Zwei provokante Thesen zum “Jahr des Glaubens”, für das die katholische Kirche am 11.Oktober den Startschuss geben wird.
… Eine Frage steht im Raum: Bis zu welchem Grad kann ein säkular denkender Mensch zum religiösen Glauben eine positive (naturgemäß nicht bejahende, sondern rein tolerierende) Haltung einnehmen? … Der religiös Glaubende beansprucht, über ein „höheres Wissen“ zu verfügen.
Natürlich kann dem ein weltanschaulich indifferenter, agnostischer Mensch so nie zustimmen. Aber enthält das Phänomen „Glaube“ nicht doch einen interessanten Restbestand an „Weisheit“? Ein gewisser „Glaube“ kann doch tatsächlich bisweilen „Berge versetzen“ …
Man denke an die nach wie vor rätselhaften medizinischen Placebo-Phänomene. Man könnte den Placebo-Effekt auch einmal rein (religions-)philosophisch betrachten – als epistemisches Phänomen im Sinne des Wetterleuchtens einer „Superintelligenz“: Manche Menschen „glauben“, ein richtiges Medikament zu sich zu nehmen, obwohl es sich nur um eine Attrappe handelt, und werden geheilt – wenn auch nur ein gewisser Prozentsatz. Aber jener Prozentsatz kann nachdenklich machen: Verfügt der menschliche Organismus möglicherweise über eine Art (unbewusster) „Superintelligenz“, die der heutigen Medizin Jahrhunderte voraus ist?
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#1 von deradmiral am 8. Oktober 2012 - 11:04
Meine Meinung: Die Superintelligenz der Religioten ist tatsächlich ein Placebo-Effekt.
#2 von Elvenpath am 8. Oktober 2012 - 11:28
Mal wieder der “Gott der Lücken”.
#3 von Ezri am 8. Oktober 2012 - 11:31
Nennt man auch Wunschdenken.
#4 von Noch ein Fragender am 8. Oktober 2012 - 11:49
Trittbrettfahren mit Placebos.
Zu diesem Thema gibt es einen interessanten Beitrag auf der Skeptikerseite der gwup.
http://blog.gwup.net/2011/12/11/trittbrettfahren-mit-placebos/
#5 von Gerry am 8. Oktober 2012 - 11:55
“Verfügt der menschliche Organismus möglicherweise über eine Art (unbewusster) „Superintelligenz“, die der heutigen Medizin Jahrhunderte voraus ist?”
Meine Vermutung: Der menschliche Körper verfügt über Selbstheilungskräfte die noch viel zu wenig erforscht sind.
Mein Vorschlag: Statt Kirchensteuer, Forschungssteuer in identischer Höhe mit der eben solche Themen erforscht werden für die die Pharmabranche mangels Kommerzialisierbarkeit kein Geld ausgeben will und der Staatshaushalt mangels solider Haushaltung kein Geld hat.
#6 von Cento am 8. Oktober 2012 - 12:04
Ist demnach der Nocebo-Effekt ein Hinweis auf eine Art unbewusste “Superblödheit”?
#7 von AMB am 8. Oktober 2012 - 12:45
@Cento
Eindeutig ja und empirisch bewiesen.
Ein aktuelles Beispiel:
http://blasphemieblog2.wordpress.com/2012/10/07/wissenschaft-kommt-aus-der-holle/
#8 von Deus Ex Machina am 8. Oktober 2012 - 13:48
“Manche Menschen „glauben“, ein richtiges Medikament zu sich zu nehmen, obwohl es sich nur um eine Attrappe handelt, und werden geheilt”
–> Manche! Bei weitem und nicht mal ansatzweise alle. Wären Placebos so wirksam, würde man sie ja nur noch einsetzen. Wäre der Glaube so stark, wäre die Lebenserwartung in den letzten Jahrhunderten nicht so drastisch angestiegen. Manche Leute reden immer wieder so, als ob unsere Vorfahren die tiefsten Einsichten in die Welt gehabt hätten. Na, warum gabs dann Pestepidemien, und warum waren x-beliebige Krankheiten, die heute fast vergessen sind, früher ein Todesurteil.
#9 von sergej_k am 8. Oktober 2012 - 15:38
@Deus
Wären Placebos wirksam, würde ich als erstes dieses empfehlen:
http://www.schuessler-salze-verzeichnis.de/krankheiten/Leichtglaeubigkeit.htm
Ich bräuchte jetzt dringend ein Mittel gegen Lachkrampf.
#10 von pufaxx am 8. Oktober 2012 - 15:43
@sergej – Jo, darüber bin ich vorhin beim nesselsetzer gestolpert. Einfach köstlich.
#11 von Argus7 am 9. Oktober 2012 - 09:13
Der religiotische Glaube ist das personifizierte Nichtwissen ! Der Verfasser dieses Textes hat offensichtlich noch nie etwas von der heilenden Wirkung des menschlichen Immunsystems etwas gehört. Gäbe es dieses Immunsystem nicht, hätte die Menschheit nicht bis ins 21. Jahrhundert überleben können.
Unser Immunsystem kann nicht nur einen simplen Schnupfen, sondern auch eine scheinbar unheilbare Krebserkrankung heilen. Eine solche Heilung habe ich an mir selbst erleben können. Mir wurde nach der Diagnose CUP-Syndrom noch eine Lebenszeit von max. 6 bis 12 Monaten diagnostiziert. Seitdem sind volle sieben Jahre ins Land gegangen und wie man sieht, bin ich noch immer höchst lebendig. Die Homöopathen und andere Schmalspur-Mediziner führen ihre Heilungen fälschlicherweise gerne ihrem Wirken zu. Sie leben sozusagen von diesem Irrtum.
Placebo (lat.) bedeutet übersetzt: “Ich werde gefallen.” Eine umfassende Erklärung über den Begriff “Placebo” findet sich übrigens unter http://www.ratgebernewsblog2.wordpress.com Suchwort “Placebo” eingeben. Ich stelle immer wieder fest, dass dieser Begriff vielfach missverständlich verstanden wird. Facchkundige Aufklärung trägt zum besseren Verständnis bei.