Schöpfungslehre ist Volksverdummung

Vom 18. bis zum 20. Mai 2012 treffen sich Skeptiker und andere Freunde des kritischen Denkens aus der ganzen Welt zum 6. Weltskeptikerkongress in Berlin. Im Interview mit dem hpd spricht der Physiker und Philosoph Gerhard Vollmer, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der GWUP, über die Bedeutung des Mottos und der Themen des Kongresses.

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hpd: Gläubige meinen hier, die Evolutionstheorie sei wegen noch ungeklärter Fragen nicht besser als diverse kreationistische Schöpfungslehren, und sie fordern, dass sich Kinder und Jugendliche anhand von Nebeneinanderstellungen selbst eine Meinung bilden sollten.

Vollmer: Die raffinierte, geradezu perfide angebliche Gleichberechtigung und deshalb geforderte Gleichstellung von Evolutionstheorie und Kreationismus ist nicht so leicht zu durchschauen. Dem Laien kann man vorgaukeln, es handle sich um zwei konkurrierende Theorien zur Erklärung der Lebenserscheinungen. Für den wissenschaftlich gebildeten Menschen ist es dagegen ganz einfach: Die Evolutionstheorie ist im Wesentlichen richtig, der Kreationismus ist im Wesentlichen falsch! Was richtig und was falsch ist, kann man allerdings nicht der Bibel entnehmen.

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hpd: Was ist für die Gläubigen so attraktiv an den Vorstellungen, obwohl der Götterglaube doch meist mit zahlreichen Pflichten und Einschränkungen – also teils erheblichen Kosten – daherkommt?

Vollmer: Das Festhalten an 6.000 Jahren Welt- und Menschheitsgeschichte macht uns wichtig: Wir sind so alt wie die Welt, haben so gut wie alles miterlebt und vieles davon sogar aufgeschrieben! Die Entdeckung einer Milliarden Jahre langen Evolution – Stephen Jay Gould spricht von der Entdeckung der Tiefenzeit – macht uns kleiner, unbedeutender. Sie ist eine der zahlreichen Kränkungen, die wir durch die Wissenschaft erlitten haben.

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http://hpd.de/node/12996

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