Interview mit Kardinal Marx:
Im abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten, oder?
Marx Ich würde mich freuen, wenn Menschen auch glauben, wenn es ihnen gut geht. Wenn sie den Glauben nicht nur als Versicherungspolice für schlechte Zeiten sehen. Der Glaube ist eine Kraftquelle für das tägliche Leben. Alles steht für mich in einem Horizont der Hoffnung, wenn ich glaube.
Weiterlesen:
[http://nachrichten.rp-online.de/kultur/wir-reden-zu-viel-ueber-moral-1.3033293


















































#1 von Ezri am 17. Oktober 2012 - 11:30
Zum Titel fällt mir direkt ein Anekdötchen zu sein.
Ich war 14 Jahre jung und das war mein erster Langstreckenflug. USA – Deutschland. Draußen blitzte es. Fragte ein deutscher Passagier so in die Runde: “Was ist das?” Sagte ein anderer: “Wird wohl ein Leuchtturm sein.” Ich dann: “So ein Quatsch, das ist ein Gewitter.” Ich war schon erstaunt, wieviel Leute im Flieger Deutsch konnten und gläubig waren. Jedenfalls falteten so einige ihre Hände zum Gebet und ich hab mich amüsiert.
Klar wars ein Gewitter, Leuchttürme gibts in dieser Höhe einfach nicht. Idioten!
#2 von dezer.de am 17. Oktober 2012 - 11:31
“Unsere Vorstellungen von Menschenwürde, Menschenrechten, Nächstenliebe sind aus dem Christentum heraus entstanden…”
Immer und immer wiederholende Lüge in der Hoffnung sie zur Wahrheit zu machen. Jeder aufgeklärte Mensch mit normalen Verstand und historischer Bildung kann darüber nur lachen oder wütend werden oder beides. Bei mir ist jedenfalls der erste Reflex lachen über so ein Schwachsinn, der 2. allerdings Wut über Menschen die weitherhin bewusst Lügen verbreiten um anderen damit zu verklären. Es muss endlich Schluss damit sein und normal werden sobald jemand solchen Unsinn erzählt dass ihm ein Sturm der Entrüstung entgegenweht.
#3 von Wolfgang Klosterhalfen am 17. Oktober 2012 - 11:39
“Unsere Vorstellungen von Menschenwürde, Menschenrechten, Nächstenliebe sind aus dem Christentum heraus entstanden, weil für uns jeder Mensch Ebenbild Gottes ist.”
Der Herr Kardinal hat gesprochen. Das darf natürlich in einer “Zeitung für Politik und christliche Kultur” nicht online kommentiert werden.
#4 von deradmiral am 17. Oktober 2012 - 11:59
Ich hatte bisher eher den Eindruck, dass es bei Beerdigungen keine Christen gibt. Alle vorgeblich Gläubige jammern und beklagen den Verlust eines Mitmenschen, wo doch nach christlichen Verständnis, die tote Person gar nicht tot ist und es ihr jetzt sogar besser gehen soll.
Im Übrigen kann ich mir vorstellen, dass es den Passagieren eines abstürzenden Flugzeug lieber ist, wenn ein Atheist am Steuer eine Rettung versucht, als dass zwei Christen im Cockpit anfangen zu beten und das nahe Paradies zu preisen.
#5 von Elvenpath am 17. Oktober 2012 - 12:13
Unsere Vorstellungen von Menschenwürde, Menschenrechten, Nächstenliebe sind aus dem Christentum heraus entstanden, weil für uns jeder Mensch Ebenbild Gottes ist.
Lügner. Die Vorstellungen von Menschenwürde und Menschenrechte sind Werte aus dem Humanismus. Die Kirchen haben sich gegen jedes einzelne Menschenrecht massiv gesträubt. Die Bibel befürwortet im alten und im neuen Testament ausdrücklich die Sklaverei. Frauen werden diskriminiert und dem Mann “unterstellt”, Minderheiten und Andersdenkende werden diskriminiert. Die katholische Kirche hat sich noch Anfang des 20 Jahrhunderts massiv gegen das Frauenwahlrecht gestemmt und und und. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Zu behaupten, dass Menschenwürde und Menschenrechte aus dem Christentum kommen ist ein absoluter Hohn.
#6 von Ezri am 17. Oktober 2012 - 12:17
Wenn jeder Mensch Ebenbild Gottes ist, wieso werde ich dann nich angebetet?
#7 von Ezri am 17. Oktober 2012 - 12:17
Nachtrag: Und unsichtbar bin ich auch nicht
#8 von Wolfgang am 17. Oktober 2012 - 12:27
Also nach der katholischen Leere, Verzeihung natürlich Lehre, hat ein Gott den Menschen aus einem Klumpen Lehm geblasen, einen Mann und dem noch ohne Narkose eine Rippe geklaut, um daraus eine Frau zu erschaffen. Ganz reife Leistung! Das sich aber dann
noch ein “Lehmkerl” erdreistet, sich selbst zu einem Stellvertreter Gottes zu ernennen, “haut doch einem Fass die Krone ins Gesicht!”
Der erste Mensch also war gleich katholisch, dementsprechend voller Sünde. Die ersten Menschen waren aber “Atheisten”, denn sie mussten überleben und dazu war keine Zeit für Gebete. Menschenwürde ist keine kirchlichen Erfindung, die Menschenrechtscarta
der Vereinten Nationen wurde vom Vatikan bis heute nicht unterzeichnet und die sogenannte Nächstenliebe kursiert nur teilweise unter
den Christen.
#9 von Elvenpath am 17. Oktober 2012 - 12:50
Ich war schön öfters in lebensgefährlichen Situationen. Auf dem Motorrad, im Flugzeug, im Wasser. Nicht eine Sekunde habe ich an “Gott” gedacht.
#10 von Farfalla am 17. Oktober 2012 - 13:02
@ Admiral – du hast so recht, beim Impfen gibt es übrigens auch keine Christen, schließlich würden sich Christen nicht gegen Gottes Urteil der Pestilenz wehren sondern es mit Fassung tragen, beim Geschlechtsverkehr gibt es auch keine Christen, schließlich beten sie dabei nicht den Christengott an wenn sie laut ausrufen, bei Heiligenpilgern gibt es keine Christen, schließlich huldigen sie Götzen, aber die wenigsten Christen gibt es dann doch in ostdeutschen Kirchen.
#11 von Randifan am 17. Oktober 2012 - 13:16
“Im abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten, oder?
Marx Ich würde mich freuen, wenn Menschen auch glauben, wenn es ihnen gut geht. Wenn sie den Glauben nicht nur als Versicherungspolice für schlechte Zeiten sehen. Der Glaube ist eine Kraftquelle für das tägliche Leben. Alles steht für mich in einem Horizont der Hoffnung, wenn ich glaube.”
Offensichtlich ist selbst Bischof Marx bewusste, wie wenig viel Menschen selbst in extremen Situation und unter Todesangst auf die Perspektive eines Lebens im Jenseits und den Glauben an seinem imaginären großen Bruder leben können. Bischof Marx kann offensichtlich auf Atheisten verzichten, die im Angesichts des Todes den Glauben an seinen großen Bruder entdecken.
#12 von AMB am 17. Oktober 2012 - 13:33
Bei Christen geht nichts daneben??
Die guten alten Zeiten…
Er meint, sie “erleben” die Macht der großen Kirchen.
Das sind katholische Vorstellungen von Menschenwürde, Menschenrechten und Nächstenliebe, gepaart mit Intoleranz!!
Was wäre das auch für eine grausame Welt, wo lesbische oder geschiedene oder ausgetretene Erzieherinnen nicht gekündigt werden können.
#13 von Deus Ex Machina am 17. Oktober 2012 - 13:53
“Wenn der Mensch ganz auf sich allein gestellt ist, nur aus sich heraus lebt, könnte das daneben gehen.”
–> Und wie schief läuft es, wenn Gott ihm befiehlt andere zu killen?
“Auch Nichtchristen oder Menschen ohne Interesse an Kirche erleben in den modernen Gesellschaften des Westens die christliche Prägung, die große christliche Kultur und Tradition Europas.”
–> Eingentlic erlebe ich eine Gesellschaft, die das Joch der Religionen langsam ablegt und sich dadurch modernisiert.
“Unsere Vorstellungen von Menschenwürde, Menschenrechten, Nächstenliebe”…..
–> ….kommen nicht von den Kirchen.
#14 von Argus7 am 17. Oktober 2012 - 14:30
Der Glaube nährt sich aus dem Wunsch, der eigenen Selbsttäuschung zur Wahrheit zu verhelfen.
(Die Religioten haben die Selbsttäuschung längst bis zur Perfektion entwickelt !!!)
Alle Menschen kommen als Atheisten zur Welt. Und dann fallen sie – zum Glück nicht alle – in die Hände von Religioten. Ein überaus trauriges Schicksal, welches diesen Menschen in der Folge bevor steht. Sie werden den eigentlichen Sinn des Lebens nie erkennen. Sie lernen zu glauben und versäumen auf diese Weise, realistisches Wissen zu erwerben.
#15 von Sheldon Lee Cooper am 17. Oktober 2012 - 15:07
Das Gegenteil ist der Fall. Im Flugzeug gibt es nur noch Atheisten. Genau wie im Schützengraben. Oder welcher Soldat hat so viel Gottvertrauen, dass er sich in den Kugelhagel stellt, weil er weiß, dass sein Gott ihn beschützt? Keiner! Wenn es hart auf hart kommt, wissen alle, dass ihr Gott nicht existiert. Warum schreien Leute, wenn ein Flugzeug ins Luftloch fällt, wenn sie doch angeblich von ihrem Gott beschützt werden? Eben! In Extremsituationen wissen sie, dass sie sich Märchen eingeredet haben. Alle!
#16 von sergej_k am 17. Oktober 2012 - 15:22
Vermutlich beten Gläubige in einem Notfall, das Flugzeug abstürzen zu lassen, so dass sie früher bei Gott sein können.
http://derzweiteknall.tk/2012/08/24/keine-atheisten-in-schutzengraben/
#17 von Martin Schmidt am 17. Oktober 2012 - 15:49
“Ich würde mich freuen, wenn Menschen auch glauben, wenn es ihnen gut geht.”
Wie jetzt? Ist Glaube optional oder Pflicht?
#18 von Deus Ex Machina am 17. Oktober 2012 - 17:33
@ Sheldon:
Sehe ich genauso. Mehr noch: Welcher Gläubige jubelt denn in einer ausweglosen Situation, dass er gleich seinem Schöpfer gegenübertreten kann? Naja, vielleicht Selbstmordaatentäter, aber die sind ja auch nicht gerade eine Zierde für die Religion.
Im Grunde genommen will jeder leben, und zwar solange es geht. Mit diesem obskuren Jenseits argumentieren zwar gerne die Gurus, aber dahin will doch keiner als Expresslieferung geschickt werden.
#19 von Hinterfragerin am 17. Oktober 2012 - 19:28
“Unsere Vorstellungen von Menschenwürde, Menschenrechten, Nächstenliebe sind aus dem Christentum heraus entstanden, weil für uns jeder Mensch Ebenbild Gottes ist. Das gibt es so nur im Christentum und in der biblischen Überlieferung. Können wir darauf verzichten? Ich kann und will mir eine Welt, die das alles nicht kennt, jedenfalls nicht vorstellen.”
Hier geht es nicht nur um die Frage, ob er mit seiner Behauptung auf die Geschichte dieser Ideen bezogen Recht hat oder nicht. Hier geht es vor allem auch um die Frage, was der historische Entstehungskontext dieser Ideen mit ihrer aktuellen und zukünftigen Wirkmächtigkeit zu tun hat.
Marx insinuiert nicht nur, das Christentum habe diese Wertvorstellungen sozusagen im Alleingang entwickelt, sondern auch, dass sie ohne der christlichen Glauben an Zuspruch verlieren würden, dass wir ohne den christlichen Glauben darauf verzichten müssten.
Ersteres ist, wie andere bereits geschrieben haben, falsch, auch wenn ich den Einfluss christlicher Ideengeschichte und christlicher Denker auf die Entwicklung dieser Konzepte nicht ableugnen möchte – im Gegensatz zu Marx, der eine Vielzahl anderer Einflussfaktoren wohlweislich nicht nennt und auch nicht offenlegt, dass der christliche Einfluss nur allzu oft der Gegenspieler war, gegen den jene kämpfen mussten, die diese Rechte einforderten. Dass das christliche Verständnis dieser Konzepte sich im Laufe der Zeit stark gewandelt hat und auch heute noch von dem der Gesellschaft im Ganzen unterscheidet.
Zweiteres ist, was noch wichtiger ist, ebenso falsch: Selbst wenn diese Vorstellungen rein aus christlichen Vorstellungen erwachsen wären, was nicht der Fall ist, wären sie nicht an diesen Entstehens- und Legitimationskontext gebunden. Sie sind in ihrer heutigen Ausformulierung säkular geprägt und haben längst in einer Vielzahl von Kulturkreisen Verbreitung gefunden, sich dort mit je eigenen ethischen Diskussionstraditionen verbunden. Selbst wenn die Goldene Regel, der Aufruf zur Nächstenliebe, nur in der Bibel zu finden wären, sie setzen die Bezugnahme auf den christlichen Gott, auf irgendeinen Gott, nicht voraus, um begründbar zu sein. Die säkulare Begründungen haben darüber hinaus der Vorteil, keine religiös homogene Wertegemeinschaft vorauszusetzen, sondern auch in einer pluralen Gesellschaft einen Werterahmen liefern zu können, der nach-vollziehbar ist.
#20 von Noch ein Fragender am 17. Oktober 2012 - 22:59
wären sie nicht an diesen Entstehens- und Legitimationskontext gebunden.
Volle Zustimmung.
Gerade die außereuropäischen Diktatoren versuchen immer wieder, die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte auszuhebeln, indem sie sie als “westlich” und für ihren Kulturkreis nicht passend diskreditieren.
Als wenn in Europa die Menschenrechte so selbverständlich gewesen wären und nicht auch gegen die Herrschenden hätten erkämpft werden müssen.
Folter tut übrigens in jedem Kulturkreis weh.