Artikel getaggt mit Günter Wallraff
Günter Wallraff über iranische Repression: “Die meinen es todernst”
Veröffentlicht von deradmiral in Islam am 9. Juni 2012
Stille Diplomatie werde nicht weiterhelfen, sagt Günter Wallraff. Der Publizist fordert für verfolgte Künstler mehr Solidarität. Er unterstützt derzeit den bedrohten Musiker Shahin Najaf.[..]
taz: Was könnten Künstlerkollegen denn zum Beispiel tun?
Ein Solidaritätskonzert mit namhaften Künstlern wäre eine große Hilfe und Schutz für ihn. Er selbst ist sehr zurückhaltend, erwartet nichts und drängt sich keinem auf. Aber ich erwarte so etwas. Leider habe ich den Eindruck, dass sich gerade die deutschen Stars damit schwertun.
taz: Warum?
Aus Desinteresse und Ignoranz? Aus falscher Rücksichtnahme? Aus bequemer Feigheit oder aus Gratisangst? Ich weiß es nicht, aber das geht einigen offenbar total am Arsch vorbei. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Leider hat das Tradition.
Weiterlesen taz
Ein Land bemerkt seine Türken: Günter Wallraff
Veröffentlicht von deradmiral in Islam am 25. Oktober 2011
Der erste deutsche Türke, der einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde, hieß mit Vornamen Günter und mit Nachnamen Wallraff, geboren in Burscheid bei Köln, evangelisch getauft. Der Journalist hatte sich, getarnt als Türke, unter dem Namen »Ali« ins Leiharbeiter-Milieu begeben. Wallraff war damals ein Linker, man könnte sagen, ein Klassenkämpfer, jedenfalls kein Multikulti-Anhänger, er war auf der Suche nach Unterdrückung und Ausbeutung – und fand die Türken, die letzten Proletarier gewissermaßen. Muslime fand er nicht. »Religion«, sagt Wallraff heute, »spielte damals überhaupt keine Rolle.«
… Darum versteckte er in seiner Kölner Wohnung für eine Weile auch Salman Rushdie. Der Schriftsteller wurde für seinen Roman Satanische Verse vom iranischen Religionsführer Chomeini 1989 mit einer Fatwa, einem Todesurteil, belegt und flieht seither um die Welt. Als vor einigen Jahren die muslimische Gemeinde in Wallraffs Viertel Ehrenfeld eine große Moschee bauen wollte, machte der seine Unterstützung davon abhängig, dass er dort auch Rushdies Verse vorlesen dürfte. Seitdem gibt es Streit zwischen den Türken und ihrem deutschen Türken Günter. »Religion spielt keine Rolle«, dachte Wallraff 1985. Tut sie doch. Auch so kann Entfremdung entstehen: Der Agnostiker Wallraff mag die Türken, die Muslime nicht ganz so.
Weiterlesen Die Zeit


















































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