Italien: Weltkulturerbe bröckelt vor sich hin – Untätiger Minister wartet auf ein Zeichen Gottes

Italiens neuer Kulturminister Lorenzo Ornaghi steht vor dem alten Problem der Kulturguterhaltung (akut: Pompeji) und lässt sich dabei von Gott inspirieren

(…)

Die Frage ist nur, ob Pompeji so lange warten kann, bis die öffentlichen Aufträge unter Dach und Fach sind. Denn die Weltkulturerbe-Stätte bröckelt vor sich hin. (…)

Ornaghi geht die Dinge allzu bedachtsam an, um nicht zu sagen: Er ist weitgehend untätig. Er legt die Hände in den Schoß und übt sich in erster Linie in Gottvertrauen. Und das Gottvertrauen ist mehrfach abgesichert: Der studierte Politikwissenschafter ist Rektor der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen (Università Cattolica del Sacro Cuore, UCSC) in Mailand, eine der bedeutendsten katholischen Universitäten weltweit. Zudem ist er Vizepräsident des Verwaltungsrates der katholischen, bischöflichen Tageszeitung Avvenire. Neben dem Wort Gottes hört er gerne auf das von Gianfranco Miglio, dem Theoretiker der rechtspopulistischen Lega Nord, dessen Schüler und Universitätsassistent er in den Siebzigerjahren war.

Weiterlesen:

http://derstandard.at/1325485450552/Italiens-Kulturpolitik-Mit-Gottes-Segen-und-privatem-Geld

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  1. #1 von Coen am 3. Januar 2012 - 10:41

    Eine „Regierung der Experten“ eben. Wäre es der Petersdom der bröckelt, wäre dafür im Zweifel der komplette Staatshaushalt zur Verfügung gestellt worden (damit der Vatikan sich weiter um ähh soziale Projekte kümmern kann)

  2. #2 von Coen am 3. Januar 2012 - 10:43

    Nachtrag:
    Mit den 6 Mrd €, die der italienische Staat der RKK zuschustert könnt eman Pompeji fast originalgetreu wieder aufbauen.

  3. #3 von emporda am 3. Januar 2012 - 11:15

    Das ist ein klassischer Beamter.
    Das Gehalt ist bis ans Ende des Dienstalters 100% sicher. Wer etwas tut, der läuft Gefahr Fehler zu machen, was sein Gehalt schmälern könnte

    Ergo, nichts tun und gelegentlich kluge Sprüche ablassen

  4. #4 von Max Headroom am 3. Januar 2012 - 11:42

    @emporda
    Den Nagel auf dem Kopf getroffen!

    @Topic
    Aufgewachsen mit dem Glauben, übernatürliche Entitäten würden einem schon in der Not helfen, wird dieser Mann – würde man ihn lassen – absolut keinen Finger rühren und sich lieber in einer Kirche einschließen. Eine der ideologie passende Erziehung, hat dieser Mann genossen. Und sowas wird Minister. Passt eben 🙂 .

  5. #5 von emporda am 3. Januar 2012 - 11:51

    @Max
    ich versteh das nicht, sicher bin ich zu alt

    Als beim Erdbeben in Mittel-Italien Hundertausende obdachlos und Zehntausende Bauten unbewohnbar wurden, da hat doch die RKK großzügig geholfen

    Der Papst hat seien Segen gespendet und 500 Ostereier an die Opfer verschenkt.

  6. #6 von entdinglichung am 4. Januar 2012 - 10:44

    aber dafür geniesst Ornaghi das Vertrauen der Märkte 😦