Kristina Schröder: „Gott hat den Menschen frei geschaffen“

Über den christlichen Glauben als Wertefundament hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am Sonntag in der neuen kirchlichen Talkshow „So gesehen“ auf Sat.1 gesprochen. „Jegliches Handeln in der Politik muss man an den Werten abgleichen“, findet sie.

Freiheit und Verantwortung gehören für Schröder zu den wichtigsten dieser Werte. „Gott hat den Menschen frei geschaffen. Gott hat den Menschen die Freiheit gegeben, auch Dummheiten zu machen, aber er muss sich dann eben auch dafür verantworten“.

(…)

„Meine Werte haben etwas mit meinem christlichen Glauben zu tun. Aber ich würde schon sagen, auch jemand, der kein Christ ist, oder auch der sogar gar keine Religion hat, kann zu Werten kommen – man kann auch über Kant Werte begründen. Der christliche Glaube ist nicht die einzige Quelle, aber für mich ist er in der Tat eine sehr wichtige Quelle.“

Weiterlesen:

http://www.pro-medienmagazin.de/politik.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=3628

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  1. #1 von Bibliothekar am 31. Januar 2011 - 17:07

    „auch jemand, der kein Christ ist, oder auch der sogar gar keine Religion hat, kann zu Werten kommen“

    Ich lese das als ein sehr großes KANN und ein noch größeres SOGAR, als würde es sie überraschen einen Muslim oder sogar Atheisten mit einem Wertesystem zu treffen.
    (was für eins meint sie eigentlich? Humanistisch? Christlich? Schariah-Konform, letztere würden mich bei Atheisten in der Tat überraschen)

    PS: Ich würde ja sagen, dass MUSS und WEIL besser Passen, aber ich bin auch nicht Familienminister(in)

  2. #2 von Lothar Bendig am 31. Januar 2011 - 17:10

    …… „auch jemand, der kein Christ ist, oder auch der sogar gar keine Religion hat, kann zu Werten kommen“ …

    Großzügige Zugeständnisse an Nicht-Christen macht die Dame da!

    … „man kann auch über Kant Werte begründen“ …

    Das sich in unserer Gesellschaft Werte entwickelt haben, die heute nicht von einem Gott und nicht von Kant abhängen, darauf ist sie noch nicht gekommen. Alles in allem ein sehr naives statement.

  3. #3 von Max Headroom am 31. Januar 2011 - 17:14

    Ich habe die Sendung zufällig gesehen und fand es gut, dass sie den Moderator gleich korrigierte. Denn er behauptete, dass man für Werte eine Religion benötige. Sie hingegen machte klar, dass man auch als anders- und ungläubige Person Werte haben und weitervermitteln kann. Schließlich habe sie ihre Werte ja auch aus ihrer Familie gelernt und gebe sie an ihr kommendes Kind durch das Vorleben weiter. Das Christentum ist ihr wichtig, doch sie hat IMO erkannt, dass Werte nicht eine absolute Basis im Glauben haben, wie es von Geistlichen gerne behauptet wird.

  4. #4 von ichso am 31. Januar 2011 - 17:17

    @Max:

    So wie du es beschreibst, scheint es mir glatt, als hätte die Frau wirklich mal etwas Intelligentes von sich gegeben, zumindest in Bezug auf Religion.

  5. #5 von Cajus Pupus am 31. Januar 2011 - 17:19

    „Und ich, der Herr, Gott, gestaltete den Menschen aus dem Staub des Erdbodens und hauchte in seine Nasenlöcher den Lebenshauch; und der Mensch wurde eine lebende Seele, das erste Fleisch auf Erden, auch der erste Mensch; doch wurde alles zuvor erschaffen, aber geistig wurde es erschaffen und gemacht, gemäß meinem Wort.“

    Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Bei der Auswahl des Staubes muß er sich wohl irgendwie vergriffen haben. Es gab damals bestimmt auch schon verseuchte Erde.

    Und dann noch zu sagen: „…gemäß meinem Wort“! Da fragt man sich ob er sich da nicht irgendwas in den Bart genuschelt hat und in welcher Sprache!

    Wenn für Kristina Schröder der Glaube in der Tat eine sehr wichtige Quelle ist, dann soll sie auch dafür Sorge tragen, dass der islam, welche als „Religion“ verschrieen ist aber keine Religion ist, sondern eine Staatsdoktrin, sich nicht mehr in unserem christlichen Land ausbreitet!

  6. #6 von Andreas A. am 31. Januar 2011 - 17:20

    Meine Werte haben etwas mit meinem christlichen Glauben zu tun

    Will sie jetzt Homosexuelle verfolgen oder Kondome verbieten? Kinderschänder freisprechen und andere Religionen verbieten?

    Aber ich würde schon sagen, auch jemand, der kein Christ ist, oder auch der sogar gar keine Religion hat, kann zu Werten kommen

    Es ist beschämend für mich, dass ich zuerst fast schon froh war, dies zu hören!

    Natürlich ist eine bodenlose Unverschämtheit dieser aggressiven Christen, anderen Menschen „Werte“ abzusprechen oder eben nur mit „Ach und Krach“ zuzusprechen.

    Daran wird sich leider so schnell nichts ändern, da den Christen ja unbegrenzte Medienzeit und Geldressourcen zur Verfügung stehen, so können sie ihre Lügen so lange verbreiten, bis jeder daran glaubt.

  7. #7 von Andreas P am 31. Januar 2011 - 17:25

    @Max, so reflektiert ist die Ministerin „gegen kinderlose Maenner mittleren Alters“ nicht: Sie hat schlicht nur nach der Hohmann-Geschichte ihrer Hessen-CDU „gelernt“, dass eine exklusiv prochristliche Position eben zwangslaeufig auch antijuedisch ist – und dabei will sie sich nicht erwischen lassen.

    Der Rest ist Geschwafel nach dem Junge-Union-Seminarmerkblatt „Presseauftritte“: „Erscheine umgaenglich, indem Du kleine, unwesentliche Konzessionen machst.“

    Mehr als „man darf auch meiner Meinung sein und mich waehlen, wenn man kein Christ ist, ich erlaube das gnaedig in meiner christlichen Duldsamkeit“ lese ich da nicht raus.

  8. #8 von Andreas A. am 31. Januar 2011 - 17:25

    @Max

    Wie hoch wird wohl der Anteil der Atheisten sein, die solch eine Sendung verfolgen?

    Deine Schilderung zeigt wieder einmal, dass man nicht auf einseitige Pressnachrichten hereinfallen darf.

    Obwohl man es doch gewohnt ist, von den Christen angelogen zu werden, kommt dies zu selten heraus.

    Frau Schröder hat in ihrem Rahmen dann doch noch recht gut geantwortet.

  9. #9 von AMB am 31. Januar 2011 - 17:27

    @Cajus

    Könntest du aufhören, diese Naziseite zu verlinken??

  10. #10 von Igor am 31. Januar 2011 - 17:39

    Ja, Cajus, na sicher doch. Der Islam ist nur eine Staatsdoktrin, aber der Vatikan ist ja zum Glück kein Staat inklusive Doktrin, sondern nur von einem Erbdikatator und seinen Schergen besetzte Gebiet, richtig?
    Tsts…

  11. #11 von karin am 31. Januar 2011 - 17:46

    Danke ich bin leider nicht so belesen dem Cajus das so zu sagen wie ihr es könnt ,ich möchte mich an AMB und so weiter anschließen

  12. #12 von Jocker am 31. Januar 2011 - 17:55

    @Cajus Poppus

    **dass der islam, welche als „Religion“ verschrieen ist ………**

    Bei den Pausenclowns meines Onkels ………..nur der Islam ????

    **sich nicht mehr in unserem christlichen Land ausbreitet!**

    Ja ja freie Jagt für freie Christen ………. !

    Vor was habt ihr den angst ????? laufen doch beide auf ein und der selben Spur .
    Kein unterschied bei den beiden wappler ansichten . Frauenfeidlich , Kinderfeindlich , Lesben und Homofeindlich , verachten die Menschenrechte …….. also wozu die aufregung ?

  13. #13 von Max Headroom am 31. Januar 2011 - 18:20

    @Andreas P
    Klar. Schließlich ist sie ja auch eine Politikerin. Aber in der Sendung hat sie dem Moderator explizit widersprochen, weil er sie immer wieder darauf hinwies, dass „Werte“ und „Glauben“ in Zusammenhang stehen (müssen).

    @Andreas A

    Wie hoch wird wohl der Anteil der Atheisten sein, die solch eine Sendung verfolgen?

    Ich habe den Timer meiner Aufnahme der Wiederholung von „Genial daneben“ großzügig gewählt. So gelang auch diese Sendung auf die Platte 😉 .

    Deine Schilderung zeigt wieder einmal, dass man nicht auf einseitige Pressnachrichten hereinfallen darf. (..) Frau Schröder hat in ihrem Rahmen dann doch noch recht gut geantwortet.

    Sie hat natürlich gerne ihre christlichen Äußerungen begründet, zweifelsfrei. Aber sie blieb überraschend distanziert. Ich habe das File noch auf der Platte und gebe es mal als Mitschriftlich wieder:

    Bezogen zu ihrer Entscheidung zur Politik, sagte der Moderator: „Ich sehe es sind ja nicht nur Werte. Es hat auch was mit Glauben zu tun“.
    Ihre Antwort … ein leicht zögerliches „Ja“. Heute denkt sie sicherlich so, aber damals war es die Wiedervereinigung, die sie politisch motivierte. Heute sagt sie: „Wir können unsere Werte letztlich nicht beweisen. Wir können ja nicht sagen, dass es „objektiv“ so ist, dass unsere Werte so oder so sind. Letztlich sind unsere Werte ja Glaubenssache. Irgendwo muss man sagen „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, das sind meine Werte. Und das sind auch meine Rangordnungen der Werte. Da kann man ja auch drüber streiten“. Und da ist der christliche Glaube auch etwas, was diese letzten Werte fundiert.“
    Mir scheint es, als könne sie den naturalistischen Fehlschluss bewusst und sehr gekonnt umschiffen 🙂 . Leider fehlte (natürlich) der Hinweis, dass unsere bekannten Werte stets vom Menschen kommen, und nicht von einer denkenden und als brennender Busch zur Kommunikation fähigen Supernatürlichkeit. Aber was verlangt man denn von einer CDU-Politikerin, Christin und Interviewperson in einer christlichen Sendung? 😉 .

    Interessanter war kurze Zeit später folgendes:
    Moderator: „Die Werte haben ja auch was zu tun mit dem Glauben. Ich merke, dass in Diskussionen Menschen gerne von Werten sprechen, aber wenn man dann anfängt davon zu sprechen „ja, ohne Glauben kann man dann letzlich die Werte ja auch nicht verwirklichen. Man braucht eine Beziehung zu Gott um diese Werte zu pflegen“, da wird es dann schwieriger.“

    Schröder: (erhobener Zeigefinger). „Hmmm. Das würde ich bestreiten. Bei mir … meine Werte haben was mit dem christlichen Glauben zu tun. Aber ich würde schon sagen: auch jemand der kein Christ ist oder der gar keine Religion hat, kann zu Werten kommen. Man kann auch über Kant Werte begründen. Der christliche Glaube ist nicht die einzige Quelle. Aber für mich ist es in der Tat eine sehr wichtige Quelle.“

    Man bemerke … in der pro-Meldung fehlt der Hinweis, dass ihre Äußerung eine Reaktion auf die Aussage des Interviewers war.

  14. #14 von Bibliothekar am 31. Januar 2011 - 19:06

    @Cajus:

    Hier glauben glauben wir (nur?) nicht an Götter.

    Wären unsere politischen Ansichten deinen ähnlich wären wir auf PI-News unterwegs und nicht hier.

    Vermutlich im Sinne aller Anwesenden: Lass uns in Ruhe, Fanatiker ganz gleich welcher façon sind uns zuwider.

  15. #15 von AndreasA am 31. Januar 2011 - 19:40

    @Max

    Danke für den „Mitschnitt“ !

  16. #16 von Andreas P am 31. Januar 2011 - 21:31

    @Max: Tun sie ja auch.

    Jeder Glaube ist wertlos. 😀

    Wertvoll sind Wissen und Moral. (Wenn beides zusammenkommt, Wissen um die (Begründung von) Moral, hätten wir Ethik.)

    Die christliche Moral ist keine.

    Das Christentum ist völlig nihilistisch, es gibt nix an sich Gutes oder Böses, es gibt nur Strafe und Belohnung entsprechend Gottes Willen (der dann sinnwidrig als „gut“ definiert wird). Die christliche Moral ist, in letzter Konsequenz, also eine egoistische (Maximierung des zu erwartenden eigenen Vorteils). Der Fachmensch spricht von Klugheitsregeln, oder Zweckmäßigkeit. Die christliche Vorstellung von den durch die Straßen rennenden und wild mordenden Atheisten hat genau in diesem Mangel an Moral, „Werten“, ihren Ursprung: Das Christentum selbst kennt keine Werte, es kennt nur kluges Buckeln.

    (Dass sich viele Christen de facto moralisch verhalten, tun sie trotz, nicht wegen der Klugheitsethik ihrer Religion.)

    Auch wenn Wertegeschwafel heute modern und Werteerziehung en vogue ist: Ich halte das meiste auf diesem Feld für ausgemachten Unsinn. (Und verweise auf die Expertise aus einem Philosophiestudium, faulheitshalber.) Das, was Leute an „Werten“ und „Moral“ vor sich hertragen, sind in aller Regel nicht ihre Beweggründe, sondern volkspsychologische Ausdeutungen ihrer Neigungen, auf bestimmte Weise zu handeln. Sekundäre Rationalisierungen letztlich: Wir verhalten uns moralisch, sehen Dinge als fair und unfair, und erfinden uns dann Gründe dazu.

    Was Gläubige und Nichtgläubige dann eben unterscheidet, sind unterschiedliche Ausdeutungen des im wesentlichen selben Verhaltens (wie es jede Studie zum Thema belegt). Nur lassen sich die Gläubigen eben mit der Hilfe ihres Systems an Rationalisierungen manipulieren (was mit Kommunismus und Faschismus genauso gut geht wie mit Katholizismus, nimmt sich alles nix): Man kann „Moralgläubigen“ einreden, etwas sei eigentlich gut und in Ordnung, von dem sie eigentlich merken, dass es nicht in Ordnung ist. Das ist bei notorischen Moralsystem-Skeptikern so nicht möglich.

    „Religion dient dazu, gute Menschen zu schlechten Handlungen zu überreden“, ist das sinngemäße Zitat dazu. Verwerfliches tun und trotzdem ein halbwegs gutes Gewissen haben. Genau deshalb auch die vielen Feldpfaffen beim Bund.

  17. #17 von Lebrac am 1. Februar 2011 - 16:07

    Gelegentlich soll es sogar religiöse Menschen geben, die einen Verstand haben. Frau Schröder gehört offenbar nicht zu diesen Ausnahmen.

  18. #18 von Deutsch-Pole am 2. Februar 2011 - 20:14

    Oh Gott, hat sie die Bibel mal gelesen?! Besser wäres es zu sagen: Werte sind von Gott vorprogrammiert,als default Einstellung…