DDR-Häftling: “Gott war auf unserer Seite”

Weil er sich gegen den den militärischen “Wehr-Unterricht” stark machte, saß der Pfarrer Matthias Storck 14 Monate im DDR-Gefängnis, bevor er durch die Bundesregierung freigekauft wurde. Er und seine Frau Christine haben ihr Leben der Erinnerung an das Unrecht der SED gewidmet. Dafür wurden sie am Donnerstag anlässlich des Tages der Deutschen Einheit mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Im Vorfeld sprach Storck mit pro darüber, warum Glaube und Widerstand Hand in Hand gehen und was ihn mit Joachim Gauck verbindet.

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  1. #1 von Elvenpath am 5. Oktober 2012 - 11:15

    Also aus seinem Glauben her kann die Ablehnung vom “Wehr-Unterricht” nicht stammen. In der Bibel befiehlt und gutheißt sein Gott so manchen Feldzug, so manches Gemetzel und so manchen Krieg.

  2. #2 von klauswerner am 5. Oktober 2012 - 11:39

    “Gott war auf unserer Seite”

    Religion heisst: Nicht über die Täuschungen, denen unser Hirn unterliegt, aufklären, sondern diese zu teilen ;)

  3. #3 von Coen am 5. Oktober 2012 - 11:40

    Im Rahmen der Feierstunde wurden auch verschiede Leute dargestellt, die irgendwas mit dem 3. Oktober zu tun haben, Der Großteil der Ostbürger war, völlig repräsentativ natürlich, irgendwie mit dem Christentum verbandelt (Pfarrer, oder Mit-Beter in Leipzig !nicht Demonstrant! usw) so kann man sich die GEschichte selsbt zurecht schwafeln. Lügen ist es trotzdem.

  4. #4 von Wolfgang am 5. Oktober 2012 - 11:44

    “Gott” muss aber auch für jeglichen Mist herhalten, weils den Gläubigen so am besten in den eigenen Kram passt. Und niemals wird der befragt…

  5. #5 von Deus Ex Machina am 5. Oktober 2012 - 11:56

    Ja Gott war so dermaßen auf eurer Seite, dass er erstmal 40 Jahre lang die Hände in den Schoß gelegt hat, bevor plötzlich….
    “Weil er sich gegen den den militärischen “Wehr-Unterricht” stark machte, saß der Pfarrer Matthias Storck 14 Monate im DDR-Gefängnis, ”
    –> Weil er das so sieht, muss es also wahr sein? Ach bitte! Und zehtausende andere Pfarrer sehen kein Problem drin, oder sind sogar dafür gewesen, Stichwort “Waffensegnung”, “gerechter Krieg”.
    Die Rosenkranzrassler sind immer groß darin gewesen, sich für ihre guten Taten hoch leben und ja auch jeden ihre Motivation wissen zu lassen. Schreihälse!

  6. #6 von AMB am 5. Oktober 2012 - 12:56

    Der Widerstand kam nur von Christen, Atheisten haben damals nicht mitgemacht.

    Und nach dem Mauerfall traten Millionen konfessionsloser Christen in die Kirchen ein.

    Ironie aus

  7. #7 von Argus7 am 6. Oktober 2012 - 09:59

    Hin und wieder kommt bei mir schon mal der Gedanke auf: “Hätten wir die Mauer möglichertweise doch höher bauen sollen !?” – “Natürlich nicht,” sagt mir die Vernunft. “Aber weshalb mußten wir uns denn auch solche hirnrissigen Religioten mit ins Boot holen ?” frage ich mich dann hin und wieder doch.

  8. #8 von Randifan am 6. Oktober 2012 - 22:39

    Der Glaube an seinem Gott, mag ihm Kraft gegeben haben, aber beim Untergang der DDR spielte dieser Glaube keine besondere Rolle.

  9. #9 von Deus Ex Machina am 6. Oktober 2012 - 22:59

    Und Doping hat Lance Armstrong die Kraft gegeben, 7mal die TdF zu gewinnen. Heißt das jetzt etwa, dass man unbedingt dopen muss, um zu gewinnen? Nein! Diese Schreihälse tun immer so, als ob ihr Chrstosteron das einzige auf der Welt wäre, das Menschen durchhalten lässt. Aber Rosenkranzrassler sind ja eh immer groß darin, anderen ihre Hausrezete auf die Nase zu binden.

  10. #10 von Elvenpath am 7. Oktober 2012 - 21:22

    Glaube und Widerstand gehen dann Hand in Hand, wenn den Religionen ihre Privilegien entzogen werden sollen.

  11. #11 von Hinterfragerin am 7. Oktober 2012 - 21:49

    Ehre wem Ehre gebührt: Aus welchen Beweggründen auch immer, dieser Mann hat sich gegen vom ihm so wahrgenommenes Unrecht eingesetzt und dafür einen hohen Preis bezahlt.

    Dafür sollten wir ihm und den anderen Menschen, die in verschiedenster Weise Kritik und Widerstand geübt haben dankbar sein, denn Menschen wie diese sind es, denen wir unsere Freiheiten verdanken.

    Allerdings halte ich es für hochproblematisch den eigenen Beweggrund gleichsam zum einzig wahren und wirkmächtigen zu erklären und so jede nicht-religiös inspirierte Form des Widerstandes abzuqualifizieren. Dieser Pfarrer hier räumt ja durchaus ein, dass es auch nichtgläubige Menschen gab, die Widerstand leisteten, qualifiziert dies aber gleich wieder ab, bzw. nimmt es für seine eigene Tradition in Anspruch, indem er sagt:

    “Die Wurzeln der Humanität ziehen ihre Nahrung aus dem christlichen Glauben.”

    Ob ihm bewusst ist, dass er damit Millionen, ja Milliarden Menschen aberkennt, zu humanistischem Handeln fähig zu sein? Menschen, die ebenso wie er in Unrechtregimen und unter Gefahr für Leib und Leben Widerstand leisteten und leisten, oft mit friedlichen Mitteln, aber keiner christlich geprägten Kultur entstammen? Was ist mit all jenen Indern, die den friedlichen Widerstand gegen das Raj trugen? Was mit jenen Birmanen, die sich gegen die herrschende Militärjunta wandten? Was mit jenen Chinesen, deren Widerstand so blutig niedergeschlagen wurde?

    Und ob ihm bewusst ist, dass die zarten Triebe der Humanität im christlichen Abendland einen harten Kampf gegen den Würgegriff des Christentums ausfechten mussten, bis sie zumindest teilweise Oberhand gewannen?

    Wie überheblich, wie entsetzlich egozentrisch.

    Zugleich betont er, das Protestieren sei sozusagen ein Kernelement des Protestantismus: Nun, im Dritten Reich hat man davon sehr wenig bemerkt, von rühmlichen Ausnahmen abgesehen.