Lyons Kardinal vergleicht Homo-Ehe mit Inzest

In Frankreich trägt die katholische Kirche einen medialen Kampf gegen die von der Regierung geplante Öffnung der Ehe aus: Lyons Kardinal Philippe Barbarin erklärte, die Homo-Ehe führe zur Anerkennung von Inzest und Vielweiberei.

(…)

Das könne zu einem “Zusammenbruch der Gesellschaft” führen: “Danach gibt es unzählige Konsequenzen”, erklärte der Kardinal am Freitag gegenüber dem Lokalsender “Télé Lyon Métropole”. “Als nächstes wollen sie dann Paare zu dritt oder zu viert. Und am Ende fällt vielleicht sogar das Inzestverbot.” Die Ehe sei seit Jahrhunderten etabliert und enthalte mehr Wahrheit als “vergängliche Entscheidungen” eines Parlaments.

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http://www.queer.de/detail.php?article_id=17409

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  1. #1 von deradmiral am 17. September 2012 - 18:03

    Kleines Detail am Rande: Die Ehe zwischen Geschwistern ist seit Napoleon in Frankreich legalisiert worden ohne dass es zu einem Zusammenbruch der öffentlichen Moral geführt hat. Ja, so mancher katholische Kardinal hat es noch nicht einmal bemerkt.

  2. #2 von Barkai am 17. September 2012 - 18:20

    @admiral,
    danke fuer die Info. Ilustriert wierde einmal, wieviel die Rocktraeger vond er Welt um sie herummitkriegen.
    (Und andere Laender, die die Ehe fuer alle Leute eingefuehrt habe, stehen auch noch, ohne dass es zu Buergerkriegen gekommen ist.)

  3. #3 von Uwe am 17. September 2012 - 19:08

    Kann man den Knaben nicht als Missionar nach Afghanistan schicken?

  4. #4 von Hal am 17. September 2012 - 19:32

    Wie oft kann man Wolf rufen und noch als Glaubwürdig gelten? Möglicherweise haben die katholischen Kirchenfürsten eingesehen das es nichts zu verlieren gibt und Kreischen gleich los wenn etwas deren kranken Sexualmoral widerspricht.

  5. #5 von pufaxx am 17. September 2012 - 20:36

    Super Idee. “Als nächstes wollen sie dann Paare zu dritt oder zu viert” – Vor irgendetwas warnen, was dem ein oder anderen durchaus Spaß machen könnte.
    :)

  6. #6 von Hinterfragerin am 17. September 2012 - 20:39

    Und wenn eine ganze Gruppe von Menschen füreinander die Verantwortung übernehmen möchte, egal in welcher geschlechtlichen Zusammenstellung: Warum nicht? Das geht den Kardinal nichts an. Wenn sie jene Aufgaben füreinander übernehmen, die in der Zivilehe festgelegt sind, warum sollte der Staat dies nicht anerkennen? Solange es sich um Erwachsene handelt, die sich frei für eine solche Gemeinschaft entscheiden können?

    Immer dieser Wunsch, das Leben aller Menschen zu kontrollieren, und die eigene Haltung als alleinseligmachend zu verkaufen.

  7. #7 von pufaxx am 17. September 2012 - 20:50

    … und es wäre doch so einfach. Man könnte den Begriff “Ehe” in “zivilrechtlich eingetragene Partnerschaft” umwandeln (mit allem, was dazugehört … Steuer-Bla, Rente-Bla, Was-passiert-mit-dem-gemeinsam-gekauften-Kühlschrank-wenn’s-auseinandergeht-Bla) – und über das, was eine “Ehe” ist, entscheidet dann ein Geistlicher.

    Für jeden seinen Keks.

    Aber ich möchte wetten, die ganzen Homo-Ehe-Gegner wissen ganz genau, dass es in der Debatte eben in erster Linie um rechtliche Geschichten geht. Denen stößt bloß sauer auf, dass sie sich nicht mehr einmischen dürfen. Die kriegen so langsam richtig, richtig Schiss. Gut so.

    Auch wenn die Sprüche teilweise ekelhaft sind – es ist schon irgendwie schön, diese Widerlinge zappeln zu sehen.

  8. #8 von sputnic am 17. September 2012 - 20:51

    @H.f. Zustimmung, aber bei mehr als zwei Personen gibt es technische Probleme: was wenn sich einer scheiden lassen möchte, aber nicht von allen…

  9. #9 von pufaxx am 17. September 2012 - 21:31

    @sputnic: Ja, da wird’s dann echt schwierig. Zivilrechtlich. Andererseits kann das den “Geistlichen” doch mal voll am Allerwertesten vorbeigehen, weil das dann ja keine “Ehe” ist.

  10. #10 von Noch ein Fragender am 17. September 2012 - 22:19

    Das könne zu einem “Zusammenbruch der Gesellschaft” führen

    Mit der gleichen Hysterie haben früher die Kleriker vor Demokratie und Menschenrechten gewarnt. Heute sind es angeblich Errungenschaften kirchlicher Tradition.

  11. #11 von klafuenf am 17. September 2012 - 22:33

    »Ehe« ist doch auch bloß ein Kurzwort für »bargeldloser Geschlechtsverkehr«

  12. #12 von rolandw am 17. September 2012 - 23:01

    Das mit der Geschwisterehe bei Napoleon kommt mir seltsam vor. Ist es nicht so, dass Kinder, die miteinander aufgewachsen sind, gar kein sexuelles Interesse aneinander entwickeln?

    Inzest: Kann sich hier jemand vorstellen, mit seiner Mutter oder seinem Vater Sex zu haben???

    Vielweiberei: Ich bin ja wirklich gerne verheiratet (nächstes Jahr silberne Hochzeit). Aber mehrere davon? Eine reicht mir.

  13. #13 von Igor am 17. September 2012 - 23:17

    Vielweiberei: Wenn ich mein Mädchen klonen könnte wär ich dabei. Da addiert sich mehr positives als negatives :)

  14. #14 von sputnic am 17. September 2012 - 23:38

    Mir schwebt da so ein timesharing System nach Punkten vor.

  15. #15 von Stefan Mauerhofer am 18. September 2012 - 06:55

    Seit 2005 gibt es in der Schweiz (per Volksbeschluss) die eingetragene Partnerschaft, welche rechtlich der Ehe bis auf wenige Ausnahmen ( z.B. keine Adoption, keine Zeugen bei der Eheschliessung) gleichgestellt ist. Habt ihr gehört, dass die schweizerische Gesellschaft seitdem zusammenbricht?

  16. #16 von Uwe am 18. September 2012 - 08:31

    @Stefan Mauerhofer

    Kommt doch die ganz Zeit in den Nachrichten.
    Da ziehen mittlerweile nur noch Horden wilder Plünderer durchs Land. Die Zivilisation wie man sie dort kannte, ist mit Einführung gleichgeschlechtlicher Partnerschaftentscheiden de facto nicht mehr existend.
    Wir können nur beten, das es mit Gottes Hilfe gelingt, diesen Zustand rückgängig zu machen.
    ;-)

  17. #17 von Elvenpath am 18. September 2012 - 10:55

    Es ist klar, dass das Inzestverbot von den Religioten nicht kampflos fallen gelassen wird. Es ist eines der letzten großen Denkverbote. Ein opferloses Verbrechen. dessen Bestrafung grundlegenden Menschenrechten widerspricht.

    Zwei Erwachsenen Menschen können miteinander tun und lassen, was sie wollen, so lange niemand verletzt wird. Und wenn es Geschwister sind… who cares? Als ob nach einer Aufhebung des Inzestverbots plötzlich massenhaft Geschwister in wildem Sexrausch übereinander herfallen würden… Inzest wird immer die absolute Ausnahme bleiben.
    Und mit der Gefahr behinderter Kinder braucht auch niemand zu argumentieren. Wozu gibt es Kondome? Und wenn ein Inzestpaar wirklich Kinder haben will, kann die PID dazu genutzt werden. Im übrigen gibt es ja nicht nur heterosexuellen Inzest.
    Und wenn die Gefahr behinderter Kinder besteht, dürften nicht verwandte Ehepaare, bei denen bei einem von beiden eine genetische Veranlagung für eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür hat, auch keine Kinder zeugen dürfen.

  18. #18 von Barkai am 18. September 2012 - 18:26