

  16. #16 von verquer am 25. März 2012 - 19:28

    @Lebrac

    Soll ich Dir nun wirklich Deinen eigenen Kommentar erklären? Was ist denn nur los hier? Haben einige Kommentatoren aufgehört, an die Notwendigkeit von gehaltvollen Argumentationen zu glauben? Bananen sind manchmal gelb und deswegen hast Du unrecht… *eyesroll*

  17. #17 von Lebrac am 25. März 2012 - 19:34

    @verquer

    Es würde vermutlich reichen, wenn du die eigenen verstehen würdest. Aber vermutlich meinst du, dass gelbe (überreife oder fast schon faule) Bananen etwas mit deiner Art der Argumentation zu tun haben?!

  18. #18 von verquer am 25. März 2012 - 19:42

    @Lebrac

    Was für eine beschissene Kindheit muss man eigentlich gehabt haben, um einen solchen Kommentar zu schreiben?

    Verstehst jetzt?

  19. #19 von Ezri am 25. März 2012 - 19:47

    Genau, verbietet Eltern, Verquer. Kinder werden von Eltern mißbraucht, völlig unabhängig vom Eheschein.
    Also einfach die Eltern verbieten oder ihnen den Pseudoschutz der Religion nehmen, der den Eltern von klein auf beibringt, daß alles vergeben und vergessen ist/wird, egal welchen Mist sie anstellen.

  20. #20 von verquer am 25. März 2012 - 19:51

    @Ezri

    Ich habe Reginalds Argumentation gegen ihn verwendet, in dem ich in dieser die Kirche gegen die Familie ausgetauscht habe. Brauchst Du ein Diagramm, um das zu verstehen? Oder willst Du nun wirlich das Für und Wider der privaten Elternschaft diskutieren?

  21. #21 von Lebrac am 25. März 2012 - 19:55

    @verquer

    Nein, weil seit mehreren Jahrzehnten, auch bei nicht psychologisch geschulten Personen, bekannt sein dürfte, dass Erwachsene, die als Kinder im Elternhaus mit Gewalt konfrontiert wurden, oft zu Idealisierungen ihrer Peiniger neigen. Bei Bananen, auch wenn sie gelb sind, ist mir dergleichen nicht bekannt.

  22. #22 von Alien am 25. März 2012 - 19:59

    @Reginald Front-de-Bœuf:

    Also, dass weniger Kinder missbraucht würden, wenn man Kirchen verbieten würde? Nein.
    Man kann auch kein Steuergeld verschwenden, ohne etwas zu verbieten. Man muss einfach nichts zahlen. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.

    @ verquer
    ich verstehs

    @Freddi
    Zustimmung.

  23. #23 von Randifan am 25. März 2012 - 20:04

    Einem reunigen Kriegsverbrecher könnte die Kirche eher vergeben, als einem Ehebrecher.

  24. #24 von Deus Ex Machina am 25. März 2012 - 20:05

    „Kirche“ und „Familie“ lassen sich nur eben nicht so beliebig austauschen, wie du es unterstellst.

    „1) Das Gros der Kinderschändungen geschieht innerhalb von Familien.
    2) Eltern haben das Recht Ihre Kinder zu indoktrinieren.
    3) Die Ehe wird steuerlich begünstigt.

    Alles überflüssig, gefährlich und für die Gesellschaft schädlich. Nicht wahr? Nach Deiner Argumentation müsste man also die Ehe verbieten.“

    –> Ist ungefähr so ein Fehlschluss, wie „Ich gehe nicht ins Krankenhaus, weil dort die meisten Menschen sterben. Wenn ich also nicht ins Krankenhaus gehe, minimiere ich miein Todes-Risiko“
    oder
    „Ich gehe prinzipiell statt über den Zebrastreifen einfach so über die Straße, weil auf dem Streifen die meisten Leute überfahren werden.“

  25. #25 von Deus Ex Machina am 25. März 2012 - 20:10

    Dass in Familien Mißbrauch geschieht, ist schlimm, keine Frage. Aber wer bildet sich denn ein, die göttliche Moral mit Löffeln gefressen zu haben und diese anderen aufdrücken zu müssen? Nicht die Familien, aber die Kirchen!

  26. #26 von Lebrac am 25. März 2012 - 20:13

    @Randifan

    Es ist nun mal erheblich leichter, für den Machterhalt und die Werte der Kirche zu kämpfen, als für ihn (sie) zu ficken.

  27. #27 von stephancologne am 25. März 2012 - 20:43

    Ist schon irgendein pädophiler Vater in eine andere Familie versetzt worden ?
    Oder kamen alle Väter aus einer Stadt ?

  28. #28 von verquer am 25. März 2012 - 20:56

    @Lebrac

    Ah… Du meinst also, dass für die Idealisierung einer Person vorhergehende negative Erlebnisse mit dieser (oder einer Substitution) eine hinreichende Bedingung ist? Dann bist Du sooooo kurz davor meinen Kommentar zu verstehen.

    @Deus Ex

    Ach? Das ist ein Fehlschluss? Wer hätte das gedacht? Vielleicht ich? Vielleicht wollte ich sogar genau darauf hinweisen? Vielleicht habe ich auch schon darauf hingewiesen, dass ich darauf hinweisen wollte?

    Aber wer bildet sich denn ein, die göttliche Moral mit Löffeln gefressen zu haben und diese anderen aufdrücken zu müssen? Nicht die Familien, aber die Kirchen!

    Ehm… und wer behauptet, die Moral mit Löffeln gefressen zu haben, dessen Institutionen sollten verboten werden? Oder ist diese Anmerkung nicht im vorliegenden Kontext zu verstehen?

  29. #29 von AndreasA am 25. März 2012 - 23:32

    Kann sich der Arbeitgeber-Gigant Kirche mit 1,3 Millionen Angestellten solchen Bibel-Dogmatismus noch leisten?

    Hallo, soll sich jetzt auch die katholisch Kirche dem Relativismus unterwerfen nur des Geldes willen?

    OK, der letzte Satz war ein kleiner Scherz von mir.

    Dem Satz von dieblaueneu

    Die Macho-Religionen und Ihre Führer(Innen) gehören allesamt verboten

    unterstütze ich nicht, denn Verbote sind meist der falsche Weg.

    Es würde genügen wenn eine konsequente Trennung von Staat und Kirche vollzogen würde.

    Der Erfolg der Piraten heute zeigt, dass dies ein Anliegen ist, dass wirklich wichtig ist.

  30. #30 von mirlangts am 26. März 2012 - 10:54

    Also verbieten bringt sicher nichts, auch wäre es mit unserem Grundgesetz und Demokratieverständnis unvereinbar.

    Doch die von der Verfassung bereits seit fast 100 Jahren geforderte Trennung von Staat und Kirche endlich wahr werden zu lassen wäre wirklich bitter nötig.

    Die unsägliche Kungelei zwischen Politik und Kirche ist nicht mehr zeitgemäß.

  31. #31 von mirlangts am 26. März 2012 - 11:31

    @Randifan am 25. März 2012 – 20:04

    Einem reunigen Kriegsverbrecher könnte die Kirche eher vergeben, als einem Ehebrecher.

    Sie vergibt ihm nicht nur, sondern hilft ihm auch mit Rat und Tat zur Flucht vor dem Rechtssystem. (z.B. Rattenlinie)

    Gelebte christliche Nächstenliebe! 😉

  32. #32 von Wolfgang am 26. März 2012 - 11:43

    Religion an sich wäre ja etwas feines, wenn da nicht die vielen Scheinheiligen wären und ihre Religion so zurecht biegen, wie sie ihnen am besten in den eigenen Kram passt, ohne Reue und Moral. Man geht dann zur Beichte und nach ein paar Vater unser oder Geld lebt es sich weiter wieder ganz ungeniert. Jeder Mensch hat zwei Seiten, menschlich. Christen beziehen sich immer auf ihren Gott, die Feiglinge.

  33. #33 von emporda am 26. März 2012 - 15:30

    @Wolfgang
    Religion an sich wäre ja etwas feines, wenn da nicht die vielen Scheinheiligen wären und ihre Religion so zurecht biegen, wie sie ihnen am besten in den eigenen Kram passt, ohne Reue und Moral.
    ——-
    Die Konsequenz ist richtig, trotzdem wäre Religion nichts Feines. Die Eigendynamik des System ist typisch hominid, um im Clan etwas zu gelten muss jede die Handlung der großen Schwurblers an der Spitze begeistert aufgenommen und frenetisch beklatscht werden. Wer Fragen stellt, der ist ein Verräter.

    In der Religiotie mit Göttern, Gottgleichen, Engeln und Dämonen wird immer der größte Lügner, Betrüger oder skrupelloseste Wortverdreher zum Oberhirten. Bis zu 25% der Menschen stellen weder den Führer noch seine Befähigung in Frage. Solche Menschen können niemals eine Demokratie gestalten, alle Aktionen zielen darauf ab den Despotismus des „großen Führers“ zu stärken typisch in den 245 RKK Dogmen.

    Der selbst ernannte Führer kaschiert seine Unfähigkeit mit all-wissend, all-gütig und dem Auserwählt-Syndrom als krankhafte Paranoia, die freies Denken und Handeln unterbindet. Diskriminierung, soziopathische Perversion, Mord, heiliger Krieg und Ausbeutung wird zum ehrenhaften Handeln der Gläubigen, die Schuld der Täter wird zum Gott gewollten Verhalten umdefiniert, bekannt als „Robin-Hood“ Neutralisation.

    Man kann diesem Teil der menschlichen Gesellschaft im Rahmen dessen, was wir Menschenrechte nennen, nicht verbieten saublöd zu sein und wie dumme Schafe ihren Scherer nachzulaufen und ihn geradezu verehren

  34. #34 von Bundesbedenkenträger am 26. März 2012 - 19:16

    „Kann sich der Arbeitgeber-Gigant Kirche mit 1,3 Millionen Angestellten solchen Bibel-Dogmatismus noch leisten?“
    Wieso nicht? Wenn der Staat es dem Giganten verbietet, die Leute einzustellen, die er für geeignet hält, dann kann er das Ganze auch lassen. Im Gegensatz zu Privatfirmen, die Profit machen wollen und sich daher mit den Gesetzen arrangieren müssen, weil es Profit nr so lange gibt, wie man am Markt bleibt, kann die Kirche auf einfach den Bettel hinschmeißen. Dann gibt es 1,3 Millionen Arbeitslose mehr. Die Kirche ist hier vom Staat halt nicht so erpressbar wie ne Privatfirma, weil sie nen Service leistet. Wenn der Staat diesen Service zu diesen Bedingungen nicht will (was ich durchaus nachvollziehen kann), dann muß die Gesellschaft eben auf den Service verzichten, oder der Staat bietet ihn selbst an.

  35. #35 von Deus Ex Machina am 26. März 2012 - 19:29

    „dann muß die Gesellschaft eben auf den Service verzichten, oder der Staat bietet ihn selbst an.“

    –> Ganz meine Rede! Es ist aber eben nur ein Service, für den die Kirchen entlohnt werden, die machen das ja nicht auf eigene Kosten. Man kann sich auch jemand anderen suchen, der diesen dann bietet oder ihn selbst als staatliche Leistung mit allen für die sonstigen Arbeitnehmer geltenden Rechte für das ausführende Personal anbieten. Wäre mir sogar lieber.

  36. #36 von Bundesbedenkenträger am 26. März 2012 - 19:37

    „die machen das ja nicht auf eigene Kosten“
    Ich hab mir Anfang Jahres die Jahresrechnung meiner Heimatgemeinde angesehen. Die größten Ausgaben (mit deutlichem Abstand!) gingen an den Kindergarten. Der wird zwar auch zu einem Teil von der politischen Gemeinde bezahlt, aber eigene Kosten gehen da schon drauf (und wie gesagt, nicht zu knapp).

    „Man kann sich auch jemand anderen suchen, der diesen dann bietet“
    Wer sollte dem Staat Arbeit abnehmen wollen, bei der er noch drauflegt? Deshalb schrieb ich: Service.

  37. #37 von Deus Ex Machina am 26. März 2012 - 19:51

    Oh, die Kirchensteuer einzuziehen ist auch ein Service des Staates für die Kirchen.

  38. #38 von Bundesbedenkenträger am 26. März 2012 - 20:03

    „die Kirchensteuer einzuziehen ist auch ein Service des Staates für die Kirchen“
    Für den es eine Entlohnng gibt. Der Staat behält einen gewissen Prozentsatz der erhobenen Steuer ein. Man kann gerne darüber reden, ob der Anteil heute noch reicht, oder ob es mehr sein müßte. Ich bin sowieso der Meinung, daß die Kirchen ihre Steuer lieber selbst erheben sollten (was dann aber wieder ein Problem aufkommen läßt: Was ist mit wiederverheirateten Verwaltungsmitgliedern in der Kirche?), schon alleine weil die Qualität der Arbeit des Staates zu wünschen übrig läßt. Wennm an zur Presbyterwahl eine Mitgliederkartei braucht, um nachvollziehen zu können, wer überhaupt wahlberechtigt ist, dann ist es einfach nicht hilfreich, wenn diese Kartei ein halbes jahr alt ist. Oder fehlerhaft (Ihr schreibt ja öfters davon, daß Menschen plötzlich trotz Austritt wieder in der Kirche waren, und sie es per Astrittsbeglaubigung nachweisen mßten). Darüber hinaus finde ich, es ist ein Unding, daß der Staat hier einmal bei den Kirchenlgiedern abkassiert für Mitgliederverwaltung nd Steererhebung, und dann aber bei Austritten nochmal zugreift ud Gebühren erhöht. Von solchen „Kleinigkeiten“, wie daß der Chef weiß, daß man Christ ist (was geht das DEN an?), gar nicht zu reden.

  39. #39 von Amazone am 26. März 2012 - 20:34

    Im Gegensatz zu Privatfirmen, die Profit machen wollen und sich daher mit den Gesetzen arrangieren müssen, weil es Profit nr so lange gibt, wie man am Markt bleibt, kann die Kirche auf einfach den Bettel hinschmeißen. Dann gibt es 1,3 Millionen Arbeitslose mehr.

    Warum sollten die Leute denn arbeitslos werden? Da ohnehin der Staat im Regelfall den größten Anteil der Kosten trägt und die Kirchen nur ihr Logo draufsetzen, kann die Trägerschaft deer Kirchen samt ihrem mittelalterlichen Arbeitsrecht entfallen und der Staat kümmert such selbst um die Angelgenheiten, die eingentlich ohnehin seine Aufgabe wären. Das Beispiel „Kindergarten Königswinter“ zeigt, wie es gehen kann. Es hindert auch niemand die Freiwilligen daran, weiterhin für das Gemeinwohl tätig zu sein, sofern sie das möchten.

  40. #40 von AndreasA am 26. März 2012 - 21:30

    @BBT

    Weite Zustimmung zu #38

    Von solchen “Kleinigkeiten”, wie daß der Chef weiß, daß man Christ ist (was geht das DEN an?), gar nicht zu reden.

    Genau! Eingeführt wurde diese Regelung von Adolf um auch hier schnell sehen zu können wer Christ und wer Jude ist.

    Solche Regelungen gehören auf den Müllhaufen der Geschichte!

  41. #41 von Bundesbedenkenträger am 26. März 2012 - 23:37

    „um auch hier schnell sehen zu können wer Christ und wer Jude ist.“
    Davon bin ich nicht ganz überzeugt. Adolf unterschied nicht groß zwischen getauften und ungetauften „Juden“ (die „jüdische“ Nonne Edith Stein galt eben als „Jüdin“, wie viele andere auch). Bei den Getauften müßte da aber jedenfalls „evangelisch“ oder „katholisch“ gestanden haben. Bei Ungetaften und Ausgetretenen (gab es ja damals auch schon) dürfte wie wohl auch bei den Juden „ohne“ gestanden haben. So ne Datenbank zum „schnell sehen können“ wohl nicht sonderlich getaugt, ein Abgleich mit anderen Daten wäre nötig gewesen (und all das ohne Compter!). Aus diesem Grund bin ich skeptisch, ob DIES der Grund war für die Erhebung der Kirchensteuer durch den Staat. Ich vermute viel mehr, man wollte damit versuchen, mehr Einfluß auf die Kirche zu bekommen.

    Wobei, ich war grad mal ein weni recherchieren: Schon die Weimarer Reichsverfassung, Art 137 ermöglicht die Erhebung der Kirchensteuer „auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten“. Bei verfassungen.de ist der entsprechende Absatz ebenfalls vorhanden, wobei nur Änderungen bis 30.1.1933 dort berücksichtigt wurden. Die Kirchensteuer ist also mitnichten eine Erfindung Adolfs.

    Und das läßt mich etwas irritiert zurück: Denn diese Behauptung kommt ja immer wieder, und sie wird ja nicht aus dem Nichts aufgetaucht sein. Also muß unter Hitler irgendwas mit der Kirchensteuer passiert sein, was über die WRV hinausgeht. Mich würde ja schon interessieren, was das genau ist (sind Juristen unter uns?). Dabei muß dann aber auch genau auf die Details geachtet werden: Was war vor Hitler möglich, was hat Hitler geändert und was gilt heute noch. Erst dann macht es IMHO Sinn, sich zu den jeweiligen Motivationen Gedanken zu machen.

    Um also einen Schritt weiter zu kommen, möchte ich Dich bitten, die Quelle zu nennen, auf die Du Dich beziehst. Als nächstes können wir dann sehen, wie dadurch die bestehenden Möglichkeiten der kirchlichen Steuererhebung verändert wurden.

  42. #42 von Noch ein Fragender am 27. März 2012 - 09:16

    @ Topic

    Neue Webseite „Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“ (GerDiA):

    http://www.gerdia.de/

  43. #43 von Amazone am 27. März 2012 - 09:58

    @ Kirchensteuer:

    In Österreich wird diese übrigens nicht von den Steuerbehörden erhoben, hier kümmert sich die Kirche selbst um die Eintreibung und führt auch die entsprechenden Prozesse wegen Nichtzahlung selbst. Die einzige rechtlliche Problematik ist in diesem Zusammenhang, dass man – wenn man seinen Wohnsitz neu meldet – angeben muss, welches Bekenntnis man hat und die Datenschutzbeatimmungen regelmäßig verletzt werden, indem die Behörden den Kirchen die Daten weitergeben. Wer sich hier zum Beispiel bei der Angabe irrt – wie ein (ungetaufter!) tschechischer Kollege (Atheist), der schlecht Deutsch kann, hat sofort einen Prozess am Hals, obwohl gemäß einigen Urteilen die Auskunft auf dem Meldenachweis nicht bindend ist. Das ist ähnlich wie bei unseriösen Gewinnspielen im Internet: kaum haben sie deine Mobiltelefonnummer, wird schon für ein „Gewinn-Abo“ abgebucht.

  44. #44 von Skydaddy am 27. März 2012 - 10:28

    @BBT:

    Die Kirchensteuer ist keine Erfindung der Nazis. Aber erst die Nazis haben eingeführt, dass die Kirchensteuer durch die Arbeitgeber einbehalten und abgeführt wird, dazu wurde dann auch die Angabe der Konfession auf der Lohnsteuerkarte „nötig“.

    Vorher haben die Kirche die Steuerlisten für ihre Mitglieder erhalten und dann von denen die Steuer selbst eingefordert.

    Dieses ursprüngliche Verfahren war somit auch verfassungsgemäß (der Verfassung zufolge muss ja niemand seine Religion oder Weltanschauung offenbaren, außer gegenüber den Behörden, wo nötig). Das „Nazi-Verfahren“ ist verfassungswidrig, weil man seine Religionszugehörigkeit dabei ausgerechnet dem Arbeitgeber gegenüber offenbaren muss. (Auch, wenn das BVerfG das leider anders sieht: Es meint, der Verstoß sei nicht so schlimm und in Ordnung, um den Kirchen einen einfachen Steuereinzug zu ermöglichen.)