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Breivik wollte “Al-Kaida für Christen”

Der Attentäter Breivik hat vor Gericht geschildert, wie er seine Mordanschläge vorbereitet hat. Inspiriert habe ihn dabei das islamistische Terrornetzwerk.

Al-Kaida habe ihn inspiriert, sagte er wie schon in vergangenen Tagen vor dem Gericht in Oslo. Entsetzen bewirkte er mit seiner Einschätzung, das Netzwerk sei so erfolgreich, weil es Selbstmordattentäter einsetze. Das Problem mit militanten Islamisten sei aber, dass sie zu sehr auf Sprengstoff und nicht auf Amokläufe mit Schusswaffen setzten. Dennoch habe er die Organisation mehrere hundert Stunden lang in Internet und Filmen studiert und eine Art “Al-Kaida für Christen” schaffen wollen.

Breivik selbst bezeichnete sich im Verhör als zurechnungsfähig. Er sei schockiert gewesen, als er das erste psychiatrische Gutachten gelesen habe, das ihm paranoide Schizophrenie bescheinigt. Es sei schwer zu begreifen, dass jemand so extrem und fundamentalistisch sein könne, gab er zu.

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IBKA kritisiert Leugnung des christlichen Fundamentalismus

IBKA-Pressemitteilung vom 29.07.2011

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) wendet sich scharf gegen die Aussage von Thomas Goppel (CSU), wonach es keine fundamentalistischen Christen geben könne.

“Goppel zeichnet ein idealisiertes Bild des Christentums, das mit der globalen Realität wenig zu tun hat”, sagte René Hartmann, Erster Vorsitzender des IBKA.

“Gewalt gegen Andersdenkende durchzieht einen Großteil der Geschichte des Christentums. Autoritäre Strukturen und eine rigide Sexualmoral, die im Widerspruch zur Selbstbestimmung des Einzelnen steht, sind auch heute noch kennzeichnend für große Teile des organisierten Christentums.

Bis heute halten christliche Kirchen an einem absoluten Wahrheitsanspruch fest. Konzessionen an die moderne Gesellschaft werden immer wieder von einzelnen Würdenträgern als Anpassung an den Zeitgeist denunziert. Und in der Tat: Dort, wo sich das Christentum überwiegend aufgeklärt und tolerant präsentiert, ist es im Niedergang begriffen.

Ob der Attentäter von Norwegen zu Recht als fundamentalistischer Christ bezeichnet werden kann oder nicht: Wie anderen Religionen wohnt auch dem Christentum ein Gewaltpotential inne, das nicht geleugnet oder verharmlost werden darf.”

Im IBKA haben sich nichtreligiöse Menschen zusammengeschlossen, um die allgemeinen Menschenrechte – insbesondere die Weltanschauungsfreiheit – und die konsequente Trennung von Staat und Religion durchzusetzen. Wir treten ein für individuelle Selbstbestimmung, wollen vernunftgeleitetes Denken fördern und über die gesellschaftliche Rolle von Religion aufklären.

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