Atheismus+: Die neuen Neuen Atheisten

We are…
Atheists plus we care about social justice,
Atheists plus we support women’s rights,
Atheists plus we protest racism,
Atheists plus we fight homophobia and transphobia,
Atheists plus we use critical thinking and skepticism.

Let me introduce you to Atheism+, the nascent movement that might be the most exciting thing to hit the world of unbelief since Richard Dawkins teamed up with Christopher Hitchens to tell the world that God was a Delusion and, worse than that, Not Great.

Less than a week old in its current form, Atheism+ is the brainchild of Jen McCreight, a Seattle-based biology postgrad and blogger at the secularist Freethought network. She has called for a “new wave” of atheism on that “cares about how religion affects everyone and that applies skepticism to everything, including social issues like sexism, racism, politics, poverty, and crime.”

(…)

The first item on the Atheism+ agenda, then, is a cleansing one. McCreight herself says: “We need to recognize that there’s still room for self-improvement and to address the root of why we’ve been having these problems in atheism and skepticism.” Greta Christina has gone so far as to devise a checklist of goals to which atheist organisations should aspire, including anti-harassment policies and ensuring diversity among both members and invited speakers. “To remember that not all atheists look like Richard Dawkins.”

Weiterlesen:

http://www.newstatesman.com/blogs/religion/2012/08/atheism-plus-new-new-atheists

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  1. #1 von sergej_k am 26. August 2012 - 22:05

    @andreas p

    Religion+ :)

  2. #2 von holey spirit am 26. August 2012 - 22:20

    Dogma+
    “…a system of shared values that separates the light side of the force from the dark side within the atheism movement, so we could start marginalizing the evil in our midst, and grooming the next generation more consistently and clearly into a system of more enlightened humanist values.”

    Die Heilige Inquisition+
    “…it’s the rift we need, to cut free the dead weight so we can kick the C.H.U.D.’s back into the sewers and finally disown them, once and for all.”

  3. #3 von Hinterfragerin am 26. August 2012 - 22:40

    @ sergej K

    “The idea that we should not be criticizing each other when we say illogical or ignorant things is self-defeating and self-destructive, and the very first corrupt value we need to kick to the curb.”

    “and it’s the rift we need, to cut free the dead weight so we can kick the C.H.U.D.’s back into the sewers and finally disown them, once and for all. (..) that separates the light side of the force from the dark side within the atheism movement, so we could start marginalizing the evil in our midst”

    Ich sehe da einen Widerspruch. Oft sind beide Seiten überzeugt, dass der jeweils andere ignorante und unlogische Dinge äußert. Und ja, dann kritisiert man sich gegenseitig, man legt da, aus welchen Gründen man die Haltung des anderen unlogisch oder ignorant findet.

    Die “Gegenseite” als “dead weight”, als “dark side”, ja als “the evil in our midst” bezeichnet, idie man “back into the sewers” treten sollten,ist für mich hingegen das absolute Gegenteil einer konstruktiven Auseinandersetzung mit den Argumenten der Andersdenkenden.

    Dann noch zu schreiben, dass man dafür ist Diversität zuzulassen, ist geradezu absurd. Diversität setzt doch auch und gerade das Zulassen anderer Denkweisen voraus.

    Ginge es hier um Hardcore-Rassisten, um Sexismus der schlimmsten Form u.ä., ich wäre ja auch der Ansicht, dass man dagegen vorgehen muss. Gegenargumente reichen da manchmal nicht aus, Abgrenzung ist notwendig. Aber mir scheint, dass diese Vorwürfe nicht selten mehr oder weniger grundlos oder völlig übereifrig erhoben werden.

    “Everyone who attacks feminism, or promotes or defends racism or sexism, or denigrates or maliciously undermines any effort to look after the rights and welfare and happiness of others, is simply not one of us.”

    Und wer entscheidet darüber? Die atheistische Inquisition? Gerade die letzten Punkte zu leider extrem schwammig..Man kann sich endlos streiten, was besser für das Wohlergehen und das Glück anderer Menschen ist, und es besteht die Gefahr, jede von der anderen abweichende Haltung in diesem Bereich als Unterminierung der Ziele anzusehen. Und was definiert einen Angriff auf den Feminismus dar?

    Anscheinend ist es ja schon schlimm genug, wenn man anzuzweifeln wagt, dass sexuelle Belästigung im Kontext atheistischer Konferenzen ein größeres Problem darstellt als in anderen Kontexten, in denen meist mehr oder weniger junge Menschen zusammenkommen. Oder wenn man meint, eine erwachsene Frau müsse eine (rein verbale) blöde Anmache im Aufzug auch mal wegstecken können. Über beides kann man streiten, aber es zum Kapitalverbrechen zu erklären, hier auch nur eine andere Meinung zu vertreten, finde ich lächerlich.

    Mist, ich fürchte, ich stehe auf der dunklen Seite der Macht…

    Sorry, es gab leider schon mehr als genug Ideologien, die meinten, den wahren Weg zum Glück zu kennen..und die jedem, der andere Wege bevorzugte, unterstellten, er sei ein Menschenfeind.

  4. #4 von Hinterfragerin am 26. August 2012 - 22:42

    PS: Was sind C.H.U.D.S.??

  5. #5 von holey spirit am 26. August 2012 - 22:52

    Cannibalistic Humanoid Underground Dwellers

    B-Horror-Kultfilm aus den 80ern

    http://www.imdb.com/title/tt0087015/

  6. #6 von sergej_k am 26. August 2012 - 23:04

    @Hinterfragerin

    Selbst wenn man mit den genannten Kriterien, wie soziale Gerechtigkeit, Frauenrechte, etc übereinstimmt (was die meisten Atheisten auch tun) aber, aus was für Gründen auch immer, Atheimus+ ablehnt, ist man “irrational”?

  7. #7 von andreas p am 26. August 2012 - 23:56

    Serkej_k: In demselben technischen Sinn, wie von absolut unbegründeten Dogmen restlos überzeugt zu sein “rational” ist, vermutlich…?

  8. #8 von holey spirit am 27. August 2012 - 00:14

    Man kann sich Carriers Kommentar-Repliken von oben bis unten durchlesen oder ganz willkürlich irgendeinen herauspicken. Es wimmelt zwar von logischen Widersprüchen (fallacies), die Direktive dahinter ist aber recht eindeutig:

    Hier wird ein pietistisch-puritanistischer Primitiv-Moralismus mit Absolutheitsanspruch propagiert. Geht in Richtung Jakobinertum.

  9. #9 von holey spirit am 27. August 2012 - 03:32

    ad HF #53
    “Die ‘Gegenseite’ als ‘dead weight’, als ‘dark side’, ja als ‘the evil in our midst’ zu bezeichnen, die man ‘back into the sewers’ treten sollte, ist für mich hingegen das absolute Gegenteil einer konstruktiven Auseinandersetzung mit den Argumenten der Andersdenkenden.”

    — Transatlantische Kulturunterschiede eben

    Bei uns hier im “alten Europa” schauts ein bisserl anders und zivilisierter aus: Da wähnen sich argumentlose Andersdenkende mit Schmutz beworfen und in die Kloake (sewer) gestoßen, obwohl sie sich in Wahrheit selbst hineinmanövriert haben. Und dann merken sie vor lauter weinerlichem Selbstmitleid (Bu-hu-huu) noch nicht einmal, dass man ihnen tausend goldene Brücken gebaut hat, sich aus eigener Kraft wieder aus der Scheiße zu ziehen.

    (Zugegeben, wenn sie ganz arg dumm und frech daherkommen, tunkt man sie immer wieder ordentlich – damit sie sich ein wenig mehr Zeit zum Nachdenken gönnen können in ihrer selbstverschuldeten Stinkebrühe. Hat schließlich noch keinem geschadet. Und sie wollen es ja eigentlich auch so und haben ja durchaus ein natürliches Recht darauf, immer wieder getunkt zu werden.)

  10. #10 von andreas p am 27. August 2012 - 09:01

    WÄHRENDDESSEN, in der realen Welt:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/universitaeten-im-iran-verbannen-frauen-aus-bestimmten-studiengaengen-a-851705.html

    … werden im Iran aus religiösen Gründen Frauen an vielen Unis (36 von 120) aus Ingenieurs- und einigen Naturwissenschaften verbannt.

    Der Spiegel zitiert das Wissenschaftsministerium; es heißt, diese Fächer widersprächen “der weiblichen Natur”. (Irgendwo habe ich sowas doch schon mal gehört…?)

    Der Streit um den wahren, puritanischen “Atheismus+” mutet da doch etwas nach … umm… eigenwilliger Prioritätensetzung an.

  11. #11 von andreas p am 27. August 2012 - 09:08

    … am Rande:

    Der Spiegel mutmaßt interessanterweise, es gehe hier um eine Frauenquote – deren Anteil an Studierenden soll in naher Zukunft 50% betragen. Das klingt “progressiv” – wenn man nicht weiß, dass 2/3 aller Eingeschriebenen an iranischen Unis weiblichen Geschlechts sind – Geschlechterdiskriminierung durch Quotierung einmal anders herum.

  12. #12 von holey spirit am 27. August 2012 - 12:10

    ad Andreas #60
    “Der Streit um den wahren, puritanischen “Atheismus+” mutet da doch etwas nach … umm… eigenwilliger Prioritätensetzung an.”

    Das war genau die Kritik von Richard Dawkins, die er sehr sarkastisch in seinem “Dear Muslima”-Kommentar formuliert hat und die als Gegenreaktion A+ erst hervorgebracht hat.

  13. #13 von Hinterfragerin am 31. August 2012 - 22:36

    @ Andreas P.

    Manche der Atheismus+- Verfechter, deren Kommentare ich gelesen und auf youtube gehört habe, würden Dir nun vorwerfen, dass Du versuchst, die Probleme der Frauen in der westlichen Welt kleinzureden, und deren Kritik damit abzuwürgen..indem Du darauf verweist, dass Frauen anderswo auf der Welt ganz andere, größere Probleme haben.

    Dürfte man geringere Übel erst ansprechen, wenn größere Übel beseitigt sind, dann wäre das in der Tat absurd. Aber glücklicherweise ist mir klar (und dies war es mir auch im von holey angesprochenen Fall von Dawkins), dass Du dies gar nicht gemeint hast. Es geht nicht darum, geringere Übel nicht ansprechen zu dürfen – oder gar nicht dagegen anzukämpfen.

    Es geht eher darum, diese geringeren Übel dennoch immer im Kontext zu sehen.

    Ich fürchte, hier reden beide Seiten aneinander vorbei: Die eine Seite wirft der anderen vor, Mücken zu Elefanten aufzublasen (sexuelle Belästigung in der atheistischen “Szene” u.a.m.). Die andere Seite wirft diesen Leuten dann wiederum vor, die betreffenden Probleme nicht ernst zu nehmen.

    Würden beide Seiten ein bisserl nachdenken, würden sie wahrscheinlich zu dem Schluss kommen, dass man durchaus kritisieren kann, dass etwas übermäßig aufgebauscht wird, ohne die betreffenden Punkte gleich “an sich” für irrelevant zu halten. Und dass es durchaus möglich ist, einem selbst naheliegende “Übel” anzusprechen, ohne dass man darüber vergißt, dass andere Menschen mit viel schlimmeren Problemen zu kämpfen haben.

    Eigentlich ganz einfach. Anscheinend aber nicht, sonst würde man sich nicht gegenseitig als C.H.U.D.s (danke, holey) bzw. “feminazis” beschimpfen.

  14. #14 von holey spirit am 1. September 2012 - 05:21

    ad HF

    “Dürfte man geringere Übel erst ansprechen, wenn größere Übel beseitigt sind, dann wäre das in der Tat absurd. Aber glücklicherweise ist mir klar [...], dass Du dies gar nicht gemeint hast.”

    Das war mir auch klar. Das war nicht der Punkt. Wir sind uns 3x einig.