Der Wiener Quantenphysiker Anton Zeilinger schließt es aus, bei seinen Forschungen einmal an einen Punkt zu kommen, an dem er auf Gott stößt. “Den lieben Gott kann man nicht entdecken”, so Zeilinger in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins “profil”. “Das ist eine Frage des Glaubens und nicht des Wissens.” Er kenne Leute aus konservativen kirchlichen Kreisen, die meinen, man könnte Gott nachweisen. “Das wäre aber das Ende der Religion”, gab der 67-jährige Vorstand des Wiener Instituts für Experimentalphysik zu bedenke. “Dann wäre das In-die-Kirche-Gehen nicht mehr eine Frage des Glaubens, sondern des beinharten Kalküls.” (…)
Denn warum gibt es Naturgesetze? Niemand weiß es, sie sind einfach da.”
Hier sei ein “Raum, den ich Gott geben kann, wenn ich ein gläubiger Mensch bin, weil er da nicht im Widerspruch zu den Naturwissenschaften steht”.
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#1 von Elvenpath am 6. August 2012 - 10:34
“Den lieben Gott kann man nicht entdecken.”
Diese Aussage ist mit hoher Wahrscheinlichkeit wahr, denn was nicht vorhanden ist, kann auch nicht entdeckt werden.
“Raum, den ich Gott geben kann, wenn ich ein gläubiger Mensch bin”
Der Gott der Lücken.
#2 von Deus Ex Machina am 6. August 2012 - 10:43
Sos, wenn man aber Gott nicht entdecken kann, wie kann man dann überhaupt mit ihm in Kontakt treten? Religiöses Doppeldenk in Vollendung.
#3 von M.G. am 6. August 2012 - 11:04
Vielleicht ist Gott schon längst bewiesen worden und wird als Urenergie und Urmaterie bezeichnet,was den Urknall auslöste von der Naturwissenschaft ?
Nur die Religionen sind auf diesen Ohren taub.
#4 von deradmiral am 6. August 2012 - 11:52
Douglas Adams hat das schon einmal durchgespielt mit dem Babelfisch:
#5 von verquer am 6. August 2012 - 12:00
@MG
Daran ist sovieles falsch…
1) Man kann Aussagen ueber die Realitaet nicht beweisen.
2) Urenergie und Urmaterie sind unwissenschaftliche Ausdruecke.
3) Nichts loeste den Urknall aus. Ursache und Wirkung sind dem Verstaendnis hilfreiche Konstrukte haben aber keine physikalische Definition.
4) Gott einfach umzudefinieren ist nicht besonders erkenntnisfoerdernd.
5) Dein letzter Teilsatz scheint nicht zum Rest zu passen.
@Zeilinger
Erst…
Dann…
*facepalm* Also Zeilinger behauptet zu erst, dass “der Existenzgrund der Naturgesetze” niemals entdeckt werden wird, weil dieser nicht entdeckt werden kann. Dann sagt er, dass Wissenschaftler, die etwas ueber die Unmoeglichkeit einer gewissen wissenschaftlichen Erkenntnis aussagen, wahrscheinlich Unrecht haben. Ergo: Zeilinger behauptet, dass er selbst wahrscheinlich Unrecht hat.
Ahh… Zeilinger scheint erkenntnistheoretisch bei Popper (auch schon 70 oder so Jahre alt) stehengeblieben zu sein. Aber selbst wenn man kurz Bayes vergisst, ergibt Zeilingers Aussage reichlich wenig Sinn. Das naiv verstandene Wort “Naturgesetz” ist so definiert, dass das entsprechende Gesetz immer gueltig ist. Findet man naemlich einen Befund, der einem bekannten Naturgesetz widerspricht, dann hat man damit gezeigt, dass dieses Gesetz offensichtlich kein Naturgesetz ist.
Des weiteren benutzt Zeilinger hier eine implizite falsche Aequivokation. Beim Wort “Glauben” im Sinne einer Rechtfertigung macht es naemlich einen gewaltigen Unterschied, ob man den Inhalt des Geglaubten falsifizieren kann oder nicht. Und genau diesen Unterschied verschweigt der gute Herr Professor (absichtlich oder unwissentlich).
Warum ist Gott so, dass er unsere Welt produzieren kann? Oder um die Frage so zu formulieren, wie es Zeilinger vermutlich wirklich meint: Was ist der ontologische Existenzgrund Gottes? Fuehrt man Probleme (hier dann eher Scheinprobleme) auf, um die Unvollstaendigkeit eines Weltbildes zu zeigen und damit seine Ungerechtfertigtkeit zu implizieren, so sollte man darauf achten, dass das eigene Weltbild nicht an der eigenen Unvollstaendigkeit krankt.
Wie kann ich Gott so definieren, dass dieser nie falisfizierbar ist? Intellektuelle Redlichkeit sieht anders aus… Aber wie war das noch? “Wenn dir derselbe Wissenschafter sagt, was in der Zukunft nicht möglich ist, dann hat er wahrscheinlich Unrecht.”
#6 von M.G. am 6. August 2012 - 12:17
verquer am 6. August 2012 – 12:00
Der Widerspruch zu den Naturwissenschaft liegt im Paradox,wie z.B. Anomanie dess Wassers.
Ich muss ja desshalb nicht gleich an Gott glauben.
#7 von rkinck am 6. August 2012 - 12:53
„ … wo es grundsätzlich nichts Erklärbares gibt, etwa die Naturgesetze selbst … „
Woher nimmt er denn diese Gewissheit? Und sollte es doch einmal eine Erklärung geben und sieh da wieder kein Gott anwesend, wo hin ist Gott denn dann ausgewandert? Ganz ins Transzendente Hausnummer 42? Bullshitting ist wohl die beste Bezeichnung für das was Zeilinger hier betreibt.
(http://en.wikipedia.org/wiki/On_Bullshit)
#8 von stephancologne am 6. August 2012 - 13:13
“”Hier sei ein “Raum, den ich Gott geben kann, wenn ich ein gläubiger Mensch bin, weil er da nicht im Widerspruch zu den Naturwissenschaften steht”.”"
Damit ist dann auch schon alles gesagt !
#9 von verquer am 6. August 2012 - 13:25
@MG
Diese Aussage vermag ich nicht von Unsinn zu unterscheiden.
#10 von klafuenf.de am 6. August 2012 - 13:27
»Ich kann damit leben, dass ich etwas nicht weiss, aber ich möchte nicht an etwas glauben, dass möglicherweise falsch ist« (Richard P. Feynman)
#11 von deradmiral am 6. August 2012 - 15:30
Den “lieben” Gott kann ich noch nicht einmal in der Bibel entdecken. Aber das Buch lesen die Christen ja sowieso nur mit zusammengekniffenen Augen.
#12 von Andreas P am 6. August 2012 - 17:04
Fuchs und die Weintrauben.
Eine reine sekundäre Rationalisierung des Umstandes, dass man halt nicht etwas schlüssig be- oder nachweisen kann, was es nicht gibt.
#13 von Der Bibliothekar am 6. August 2012 - 19:18
Ein Gottesbeweis ist die erste Vorraussetzung um ein wirksames Repellent zu entwickeln, so eine Art Pfefferspray 3.0 “Götterbann”
#14 von Lebrac am 6. August 2012 - 19:39
Warum hab ich Fußpilz? Niemand weiß es, er ist einfach da. Hier ist der Raum, der Zehenzwischenraum, den ich gewissen Märchenfiguren zur Verfügung stellen kann.