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Bundespräsident Gauck schleimt sich bei Katholiken ein
Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik am 21. Mai 2012

Die Überschrift hat BILD mittlerweile gändert. Sie haben Gauck aber wohl ganz richtig verstanden.
Bundespräsident Hans-Joachim Gauck wünscht sich noch mehr politisches Engagement von Christen. Das sagte er in einer Ansprache während des 98. Katholikentags in Mannheim.
[Gauck] wünscht sich mehr Christen in der Politik: „Denn die Politik braucht Menschen, die an eine Sache glauben, die größer ist als sie selbst. Sie braucht Menschen, die eine Haltung haben und dafür mutig eintreten. Sie braucht jene überzeugten und deshalb überzeugenden Persönlichkeiten, wie sie oft und zu unserem Wohl aus kirchlicher Heimat und aus christlichem Engagement gekommen sind.“
Skydaddy hat mehr dazu und auch gleich eine passende Entgegnung (mit ausführlichen Belegen):
Christen sind in der Politik bereits überrepräsentiert. Der gesellschaftliche Fortschritt der letzten 5 Jahrzehnte ist durch eine “Entchristlichung” des Rechts geprägt. Der Bundespräsident sollte lieber Konfessionslose zu mehr politischem Engagement ermuntern.
Kulturabgabe: Das Beste, was Konfessionslosenverbänden passieren könnte
Veröffentlicht in Kirchenfinanzen, Staat und Kirche am 19. Mai 2012

Könnte sich bei einer Kultursteuer einen ordentlichen Haarschnitt leisten: Dr. Michael Schmidt-Salomon
Liebe Grüne,
liebe Katholikinnen und Katholiken,
da es Euer Finanzexperte Dr. Schick ja nicht macht, will ich Euch mal vor Augen führen, wozu sein Vorschlag einer „Kulturabgabe nach italienischem Vorbild“ führen würde.
[...]
Aber nehmen wir an, 1% dieser 8 Millionen Konfessionslosen widmet seine Kultursteuer einer Konfessionslosenorganisation. Das wären 80.000 Leute – das achtfache derer, die gemäß meiner obigen Schätzung jetzt schon Mitgliedsbeiträge zahlen.
Bei durchschnittlich 420 Euro Kultursteuer pro Person ergäbe sich für die Konfessionslosen-Organisationen ein Geldregen von über 30 Millionen Euro pro Jahr – im Gegensatz zu den optimistischen 2 Millionen, die ich oben geschätzt habe. Falls der Staat weiter subventioniert, ergäben sich sogar 48 Millionen!
Und für jedes weitere Prozent Konfessionsloser, das seine Kultursteuer den „eigenen“ Organisationen widmet, kämen weitere 30 bzw. 48 Millionen hinzu! Bei so viel Geld könnte sich dann sogar Michael Schmidt-Salomon mal einen ordentlichen Haarschnitt leisten
.
Konfessionslosenverband gegen “Kultursteuer”
Veröffentlicht in Kirchenfinanzen, Politik, Staat und Kirche am 18. Mai 2012
IBKA-Pressemitteilung vom 18.05.2012:
Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) wendet sich gegen den Vorschlag von Politikern der Grünen zur Erhebung einer “Kultursteuer”.
“Dass Konfessionslose über eine sogenannte Kultursteuer zur Finanzierung der Kirchen herangezogen werden sollen, ist entschieden abzulehnen. Mit der unverhohlen ausgesprochenen Absicht, Menschen durch diese Steuer vom Kirchenaustritt abzuhalten, stellen die Urheber des Vorschlags Kircheninteressen über die Religionsfreiheit”, sagte René Hartmann, Erster Vorsitzender des IBKA.
Bereits jetzt würden kirchliche Aufgaben dem Steuerzahler aufgebürdet.
Als Beispiele nannte Hartmann den konfessionellen Religionsunterricht und die konfessionell gebundene Theologenausbildung an Hochschulen, die nicht aus Kirchensteuermitteln, sondern von allen Steuerzahlern finanziert werden. “Die finanzielle Verflechtung zwischen Staat und Kirchen darf nicht intensiviert, sondern muss abgebaut werden.
Kirchenfinanzierung aus allgemeinen Steuermitteln ist zu beenden. Der staatliche Einzug der Kirchensteuer verstößt gegen die weltanschauliche Neutralität des Staates und ist abzuschaffen”, forderte Hartmann.
Grüne fordern Strafsteuer für Konfessionslose
Veröffentlicht in Katholizismus, Kirchenaustritt, Kirchenfinanzen, Politik, Staat und Kirche am 14. Mai 2012
Einige merkbefreite (katholische) Grünen-Politiker — namentlich genannt wurden Gerhard Schick, Agnieszka Brugger und Josef Winkler — haben mal wieder die Forderung nach einer “Kultursteuer nach italienischem Vorbild” aufgebracht.
Das Beste ist allerdings die Begründung:
“Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten?” heißt es in einem anlässlich des am Mittwoch in Mannheim beginnenden 98. Deutschen Katholikentags veröffentlichten Papier.
Der WDR bittet um Hörermeinungen: Von 8:45 bis 11 Uhr kann man morgen, am 15. Mai 2012, kostenlos unter der Telefonnummer 0800 / 56 78 555 seine Meinung hinterlassen, in der Sendung “Das Tagesgespräch” mit einem der Initiatoren, Gerhard Schick.
…
Hätten sich die Initiatoren auch nur ein wenig informiert, wäre ihnen sicher aufgefallen, dass die Evangelische Kirche in Deutschland schon 2007 festgestellt hat, dass das vorgeschlagene Modell verfassungswidrig ist. Auf ihrer Internetseite www.kirchenfinanzen.de schreibt die EKD:
Aus deutscher Perspektive stellt die enge Verzahnung von Kirche und Staat, wie sie in Italien und Spanien praktiziert wird, eine verkappte Staatsfinanzierung dar. Dieses Modell widerspricht der deutschen Verfassung und ist mit Art. 140 GG nicht vereinbar.
Heilig’s Röckle! Kostenloser kollektiver Kirchenaustritt zum Hasenfest
Veröffentlicht in Katholizismus, Ketzerpodcast, Kirchenaustritt am 1. April 2012
Spezialausgabe des Ketzerpodcasts: Christian (deradmiral) und Matthias (Skydaddy) interviewen Florian Cheftai und Johannes Schmitz von den Evolutionären Humanisten Trier zum Gegenprogramm zur Heilig-Rock-Wallfahrt (featuring: die heilige Unterhose von Karl Marx) sowie zur Aktion “Kollektiver Kirchenaustritt zum Hasenfest“.
Der Podcast kann hier abonniert werden.
Zum Hasenfest: WELTBILD tritt Christen in die Eier
Veröffentlicht in Medien am 27. März 2012
(Skydaddy) AUTSCH! – Das muss weh getan haben: Christen, die sich letztes Jahr darüber empörten, dass die Buchhandelskette THALIA in ihrer Werbung den Begriff „Hasenfest“ statt „Ostern“ verwendete (wir berichteten), hat ausgerechnet die katholische Buchhandelskette WELTBILD einen saftigen Tritt ins geistliche Gemächt verpasst:
WELTBILD, das 12 katholischen deutschen Dözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin gehört, wirbt nämlich mit einem Oster-Gewinnspiel. Und darin heißt es:
Der Frühling steht vor der Tür und eines der schönsten Feste des ganzen Jahres wartet auf Sie – Ostern. Das Fest um den neckischen Hasen, der Eier, Schokolade und vielleicht auch ein paar kleine Geschenke versteckt, ist etwas für die ganze Familie.
Ab dem 13. März berichteten katholische Blogs (Echo Romeo, Elsas Nacht(b)revier) darüber, einige Tage später hatte WELTBILD den Text auf seiner Website folgendermaßen geändert:
Der Frühling steht vor der Tür und eines der schönsten Feste des ganzen Jahres wartet auf Sie – das Fest der Auferstehung. Ostern, mit dem berühmten Hasen, der Eier, Schokolade und vielleicht auch ein paar kleine Geschenke versteckt, ist zudem ein besonderes Ereignis für Kinder zum Fest der Freude.
Allerdings wurde der Text nur auf der deutschen Website (weltbild.de) gändert. Auf der österreichischen (weltbild.at) und der schweizer Website (weltbild.ch) findet sich nach wie vor der ursprüngliche Text (siehe Bild.)
Kommentar in der Facebook-Gruppe „Ostern statt Hasenfest“: „Sorry, Thalia, unsere eigenen Leute können es auch …“
Merkwürdigerweise war dieses Jahr davon in den Medien nichts zu lesen. Bisher jedenfalls…
Neues Buch von Michael Schmidt-Salomon: Keine Macht den Doofen
Veröffentlicht in Gesellschaft, Wirtschaft am 13. Februar 2012
Heute, am 13. Februar 2012, erscheint das neue Buch von Michael Schmidt-Salomon: „Keine Macht den Doofen“.
Im Vorfeld hatte ich gehört, Michael sei die Religionskritik zu langweilig geworden; er habe es satt, immer nur als Religionskritiker wahrgenommen zu werden, deshalb wolle er sich in Zukunft stärker der Dummheit zuwenden, die in anderen Bereichen der Gesellschaft grassiert, z.B. in Wirtschaft und Politik. Ich hatte daher zeitweise befürchtet, Deutschland würde einen seiner großartigsten Religionskritiker verlieren. Aber weit gefehlt: Wer die Religionskritik von „MSS“ mag, kommt auch bei diesem Buch voll auf seine Kosten: 5,99 Euro (4,99 für das E-Book) für knapp 128 Seiten erscheinen mir angemessen, denn diese Seiten haben es wirklich in sich und waren für meinen Geschmack viel zu früh zu Ende, ich hätte gerne noch mehr gelesen.
Gläubige, die sich über Richard Dawkins‘ Wortschöpfung „Gotteswahn“ (God Delusion) empörten, sollten um dieses Buch einen großen Bogen machen! Während Dawkins mit seinem Begriff nämlich vor allem auf die Gottesvorstellung abzielt, etabliert Schmidt-Salomon in diesem Buch quasi „offiziell“ und zitierfähig den Begriff des „Religioten“ und zielt damit direkt auf die Träger des Gotteswahns ab, den er auch als „Hirnwurm“ bezeichnet.
Giordano-Bruno-Parties am 17. Februar
Veröffentlicht in Wissenschaft am 3. Februar 2012
„Er blickte gen Himmel um zu denken, nicht um zu beten.“
Anacleto Verrecchia über Giordano Bruno
In zwei Wochen jährt sich der Todestag Giordano Brunos, der am 17. Februar 1600 in Rom auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. „Er hatte das kirchenamtlich vorgegebene Weltbild in einer bis dahin unerreichten Schärfe verworfen und das Dogma der Sonderstellung von Menschheit und Erde im Kosmos durch seine Theorie des ‚unendlichen Universums‘ und der ‚Vielheit der Welten‘ in weit dramatischerem Maße entzaubert als Galilei, der nur wenige Jahre später (mit freundlicherem Ausgang) in die Hände der Inquisition geriet.“ [Von der Website der Giordano-Bruno-Stiftung.]
Aus diesem Anlass sollen am Freitag, dem 17. Februar weltweit „Giordano-Bruno-Events“ stattfinden, die sich über das Internet auch zu einer virtuellen Party vernetzen sollen. Angekündigt sind Veranstaltungen in Berlin, Arnsberg, Bad Bederkesa, Bad Homburg, Bamberg, Bayreuth, Bonn, Bremen, Chemnitz, Dresden, Duisburg, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Holzminden, Iserlohn, Köln, Kulmbach, Mainz, Mönchengladbach, München, Münster, Neuss, Obernsees, Oberursel, Oerlinghausen, Oeventrop, Oldenburg, Perach, Pfullingen, Reutlingen, Rottenburg, Schorndorf, Schöppingen, Süpplingen (alle Deutschland), Wien, Graz, Klagenfurt (Österreich), Zürich, Aichstetten, Binningen, Frauenfeld (Schweiz), Caltanisetta, Novara (Italien), Bishop’s Stortford (England). Frederikshavn (Dänemark), Oslo (Norwegen), Zagreb (Kroatien), Bulan (Philippinen), Ujjain (Indien) und Dixon, Fanning Springs, Midway City und Westport (USA).
Update: Im Moment sind Ausstellungen von Galerien, Feiern, Konzerte, öffentliche Veranstaltungen, Vorträge und auch private Parties und Treffen geplant.
Nähere Infos dazu gibt es auf facebook, eigene Veranstaltungen können hier angemeldet werden.
AMB-Leser: Schickt doch Fotos von den Events an redaktion@blasphemieblog.atheismus.de.
Update: In einer gesonderten Aktion werden die Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg am 17. Februar um 18:00 Uhr am Giordano-Bruno-Denkmal in Berlin (Potsdamer Platz) Blumen niederlegen und eine Gedenkminute für die Opfer religiöser Gewalt einlegen:
Die Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. (EHBB) und der Landesverband des Humanisten Verbands Deutschland (HVD) treffen sich am 17. Februar am Berliner Denkmal von Giordano Bruno um an seine Hinrichtung durch die Inquisition der katholischen Kirche vor 412 Jahren zu erinnern. „Wir wollen diesen Tag nutzen“, so Philipp Möller, Vorsitzender der EHBB und Pressereferent der Giordano Bruno Stiftung, „um aller Opfer religiös motivierter Gewalt zu gedenken, von denen es leider auch heute noch viel zu viele gibt.“ Die Kranzniederlegung findet um 18 Uhr statt; das Denkmal befindet sich am Eingang zum S-Bahnhof Potsdamer Platz, Potsdamer Straße Ecke Ebertstraße. http://www.facebook.com/pages/Giordano-Bruno-Denkmal/222356054522825
Bistum Hildesheim: Bischof und Missbrauchsbeauftragter haben gelogen
Veröffentlicht in Missbrauchs-Update am 15. Januar 2012

Die Ausführungsbestimmungen des Bistums Hildesheim wurden offenbar in großer Eile per Cut & Paste aus den Ausführungsbestimmungen des Bistums Aachen produziert.
Im Zuge des Missbrauchsskandals 2010 haben sowohl der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle als auch der Missbrauchsbeauftragte und Personaldezernent des Bistums, Heinz-Günter Bongartz (zwischenzeitlich zum Weihbischof ernannt) die Öffentlichkeit belogen – offensichtlich in der Absicht, ihre eigene Untätigkeit zu vertuschen.
Den Vorwurf der Lüge erhebe ich nicht leichtfertig (ich bemühe mich immer, meine Artikel „gerichtsfest” zu formulieren) – aber für den hier dargelegten Sachverhalt kenne ich keine treffendere Bezeichnung.
Deshalb hier die Details, mit dem Ziel, damit nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Justiziarin des Bistums Hildesheim von der Angemessenheit der Überschrift zu überzeugen
.
Weiterlesen auf Skydaddy’s Blog.
Anmerkung Skydaddy: Der komplette Artikel kann gerne auf anderen Webseiten weiter veröffentlicht werden. Je öfter der Artikel im Web verfügbar ist, desto weniger Sinn macht es für das Bistum Hildesheim, mir ggf. juristisch zu drohen.
Bistum Hildesheim: Schöne, leere Worte
Veröffentlicht in Kriminalität, Missbrauchs-Update am 13. Januar 2012
Werner Holst, Personaldezernent des Bistums Hildesheim von 1984 bis 2006, war bekannt für seine „klaren und offenen Worte“ zum Thema „sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche“.
Seit den Enthüllungen des Missbrauchsskandals 2010 können Holsts Worte mit seinem Handeln verglichen werden. Der Vergleich fällt nicht schmeichelhaft aus.
Werner Holst war von 1984 bis 2006 Hauptabteilungsleiter Personal/Seelsorge beim Bistum Hildesheim, fast 22 Jahre lang. 1993 erfuhr das Bistum von einem Missbrauch durch Peter R., daraufhin wurde R. die Jugendarbeit verboten. Allerdings wurde das Verbot in der Folge nicht eingehalten.
Mit diesem Hintergrundwissen – das allerdings erst im Zuge des Missbrauchsskandals 2010 ans Licht kam – solle man noch einmal ein Interview lesen, dass Holst im Juli 2002 der bischöflichen Pressestelle gab. Darin plädierte er „für ein deutlicheres Vorgehen bei sexuellem Missbrauch durch Geistliche” und erklärte unter anderem:
Pressestelle: Denken Sie aus heutiger Sicht, dass in allen Fällen immer genug getan wurde?
Holst: Es wurde sicher zu wenig getan. Damals hätten wir sofort die Staatsanwaltschaft hinzuziehen müssen. Das haben wir nicht getan. Außerdem hätten wir den Täter in eine Therapie schicken müssen. Auch das unterblieb leider. Wir haben uns zwar um die Opfer gekümmert. Aber auch ich dachte damals, wenn man die Täter in ein Kloster bringt, wo sie Buße tun, sei das genug. Das war falsch.
Zu diesem Zeitpunkt war Peter R. – neun Jahre, nachdem das Bistum von seinem Missbrauch erfahren hatte – immer noch als Gemeindepfarrer mit Kindern und Jugendlichen tätig, die Auflage, nicht mehr mit Kindern zu arbeiten, wurde nicht eingehalten. Weder hatte Holst die Staatsanwaltschaft hinzugezogen, noch den Täter in eine Therapie geschickt.
Man kann es nicht anders formulieren: Holsts Einsicht war offenbar nur vorgespielt.
Bistum Hildesheim: Wissentlicher Einsatz von Sexualtätern 1993-2009
Veröffentlicht in Kriminalität, Missbrauchs-Update am 13. Januar 2012
Wie kann ein pädophiler Pfarrer jahrelang mit seinen Opfern verreisen, sie bei sich übernachten lassen und ihnen teure Geschenke machen? Wie kann es sein, dass seine Vorgesetzten wussten, dass der Pfarrer mit einem Jungen im Urlaub war und mit ihm im selben Bett übernachtet hatte, ohne dass sie Verdacht schöpften, ein psychiatrisches Gutachten einholten oder dem Pfarrer zumindest untersagten, weiter mit Kindern zu verreisen oder sie bei sich übernachten zu lassen?
Wer sich angesichts des Verfahrens gegen den Priester Andreas L. aus dem Bistum Hildesheim diese Fragen stellt, wird sich auch für das Verhalten des Bistums seit 2002 interessieren, als die Deutsche Bischofskonferenz ihre „Leitlinien zum sexuellen Missbrauch“ verabschiedete. Im März 2002 wurde Dr. Michael Lukas Pressesprecher des Bistums Hildesheim, und seitdem erwarb sich das Bistum schnell den Ruf, in Missbrauchsfragen besonders fortschrittlich und offen zu sein. Seit dem Missbrauchsskandal von 2010 ist es allerdings möglich, die damaligen schönen Worte dem tatsächlichen Verhalten der Bistumsleitung gegenüber zu stellen. Dabei kommt man zu folgenden Ergebnissen:
Einsatz von Sexualtätern
Das Bistum Hildesheim hat von 1993 bis Ende 2009 fast durchgängig Priester als Gemeindepfarrer mit Kindern und Jugendlichen arbeiten lassen, ob wohl es von sexuellem Missbrauch durch die betreffenden Priester wusste. Ab 2002 stand deren Einsatz im Gegensatz zu den Leitlinien der Deutschen Bischofskonfrenz, ab 2006 lag die Verantwortung hierfür bei der jetzigen Bistumsleitung: Bischof Norbert Trelle und Personaldezernent Heinz-Günter Bongartz.
280-facher Missbrauch: Bistum ignorierte Leitlinien
Veröffentlicht in Kriminalität, Missbrauchs-Update am 12. Januar 2012
Seit Monaten recherchiert Skydaddy zum Thema “sexueller Missbrauch im Bistum Hildesheim”, kommt aber nie dazu, seine Recherchen zu veröffentlichen, weil ständig neue Punkte aufkommen.
Anlässlich des Prozessbeginns gegen den Pfarrer aus Salzgitter, der heute Missbrauch und schweren Missbrauch in 280 Fällen gestanden hat, würdigt Skydaddy aber beim hpd noch einmal das Verhalten des Bistums:
Wer nach L.‘s Verhaftung die Erklärungen von Weihbischof Bongartz verfolgte, musste glauben, das Bistum habe die Staatsanwaltschaft 2010 wegen eines „freundschaftlichen Verhältnisses” und „übergroßer Geschenke” eingeschaltet. Meinte Bongartz mit den „übergroßen Geschenken” etwa gemeinsame Reisen des Pfarrers mit seinem Opfer?
…
Die Leitlinien stellten außerdem seit 2002 klar, dass es nicht nur darum geht, Missbräuche im strafrechtlichen Sinne zu verhindern, sondern auch „Distanzlosigkeit”. Nachdem sich 2006 eine Mutter bereits über L. beschwert hatte, hätte Bongartz ihm also zumindest verbieten können, Kinder bei sich im Pfarrhaus übernachten zu lassen oder alleine mit Kindern zu verreisen. Solche Auflagen machte Bongartz übrigens 2007 einem anderen Pfarrer, Hermann S., als er ihn entgegen der Leitlinien wieder als Gemeindepfarrer einsetzte, obwohl das Bistum von einem früheren Missbrauch S.‘ wusste. S. hatte 1995 einen 12-Jährigen missbraucht – bei einer gemeinsamen Übernachtung.
Giordano Bruno Stiftung: So viele neue Mitglieder wie nie zuvor
Veröffentlicht in Humanismus, Säkularismus am 27. Dezember 2011
Der Förderkreis der Giordano Bruno Stiftung hatte 2011 so viele neue Mitglieder zu verzeichnen wie nie zuvor:
“Mehr als 800 Menschen wurden 2011 neu in den Förderkreis aufgenommen – so viel wie in keinem Jahr zuvor. 2010 beispielsweise hatten wir 500 Neumitglieder”, sagte Stiftungsgründer Herbert Steffen. “Offenbar ist es uns 2011 besonders gut gelungen, Themen anzusprechen, die die Menschen bewegen.”
Der Förderkreis hat damit jetzt über 3300 Mitglieder.
Quelle: Jahresrückblick 2011: Vorstand der Giordano-Bruno-Stiftung zieht positive Bilanz
Hinweis: Für die Mitgliedschaft wird kein Geldbeitrag verlangt, man kann die Stiftung auch rein ideell fördern, indem man dem Förderkreis beitritt. Alle weiteren Informationen hier. Und hier geht’s zum Antragsformular.
Ketzer Spezial: Fundamentalismus für Einsteiger mit Simon Schneeberger
Veröffentlicht in Evangelikalismus, Extremismus, Ketzerpodcast am 20. Dezember 2011
Matthias von Ketzerpodcast interviewt Simon Schneeberger, den Autor des Buches “Fundamentalismus für Einsteiger”.
Das Buch gibt es im Buchhandel, bei Amazon, und versandkostenfrei direkt beim Alibri-Verlag.
Neuer Ketzerpodcast: Papstbesuch, Schlampeninternat und Menschenrechte
Veröffentlicht in Blasphemie, Ketzerpodcast am 5. Dezember 2011
Vor einer Woche haben der Admiral, Sputnic und Skydaddy einen neuen Ketzerpodcast aufgenommen. Die Themen: der Papstbesuch, der Weltbild-Skandal, Missbrauch im Bistum Hildesheim, Menschenrechte und wie üblich die dümmsten Sprüche der weltanschaulichen Konkurrenz. Der Admiral hat eine detaillierte Inhaltsangabe verfasst.
Hier der direkte Link zur MP3-Datei und hier der Link zum RSS-Feed mit den Podcasts. Ihr könnt die Folge auch gleich hier anhören:
YOUCAT-ATHventskalender mit “Jesuswahn”-Autor Heinz-Werner Kubitza
Veröffentlicht in Katholizismus, Religion am 1. Dezember 2011
Auch dieses Jahr bietet euch Skydaddy wieder einen ATHventskalender als Podcast. Der Autor des Buches „Der Jesuswahn“, Heinz-Werner Kubitza, hat freundlicherweise Auszüge aus seinem neuen Buch „Verführte Jugend. Eine Kritik am Jugendkatechismus Youcat. Vernünftige Antworten auf katholische Fragen“zur Verfügung gestellt, die er und ein Sprecher mit fachkundiger Unterstützung durch Rainer Ponitka – und viel Spaß – eingesprochen haben.
In „Verführte Jugend“ nimmt Heinz-Werner Kubitza die ersten 165 Fragen des neuen katholischen Jugendkatechismus YOUCAT, die den Glauben betreffen, auf, und gibt darauf vernünftige (und oft amüsante) Antworten. Also auf Fragen wie
- Wozu sind wir auf der Erde?
- Ist die Heilige Schrift wahr?
- Warum ist Jesus das größte Vorbild der Welt?
Der Leser (bzw. ATHventskalender-Hörer) erfährt also zum einen, was die katholische Kirche lehrt (bzw. worüber sie sich alles Gedanken macht), vor allem aber, was dem aus aufgeklärter Sicht entgegenzuhalten ist. Wer mit Christen – insbesondere Katholiken – diskutiert, dem sei das Buch empfohlen. Aber auch die Zielgruppe des YOUCAT – junge Katholikinnen und Katholiken – sollten die Gelegenheit wahrnehmen, zu schauen, wie andere die Fragen des YOUCAT beantworten.
Selbst wer glaubt, schon alles zu wissen, dürfte an Heinz-Werner Kubitzas bissig-amüsanten Formulierungen und der Vortragsweise von Sprecher Knut Tänzer seinen Spaß haben.
Heute geht es los. Allen Hörerinnen und Hörern jetzt schon viel Spaß!
PS: Alle Folgen des Reimbibel-ATHventskalenders vom letzten Jahr stehen nach wie vor zu Verfügung.
Dezember ist Kirchenaustrittsmonat
Veröffentlicht in Kirchenaustritt, Kirchenfinanzen am 30. November 2011
Das Jahresende naht, und damit wird es höchste Zeit, aus der Kirche auszutreten, wenn man nächstes Jahr keine Kirchensteuer zahlen will.
Zwar endet die Kirchensteuerpflicht, je nach Bundesland, mit dem Ende des Monats, in dem man seinen Kirchenaustritt erklärt hat, oder mit dem Ende des Folgemonats.
Aber: Viele wissen nicht, dass die Kirchensteuer vom Jahreseinkommen berechnet wird. Für jeden Monat, den man in einem Jahr kirchensteuerpflichtig war, ist ein Zwölftel der vollen Kirchensteuer zu zahlen – auch, wenn das Einkommen komplett erst nach dem Kirchenaustritt erzielt wurde!
Beispiel: Wenn jemand im Juni seinen Kirchenaustritt erklärt, weil er im Juli zum ersten Mal eigenes Einkommen verdient, muss er auf sein Jahreseinkommen immer noch für 6 Monate Kirchensteuer zahlen! (In vielen Bundesländern sogar für 7 Monate, weil die Kirchensteuerpflicht dort erst mit Ablauf des Folgemonats erlischt.)
Diese Info dürfte vor allen für angehende Berufsanfänger interessant sein: Berufsschüler und Studenten, die im nächstes Jahr ihr erstes eigenes Einkommen erzielen.
Deshalb hat Skydaddy eine Website (kirchenaustrittsmonat.de) angelegt, die diesen Sachverhalt erklärt und wo man sich Informationsmaterial zum Verteilen und Aufhängen (z.B. an Hoch- und Berufsschulen) herunterladen kann. Außerdem existiert auch eine Facebook-Seite dazu.
Also Leute: Helft Euren Freunden und Bekannten, die nächstes Jahr ihr erstes eigenes Einkommen haben werden und bisher noch nicht aus der Kirche ausgetreten sind. Nach dem Jahreswechsel lässt sich nur noch Schadensbegrenzung betreiben: Sie müssen dann Kirchensteuer zahlen, auch, wenn sie das nicht wollen.
“Religion nervte mich schon als Kind”
Veröffentlicht in Homophobie, Homosexualität am 19. November 2011
Interview mit Ralf König und dem obigen Video, wo er einen seiner Comics vorträgt.
Empörung im Vatikan: Benetton zieht Papst-Kussbild zurück
Veröffentlicht in Medien am 17. November 2011
Nicolas Sarkozy küsst Angela Merkel, der Papst knutscht einen ägyptischen Imam: Eine neue Fotomontagen-Kampagne des italienischen Modehauses Benetton sorgt für Entrüstung im Vatikan – das Unternehmen zog das Bild mit dem Kirchenoberhaupt jetzt zurück.
Kölner Moschee: Christliche Symbole “eingeschmuggelt”?
Veröffentlicht in Islam am 10. November 2011
Eigentlich hatten die Kölner begonnen, sich an ihrer im Rohbau fertigen Zentral-Moschee zu erfreuen. Doch jetzt gibt es abermals Streit um das muslimische Bauwerk, weil die Türkisch-Islamische Union (Ditib) bizarre Vorwürfe gegen den Architekten Paul Böhm erhebt: Er soll versteckte christliche Symbole im Bau untergebracht haben.
Lobbyismus und Transzendenz (Radiosendung)
Veröffentlicht in Kirchenfinanzen, Säkularismus, Staat und Kirche am 4. November 2011
Die teure Trennung von Staat und Kirche Von Pietro Scanzano Im Grundgesetz ist die Trennung von Kirche und Staat festgeschrieben. Doch wer sich umsieht, könnte das Gegenteil glauben. In der Praxis hat das Zusammenwirken von Staat und Kirchen zu vielfältigen Zuwendungen, Vergünstigungen und Subventionen in einem Umfang geführt, der die Kirchensteuereinnahmen deutlich übersteigt.
Sendetermin: Samstag, den 05.11.2011, 9.05 bis 10.00 Uhr im SR 2 KulturRadio
„Ein System wie bei der Stasi“
Veröffentlicht in Homophobie, Homosexualität, Katholizismus am 3. November 2011
Am kommenden Freitag, 04. November 2011, 19 Uhr, wird der Bestseller-Autor [David Berger] im Hörsaal 3 der Universität Regensburg (gegenüber Audimax) Rede und Antwort stehen. Eingeladen haben ihn die kritischen Laien in der Diözese – der Aktionskreises Regensburg (AKR), „Wir sind Kirche“ und die Laienverantwortung Regensburg e.V.. Der Umgang mit Homosexualität begünstigt die Vertuschung von sexuellem Missbrauch bei der katholischen Kirche, sagt Berger im Interview mit unserer Redaktion.
Weiterlesen bei regensburg-digital.de.
Berliner Christen unterstützen gemeinsamen Ethik-Unterricht
Veröffentlicht in Ethik, Gesellschaft, Religionsunterricht, Schule, Staat und Kirche am 3. November 2011
Die Berliner CDU will in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU erreichen, dass der Religionsunterricht bessergestellt wird. So will die Partei dem 2009 gescheiterten Volksbegehren “Pro Reli” verspätet zum Erfolg verhelfen. Den Verfechtern eines gemeinsamen Ethikunterrichts schließen sich nun auch Christen an.
Weiterlesen bei diesseits.de.
Exorzistenpaar riss Tochter Gedärme aus dem Bauch
Veröffentlicht in Aberglaube, Exorzismus am 2. November 2011
In Russland steht ein Exorzistenpaar vor Gericht, das seine Tochter bei einer angeblichen Teufelsaustreibung stundenlang gefoltert und zu Tode geprügelt haben soll. Dabei rissen sie ihr sogar die Gedärme aus dem Bauch.
Weiterlesen bei Focus.de.
Dachmarkenkampagne Luther 2017 in Berlin vorgestellt
Veröffentlicht in Evangelische Kirche am 2. November 2011

Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, und der sachsen-anhaltinische Kultusminister Stephan Dorgerloh (v. links). Pressefoto der Lutherdekade
Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, und der Vorsitzende des Lenkungsausschusses zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums, der sachsen-anhaltische Kultusminister Stephan Dorgerloh, stellten die neue Dachmarkenkampagne heute in der Kulturkirche St. Johannes Evangelist in Berlin vor.
Bundesregierung beteiligt sich “maßgeblich” mit 35 Millionen
Die Bundesregierung werde sich mit 35 Millionen Euro aus dem Etat des Beauftragten für Kultur und Medien an der Finanzierung von inhaltlichen Projekten der Lutherdekade bis zum Jubiläumsjahr 2017 maßgeblich beteiligen, so der Kulturstaatsminister. Darüber hinaus beabsichtige der Bund, gemeinsam mit den Ländern die Sanierung authentischer Reformationsstätten finanziell zu unterstützen. Neumann: “Die Dachkampagne mit dem Leitmotiv ,Am Anfang war das Wort’ wird die vielen Partner in Deutschland, die sich mit Aktivitäten und Projekten am Jubiläum beteiligen, kommunikativ und visuell zusammenzuführen.”
Schneider: Aufklärung und Toleranz “ohne Luther schwer denkbar”
“Aufklärung und Demokratie, Individualität und Menschenwürde, Religionspluralität und Toleranz sind ohne die Reformation und ohne Martin Luther nur schwer denkbar. Reformation ist für diese Entwicklungen nicht alles, aber ohne Reformation wäre vieles nicht so gekommen, wie es nun ist”, so Schneider abschließend.
Mehr dazu in der kompletten Pressemitteitung der EKD vom 27.10.2011
Homepage zum Lutherjahr 2017: luther2017.de
Rückblick “…und da wird dein Hirn sein!”
Veröffentlicht in Atheismus am 31. Oktober 2011
Die Religionsfreie Zone von GeFAHR e.V. war eine als Alternative gedachte Veranstaltungsreihe zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag (EKT) in Dresden im Juni 2011. Sie war für jeden – ob religiös oder nicht – gedacht, der eine kritisch-säkulare Alternative zum EKT sucht.
Elementare Bestandteile waren Diskussionen, Unterhaltung, Vorträge und Lesungen, unter anderem mit dem Philosophen Dr. Michael Schmidt-Salomon, der Filmemacherin Ricarda Hinz und dem Politologen Dr. Carsten Frerk.
Ein Rückblick von Philippe Lorenz.
Schuld und Schweigen – Phänomen sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
Veröffentlicht in Uncategorized am 30. Oktober 2011
In der heutigen Folge der “ersten säkular-humanistischen Fernsehsendung Österreichs” beschäftigt sich das aus multiethnischen Humanisten bestehende Sendungsteam von “Es werde Licht” mit der Frage nach dem Missbrauch in der Kirche. Moderator Jorit D. Posset führt, diesmal unterstützt durch Co-Moderatorin Sabina Grömmer, durch die Sendung.
Opfer und ihre Vertreter diskutieren
In der vorwiegend als Diskussionsrunde konzipierten Sendung erheben die eingeladenen Vertreter der Opferinitiativen schwere Vorwürfe gegenüber Kirchenvertretern und ihren Umgang mit den Opfern. Unter anderem dabei ist Angela Kreilinger von der Selbsthilfegruppe Opfersolidarität und Herby Loitsch – selbst Missbrauchsopfer der Kirche. Grüner Justizsprecher Albert Steinhauser übt seit längerem Kritik an der mangelnden Kooperation der Kirche mit der staatlichen Strafverfolgungsbehörde und ergänzt die Runde aus juristischer Sichtweise.
Erstausstrahlung ist am 28. Oktober – auf dem offenen Kanal “Okto”, mit Sitz in Wien. Online ist die Folge bereits hier verfügbar.
Quelle: eswerdelicht.tv
Boris Becker – „Der Pfarrer will mich abzocken”
Veröffentlicht in Uncategorized am 29. Oktober 2011
Zwei Jahre nach der Hochzeit von Boris Becker und Lilly Kerssenberg gibt es Streit ums Geld. Der Ex-Tennisstar hat mit dem Pfarrer noch eine Rechnung offen.
[...] Fisher berechnete Becker unter anderem vier Stunden Arbeitsaufwand, weil er mehrmals von RTL interviewt wurde.
14 Milliarden Euro Staatsleistungen an die Kirchen sind genug
Veröffentlicht in Kirchenfinanzen, Staat und Kirche am 25. Oktober 2011
Pressemitteilung der Humanistischen Union, 18.10.2011
Humanistische Union appelliert an Erzbischof Zollitsch und Präses Schneider, auf Weiterzahlung der Staatsleistungen zu verzichten.
Bund und Länder sollen endlich Verfassungsauftrag erfüllen
Die katholische und die evangelische Kirche sollen von den Bundesländern nicht weiter die Zahlung von Staatsleistungen in Höhe von jährlich rund 460 Mio. Euro verlangen. Mit diesem Vorschlag wandte sich die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union in einem Brief an die ranghöchsten Kirchenoberen, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, und den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider. Die Bundesländer – mit Ausnahme der Stadtstaaten Hamburg und Bremen – zahlen seit Bestehen der Republik in Deutschland sogenannte historische Staatsleistungen exklusiv an die beiden großen christlichen Amtskirchen, obwohl die deutsche Verfassung seit 1919 verlangt, dass die Länder diese angeblich auf alten Rechtstiteln beruhenden Leistungen ablösen sollen und der Bund gesetzlich dafür Grundsätze aufzustellen hat. Erst kürzlich hat die Humanistische Union in einer eigenen Untersuchung gezeigt, dass die Länder, auch die DDR, allein seit dem zweiten Weltkrieg mehr als 14 Mrd. Euro als sogenannte Staatsleistungen an die Kirchen überwiesen haben (Übersicht siehe unten).
Ob die Kirchen einen Rechtsanspruch auf die Zahlung von Staatsleistungen haben, ist juristisch umstritten. Die Humanistische Union hat wiederholt darauf hingewiesen, dass bei rechtzeitiger Ablösung der Staatsleistungen die öffentlichen Haushalte sich schon seit Jahrzehnten von dieser Belastung hätten befreien können und müssen. Dies hätte um so näher gelegen, als die Kirchen durch die ebenfalls im Jahre 1919 generell eingeführte Befugnis, Kirchensteuern zu erheben, eine ebenso verlässliche wie üppige Finanzquelle bekommen haben, die ihnen inzwischen mehr als neun Mrd. Euro im Jahr in die Kassen spült. Sie sind daher auf die zusätzlichen Staatsleistungen auch gar nicht mehr angewiesen. Die beiden Amtskirchen in Deutschland sind ausgesprochen wohlhabende Institutionen mit einem immensen Grund- und Finanzvermögen, zudem völlig schuldenfrei. Im Vergleich zu den reichen deutschen Kirchen ächzt die öffentliche Hand in Deutschland unter einer Schuldenlast von 2000 Milliarden Euro und sieht sich zudem wachsenden Anforderungen zur Stützung anderer Staaten in Europa gegenüber.
Die Humanistische Union fordert daher die Kirchen zum Verzicht auf die Weiterzahlung der Staatsleistungen auf, und zwar ungeachtet der Rechtsfrage, ob insoweit ein Rechtsanspruch besteht oder nicht. Sie weißt in diesem Zusammenhang darauf hin, dass selbst Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch aus theologischen Gründen die Befreiung der Kirche von materiellen Privilegien verlangt habe, damit sie sich danach wieder “auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden” könne. Die Deutsche Bischofskonferenz selbst hat jüngst bei ihrer Herbsttagung betont, sie wolle sich in der Frage der Staatsleistungen “ausgewogenen Lösungen” nicht verschließen. Bereits im Juli dieses Jahres hatte die Humanistische Union in Briefen an die Bundeskanzlerin, an die Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien und an die Regierungschefs der Länder verlangt, wenigstens endlich mit den Kirchen in Gespräche über die Ablösung der Staatsleistungen einzutreten, wie diese das auch schon angeboten haben.
Unabhängig davon hat die Humanistische Union sich jetzt auch an die Rechnungshöfe des Bundes und der Länder gewandt. Sie sollen prüfen, ob die Länder auch heute noch den Kirchen Staatsleistungen gewähren dürfen.
Österreich: Katholischer Bischof plädiert für Neustart des Ablasshandels
Veröffentlicht in Katholizismus am 25. Oktober 2011
Sex gegen Geld? Kein Problem: Kirche holt wieder uralte Ideen aus der Kiste, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.
Für Seelsorger und Community-Manager in Diensten der katholischen Kirche Österreichs könnte es zukünftig ein besonders „günstiges“ Angebot geben: Wer die Kirche belogen, ihre Regeln gebrochen und im Rahmen dessen sogar heimlich Sex gehabt hat, darf sich möglicherweise bald mit einem Scheck aus der moralischen Bredouille helfen.
Das legt jedenfalls ein Bericht von Der Standard nahe, der morgen gedruckt erscheinen wird. Darin heißt es, dass der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari den Priestern, die heimlich dem Eros – einen passenden Gott hat die Kirche selbst nicht vorzuweisen – die gebührende Ehre erwiesen haben, eine „wehtuende Spende“ als Mittel zur Gewissenserleichterung empfehlen würde.
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Hier der Artikel beim Standard: “Wehtuende Spende”: Kapellari fordert Geldstrafe bei Zölibatsbruch
Und hier ein Kommentar dazu: Kapellari und der Zölibat: ein Bischof in Not




























































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