Nazi als Freund: Präses Schneider fordert Reue von Drygalla

Die Ruderin Nadja Drygalla bestreitet, selbst Sympathien für die rechtsextreme Szene zu haben. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Schneider, fordert sie dennoch zu Umkehr und Reue auf. Dazu zitiert er aus der Bibel.

Nun schaltet sich auch die Kirche in die Debatte um die Ruderin Nadja Drygalla ein. Unter Verweis auf die Bibel forderte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, Drygalla zu Umkehr und Reue auf. Im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt zitierte Schneider aus dem Buch Hesekiel (33,12): “Wenn ein Gottlose von seiner Gottlosigkeit umkehrt, so soll’s ihm nicht schaden, dass er gottlos gewesen ist.”

Weiterlesen:

http://www.fr-online.de/politik/affaere-um-ruderin-drygalla-praeses-fordert-reue-von-drygalla-,1472596,16831602.html

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  1. #1 von Hinterfragerin am 9. August 2012 - 17:54

    Was für ein selbstgerechter Kerl. Warum meint er, etwas instrumentalisieren zu müssen, dass ihn bei Licht besehen einen feuchten Kericht angeht?

    In diesem Falle muss ich der heutigen ZEIT einmal Recht geben, die von einem “Schauprozess” spricht: Es ist eigentlich absurd, wenn man eine Frau für die (Ex-?)Parteizugehörigkeit ihres Freundes in einer, bei aller nötigen scharfen Kritik daran, dass diese sicher nicht auf dem Boden der FDGO steht (!), in Deutschland (noch!) erlaubten Partei geradezu in Sippenhaft nimmt und medial vorführt.

    Es ist undemokratisch.
    Es hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.
    Es hat auch nichts mit dem notwendigen Kampf gegen Rechtsextreme zu tun.

    Eine Demokratie muss auch ihre Extremisten aushalten – oder die betreffenden Parteien verbieten. Das wir inzwischen so weit sind, dass eine Athletin von Olympia heimreisen muss, weil ihr Freund ein Rechtsextremer ist, dass NPD-Politiker in manchen Restaurants nicht bedient werden, gibt zu denken.

    Wollen wir das? Gewissensfrage: Würden wir es bei Linksradikalen wollen? Man erinnere sich an “Die verlorene Ehre der Katharina Blum”..
    Und wo ziehen wir die Grenze, denn hier geht es wohlgemerkt um eine erlaubte (!) Partei.
    Der Schritt dahin, jene an den Pranger zu stellen, deren Meinung einem schlicht nicht passt, ist nicht besonders groß.

    Freiheit, hieß es einmal, sei die Freiheit der Andersdenkenden. Letztlich misst sich das Eintreten für die Haltung daran, inwiefern man auch jenen, deren Haltung man am meisten verachtet, Freiheit zubilligt.

    Dass Präses Schneider hieraus versucht, missionarischen Gewinn zu ziehen, und dabei auch noch wohlfeil Gottlosigkeit und Neonazismus bzw. Rechtsradiakalismus gleichsetzt, finde ich einfach nur widerwärtig.

  2. #2 von AMB am 9. August 2012 - 17:57

    Frau Drygalla hat sich nach meinen Kenntnissen nie zum NS bekannt. Das Verhalten ihr gegenüber halte ich für übertrieben.

    Was Schneider angeht, der macht das, wofür er bezahlt wird: Scheiße labern!

  3. #3 von pufaxx am 9. August 2012 - 18:08

    Es geht nicht um sie, sondern um ihren Freund. Der laut Auskunft der NPD schon gar kein Mitglied mehr ist. Eventuell (Spekulation, aber könnte doch sein) hat sie ihn sogar zum Austritt bewegt?

    Und: Die Frau Drygalla hält keine Predigten, sie unterrichtet keine kleinen Kinder, hat wohl auch sonst nie rechtsradikales Gedankengut geäußert (sonst hätte man da nicht nachforschen müssen) – Die RUDERT. Und fertig.

    Meiner Meinung nach eine Hexenjagd.

  4. #4 von Randifan am 9. August 2012 - 21:03

    Der ganze Rummel um die ganze Sache ist vollkommen übertrieben. Deutschland ist furchtbar politisch korrekt geworden.

  5. #5 von Sheldon Lee Cooper am 9. August 2012 - 21:23

    Ich weiß nicht, was im Oberstübchen von Schneider falsch gelaufen ist, dass er sich so selbstherrlich als moralische Instanz aufspielt, die er nicht ist.

  6. #6 von Friedensgrenze am 10. August 2012 - 06:20

    Olympia war doch mal gedacht als das Fest an dem die Herkunft und Meinung der Athleten hinter den sportlikchen Kampf zurückgesetzt wurde. Dafür wuden sogar mal Kriege unterbrochen.

    Frau Drygallas Entsendung zur Olympiade geschah zu recht. Auch die Kritik am Umfeld auf ner Antifa Homepage war gerechtfertigt. Erst der öffentliche Druck auf das Team und die wegbrechende Unterstützung durch Mekpoms Sportminister ist für mich kritikwürdig.

  7. #7 von Deus Ex Machina am 10. August 2012 - 08:20

    @ Friedensgrenze:

    Die Olympiade ist der Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen.

  8. #8 von Argus7 am 10. August 2012 - 09:26

    Was hat sich denn dieser selbsgerechte, evangeliotische Scheißkerl in diese Angelegenheit einzumischen ? Der soll sich gefälligst darum kümmern, dass sich die von ihm geführten Pfaffen an Gesetz und Ordnung halten und nicht – wie die Käßmann – besoffen Auto fahren ! Ich bin nun wirklich alles andere als ein Nazifreund, aber die Sportlerin Frau Drygalla vorzuverurteilen, wie es dieser dämliche Pfaffenführer tut, ist ein Skandal. Zudem fehlt bis zur Stunde jeder Nachweis, dass Frau Drygalla eine Sympathisantin der NPD ist oder jemals war. Einfach widerlich, dass “unsere” professionellen Religioten sich immer wieder in Dinge einmischen, die sie einen feuchten Kehricht angegen. (Hinweis an die “Hinterfragerin”: Wenn Du im Schwabenland leben würdest, wüßtest Du, dass es da die sog. Kehrwoche gibt. Da müssen die Leute im wöchentlichen Wechsel das Treppenhaus und den Vorgarten k e h r e n. Von diesem Verb leitet sich der Begriff Kehricht ab.)

  9. #9 von Eddie Porree am 10. August 2012 - 10:32

    Ich hoffe, es ist mir erlaubt hier anzumerken, dass es Schneider genauso erlaubt ist, sich zum Fall Drygalla zu äußern, wie einem Atheisten. Sich als moralische Instanz aufzuspielen, ist schließlich nicht alleine religiöses Terrain. TAMMOX hat zum Beispiel auch seinen Stuss zu diesem Thema beigetragen.

    http://tammox2.blogspot.de/2012/08/auf-dem-rechten-auge-blod-teil-ii.html

  10. #10 von ulrichvanbrodt am 10. August 2012 - 11:09

    was mich vor allem ärgert, wenn ich einen evangelischen pfaffen darüber reden höre: die kirchen betreiben als arbeitgeber selbst unablässig ihre diskriminierung andersdenkender, indem arbeitnehmerInnen, die aus der kirche austreten die kündigung – und damit übrigens das ende ihrer karriere – droht. wer zB in einem johanniter-krankenhaus als pfleger beschäftigt ist, sollte sich den kirchenaustritt lieber sparen. das allerdings geschieht dann ganz still und leise und es gibt keinerlei medienhype darum, keine facebook-soli-seiten und kümmert politik und öffentlichkeit einen feuchten dreck.

  11. #11 von stephancologne am 10. August 2012 - 11:36

    @Eddie:
    Das stimmt und selbstverständlich darfst Du das anmerken.
    Genau so steht es hier jedem frei, sich zum Bockmist von Präses Schneider zu äußern.
    Außer dem behauptet hier niemand, eine moralische Instanz zu sein.

  12. #12 von barkai am 10. August 2012 - 13:37

    Danke für den Aufschlussreichen beitrag, herr schneider! wenn sie jetzt bitte in ihrer Bibel Matt 7 aufschlagen würden

    Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.

    (Vers 1-2, Luther 1912)

  13. #13 von Wolfgang am 10. August 2012 - 16:34

    Auweia, da sind ja die Atheisten ganz schlimm dran, denn sie bereuen nie. Schneiderlein, was machste nun?