Der Glaube an den Schutzengel

In Buenos Aires ist eine Frau aus dem 23. Stockwerk eines Hochhauses gesprungen, sie fiel mehr als 100 Metern in die Tiefe und landet auf einem Taxi – die Frau hat überlebt.

(…)

Bei solchen Nachrichten, wenn Menschen dem scheinbar sicheren Tod oder einem Unfall entrinnen, sagen wir: Der hatte einen Schutzengel. (…)

Auch wenn diese Schutzengel nicht zu sehen sind, glauben zwei Drittel der Deutschen (Umfrage von 2006), dass einer über sie wacht und sie vor größerem Unglück bewahrt.

Weiterlesen:

http://www.abendblatt.de/region/harburg/article1772931/Der-Glaube-an-den-Schutzengel.html

 

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  1. #1 von Bibliothekar am 31. Januar 2011 - 17:08

    Der Imperator beschützt

  2. #2 von Andreas A. am 31. Januar 2011 - 17:33

    Auch wenn diese Schutzengel nicht zu sehen sind, glauben zwei Drittel der Deutschen (Umfrage von 2006), dass einer über sie wacht und sie vor größerem Unglück bewahrt.

    Das ist doch ganz klar und leider auch nur eine evolutionäre Auslese.

    Nur die wenigen die ein Unglück, Krieg etc.überleben, können weiterhin an ihren Schutzengel glauben und davon erzählen.

    Die Millionen Toten, die natürlich auch an ihren Schutzengel geglaubt haben, sind der Möglichkeit beraubt auf diese unfähigen Trottel zu schimpfen und ihr Fehlverhalten (sprich Nichtexistenz) zu verbreiten!

  3. #3 von Igor am 31. Januar 2011 - 17:47

    Zwei Drittel? Das halte ich für Blödsinn. Wohl eher nur redensartlich beantwortet, die Frage.

  4. #4 von peanut am 31. Januar 2011 - 20:18

    Die anderen, die nicht dran glauben, hatten ihr Auto in der Strasse geparkt und sind demjenigen dankbar, der seine Kiste ausgerechnet da abgestellt hatte.

  5. #5 von Andreas P am 31. Januar 2011 - 20:35

    Das Auto dürfte hin sein, sein Schutzengel hatte wohl gerade Mittagspause.

    „Auch wenn diese Schutzengel nicht zu sehen sind, glauben zwei Drittel der Deutschen (Umfrage von 2006), dass einer über sie wacht und sie vor größerem Unglück bewahrt.“

    Das erklärt die Ergebnisse der letzten Wahl ganz gut. 😀

  6. #6 von bundesbedenkentraeger am 31. Januar 2011 - 23:03

    Ich glaube, das mit den 2/3 kommt gut hin. So ist das mit der Säkularisierung, früher glaubten die Leute, was die Kirche lehrte, heute glauben sie jeden Scheiß 😀

  7. #7 von bundesbedenkentraeger am 31. Januar 2011 - 23:05

    Allerdings frage ich mich, wenn die Atheisten die größte Gruppe sein sollen und nicht alle Christen an Schutzengel glauben (ich tus nicht und ich kenn noch ein paar), gibt es dann auch Atheisten, die an Schutzengel glauben…?

  8. #8 von ichglaubsnicht am 31. Januar 2011 - 23:33

    @bundesbedenkentraeger

    Allerdings frage ich mich, wenn die Atheisten die größte Gruppe sein sollen und nicht alle Christen an Schutzengel glauben (ich tus nicht und ich kenn noch ein paar), gibt es dann auch Atheisten, die an Schutzengel glauben…?

    Prinzipiell natürlich möglich, das kommt aber darauf an als was man einen „Engel“ spezifiziert. Atheisten glauben erst einmal nur nicht an einen oder mehrere Götter (was auch immer man sich darunter vorstellen mag, ist ein Engel auch ein „Gott“?). Ich nehme aber an, dass die meisten Atheisten auch Aengelisten sind.
    Die Konfessionsfreien machen formal die größte einzelne Gruppe in der Gesellschaft aus, das sollte man nicht mit Atheisten mit naturalistischem Weltbild verwechseln, die können auch zu der Gruppe gehören die formal noch Kirchenmitglieder sind wie Gläubige nicht unbedingt immer Kirchenmitglieder sind.

  9. #9 von Max Headroom am 1. Februar 2011 - 00:21

    @bundesbedenkentraeger

    Ich glaube, das mit den 2/3 kommt gut hin. So ist das mit der Säkularisierung, früher glaubten die Leute, was die Kirche lehrte, heute glauben sie jeden Scheiß 😀 (..) gibt es dann auch Atheisten, die an Schutzengel glauben…?

    Auch ich vermute, dass diese Zahl schon gut hinkommt. Die „erzählte Wahrheit“ trat aufgrund der Bildungszunahme in den Hintergrund, ist aber noch lange kein Grund, die gesammte Spiritualität auszuklammern. Die Säkularisierung bewirkte, dass die Dominanz einer Überzeugung abnahm. Anscheinend haben sich Schutzgeister überhaupt nicht davon angsprochen gefühlt und hielten es lieber für nötig, bei gewissen Fällen „in Erscheinung“ zu treten. Tja, manchen himmlischen Scheiss kann man nun wirklich nichts befehlen 😉 .

    Ich persönlich glaube weder an irgendein „festgelegtes“ Schicksal, noch an supernatürliche Wesen, welche bewusst in unsere Welt eingreifen. Jedoch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Atheisten an eine Form des Schicksals glauben könnten, die ihre Entscheidung beeinflusste. Aber an ein personelles Wesen wird wohl kaum ein Atheist glauben. Wer oder was hat die Engel erschaffen? Wer ist dessen Vorgesetzter? Wenn man also von der These über die Existenz von Götter nicht überzeugt ist, weshalb sollte dann die These über die Existenz von Engeln und anderen personelle Geistergestalten plausibler erscheinen? Atheisten denken darüber einfach nicht nach 😉 .

    @Topic

    Dieser Glaube kommt in verschiedenen Religionen vor. Die Schutzgeister hatten oder haben, abhängig von der Religion, jeweils andere Namen. (..)

    Interessant wäre es zu erfahren, ob andere Kulturen, welche keinen Bezug zum Christentum haben und ggf. polytheistisch sind, nicht ebenfalls „Helfer-Wesen“ entwickelt haben, und ob diese Wesen dort in einer ähnlichen Hierarchie eingebunden sind, wie im Christentum. Wenn der einzige und wahre Gott des Universums existiert und er sich der Erde klar und deutlich offenbart hat, so wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass vollständige Übereinstimmungen kreuz und quer durch alle Kulturen und Glaubensformen zu finden seien. Wenn nicht, so hat wohl jede Kultur sich ihren eigenen Hilfsgeist, Dämon oder sonstige „Kontaktperson“ bzw. „Schicksalswesen“ erschaffen. Und gemäß der Tatsache, dass sie nicht überprüfbar sind, kann wohl keine von ihnen „wahrer“ als die andere sein.

    Kurz: Der Glaube an eine „göttliche Fernsteuerung des Schicksals“ ist womöglich kulturell verankert. Bietet aber keine Bestätigung einer These über die Existenz solcher Wesen.

    Auch wenn diese Schutzengel nicht zu sehen sind, glauben zwei Drittel der Deutschen (Umfrage von 2006), dass einer über sie wacht und sie vor größerem Unglück bewahrt.

    Ich frage mich, wer dieses „größere Unglück“ definiert. Ist der Tod der Frau und aller Kinder, wo nur der Ehemann beim Unglück überlebte, ein Wirken der Schutzengel zu verdanken? Oder wirken Schutzengel nur dann, wenn alle überlebt haben, weil dann das „größere Unglück“ verhindert wurde? Gilt die Entführung des Kindes, die Vergewaltigung und Ermordung als „kleines Unglück“, weil dies von dem Schutzengel oder seinen Kollegen nicht verhindert wurde?
    Ein Schutzengel bietet eine „vermenschlichte“ Begründung für eine Handlung bzw. ein Ereignis. Knapp die Pistolenkugel verfehlt? Dann war entweder ein schlechter Schütze am Werk, die Waffe defekt oder ein Schutzengel hat seinen Job gemacht … wärend 4 Straßen weiter ein Kind starb, weil es Haushaltsgift verschluckt hat. Im einen Fall war ein Engel am Werk, im anderem Fall die Fahrlässigkeit der Mutter (Dämon?). Solche Erklärungen sind eine feine Sache, denn sie ersticken das Hinterfragen schon im Keim 😛 .

  10. #10 von Andreas P am 1. Februar 2011 - 01:34

    „Größte Gruppe“ =/= Mehrheit.

    Wobei ich die Umfrage nicht weiter ernst nehmen würde.

    Ansonsten gehören Engel natürlich zum katholischen Glauben, im Guinessbuch als der Monotheismus mit den meisten Göttern. 😀

  11. #11 von AMB am 1. Februar 2011 - 07:55

    @bbt

    Allerdings frage ich mich, wenn die Atheisten die größte Gruppe sein sollen und nicht alle Christen an Schutzengel glauben (ich tus nicht und ich kenn noch ein paar), gibt es dann auch Atheisten, die an Schutzengel glauben…?

    Ich weißt nicht wo du den Unsinn von „die Atheisten sind die größte Gruppe“ her hast. Laut der Umfrage von 2006 (eigentlich Dezember 2005) glauben 66% an Schutzengel und „nur“ 64% an Gott. Das liegt daran, dass nicht alle Atheisten auch Naturalisten sind.

    Eine andere Umfrage zeigt ein ganz anders Ergebnis: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/43/umfrage/glauben-an-persoenlichen-schutzengel/

  12. #12 von Artad am 1. Februar 2011 - 09:37

    wenn ich das Thema Schutzengel höre bringe ich immer folgendes Beispiel: Ein Flugzeug stürzt ab (was ja leider überall auf der Welt passiert). Verrmutlich sind in den Flugzeugen „Gläubige“ und „Ungläubige“ gleich verteilt (egal welcher Religion sie angehören oder nicht angehören). Wieviele sterben bei dem Absturz? Meistens überlebt keiner. Manchmal haben einige Leute GLÜCK! Und die haben dann nen Schutzengel? Aha! Hoch interressant! Und der Rest hat seinen Schutzengel vergrault oder hat schon alle aufgebraucht oder wie? Diese Schutzengel Thema ist wie alles andere was den Menschen unangenehm ist. Um die Wahrheit nicht sehen zu wollen baut oder lügt man sich ein schönes Konstrukt zusammen damit alles viel schönes ausschaut als es ist und gleich gehts einem viel besser. Böld nur wenn dieses Konstrukt mal zusammenbricht. Dann hilft kein Schutzengel mehr!

  13. #13 von DerHammer am 1. Februar 2011 - 10:00

    Ich glaube, das mit den 2/3 kommt gut hin. So ist das mit der Säkularisierung, früher glaubten die Leute, was die Kirche lehrte, heute glauben sie jeden Scheiß ……

    wie
    homo und lesben kann man heilen ?
    abtreibung ist mord ?
    harry potter verführt die kinder ?
    die bibel hat doch recht ?
    christliches europa?
    usw usw usw ??
    dann hast mit den 2/3 die jeden scheiss glauben recht !!

  14. #14 von Hinterfragerin am 1. Februar 2011 - 10:16

    @ Max

    „Interessant wäre es zu erfahren, ob andere Kulturen, welche keinen Bezug zum Christentum haben und ggf. polytheistisch sind, nicht ebenfalls „Helfer-Wesen“ entwickelt haben, und ob diese Wesen dort in einer ähnlichen Hierarchie eingebunden sind, wie im Christentum. Wenn der einzige und wahre Gott des Universums existiert und er sich der Erde klar und deutlich offenbart hat, so wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass vollständige Übereinstimmungen kreuz und quer durch alle Kulturen und Glaubensformen zu finden seien. Wenn nicht, so hat wohl jede Kultur sich ihren eigenen Hilfsgeist, Dämon oder sonstige „Kontaktperson“ bzw. „Schicksalswesen“ erschaffen. Und gemäß der Tatsache, dass sie nicht überprüfbar sind, kann wohl keine von ihnen „wahrer“ als die andere sein.“

    Was ich besonders spannend finde ist, dass in vielen Kulturen dieselben Götter/ Halbgötter/ Geistwesen sowohl für Unglück als auch für Glück zuständig sind..je nachdem, in welchem Aspekt man sie betrachtet bzw. wie sie gestimmt sind bzw. ob man sie erzürnt oder erfreut hat. Das drückt sich in Vorstellungen aus, in denen z.B. Todes- und Fruchtbarkeitsgöttinnen „in eins fallen“, im Glauben an „Geistwesen“ (auch im Animismus), die positiven wie auch negativen Einfluss haben können…
    Auch in der abrahamitischen Tradition steckt ja noch etwas von dieser Ambivalenz…
    Interessant fände ich religionsgeschichtlich, wann, wo und wie (und warum) die Menschen eher „holistisch“ dachten, in welchen Kulturen sie negative Ereignisse eher als Strafen (also selbstverschuldet und dennoch „gerecht“) interpretierten als als Teil des „Laufes des Dinge“ und in welcher Weise sich Systeme, in denen das Negative sozusagen „ausgelagert“ wurde (Gut versus Böse.., Personifizierung des Bösen..) dazu stellen…
    Wobei die zeitgenössischen Wischi-Waschi-Strömungen ja immer stärker in letztere Richtung zu tendieren scheinen (Auslagerung des Negativen aus der Gottesvorstellung) und ZUGLEICH nicht mehr an Teufel u.a. glauben… was in sich ja wenig stringent ist…?!

    Ist noch jemandem anderen aufgefallen, dass ich der Artikel unter „KIndernachrichten“ findet???

    Und, passend dazu, auch zu Artads Post, ein Link auf kath.net:

    http://www.kath.net/detail.php?id=29891

    Kommentar:

    „Sie denken zu weltlich. Für jemanden, der meint die Welt sei alles, ist der Tod das schlimmste was passieren kann. Die Heimat des Christen ist aber nicht in dieser Welt. Wir befinden uns bloß auf der durchreise zu unserem Vater im Himmel. Er ist unser letztes Ziel.

    „Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht.16 Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.17 Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“ Johannes 2, 15

    Wir sind bloß Verwalter dessen, was der Herr uns gegeben hat: unsere Gaben und unsere Möglichkeiten gehören letztendlich ihm. Er gibt das Leben wem er will und nimmt es auch wieder von wem er will, um darüber Rechenschaft zu fordern.

    „Wie eine Törin redet, so redest du. Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen?“ Hiob 2,10″

    Hmmm.. ein anderer schreibt:

    „Weder die Umweltverschmutzung, noch die Abtreibung, noch daß ein einziges Baby in Afrika wegen Unterernährung stirbt ist der Wille Gottes.
    Gott hat immer klar und deutlich gesagt, was die Folgen der Trennung von Ihm sind und daß wir diese Folgen zu tragen haben werden.“

    Man kann sich´s also raussuchen ….

  15. #15 von Andreas P am 1. Februar 2011 - 13:31

    @Hinterfragerin: Falls Du’s noch bekommst, versuch mal, an L. Kolakowski, „Gespraeche mit dem Teufel“ dranzukommen.

    Darin eine Pressekonferenz, bei der der Teufel – aeusserst gehaltvoll uebriegens – darueber sinniert, warum keiner mehr an ihn glaubt. Schon allein sprachlich ein Hochgenuss, inhaltlich viel Tiefgang.