Ministerin Öney glaubt an Gott und ausgleichende Gerechtigkeit

Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) hegt trotz diverser Verbalattacken gegen sie – auch aus Reihen der Opposition – keine Rachegelüste. «Ich glaube an Gott, und da ich eine gläubige Person bin, versuche ich, anderen Menschen keinen Schaden zuzufügen», sagte die türkischstämmige Politikerin im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Sie sei überzeugt, dass es eine höhere ausgleichende Gerechtigkeit gebe.

Weiterlesen:

http://www.pz-news.de/baden-wuerttemberg_artikel,-Ministerin-Oeney-glaubt-an-Gott-und-ausgleichende-Gerechtigkeit-_arid,371046.html

About these ads
  1. #1 von Elvenpath am 24. September 2012 - 17:14

    «Ich glaube an Gott, und da ich eine gläubige Person bin, versuche ich, anderen Menschen keinen Schaden zuzufügen»
    Also die Kausalität will sich mir nicht recht erschließen.

  2. #2 von parksünder am 24. September 2012 - 17:45

    @Elvenpath
    Na ja, das Gebot der Nächstenliebe sollte dir doch bekannt sein, oder?
    Ich erinnere mich da an eine lebhafte Diskussion mit dem Dorfpfarrer, einige Tage nachdem meine Nichte konfirmiert wurde. Am Konfirmationsgottesdienst predigte der Pfarrer andauernd davon, dass Jesus Liebe gepredigt hat und dafür Liebe zurück erhalten hat und man es ihm deshalb nachmachen sollte. Der Pfarrer beharrte so sehr auf seine These der Gutmenschlichkeit, dass er auf meine Argumentation, dass es ja auch Menschen gäbe, die trotz aller Herzlichkeit einem nur mit Hass begegnen, so gut wie nicht darauf einging.

  3. #3 von AMB am 24. September 2012 - 18:30

    Die ausgleichende Gerechtigkeit scheint genauso wenig zu existieren wie dieser Gott.

  4. #4 von Noch ein Fragender am 24. September 2012 - 19:37

    @ #2 parksünder

    dass Jesus Liebe gepredigt hat und dafür Liebe zurück erhalten hat und man es ihm deshalb nachmachen sollte.

    Jesus ist doch am Kreuz zu Tode gefoltert worden. Nennt er das “Liebe zurück erhalten”?

  5. #5 von pufaxx am 24. September 2012 - 19:43

    “Ich glaube an Gott, und da ich eine gläubige Person bin, versuche ich, anderen Menschen keinen Schaden zuzufügen” Aha. Und was ist mit nicht-gläubigen Personen? Und was ist, wenn die ihren Glauben mal verliert? Und was ist mit den ganzen gläubigen Voll-Honks, die … aaach … ham wir hier ja eh schon hundertmal gehabt.

    Solche Aussagen machen mir echt Angst. Zumal das Konstrukt des “Glaubens” ja dermaßen empfindlich zu sein scheint, dass für so Einige eine bloße “Schmähung” dieses mimosenhaften Glaubens gleich eine tiefe Erschütterung und Beleidigung darstellen kann.

    Wehe, wenn sie losgelassen …

  6. #6 von Hinterfragerin am 24. September 2012 - 20:57

    Hören diese Leute sich eigentlich selbst zu? Denkt die Dame, diejenigen von uns, die nicht glauben, haben kein Problem damit, anderen Menschen Schaden zuzufügen? Und, wie pufaxx andeutete: Wird die Frau zur brutalen Psychopathin, sofern sie ihren Glauben irgendwann mal in Zweifel ziehen sollte?

    Ich verstehe, dass sie meint, ihre Moral aus ihrem Glauben ableiten zu können. Aber ein bisserl Reflektionsfähigkeit würde ich schon erwarten. Sie hätte zum Beispiel sagen können: Für mich persönlich bedeutet mein Glaube an Gott eine Untermauerung meiner ethischen Grundhaltung, derzufolge man anderen Menschen keinen Schaden zufügen soll.

    Andererseits frage ich mich immer wieder, wie man diese Haltung mit einem heiligen Buch in Einklang bringt, dass auf fast jeder Seite den Schmerz und die Qualen der Hölle für Ungläubige ausmalt.. Ich füge Menschen keinen Schaden zu, weil ich an einen Gott glaube, der andere Menschen allein wegen ihres Unglaubens ewig foltern wird??? Naja.

  7. #7 von Elvenpath am 24. September 2012 - 21:04

    @parksünder: Ich würde jetzt wetten, dass Frau Öney Muslime ist und nicht Christin.
    Aber ok, sprechen wir mal vom christlichen Glauben. Jesus hat von Nächstenliebe gesprochen. Damit meinte er aber nur den nächsten Juden. Alle anderen, die ihm seine Jünger abspenstig machten, sollten “im Fluss ertränkt” werden.

    Diejenigen, die so krampfhaft die “Nächstenliebe” preisen, blenden den Rest einfach aus. Cherry-picking nennt sich das.
    Die eigentlich “gute” Einstellung stammt aber aus dem Humanismus. Das ganze Bündel der Menschenrechte stammt nicht aus der Bibel, ganz im Gegenteil, dort wird zum Beispiel ganz klar gesagt, dass Sklaven zwar auch “Schäfchen” “Gottes” sind, aber doch jeder an seinem Platz bleiben soll. Wenn es nach dem christlichen oder muslimischen Glauben ginge, würde Frau Öney niemals ein politisches Amt bekleiden, ja sie dürfte als Frau noch nicht mal wählen. Besonders die Christen schreiben sich aber gerne auf die Fahnen, was sie nicht verhindern konnten und die Menschen glauben es.

    Lange Rede kurzer Sinn: Die Geschichte läuft genau anders herum. Gute Menschen sitzen der religiösen Propaganda auf, dass ihre guten Taten aus der Religion stammen.

    Zu guter Letzt noch meine persönliche Meinung: Nächstenliebe ist totaler Unsinn. Ich will mein Nachbarn nicht lieben, ich will meine Arbeitskollegen nicht lieben. So etwas zu fordern ist einfach absurd. Aber etwas passenderes zu Menschenrechten ließ sich in der Bibel nun mal nicht auftreiben, also reiten die Christen jetzt darauf rum und tun so, als ob sie schon immer total sanftmütig waren. *g*

    Ich jedenfalls respektiere meine Nachbarn “nur”. Das ist notwendig und hinreichend.

  8. #8 von pufaxx am 24. September 2012 - 21:18

    @HF: “Ich füge Menschen keinen Schaden zu, weil ich an einen Gott glaube, der andere Menschen allein wegen ihres Unglaubens ewig foltern wird???” – Genau, genau, genau. DAS ist einfach widerlich. Der UNGLAUBE rechtfertigt ewige Folter. Wie viel Scheiße man gebaut hat, ist egal.

    Genau deshalb hab ich im Grundschulalter schon den obligatorische Weihnachtsgottesdienst mit dem Kommentar “Die lügen doch alle” verweigert, dem Religionsunterricht komplett fernbleiben durfte ich erst mit zwölf.

    Ich war allerdings (was “Sauereien” angeht) schon immer sehr empfindlich. Ich hab bei vielen Kinderliedern geweint. Und deutsche Kinderlieder können ziemlich brutal sein.

    Ein Beispiel:

    “Ist ein Mann in’ Brunn’ gefallen,
    Hab ihn hören plumpsen.
    Ist nicht wieder ‘nauf gekommen,
    Ist er wohl ertrunken.”

    Das hat mich voll fertig gemacht. Richtig so. Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung vollstens erfüllt.

    Und dann kommt mir irgendwer mit so nem Christen-Scheiß. Uaah. Sintflut. Uaah. Dieser “Gott” war seit dem ersten Religions-Unterricht mein Feind. Solange, bis ich gemerkt habe, dass dieser “Gott” nur ein Mythos ist. In etwa wie Rumpelstilzchen. Danach war die Welt wieder in Ordnung.

  9. #9 von Hinterfragerin am 24. September 2012 - 21:37

    @ pufaxx

    Im letzten Jokers Katalog fand sich die schöne Werbung zu einem Kinderbuch über die Arche Noah:

    Die schönste Geschichte der Bibel – für Kinder! Ab drei Jahren.

    Ich dachte, ich brech ab.

    Gott mag keine bösen Menschen, deswegen müssen wir alle gut zueinander sein, sonst macht Gott mit uns genau das, was wir bei einem Menschen für sehr böse halten würden…

    Und was fiese Kinderlieder und -geschichten betrifft: Der Struwwelpeter ist fast unschlagbar. Aber

    Hoppe, hoppe Reiter,
    wenn er fällt dann schreit er,
    fällt er in den Graben,
    fressen ihn die Raben

    fand ich schon als Kind besonders…interessant.

  10. #10 von Ezri am 25. September 2012 - 08:36

    …hmmm ich bin mit den unzenzierten Gebrüder Grimm aufgewachsen, komme aus einer Gegend mit weißen Frauen, gläsernen Kutschen, Irrlichtern und all sowas. Ich hab schon früh zwischen Fiktion und Realität unterschieden. Vielleicht bin ich auch genau deswegen nicht auf die Bibel und deren Inhalte reingefallen ;)

  11. #11 von Argus7 am 25. September 2012 - 09:30

    Damit reiht sich diese türkische SPD-Lady würdig in die Reihe der SPD-Polit-Religioten wie die Nahles und der Thierse ein. (Diese Aufzählung ist noch längst nicht vollständig !)

  12. #12 von bonifatz am 25. September 2012 - 10:08

    Zunächst einmal finde das Resultat auf jeden Fall gut. Es ist doch erstmal zu begrüßen, wenn man anderen nicht schaden will. Das Rumgezeter hier verstehe ich nicht. Sie sagt nur “ICH (hervorgehoben von mir, A.d.K) an Gott, und da ICH eine gläubige Person bin, versuche ICH, anderen nicht zu schaden”. Es handelt sich um ihre persönliche Rechtfertigung für ihr persönliches Verhalten. Mit keinem Wort sagt sie, dass man nicht auch anders zu diesem Verhalten gelangen kann.

  13. #13 von Elvenpath am 25. September 2012 - 10:28

    @bonifatz: Es geht darum, dass gläubige Menschen sich, wenn sie Gutes tun, auf ihren Glauben berufen. Dabei gibt dieser Glaube das gar nicht her, bzw. die Leute suchen sich nur die Stellen aus ihrer Religion heraus, die in ihre Weltsicht passen.
    Das Pferd wird von hinten rum aufgezäumt: Die Menschen agieren nicht nach ihrem Glauben, sondern passen ihren Glauben ihren Handlungen an.