Der Staat darf nicht zum Religions-Lenker werden

In Nordrhein-Westfalen gibt es demnächst islamischen Religionsunterricht. Doch was von manchen als Meilenstein der Integration gefeiert wird, sehen andere als Verfassungsbruch auf Zeit. Von Gernot Facius

Ein Beirat, gebildet aus Vertretern des Staates und des Koordinationsrates der Muslime, in dem vier Verbände das Sagen haben, ersetzt für eine Übergangszeit bis 2019 die fehlende Religionsgemeinschaft.

Der Staat beruft die Personen, die den Ersatz für etwas darstellen sollen, das nach dem Grundgesetz vom Staat unabhängig zu sein hat! [..]

Etwas drastischer ausgedrückt: Es ist ein Verfassungsbruch auf Zeit. Und ob sich die muslimischen Verbände in den sieben Jahren der Versuchsphase zur Gründung einer Religionsgemeinschaft als verfassungskonformen Ansprechpartner für den Staat durchringen werden, steht in den Sternen. Bislang jedenfalls haben sie sich gegen eine “Verkirchlichung” des Islam mit Erfolg zur Wehr gesetzt.

[..] Nach Schätzungen fühlen sich allenfalls 20 Prozent der Muslime durch die im Koordinationsrat vertretenen Organisationen repräsentiert.

Weiterlesen Welt Online

About these ads

,

  1. #1 von deradmiral am 6. August 2012 - 08:01

    Was soll’s! Ist doch nur das Grundgesetz. Es gibt Wichtigeres.

    Wenn ich mit einem selbstgedruckten Tramticket in Freiburg in die Straßenbahn steige und bei einer Kontrolle sage, dass es sich hierbei nur um eine Interimslösung handelt, bis sich der fahrkartenkaufende Teil in mir sich bis zum Jahr 2019 konstituiert hat und ich bis dahin eine pragmatische Lösung praktiziere. Dann wird mir der Kontrolleur etwas husten.

    Aber bei der Trennung von Staat und Religion kann man ja etwas toleranter sein. Denn:

    Kein Zweifel, vielen der 320.000 muslimischen Schüler an Rhein und Ruhr geht es nicht anders als ihren christlichen Altersgenossen: Sie haben wenig Wissen und wenig authentische Informationen über ihre Religion. Sie aus den Koranschulen in Hinterhofmoscheen herauszuholen ist ein ehrenwertes Ziel.

    Und dieses Ziel ist wichtiger als so eine Kleinigkeit wie das Grundgesetz.

  2. #2 von Willie am 6. August 2012 - 08:17

    Ich find das Bild mit der Schultafel schon der Hammer, 1. Satz und schon die erste Lüge: Gott ist ein Einziger

    * Und Gott sprach: Laßt __uns__ Menschen machen…
    * Ich bin der Gott der Götter
    * Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott…

    Und der einzige Schizo kann auch nicht sein, da gibt es ene auf der Welt.

  3. #3 von Wolfgang am 6. August 2012 - 09:36

    Was mich am Christentum stört ist das Symbol: ein Folter- und Hinrichtungsinstrument, ein Kreuz. Das kann doch nicht wahr sein?

  4. #4 von M.G. am 6. August 2012 - 11:26

    Es wird ein riesen Wind um Religionen gemacht,die ohnehin die Menschheit nur zu Pofern macht,wo der Staat hinterher mit Strafverfolgung raushelfen muss,überwiegend bei Frauen und Kinder.

  5. #5 von Michael am 6. August 2012 - 22:10

    Der Autor scheint der Meinung zu anzuhängen, nur eine Körperschaft Öffentlichen Rechts könne eine “Religionsgemeinschaft” im Sinne des GG sein. Das ist zwar Unsinn, aber so muß man wohl argumentieren, wenn man zwar keinen islamischen aber sehr wohl christlichen Religionsunterricht will.

  6. #6 von mirlangts am 6. August 2012 - 22:31

    Im Prinzip wärer JEDER religiöse Unterricht der weiter geht als über ALLE Religionen neutral zu informieren, also Licht und Schattenseiten z.B. anhand der jeweiligen Religionsgeschichte (von neutraler Seite) aufzuzeigen, nicht im Sinne der Trennung von Staat und Kirchen (Staat vor Kirche mit Bedacht!)
    Der Staat muss sich in diesem Sinne auch aus der Finanzierung/Subventionierung aller Kirchen heraushalten (Gleichbehandlung!)
    Das würde Milliarden an Einsparungen nach sich ziehen und KEINE Kirche wäre gegenüber irgend einer anderen benachteiligt.
    Leider geht dies einfach nicht in die (soweit vorhandenen) Hirne unserer Abgeordeneten und Parteifunktionäre. Und schon gar nicht in die der sogenannten “christlichen” Parteien. Da diese ja weisungsgebunden an die Kirchenoberen sind.
    So werden um der Gleichheit Willen, nun auch die Zeugen Jehovas, die Muslime, Mormonen etc.etc… mit Steuergeldern gepäppelt, Schulen, Polizei, Sozialleistungen und Infrastrukturen sträflich vernachlässigt.
    Dinge die ja alle nicht so wichtig sind, Hauptsache die “Ober-Religioten” sind zufrieden.

  7. #7 von Andreas P am 6. August 2012 - 22:43

    Tja, so ist das halt, wenn die Kirchen sich als Staats-Lenker einbringen: Ab und an fällt dann auch was für die ungeliebte Konkurrenz ab.

    Eine saubere Lösung wäre natürlich die konsequente Trennung von Staat und Kirche, aber die ist in D ja undenkbar…