US-Studie: Atheisten geben häufiger ihre Überzeugung auf als Religiöse

Our take: A new study has found that people raised in an atheist home abandon those beliefs as adults more often than people raised with other religious belief systems, putting atheism at a 30 percent retention rate. Conclusions and interpretations of the study are that atheists are more often “made” as adults rather than “raised.” The highest retention rates are in the Hindu faith, which holds onto about 84 percent of adherents.

Weiterlesen:

http://www.deseretnews.com/article/765589392/Atheists-abandon-their-beliefs-more-often-than-people-in-other-religious-groups-study-finds.html

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  1. #1 von AMB am 18. Juli 2012 - 08:09

    Das ist eine US-Studie. In den USA wechselt die Hälfte mindesten einmal im Leben die Religion. Also würde ich das nicht auf alle Atheisten übertragen.

  2. #2 von douya am 18. Juli 2012 - 08:57

    Auf Apostasie steht beim Atheismus schließlich keine Strafe. Man wird dafür weder getötet noch von anderen Atheisten ausgegrenzt. Wenn man dann z.B. im Zuge einer Heirat oberflächlich die Religion wechselt, dürfte das für einen nicht so “militanten” Atheisten kein Problem darstellen, weil man nach Verlassen des Atheistentums nicht fürchten muss, für ewig in der Hölle zu braten.

  3. #3 von Marcus am 18. Juli 2012 - 09:03

    Atheismus ist kein glaubenssystem. Da diese Studie dise nicht einmal weiß ist ihr Inhalt bedeutungslos.

  4. #4 von Skydaddy am 18. Juli 2012 - 09:44

    Stimmt, ich denke, bei Atheisten gibt es keinen, oder zumindest erheblich weniger sozialen Druck, dabei zu bleiben, und mit Sicherheit weniger Indoktrination.

    Mich würde aber interessieren, wie in der Studie “Atheisten” definiert waren. Wir haben ja bei Statistiken oft das Problem, dass wir mit “Indifferenten” (also, Leuten, die zwar nicht glauben, sich darüber aber auch gar keine Gedanken machen) in einen Topf geworfen werden. Wer keiner Religion angehört, weil er sich keine Gedanken gemacht hat, wird eher wechseln als ein überzeugter Atheist.

    Von daher würde mich eher die “Konvertierungsrate” unter organisierten Atheisten interessieren.

  5. #5 von Skydaddy am 18. Juli 2012 - 09:46

    Im Übrigen ist es kein Nachteil, wenn man zu seiner Weltanschauung aufgrund eigener Überlegungen gekommen ist, anstatt sie einfach nur von seinen Eltern zu übernehmen.

  6. #6 von Andreas P am 18. Juli 2012 - 10:30

    @Skydaddy: Man sollte dazu wissen, dass Ami-Fundi-Christen, die in einem normalen Lalala-christlichen Umfeld aufgewachsen sind, sich oft als “atheistisch erzogen” oder Ex-Atheisten begreifen. Klar, was das Wort wirklich bedeutet, ist den wenigsten so halbwegs klar – aber Kenntnisse gehören zum Fundichristendasein ja sowieso nicht dazu…

  7. #7 von Argus7 am 18. Juli 2012 - 13:11

    Also, was mich anbetrifft, müssen die Religioten bis zum Sankt Nimmerleinstag und darüber hinaus vergeblich auf meine Bekehrung zum Religiotentum warten.

    Es trifft allerdings zu, dass es in früheren Zeiten nicht ganz unproblematisch war, sich als Atheist zu outen. Das konnte einem schon mal Probleme im Beruf und im Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis bescheren. Diese Zeiten liegen bei mir allerdings längst zurück. Heute gehe ich offen mit meiner Gottlosigkeit um und habe schon so manchen gläubigen Christen und Muslim mit meiner Religionskritik ins Grübeln gebracht. Letzlich eine Frage der besseren und überzeugenderen Argumentation.

  8. #8 von meteo am 18. Juli 2012 - 15:40

    Wegen des Dogmas, dass der Glaube an “die wahre Religion” notwendig sei, um nicht in die Hölle zu gehen, ist es für manche Gläubige kaum möglich, ihren Glauben in Frage zu stellen, und der lange Prozess des Glaubensverlusts ist mit viel Schmerz und Angst verbunden, wie ich es hier erkläre: http://www.anti-religion.net/zweifel.htm . Deshalb würde es mich nicht erstaunen, wenn zum Beispiel evangelikale Christen oder orthodoxe Muslime sehr hohe “retention rates” haben. Auf der anderen Seite sind die meisten Atheisten sehr offen in Sache Weltanschauung, viele gehen in den Gottesdienst mit ihren Kindern, damit diese auch das kennen und später entscheiden. Angeworben werden diese Kinder dann auch sehr viel, weil Gläubige, die damit meinen, andere Menschen zu “retten”, viel Geld und Energie in Missionierung und Lobbyism ausgeben (während die meisten Atheisten gar nicht interessiert sind, das gleiche zu machen, denn es ist ihnen egal, was die anderen glauben). In der Mem-Theorie ist der Atheismus bei vielen Aspekten im Nachteil.

  9. #9 von verquer am 18. Juli 2012 - 16:39

    Und die gleiche “Studie” (es handelt sich anscheinend eher um einen Blogbeitrags einer Einzelperson) zeigt auf, dass 21% der Atheisten an einen Gott oder an einen universellen Geist glauben…

    http://nineteensixty-four.blogspot.ch/2012/07/schisms-of-religiously-unaffiliated.html

    Hmm…. Das scheint mir eher ein Einblick in den Bildungszustand der USA zu geben als einen in den Seelenzustand amerikanischer Atheisten. Was bleibt also uebrig? Nur 30% der Personen, die den Eindruck haben, atheistisch erzogen worden zu sein, benutzen weiterhin die Selbstbezeichnung “Atheist”, aber einige davon glauben trotzdem an einen Gott. TADAA!

  10. #10 von Skydaddy am 18. Juli 2012 - 16:54

    Tja, das ist so eine Sache mit den Amerikanern… ich habe vorhin noch einmal in die Studie der Universität von Chicago geschaut, weil ich dachte, man könnte die “Abwanderungsraten” daraus berechnen. Und was stellte ich fest:

    Der Anteil der “Ja”-Antworten auf die Frage “Ich glaube nicht an Gott.” scheint durchgängig (zumindest teilweise) KLEINER zu sein als der Anteil der “Ja”-Antworten auf die Frage “Ich glaube nicht an Gott und habe es auch noch nie.”

    Beispiel:

    “Ich glaube nicht an Gott”: Ostdeutschland: 52,1%, USA: 3,0%.
    “Ich glaube nicht an Gott und habe es auch noch nie”: Ostdeutschland: 59,4%, USA: 4,4%.

    Es ist aber umöglich, unter Hinzunahme einer weiteren Einschränkung (“und habe auch noch nie geglaubt”) GRÖßERE Anteile zu erhalten.

  11. #11 von M.G. am 18. Juli 2012 - 23:06

    Man sollte niemals Studien und Statisken glauben,die man nicht selbst gefälscht hat.
    Mir ist in meinem Umfällt kein Atheist bekannt,der zur Religion gewechselt ist,sondern höchstens mal in einer war und davon wegging.

  12. #12 von Andreas P am 19. Juli 2012 - 00:11

    @Skydaddy: Das geht durchaus…

    … man sollte eine Sache nicht vergessen, und das ist, dass die Amerikaner in Religionsdingen verlogener sind. Scharf formuliert, ich weiß, aber wenn man die Quote der Leute nimmt, die angeblich letzten Sonntag in der Kirche waren, kommt man ungefähr auf das Doppelte dessen, was die US-Kirchen so an Platz bieten. Die Amerikaner halten sich für religiöser, als sie sind, und sie neigen viel mehr dazu, sich als religiös auszugeben, als sie es sind. Besonders gegenüber Fremden.

    Das ist alles eigentlich nicht unbekannt, und jeder, der wirklich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt ist, weiß, dass man US-Zahlen immer mit sehr viel Vorsicht behandeln muss. Für sowas gibt es nette, bewährte Mittel aus der empirischen Statistik, wie man ehrlichere Antworten bekommt.

    - “Atheist” ist in den USA ein verbranntes Wort. So nennt sich kaum einer freiwillig. Fragt man danach, ist das in etwa so, als würde man bei der Frage nach der Ethnie rassistische Schimpfwörter einsetzen (“Sind Sie Afro-Amerikaner, oder ein verficktes dummes Weißbrot?”), oder das Vorkommen von sexuellen Präferenzen mit ähnlichen Saft- und Kraftausdrücken.
    - Eine “atheistische Erziehung” gilt unter Fundichristen fast als schick: Man war in finsterer Sünde (also nur 2x pro Woche in die Kirche gegangen), ist dann erweckt und “wiedergeboren” worden, jetzt Christ, halleluja. Abgesehen von der begrifflichen Unschärfe, die hier ausgenutzt wird: Sowas kann man in den USA eher zugeben, als selbst Atheist zu sein.

    Das liegt auch daran, dass solche Umfragen oft Pseudo-Umfragen sind: “Sind Sie Christ, oder wollen Sie ein dreistündiges einfühlsames Bekehrungsgespräch über sich ergehen lassen?” Rate mal, was die Antwort ist – wenn die Frage auch nur implizit so klingt…

    Kurzum: Die bekannten methodischen Probleme sind groß, und die naive Arithmetik deutet drauf hin, dass es um eine ernsthafte, saubere Untersuchung nicht ging – sondern um Prppaganda. Das allein klingt meist schon durch und liefert zu viele Christentums-Bekenntnisse.

    Die Vorstellung, fast alle Atheistenkinder würden reumütig und sich zum Christentum bekehren, ist halt ein alter Fundi-Wunschtraum, für den mit allen Mitteln Bestätigung gesucht wird. (Denk an BBT: Für den ist das Christentum in Ostdeutschland auf einem gloriosen Siegeszug, während in der Wirklichkeit die Mitgliederzahlen seit der Wiedervereinigung stetig weiter sinken…)