Mauerfall: Friedliche Revolution kam nicht aus der Kirche

Die friedliche Revolution 1989 in der DDR kam nicht „aus der Kirche“. Diese Auffassung vertritt der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn (Berlin), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea zum Tag des Mauerfalls am 9. November vor 22 Jahren. Jahn zufolge ist das SED-Regime nicht mit Kerzen und Gebeten gestürzt worden, sondern durch die politischen Forderungen und „machtvollen Demonstrationen der Bürger auf der Straße mit ihren politischen Forderungen“.

Die evangelische Kirche sei sowohl ein Hort des Widerstands als auch eine Stütze des Staates gewesen: „Die Kirche hat den Raum gegeben, damit sich Menschen austauschen, aber sie hat die Menschen gleichzeitig diszipliniert, damit sie mit ihren Forderungen an den Staat nicht zu weit gehen. Dieser Doppelrolle muss sich die Kirche bewusst werden.“ So seien Organisatoren der Montagsgebete in Leipzig 1988/89 von der Kirchenleitung „weggedrückt und zensiert“ worden.

Weiterlesen:

[http://www.idea.de/index.php?id=891&tx_ttnews[tt_news]=99875&cHash=be0131347b477c37b352c0d5e72c9f35

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  1. #1 von AMB am 8. November 2011 - 19:09

    Wie oft haben Christen behauptet SIE seien für den Mauerfall verantwortlich, die Realität sieht immer anders aus.

    Die Kirche war auch eine Stütze (!) für die DDR, warum überrascht mich das jetzt nicht??

  2. #2 von DerHammer am 8. November 2011 - 19:11

    da wird der BBT wieder drehen und wenden ……… 😀

  3. #3 von Stephan am 8. November 2011 - 19:29

    Ich mach schon mal Popcorn für alle und freu mich auf die BBT-Show.

    Noch einer Eis oder Nüsse ?

  4. #4 von pufaxx am 8. November 2011 - 20:00

    Feldversuch … Jeder greift sich jetzt mal eine Packung Tiefkühl-Erbsen und hört dann Folgendes:

  5. #5 von Sheldon Lee Cooper am 9. November 2011 - 00:20

    > Wie oft haben Christen behauptet SIE seien für den Mauerfall verantwortlich

    Sie haben ja auch das Zeitalter der Aufklärung eingeleitet und das dunkle Zeitalter der Atheisten beendet. *hust*

  6. #6 von Skydaddy am 9. November 2011 - 07:48

    Der Spiegel schrieb 1993:

    Mit den beiden Kirchen tätigte die DDR allerlei Geschäfte; dadurch wurden die Landeskirchen und Diözesen im Osten von ihren Glaubensbrüdern im Westen über Wasser gehalten. Die West-Kirchen lieferten an Ost-Berlin Rohstoffe wie Erdöl, Kupfer oder Naturkautschuk, der Gegenwert wurde den Ost-Kirchen in Mark der DDR, später in Valuta-Mark gutgeschrieben.

    Kirchengeschäft A stand für die evangelische Kirche, Kirchengeschäft C für die Katholiken. Beim Kirchengeschäft B, dem Häftlingsfreikauf, waren das evangelische Diakonische Werk und die katholische Kirche als Vermittler tätig – unentgeltlich, wie beide letzte Woche versicherten.

    Mit der Behauptung, sie hätten „unentgeltlich“ geholfen, reagierten die Kirchen offenbar auf Aussagen von Alexander Schalck-Golodkowski, von denen der Spiegel eine Woche vorher berichtet hatte:

    Der frühere KoKo-Chef gab zu Protokoll, daß
    * das sogenannte Kirchengeschäft B „von Anfang an eine
    vom Ministerium für Staatssicherheit gesteuerte
    Operation“ gewesen sei;
    * nicht knapp 3,5 Milliarden Mark geflossen seien,
    sondern mehr als das Doppelte, „ca. 8 Milliarden DM“

    […]

    Das letzte Geschäft West-Mark gegen Menschen wurde laut Schalck im November 1989 abgeschlossen – zu einer Zeit, als die DDR schon in Auflösung begriffen war. Preis der lebenden Ware: 65 Millionen Mark.

    Auch die beiden deutschen Großkirchen verdienten beim Menschenhandel nach Schalcks Angaben kräftig mit.

    In der BND-Akte, in der „Schneewittchens“ Aussage festgehalten ist, heißt es lapidar:
    “ Der Freikauf erfolgte über die Evangelische Kirche, “
    “ gesteuert vom MfS. Als Gegenleistung erhielt die “
    “ Evangelische Kirche der DDR jährlich 30 Millionen DM, “
    “ seit einigen Jahren 40 Millionen DM. Die Katholische “
    “ Kirche erhielt ca. 14 Millionen DM pro Jahr. „

  7. #7 von Deus Ex Machina am 9. November 2011 - 10:13

    „Wir unterstützen einfach mal beide Seiten, und egal welche dann sich durchsetzt: wir können auf unsere Hilfe verweisen und werden schon unser Plätzchen finden.“ Das Motto der Kirchen. Blanker Opportunismus!

  8. #8 von Ezri am 9. November 2011 - 11:53

    Das Fähnchen im Winde, s’ist ein himmlisches Kinde…