„Primitiver Aberglaube“ – Einstein-Brief wird versteigert

Er gilt als einer der klügsten Köpfe der Menschheit. Aber was Albert Einstein über Religion schrieb, wird deren Anhänger nicht erfreuen. Ein legendärer Brief des Physikers soll nun versteigert werden – für mindestens drei Millionen Dollar.

(…)

„Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger aber doch reichlich primitiver Legenden“, schreibt Einstein in dem Brief an den Philosophen Erich Gutkind, der Einstein sein Buch „Entscheide Dich für das Leben“ geschickt hatte. „Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Inkarnation des primitiven Aberglaubens.“ (…)

„Und das jüdische Volk, zu dem ich gerne gehöre und mit dessen Mentalität ich tief verwachsen bin, hat für mich doch keine andersartige Originalität als alle anderen Völker. Soweit meine Erfahrung reicht ist es auch um nichts besser als andere menschliche Gruppen…

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[http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=3175214

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  1. #1 von Elvenpath am 8. Oktober 2012 - 19:07

    Jepp. Das und nichts anderes sind Religionen: primitiver Aberglaube.

  2. #2 von Uwe am 8. Oktober 2012 - 19:33

    Die Lüge vom gläubigen Einstein wird trotzdem weiterleben. :-(

  3. #3 von Rudolf Root am 8. Oktober 2012 - 19:50

    Hier ist mir aufgefallen, dass die Übersetzerin des Briefs, Joan Stambaugh, den zweiten Teil des “Kernsatzes” dieses Briefs sowohl schlecht übersetzt als auch eigenmächtig ergänzt hat:

    “Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden.”

    Dieser Satz wurde von ihr übersetzt:

    “[…] the bible a collection of honorable but still primitive legends which are nevertheless pretty childish”.

    Und jetzt wird’s interessant:
    ganz offensichtlich hat keiner sich mehr die Mühe gemacht, Original und Übersetzung zu vergleichen, denn dieses “childish” geistert in Bezug auf diesen Brief seit mehr als 5 Jahren (als der Brief das erste Mal versteigert wurde) durch die Communities. Selbst beim Humanistischen Pressedienst hieß es damals “`Kindischer Aberglaube´: Einstein über Religion” (ein von Andreas Müller übersetzter Artikel aus dem “Guardian”: http://hpd.de/node/4584).

    Es ist schon ziemlich gewagt, einen auf Deutsch geschriebenen Satz, der (falsch) in’s Englische übersetzt wurde, wieder in’s Deutsche zu übertragen, ohne das Original zu kennen.
    Dennoch meine ich, dass dieses bei einer Figur wie Einstein, der ja immer wieder als Kronzeuge für oder wider einen persönlichen Gott herhalten muss, durchaus nötig ist; nun, vielleicht konnte man den Originaltext damals nicht einsehen.

    Da fragt man sich am Ende nur:
    warum hat die Übersetzerin ausgerechnet bei diesem Kernsatz dieses Briefes (der ja schon so schon im Rampenlicht steht) so schlechte Arbeit geleistet?
    War es ihr wichtig, Einsteins Text durch ihre persönliche Ansicht zu ergänzen?
    Und — wie verfährt sie mit Heideggers Texten, dessen Texte sie als offizielle Übersetzerin in’s Englische übersetzt?

  4. #4 von Noch ein Fragender am 8. Oktober 2012 - 20:15

    Gibt es von Einstein auch eine Äußerung zur Beschneidung?

  5. #5 von Randifan am 8. Oktober 2012 - 20:40

    Einstein könnte als Antisemit gelten, selbst Richard Dawkins ist bei seinen Aussagen zum Judentum zurückhaltender.

  6. #6 von rgr am 9. Oktober 2012 - 08:52

    Es gibt vom Brief offenbar keine deutsche Abschrift im Internet. Ich habe jedenfalls keine gefunden. Kann es sein, dass die Leute Angst vor Copyright-Verletzungen haben. Der Brief ist schließlich in Privatbesitz. Ich habe schon überlegt, ihn abzutippen. Er ist ja nicht schwer lesbar. Aber lieber doch nicht.

  7. #7 von Deus Ex Machina am 9. Oktober 2012 - 10:37

    Ja, der “gläubige Einstein”…… Eine Lüge mehr, die gerne von Gläubigen verbreitet wird.

  8. #8 von hypershrike am 9. Oktober 2012 - 10:45

    Im Grunde ist es ja egal, was Einstein dachte. Hätte er nun an Gott geglaubt, würde mich das dennoch nicht überzeugen. Ich habs ja nicht so mit Propheten. Aber trotzdem schön, in guter Gesellschaft zu sein.

  9. #9 von Deus Ex Machina am 9. Oktober 2012 - 10:52

    Propheten brauchen die Gläubigen, hypershrike, ich auch nicht. Aber man muss ja nicht alles von denen mit ihren Lügen für sich vereinnahmen lassen. Und wo man solche Aussagen hat, kann man auch darauf hinweisen.

  10. #10 von Argus7 am 9. Oktober 2012 - 11:08

    Völlig egal, ob der Einstein’sche Text richtig oder falsch übersetzt worden ist. Es bleibt die Tatsache, dass Religion hochprozentiger Schwachsinn und Aberglaube ist ! Basta !

  11. #11 von Rudolf Root am 9. Oktober 2012 - 12:44

    @Argus

    Kurioserweise ist das exakt die Argumentation, die von “Hardcore-Gläubigen” vorgebracht wird, wenn sie in argumentative Zwickmühlen geraten:
    “Quellenlage? Belege für die Behauptungen?? Es bleibt die Tatsache, dass Atheismus hochprozentiger Schwachsinn und Aberglaube ist! Basta!”

    Ich denke, hier sollten zumindest die Atheisten mit etwas mehr Sorgfalt vorgehen.

  12. #12 von Peter Landstorfer am 10. Oktober 2012 - 10:14

    Ich kann mir beim allerbesten Willen nicht vorstellen, daß ein (gutmütiger ?) Gott ein Universum erschaffen hat, mit Galaxien, darin Sonnen, die von Planeten umkreist werden, auf denen Lebewesen existieren, die zum stillen ihres Hungers sich gegenseitig auffressen müssen……………..