Ohne Gott ist alles Käse

Der Hüstener Käsemarkt war auch dieses Jahr bei strahlendem Sonnen schein wieder ein großer Anziehungspunkt. Erstmalig hatte sich die katholische St. Petri-Gemeinde vorge nommen, die vielen Besucher des Käsemarktes in ihre Kirche einzuladen um nach “Gaumenfreuden” noch “See­lenhäppchen” zu genießen.

Augenfälliges Zeichen für die Aktion war schon Tage zuvor ein großes Werbebanner, das an einem Baugerüst an der Kirche aufgehängt war: “Ohne Gott- alles Käse?” Das provokante Motto der Aktion erfüllte schon im Vorfeld seinen Zweck: Es wurde viel darüber nachgedacht, diskutiert und geschmunzelt. Weitere Gedankenverbindungen zwischen “Gott, Genuss und Käse” drängten sich förmlich auf und wurden ebenfalls mit weit sichtbaren Spruchbannern an den Kirchenwänden öffentlich: “Gott ist nicht geschmacklos”, “An Kirche ist nicht alles Käse”, und “Gott schmeckt gut”.

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  1. #1 von katholenblogger am 17. April 2011 - 19:35

    Käse ist unglaublich lecker und edel, und ein tolles Beispiel für die Möglichkeiten menschlicher Innovation und Technik.

  2. #3 von Hinterfragerin am 17. April 2011 - 19:59

    „Gott schmeckt gut“ – hatte jetzt nur ich die “Hostie mit lecker Käse”-Assoziation??

  3. #4 von peanut am 17. April 2011 - 20:12

    Gottloser Käse schmeckt so viel besser.

  4. #6 von pufaxx am 17. April 2011 - 20:30

    … und kein Banner “Käse stinkt”?

  5. #7 von affenjunge am 17. April 2011 - 20:58

    „Gott ist nicht geschmacklos“, „Gott schmeckt gut“?

    Irgendwie find ich das Christentum, mit seiner seltsamen Fixerung darauf dass sein Gott ein Lebensmittel ist, immer gruseliger.

    Wie nennt man das überhaupt? “Deuphagie”?

  6. #8 von pufaxx am 17. April 2011 - 21:05

    @affenjunge: Stimmt, das ist irgendwie echt auffällig. Wird immer biologischer, der Kerl. Inzwischen auch auf der Bundesgartenschau vertreten. Ob da wohl Gen(esis)manipulation im Spiel ist?
    :)

  7. #9 von dinuma am 17. April 2011 - 21:11

    @affenjunge

    Das Christentum kennt ja den symbolischen Kannibalismus, dürfen doch die Gläubigen beim Abendmal den Leib Christi “geniessen”. Trotzdem fällt auf, dass die Kirche immer verzweifelter nach immer neuen Marketing-Tricks sucht, um dem abnehmenden Einfluss der Kirche und dem schwindenden Interesse der Konsumgesellschaft etwas entgegenzuhalten, und sei es, indem man aus Gott selbst wieder sowas wie ein Konsumprodukt macht (was er letztendlich ja auch ist).

  8. #10 von Max Headroom am 17. April 2011 - 21:15

    Erst­malig hatte sich die katho­li­sche St. Petri-Gemeinde vorge­nommen, die vielen Besu­cher des Kase­marktes in ihre Kirche einzu­laden um nach “Gau­men­freu­den” noch “See­len­häpp­chen” zu genießen.

    Warum? Ist das “ganz normale” Seelenheilsversprechen so unanziehend geworden, dass man es nun mit Appetithäppchen versuchen muss? ;) .

    Das provokante Motto der Aktion erfüllte schon im Vorfeld seinen Zweck (..)

    Natürlich. Jede PR ist gute PR. Das war schon bei der Bustour klar ersichtlich ;) . Selbst der Kindesmissbrauch ist ein Mittel um Gott, Jesus und die kirchliche Ideologie wieder “zurück in’s Gespräch” zu bringen.

    Gott ist nicht geschmacklos (..) Gott schmeckt gut

    Einen bitteren Nachgeschmack haben jedoch viele Geschichten, insbesondere mit den bekannten strafenden und zornigen Gott des alten Testamentes, hinterlassen. Färbte hier ein Teil des göttlichen Geschmackes auf die Geschichte ab? ;) .

    An Kirche ist nicht alles Käse

    Nein. Ein paar Löcher und ein wenig Schimmel ist noch vorhanden, je nach Kirchkäsesorte :P .

    Mit allen Sinnen auf Gott einlassen

    Wieso auf Gott? Wohl eher auf das Produkt menschlicher Kunstfertigkeit. Ob man hinter einer bildhauerischen oder musikalischen Kunst eine Gottheit vermutet, oder eher das Können einer Person, kann ich nicht auf eine existente und omnipotente singulare Persönlichkeit zurückführen. Vielleicht fehlt mir der passende Sinn hierfür :P .

    Ja, so kann Kirche heute gehen!

    Das Problem ist, dass dies eine Aktion eines netten Kirchenmannes war. Was seine Vorgesetzen hingegen für Methoden anwenden, ist hingengen in der Kirche wohl kaum bekannt gemacht worden. Dafür muss man sich dann auf “kirchenferne” Quellen verlassen, und weniger auf den käsigen Nachgeschmack einer schönen Kirchentour.

    Kirche bleibt wenn sie geht.

    Welche Kirche denn? Die russisch-orthodoxe? Die Pius-Gemeinde? Die konservative Opus Dei Gesellschaft? Die homophobe und frauenverachtende Ratzinger-Gruppe? Nicht alles was ein Kreuz trägt ist eine “Kirche” nach katholischem Vorbild.

  9. #11 von affenjunge am 17. April 2011 - 21:26

    @puffax :D

    Stimmt, das ist irgendwie echt auffällig. Wird immer biologischer, der Kerl. Inzwischen auch auf der Bundesgartenschau vertreten

    Echt? Das hab’ ich gar nicht mitbekommen. oO

    Ich hab’ aber irgendwie sowieso das Gefühl, dass die Kirchen momentan massiv versuchen, sich wieder in den gesellschaftlich-politischen Mittelpunkt zu drängen. Egal ob das nun vom Volk gewünscht wird oder nicht.

    @dinuma

    Das Christentum kennt ja den symbolischen Kannibalismus, dürfen doch die Gläubigen beim Abendmal den Leib Christi „geniessen“.

    Ja, darauf hab’ ich angespielt ;)

  10. #12 von AndreasA am 17. April 2011 - 23:10

    Äh, Entschuldigung wenn ich jetzt mal blöd frage, aber wenn Religioten mit dem Motto

    Ohne Gott ist alles Käse

    auf einem Käsemarkt auftreten, dann hat das religiotische Doppeldenk sie selbst in die Irre geführt, oder?

  11. #13 von pufaxx am 17. April 2011 - 23:17

    Wow. Fürwahr, das ist ein Eigentor.
    :)

    Wobei man natürlich wieder argumentieren könnte, dass auf einem Käsemarkt nicht alles Käse ist. Fängt schon bei den Marktständen an. Die sind wahrscheinlich aus Pressholz, Metall usw.

  12. #14 von mreins am 17. April 2011 - 23:28

    Ich bin ja immer für klare Worte.
    Und deshalb diese Gleichung:

    Wenn
    “ohne Gott alles Käse” ist

    dann muss ja
    “mit Gott alles Analogkäse” sein.

    Oder?

    Deshalb mach ich meine Pizza auch immer selbst.

  13. #15 von pufaxx am 18. April 2011 - 01:10

    Hm. Wenn ohne Gott alles Käse ist – und das trifft beispielsweise auf meinen Haustürschlüssel nicht zu – dann … Verflixte Axt: Den Kerl gibt’s wirklich. Au Mann, was für ne kalte Dusche am späten Abend …!

  14. #16 von Skydaddy am 18. April 2011 - 06:29

    Christliche Argumentationen – so löchrig wie ein schweizer Käse.

  15. #17 von pufaxx am 18. April 2011 - 07:12

  16. #18 von peanut am 18. April 2011 - 09:19

    ………….Nein. Ein paar Löcher und ein wenig Schimmel ist noch vorhanden, je nach Kirchkäsesorte :P ……….

    Max, da gibt es noch den Ekelkäse mit Maden.

  17. #19 von affenjunge am 18. April 2011 - 12:10

    Um mich selbest zu korrigieren:

    Wie nennt man das überhaupt? „Deuphagie“?

    “Theophagie” :P

  18. #20 von entdinglichung am 18. April 2011 - 12:12

    Käse is(s)t Gott!

  19. #21 von peanut am 18. April 2011 - 15:58

    Der Mond ist auch aus KÄse. Was sagt uns das nun über Gott? ;-)

    Käsebeweis hier ab 1:55

  20. #22 von Bibliothekar am 18. April 2011 - 18:39

    Mmmmhhmmmmm Käääääääse

  21. #23 von Hässliche Wahrheit am 18. April 2011 - 20:47

    Die Kirche ist doch kein Käse. Ich würde sie eher zwischen Scheibletten und Schmelzkäse einordnen. Warum? Ganz einfach.

    -hochgradig geschmacklos
    -Austauschbare Massenware
    -fanatische Fanbasis, die Aussenstehende nicht verstehen können
    -wer damit aufhört, fragt sich wie er erst damit anfangen konnte
    -und wer weiß wie Kirche und Industriekäse gemacht werden, kann danach nicht mehr ruhig schlafen

  22. #24 von Wolfgang Brosche am 18. April 2011 - 22:15

    Die katholische Kirche kennt keinen symbolischen Kannibalismus – im Gegenteil: bei der katholischen Eucharistie sind Hostie und Wein tatsächlich Jesu Fleisch und Blut. Darum dreht sich ja der ganze Zirkus mit den Protestanten – die wollen ja nur noch symbolische Kannibalen sein.
    Die Pius-Brüder und andere faschistisch-katholische Organisationen wollen ja erneut die im II. Vatikanum eingeführte Handkommunion verbieten – die fürchten nämlich, daß ganz böse Kirchenfeinde Unsinn mit dem Leib des Herrn anstelen könnten – sofern sie ihn nicht vom Priester ind Mäulchen geschoben bekommen.
    Den Wein dürfen in der katholischen Kirche ja sowieso nur die Priester saufen – und was an Resten von den Hostien übrigbleibt, selbst der kleinste Krümel, wird im Tabernakel verwahrt! ist der ja der Leib des Herrn.
    Hostienschändungen waren in der libertinen Zeit vor und während der französischen Revolution sehr beliebt; man lese nur mal nach, in welche Körperöffnungen der Marquis de Sade in seinen Werken die Pappdinger schieben läßt! Das war ein Weg der Infamie des Katholikentums mit anderen Infamien zu begegnen; aber letztendlich ist ja auch die Hostienschändung auf perverse Weise eine Anerkennung des christlichen Schwurbels, der damit verbunden ist. Tiefenpsychologisch sehr interessant!
    Ich möchte nicht wissen, wieviel Meßwein die Kinderschänder in der katholischen Kirche ihren Opfern eingeflößt haben…