Norwegen: Anschläge offenbar Tat von „christlichem Fundamentalisten“

Die beiden Anschläge in Norwegen sind nach Einschätzung der Polizei die Tat eines christlichen Fundamentalisten. Internet-Einträge des Verdächtigen offenbarten einen „christlichen Fundamentalismus“, sagte ein Vertreter der Osloer Polizei am Samstag. Außerdem vertrete er „rechte“ politische Überzeugungen. Die Polizei macht nach eigenen Angaben einen Mann für beide Taten verantwortlich. Dafür seien „Gründe gefunden“ worden, weitere Festnahmen seien dennoch nicht ausgeschlossen, sagte der Beamte. Bereits am Freitag hatte die Polizei die Festnahme eines 32-jährigen Norwegers bekannt gegeben.

Weiterlesen:

http://www.tagesspiegel.de/politik/anschlaege-offenbar-tat-von-christlichem-fundamentalisten/4424806.html

 

Werbeanzeigen
  1. #1 von deradmiral am 25. Juli 2011 - 00:22

    Wischi-Waschi-Gläubige schreiben kein Manifest. Das sind mindestens 9 Admiral. Das Manifest spricht eher für 10 Admiral.

  2. #2 von Wolfgang Brosche am 25. Juli 2011 - 01:15

    @BBT

    Wenn ich das schon höre: „persönliche Beziehung zu Jesus Christus!“
    Sollte es Jesus wirklich gegeben haben, dann kann kein lebender Mensch eine persönliche Beziehung zu ihm haben, denn er seit 2000 Jahren tot. Genauso wenig hat irgendein lebender Mensch eine persönliche Beziehung zu Julius Cäsar,Napoleon oder Tschingis Khan!
    Persönliche Beziehungen kann man nur zu lebenden Menschen haben und dann auch nur im zwischenmenschlichen Kontakt – alles andere ist ein Phantasieprodukt.
    Ich finde z.B., daß William Shakespeare einer der begnadesten Menschen war, die je gelebt haben, ich liebe seine Werke, kenne vieles von ihm auswendig, habe ungeheuer viel dazu gelesen – aber eine persönliche Beziehung zum Schwan vom Avon habe ich nicht. Das geht nicht, da der Gute 400 Jahre tot ist!

    Dieses christliche Dauergeschwurbel von der persönlichen Beziehung zu Jesus kommt mir im günstigsten Falle vor wie die Pubertätschwärmerei der jungen Mädchen für Robert Pattinson – im schlimmsten Falle, wenn die Leute von Jesus sogar Botschaften empfangen, dann sind das gefährliche Halluzinationen – und in dieser Kategorie hast Du, BBT, ja einiges zu bieten!

  3. #3 von bundesbedenkentraeger am 25. Juli 2011 - 15:32

    @Admiral: Ist ja kein religiöses Manifest, sondern ein politisches 😉 Religiös mag er Wischi-Waschi sein, politisch ist er Fundi. Das erfasst aber Deine Skala nicht.

    @Wolfgang:
    Tja, Jess war tot, lebt aber wieder, deshalb geht das auch mit der Beziehung. Einfach mal die Lehre en bloc und nicht selektiv wahrnehmen 😉

  4. #4 von Max Headroom am 25. Juli 2011 - 16:22

    @Bundesbedenkenträger

    Beim Mörder von Oslo würd ich allerdings höchstens 3 Admiral ausgehen: Weihnachtsmesse -> Christentum in erster Linie als Kulturträger,

    Ich würde ihn auf mindestens 4 schätzen.
    Ein Dreier wäre ein Waschlappenchrist, der zwar in Kirchen mitgeschliffen, aber ansonsten keiner besonderen religiösen Orientierung folgt.
    Die 4er Gruppe sieht interessanter aus. Zitat:

    Verteidigt wortreich seinen Glauben, ist aber nicht bereit, irgendwelche religiösen Handlungen durch zu führen. Leichte Religiotie feststellbar spätestens, wenn Godwin am Ende der Diskussion auftaucht

    Er hat „seinen“ Katholizismus verteidigt. Er hatte eine feste Meinung zu „seiner“ Religion und war aber hingegen bereit, eine „religiöse Handlung“ durchzuführen. Zwar taucht Godwin nicht explizit auf, jedoch darf seine politische Neigung ein Zeichen sein.

    Darüber allerdings wird es fraglich. Die Skala beschreibt die religiöse Gläubigkeit, aber weniger den Fanatismus. Da er wohl kein regelmäßiger Kirchengänger sein wollte, da ja die Supermarktskirchen ihm nicht gefiehlen, dürfte man wohl die Regelmäßigkeit des Kirchganges anzweifeln. Genauso die Ritualität nach den jeweiligen Kirchenregeln. Dagegen spricht jedoch, dass er mit 15 freiwillig in exakt dieser Kirche eintritt. Sowas macht man nicht zwischen Frühstück und Mittagessen, beteuern gerade Religiöse, dass man sich vorher mit dem Glauben auseinandersetzt und intensive Gespräche mit der jeweiligen Priesternschaft führt. Naja, vielleicht in Oslo weniger, weil dort nach jedem Mitgliederstrohhalm gegriffen wird? I don’t know.

    Er hatte seine eigenen Regeln, die er befolgte. Somit ist der Admiral mit Skepsis zu verleihen. Einerseits war er – der institutionierten Religion – nicht besonders nahe. Er wäre wohl eher der „kritischte Katholik“ ((C) Nikki Lauda), der mit seinem aggressivem Katholizismus jedem Killeratheist den Stinkefinger zeigen würde. Andererseits war er so besessen von seiner eigens selbst zusammengebauten Ideologie, dass er dafür sogar töten würde. Naja … und es im gewissem Sinne auch getan hat. Die Waschlappenreligion der Protestanten, obwohl voll und ganz dazugehörig, war ihm nicht aggressiv genug. Und der Katholizismus vielleicht zu päpstlich. Ja, dieses religiöse Interesse zeugt, dass er sich um die „richtige (auch) religiöse Orientierung“ bemühte. Mit Leib und Seele. Und über 80 Menschen haben diese Mühe mit ihrem Leben bezahlen müssen. 4 Admiral … mindestens.

  5. #5 von Wolfgang Brosche am 25. Juli 2011 - 16:27

    @BBT
    Tot ist tot, da helfen keine Pillen – aber Du willst ja an Ammenmärchen glauben – und das macht mich langsam sehr zornig. Ich glaube doch auch nicht, daß Rotkppchen wieder lebte, als der Förster es aus dem Bauch des Wolfes geschnitten hatte, nebst Großmutter!
    Aber es hat keinen Zweck, gegen Dummheit anzukämpfen, sie ist nicht auszurotten. Doch wo Dummheit und Halluzinationen das Denken beherrschen, wie im Falle der Christen, die eine persönliche Beziehung zu Jesus haben, muß man auf der Hut sein. Diese Leute hören nicht auf, zu versuchen, andere mit ihren Halluzinationen anzustecken.
    Zu was das führt, hat man jetzt in Oslo gesehen – und man sieht es bei jedem neuen islamischen Attentat.
    Mit einem erfundenen Gott und seinem wiederauferstandenen Sohn hausieren zu gehen, kann die Menschen zu den unglaublichsten Verbrechen führen. Und jetzt sage ich es ganz deutlich: wer den Humbug von Göttern und wiederauferstandenen Gottessöhnen und ihrer Allmacht predigt, der ist ein geistiger Brandstifter.

  6. #6 von bundesbedenkentraeger am 26. Juli 2011 - 02:19

    andere mit ihren Halluzinationen anzustecken.

    Du bist ja nur neidisch, weil die Stimmen nicht auch zu Dir reden. ROTFL

    Zu was das führt, hat man jetzt in Oslo gesehen – und man sieht es bei jedem neuen islamischen Attentat.

    Klar, nur daran hat es gelegen, daß Breivik sich als Christ verstand. Wer sich als solchen bezeichnet, kriegt sofort die volle Ladung Halluzinationen ab und wird zur wandelnden Zeitbombe. Das ist genau so ein Müll wie „alle Moslems sind Terroristen“.

    Mit einem erfundenen Gott und seinem wiederauferstandenen Sohn hausieren zu gehen, kann die Menschen zu den unglaublichsten Verbrechen führen.

    Für keines dieser Verbrechen ist ein Gottesglaube nötig. Für alle Verbrechen gibt es auch glaubensfreie Varianten. Korrelation und Zusammenhang ist nicht das Gleiche, ne?

    wer den Humbug von Göttern und wiederauferstandenen Gottessöhnen und ihrer Allmacht predigt, der ist ein geistiger Brandstifter.

    Es sind immer die anderen…

    @Max:
    Ich hab jetzt noch nichts lesen können in den Medien, daß er groß seinen Glauben verteidigt hätte. Vielmehr hat er den Glauben doch abgelehnt und das Christentum für sich als kulturelle Größe definiert.

  7. #7 von Max Headroom am 26. Juli 2011 - 03:59

    @bundesbedenkentraeger
    Für jemanden, der den Glauben abgelehnt hat, nahm er sehr oft die Begriffe in den Mund. Wenn also jemand in sein Manifest eindeutig über den Glauben spricht, ihn als eine Größe ansieht, ihn in der „richtigen Glaubensform“ sehen möchte, dann ist er also jemand, der den Glauben ablehnt.
    OK. Alles klar. Vollkommen logisch, wie immer.

    4 Admiral, mindestens.

    Aus dem Manifest:

    Unfortunately, that has not stopped the cultural critics from indoctrinating this new generation in feminist interpretation, Marxist philosophy and so&called “queer theory.” Requirements for reading Shakespeare, Milton, Chaucer, and other dead white males are disappearing, to be replaced by options to take studies in “The Roles of Women in the Renaissance” (an excuse to lament the sexism of the past) or “The Bible as Literature” (a course designed to denigrate the Bible as cleverly crafted fiction instead of God’s truth).

    Anscheinend sind Leute, die den Glauben ablehnen, der Meinung, dass die Bibel das Wort Gottes, die Wahrheit, sei. Natürlich. Was sollte man auch anderes erwarten.

    The Second Vatican Council from the 1960s was good for reaching out to Christians of other denominations, Protestant and Orthodox, and for reaching out to Jews. The problematic aspect is in relations to Islam.

    Wenn man die Moslems nicht mag, ist ein Bezug zum Vatikan natürlich für einen Gläubigen nicht vorteilhaft. Ein wahrer katholisch-orientierter Protestant tut sowas natürlich nicht. Kulturchristen haben dies hingegen wohl im Blut.

    Die Integration von „A future Christian identity for Europe?“ auf Seite 695 zeugt auch von einer starken ablehnenden Christenader.

    However, some may argue that this is impossible, that men can not bring about God’s kingdom here on earth, alas, they miss the point & we do not need to, The Lord Christ did this two thousand years ago, this would merely be and expression of The Kingdom on earth.

    Und so weiter, und so fort. Der Kerl war in erster Linie einfach nur durchgeknallt, und die christliche Ideologie hätte er gerne ein bisschen „intensiver“ erlebt. Nein, der Kerl war nicht nur „kulturell christlich“, der nur Kirchengänge und Händefalten kannte, der Kerl hat sich schon ein wenig mehr in der Materie ausgekannt, als der Standard 3-Punkte Admiral. Und ja, es ist nicht Dein protestantischer Glaube. Aber wer wiederholt denn nochmals so schön immer wieder, dass das Christentum sehr breit gefächert ist, und das wir dumme Atheisten alles nur so eng sehen würden? Nun willst Du seinen Glauben nicht erkennen? Jemanden, der sogar im Nichtglauben eine Ideologie zu sehen vermag?

    Aber um Deine Neugier zu befriedigen: nein, er hat natürlich nicht seinen Glauben GROSS verteidigt. Er hat nur darüber geschrieben, wie unglücklich er mit der jetzigen Situation in seiner Gemeinde ist, wie unkatholisch die protestantische Kirche ist. Die Passage, die gerne hervorgekramt wird, spricht natürlich über den kulturellen Christ, doch es ist nicht alles, was über seine Ideologie im Manifest zu lesen ist.

    Q: Do I have to believe in God or Jesus in order to become a Justiciar Knight?

    A: As this is a cultural war, our definition of being a Christian does not necessarily constitute that you are required to have a personal relationship with God or Jesus. (..)

    It is not required that you have a personal relationship with God or Jesus in order to fight for our Christian cultural heritage and the European way. (..)

    So no, you don’t need to have a personal relationship with God or Jesus to fight for our Christian cultural heritage. It is enough that you are a Christian&agnostic or a Christian&atheist (an atheist who wants to preserve at least the basics of the European Christian cultural legacy (Christian holidays, Christmas and Easter)).

    The PCCTS, Knights Templar is therefore not a religious organisation but rather a Christian “culturalist” military order.

    Doch das ist natürlich kein Glaube. Erst recht kein christlicher, nicht wahr? Weil nämlich auf Seite 1460 der Kulturchrist sich doch noch für ein Gespräch mit dem Gott entscheidet:

    I prayed for the first time in a very long time today. I explained to God that unless he wanted the Marxist&Islamic alliance and the certain Islamic takeover of Europe to completely annihilate European Christendom within the next hundred years he must ensure that the warriors fighting for the preservation of European Christendom prevail.

    Pech… Gott hat ihm leider nicht im intensivem persnölichem Gespräch verboten, die Kinder zu ermorden. Vielleicht mangelte es an (richtigen/wahren) Stimmen in seinem Kopf? Hätten die Katholiken und Protestanten vielleicht etwas intensiver zu ihrem Gott beten sollen, damit er die Stimmen in seinem Kopf ein wenig lauter gestellt hätte? Who knows… die Wege des Herrn sind bekanntlich unverständlich.

    Auf Seite 1405 kann man auch seinen Bezug zur Kirche lesen. Berufsinterpretierer leiten daraus wohl ab, dass er Atheist, Kommunist oder Fantasist sei, aber bloß kein Christ. auch die 100% davor sind bekanntlich nur ein Druckfehler. Nein, der Mann bekommt 4 Admiral, mindestens. Bei solchen christlichen „Visionen“, dem Hass gegenüber den Andersgläubigen und dem Werteverlust in der Gesellschaft, bekanntlich eine Eigenschaft von Menschen, die ihren Glauben ablehnen(!), sind die 4 mehr als gerechtfertigt. Eine 9 oder 10, wie Admiral sie vorschlug, würde ich mangels Allah auf dem Bombengürtel, oder dem „Gott mit Uns“ Kampfschrei beim Amoklauf, ablehnen. Er tötete nicht als „Gotteskrieger“, sondern als Mensch … mit einer (100%) christlichen Meinung zur Gesellschaft. Er sah sich so, er beschrieb sich so und so nehme ich ihn eben auch wahr. Du hingegen wohl nicht. Für dich ist der christliche Glaube eben an mehr gekoppelt, als das simple Glauben an Gott. Verständlich.

  8. #8 von bundesbedenkentraeger am 26. Juli 2011 - 05:38

    @Max:
    Danke für die Auszüge. Wo gibt’s das denn zum Kontextlesen?

  9. #9 von Max Headroom am 26. Juli 2011 - 13:02

    @bundesbedenkentraeger
    Unter den Suchwörtern „Manifest“ und „Oslo“ bekommst Du Links zu „IRANOPOLY“ und „Der Tagesspiegel“, sie bieten das Manifest an. Oder Du suchst mit den Wörtern „2083 A European Declaration of Indepence PDF“ nach weiteren Anbietern.
    Bitte verstehe, dass ich hier nicht den Link angebe, weil das Manifest unter anderem eine Bombenbauanleitung beinhaltet und ich sowas nicht besonders gutheisse.

    Ich empfehle aus versch. Quellen downzuloaden. Ich hatte vier Quellen, weil ein Download 2 MB größer als die anderen war (Trojaner?, PDF-Umwandlung?). Meine Datei hat 8.110.402 Bytes und (noch) hat kein Antivirus sich gemeldet.

  10. #10 von sergej_k am 26. Juli 2011 - 13:14

    8.110.402 bytes! Dann hast Du das Original. 😉

  11. #11 von Bundesbedenkenträger am 26. Juli 2011 - 16:23

    @Max:
    Danke, hab’s inzwischen. Ich fragte, weil ich vorher bei ner ganze Menge Suchergebnisse ins Leere griff, weil das Manifest wieder von den entsprechenden Sevrern gelöscht wurde.

  12. #12 von Bundesbedenkenträger am 26. Juli 2011 - 17:10

    Bin grad am Lesen. Da tauchen verschiedene Namen (Fjordman, Kyle Spotswood, John H. McWhorter, Andrew Berwick…) auf. Sind das alles Pseudonyme, die er benutzt hat? Wißt Ihr da Genaueres?

  13. #13 von Max Headroom am 26. Juli 2011 - 20:38

    Der hat alles zusammengetragen, was anscheinend seinem Bild zugute war. Oder, auf Neudeutsch: er hat geguttenbergt – aber teilw. korrekt zitiert.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fjordman
    http://en.wikipedia.org/wiki/John_McWhorter
    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:4A95L1FqUUAJ:www.politicsforum.org/forum/viewtopic.php%3Ff%3D42%26p%3D13763850+A+future+christian+identity+for+europa+spotswood&cd=3&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a&source=www.google.de

    Wobei Andrew Berwick nun sehr verdächtig nach dem Namen des Amokläufers klingt.