Irrglaube an die göttliche Kraft: Der evangelische Theologe Stephan Schaede kritisiert, dass in seiner Kirche immer mehr die zentrale Botschaft verdunkelt wird
(…)
Wird Gott nicht trivialisiert, wenn er eine Person sein soll?
Nein, ganz im Gegenteil. Personen sind im Vergleich zu bloßen Kräften oder Energien viel komplexer. Personen entwickeln sich lebensbiografisch, sie haben im Unterschied zu bloßen Kräften die Fähigkeit, etwas zu erleben. Sie haben Mitgefühl. Sie können vergeben und versprechen. Sie stehen in einem dialogischen Verhältnis zu anderen und zu sich selbst: Eine Person kann sich auch auf sich selbst ansprechen, sich korrigieren. Schon deshalb wäre es ein großer Verlust an Komplexität im Gottesbild, wenn wir uns Gott als Kraft statt als Person denken würden. (…)
Weiterlesen:
[http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article110306717/Gott-muss-als-Person-gedacht-werden.html


















































#1 von Deus Ex Machina am 27. Oktober 2012 - 11:12
“Nein, ganz im Gegenteil. Personen sind im Vergleich zu bloßen Kräften oder Energien viel komplexer.”
–> Wie schön! Eine klare Absage an das Weichspülchristentum, das auch in meinem Freundeskreis teils praktiziert wird und einen “Gott” vertritt, den man genauso gut auch gleich duch “der große grüne Arkelanfall” oder “die Macht” ersetzen kann.
“Auf die Theodizee-Frage gibt es keine Antwort. ”
–> Aber natürlich. Man gibt zu, dass es diesen Gott, den man sich da ausgedacht hat, einfach nicht gibt.
#2 von parksünder am 27. Oktober 2012 - 11:23
Gott verhindert keine Erdbeben, Wirbelstürme, Flutkatastrophen …
Gott läßt zu, wie 6 Millionen Juden getötet werden …
Gott verhindert nicht, dass es Menschen wie Hitler, Stalin und Mao gibt …
Das läßt nur einen Schluss zu – Gott muß “umstandslos das Gute” sein *facepalm*
#3 von rkinck am 27. Oktober 2012 - 11:38
Ja wie jetzt? Doch kein nichtsagendes allgegenwärtiges mystisches Gewaber mehr, kein „Gott ist das ganz andere“ sondern doch wieder ein personeller Gott? Eben jener Gott von dem „fortschrittliche“ Theologen behaupten Atheisten hätten ihn missverstanden und würden genau diesen persönlichen Gott als Karikatur einer viel höheren und erhabeneren Wesenheit benutzen. Und nun ist er doch wieder als ein solcher, eine Person zu sehen? Vielleicht verziehen sich die Herrn gelehrten alle mal in ein stilles Kämmerlein, machen die Tür hinter sich zu und diskutieren erst unter sich aus was ihr Gott den genau sein soll, bevor sie Versuchen ihren Mist anderen Leuten als tolle Erkenntnis zu verkaufen. Und sollt die Tür nie wieder aufgehen ist es bestimmt nicht schade drum!
#4 von Noch ein Fragender am 27. Oktober 2012 - 11:44
Meine Fragenliste an Gott ist lang. Ich riskiere gern, ihm im Jüngsten Gericht mit dieser Liste auf den Wecker zu gehen.
Wieso will Pastor Schaede diese Fragen erst im Jüngsten Gericht mit “Gott” besprechen, wenn er jetzt schon in einem “dialogischen Verhältnis” zu “Gott” steht? Und wenn Gott jetzt nicht auf seine Fragen zufriedenstellend antwortet, wieso sollte er es im Jüngsten Gericht tun?
Ich würde jederzeit dafür eintreten, dass der Pastor diese Gedanken verbreiten darf, aber “respektieren” kann ich sie nicht.
#5 von Henry am 27. Oktober 2012 - 11:48
Was wird bezweckt mit einem personifizierten Gott?
Wir kennen einen Vati-Gott und einen Mutti-Gott.
Ein kurzes Video (Dauer: 3 min. 15) von Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth vom Institut für Hirnforschung der Universität Bremen setzt sich damit auseinander:
Religiöse Prägung in der Kindheit.
So kommt man natürlich leicht auf die Idee: Religion ist von den Eltern gegründet.
Man hört auch oft die Meinung, die Religion wurde erfunden, damit sich der Mensch nicht in der Finsternis fürchtet. Man imaginiere sich also einfach eine Vater- oder Mutterfigur, die alle jenen heroischen umd machtvollen Eigenschaften hat, die dir fehlen. Mit dieser imaginierten Person spricht du am Besten täglich, dann verlässt dich das Selbstgespräch auch nicht in Zeiten der Finsternis.
Die Hallizunationen der religiösen Epileptiker sagen aber nichts darüber aus, ob es einen Gott gibt. Das meint zumindest Prof. Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth in dem Video Gott im Gehirn (Dauer: 3 min.).
Warum halten nun die Dogmatiker und Chefideologen der Kirchen unbedingt an dieser kindlichen Prägung von Vati- und Mutti-Gott fest?
Das Mutti-Gott-Dogma, also das Dogma des Marienkultes gibt es übrigens erst seit dem Nazipapst (Pius zwölf wird ganz allgemein so genannt.)
Wozu braucht man nun also diese Ideologie (am Besten gleich mehrerer) personifizierter Götter so dringend ?
Wenn ein Gott vorausgesetzt wird, der eine Person ist, so hat man stillschweigend längst eine persönliche Seele akzeptiert. Der Glaube an einen persönlichen Gott sichert sozusagen die persönliche Seele ab, er sorgt dafür, daß das Konzept der persönlichen Seele nicht mehr hinterfragt wird.
Längst versteht man sich selbst als übernatürliches Wesen nach dem Bilde Gottes geschaffen und man nimmt an, daß die Karriere nach dem Tod weitergeht.
Förderung und Befriedigung findet dabei also ein Egoismus in Ewigkeit. Es ist der Versuch, die Menschen voneinander zu trennen anstatt sie zu verbinden. Ich würde lieber an eine verbindende Seele glauben.
Kennt ihr Nina Hagen – Personal Jesus ?
In diesem Fall ist es besonders offensichtlich: Lasst euch nicht beissen von den Vampiren für ein Versprechen auf Unsterblichkeit.
freundliche Grüße
#6 von AMB am 27. Oktober 2012 - 12:01
Der glaubt wirklich an das Jüngste Gericht? Ich würde einem allwissenden gedankenlesenden Psychopaten nicht zu sehr auf die Nerven gehen.
#7 von Hinterfragerin am 27. Oktober 2012 - 12:02
@ parksünder
Der Autor schreibt ja gerade, dass eine solche Haltung dem Theodizee-Problem nicht gerecht werde…
Übersieht dabei aber, dass er das Problem selnst schlicht verdrängt, indem er es als unbeantwortbar einordnet und meint, er wolle diese Fragen sozusagen am Tag des Jüngsten Gerichts an Gott stellen..
Hmm..sowohl personales als auch Kraft-Gottesbild als Metaphern, die “Gott” letztlich nicht erfassen können, wobei die eine, die personale, aber die Rezeption des biblischen Gottes erleichtert, und die Rede vom mitleidenden, lieben Gott erst ermöglicht:
In sich ist es irgendwie logisch. Der Mann beruft sich auf die biblische Tradition, und in der Tat wird Gott hier klar als Person dargestellt. Das zu leugnen wäre in der Tat “irreführend”. Jene Christen, die Gott als Kraft verstehen, haben zwar ein durchaus gutes Argument – sie nehmen die Kritik, dass ein derart personales Gottesbild so anthropomorph ist, so sehr Kind seiner Entstehungszeit, dass es sehr deutlich auf einen vom Menschen nach seinem Bilde erschaffenen Gott verweist, ernst. Versuchen aber ihren Glauben zu retten, indem sie ihren Gott ins Unfassbare entrücken bzw. eine neue Metapher suchen (was soll diese “Kraft” sein, als ein neues Bild, an moderneren Vorstellungen angelehnt?).
Der Autor hat also recht, wenn er meint:
“Die Leute denken, es sei eine naive anthropomorphe Projektion, sich analog zur Personalität der Menschen auch Gott als Person vorzustellen. Ich halte dagegen: Es ist mindest ebenso naiv, es ist eine naturalistisch naive Projektion, sich aus angeblich aufgeklärten oder populären Gründen Gott in Analogie zu einer physikalischen Kraft oder Energien vorzustellen. ”
Dem Autor ist zuzustimmen. Denn dann macht es keinen Sinn mehr , sich als Christ zu bezeichnen, weil der Kern des Christentums letztlich einen personalen Gott voraussetzt. Beides haben zu wollen, die Heilsgeschichte und die unpersönliche Kraft, passt nicht zusammen. Die Rede vom liebenden Gott macht nur Sinn, wenn es um eine Person geht.
Leider erkennt er nicht, dass er hier den Nagel auf den Kopf trifft: Beide Vorstellungen sind genau was er sagt: naive Projektionen…:-).
“Es lohnt sich die Biografie Gottes, die die Bibel entfaltet, viel stärker auszuplaudern.”
In der Tat. Nur bleiben einem dann nur zwei Möglichkeiten der Interpretation: Gott ist eine ziemlich unangenehme Person. Oder die Metapher eines personalen Gottes spiegelt in ihren Veränderungen sehr deutlich sich ändernde Vorstellungen von der Welt und von anderen Menschen wieder (vom strafenden und jähzornigen zum gerechten und heute meist nur noch liebenden, gütigen Gott, vom Partikulargott/ Kriegsgott zum universalen Gott der Liebe). Ersteren Gott müsste man bekämpfen, so er wirklich existieren würde. Und letztere Vorstellung verweist Gott gleich ins Reich der Erfindungen.
“Das Bild “Person” erschließt an Gott Züge, die wir sonst nicht erkennen würden.”
Hier von “erkennen” zu sprechen ist schon faszinierend. Da gibt es nichts zu erkennen, denn die Metapher(n) sind alles, worauf wir Zugriff haben. Wir können sie interpretieren, ja. Aber wie rechtfertigt man den Sprung, sie als Erkenntnisweg anzusehen, wenn man dasjenige, das sie bildhaft darstellen sollen, in seinen Charakteristika gar nicht kennt?
Wir machen uns also ein Bild, und dann behaupten wir, dieses Bild (dessen Realitätsgehalt wir gar nicht überprüfen können!), sagt uns angeblich etwas über dasjenige, das es behauptet abzubilden. Fällt diesem sicher nicht dummen Mann der Bruch in der Logik nicht auf?
Und dann geht er noch weiter, und meint, er weiß, wie Gott zu seiner Personalität kommt und welche Vorteile er davon hat..und letztlich gibt es nur einen Weg, die logischen Brüche zu überwinden: Der Bezug auf die Bibel, und die dortige Gottesvorstellung, die als “wahr” gesetzt wird. Damit aber haben wir einen ziemlich klassischen Zirkelschluss, denn diese ist ja auch der Ausgangspunkt der Metapher selbst..
#8 von Josef Sefton am 27. Oktober 2012 - 12:37
Herr Jesus ist der treue und wahrhaftige Zeuge.
Gross ist seine Güte! Sie reicht bis an den Himmel! Und wohin die Wolken auch ziehen: überall ist seine Treue!
Jesus ist der verlaessliche Zeuge der Wahrheit. Er ist das Ja Gottes zu uns. Wer Gott kennenlernen moechte, sollte Jesus von ganzen Herzen kennenlernen.
#9 von AMB am 27. Oktober 2012 - 12:50
@Josef
Es hat keinen Sinn geistig verwirrten Müll zu verbreiten. Dich wird hier niemand ernst nehmen.
#10 von rkinck am 27. Oktober 2012 - 12:51
Das hatten wir schon. Gerne kannst du zur Diskussion beitragen. Solltest du aber nur wirr Predigen wollen, bist du in der Fußgängerzone besser aufgehoben. Ich kann zwar nicht für alle sprechen, wage aber zu behaupten, dass deine Worte hier niemanden beindrucken. Geh lieber auf ein Forum für religiöse Sprücheklopfer. Ich bin mir sicher die freuen sich etwas über deinen tollen Kumpel Jesus zu erfahren.
#11 von blubb am 27. Oktober 2012 - 12:59
moment mal gibt es im christlichen glauben nicht ein gebot, welches besagt, dass der mensch sich gott nicht als bildhaft oder so vorstellen darf?
#12 von Barkai am 27. Oktober 2012 - 13:38
@blubb,
nein, du darfst ihn nicht abbilden (AT/tanach, unter den sog. 10 geboten zu finden)
#13 von Deus Ex Machina am 27. Oktober 2012 - 13:48
@ rknick:
Tatsächlich lache ich nur umso heftiger über die jew. erfundene Gottheit inklusive ihrer Anhänger , deren selbsternannter Verteidiger so Dinge von sich gibt.
Wozu braucht Gott ein Raumschiff?
#14 von Noch ein Fragender am 27. Oktober 2012 - 14:01
@ #8 Josef Sefton
Wer Gott kennenlernen moechte, sollte Jesus von ganzen Herzen kennenlernen.
Welchen Jesus? Den historischen oder den von der Kirche als Christus verehrten?
Der historische Jesus erwartete das Reich Gottes und wollte keine Kirche gründen.
Der von der Kirche als Christus verehrte Jesus, ist Haupt der Kirche.
#15 von dezer.de am 27. Oktober 2012 - 14:17
Also jetzt doch dieser alte weiße Mann mit Rauschebart? Dieser Weihnachtsmann im weißen Bademantel?
#16 von Wolfgang am 27. Oktober 2012 - 15:10
Nun sage mir doch mal einer vom Bodenpersonal wie alt ist eigentlich jener männliche, furchtbare, verlogene und erdachte Gott?
Älter als das Universum? Älter als unsere Erde? Und die vorhergehende Götterwelt hat jener christliche Gott alle gnadenlos massakriert?
Teuflisch gut erdacht und eine Lüge wird staatlich sanktioniert. Und nur wer an Scheiße glaubt, dem ist das Himmelreich sicher.
Seid ihr noch zu retten????
#17 von Sheldon Lee Cooper am 27. Oktober 2012 - 15:17
> Auf die Theodizee-Frage gibt es keine Antwort.
Doch, die gibt es: Weil er nicht existiert!
#18 von stephancologne am 27. Oktober 2012 - 21:00
Bei Josef ist das “ä” und “ö” kaputt.
Oder er leugnet bis heute seine sächsische Herkunft…