Entscheiden Evangelikale die US-Wahl

Zweimal wählten die mächtigen Evangelikalen George W. Bush ins Weiße Haus. Ihre Werte: keine Abtreibung, keine Homosexuellenehe. Doch seit einigen Jahren wandeln sich ihre Prioritäten. Gut für die Demokraten – oder vielleicht doch nicht?

Frau Pally, warum haben die Evangelikalen in den USA so eine politische Macht?

Marcia Pally: Ihr Einfluss auf die amerikanische Kultur ist groß, und sie sind mit 75 Millionen auch zahlenmäßig eine bedeutende Gruppe bei Wahlen.

Bisher ein Vorteil für die Republikaner, weil die Evangelikalen meist rechts wählen. 40 Jahre lang haben sie das getan. Aber seit 2005 ändert sich das. Warum?

Ein gewisser Idealismus und Antimaterialismus, vor allem bei jungen Evangelikalen. Außerdem ein größeres Bewusstsein für die Umwelt und soziale Themen wie beispielsweise den Kampf gegen Armut. Ironischerweise hat auch George W. Bush, den die religiöse Rechte zweimal bei den Präsidentschaftswahlen unterstützte, zu einem Umdenken geführt.

Wie?

Durch das Debakel im Irak und die Folter, die der Moral der Evangelikalen widersprach. Deren nationaler Verband gab damals eine Erklärung gegen Folter heraus. Das ging gegen Bush.

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http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2012/us-wahlkampf-evangelikale-als-zuenglein-der-waage-15225?vdt=b015|meistgelesen

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