Kolumne von Deniz Yücel
Eine Umfrage des Instituts für Umfragen hat ergeben: 56 Prozent der Deutschen lehnen die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen ab. Ungefähr genauso viele lehnten seinerzeit die doppelte Staatsbürgerschaft ab – eine Regelung, aus der anderen Leuten womöglich Vorteile, aber niemandem Nachteile erwachsen wären.
[..] Das Einzige, wofür sich diese Leute wirklich interessieren, ist, den Kanaken wieder und wieder vorzuschreiben, was diese zu tun oder zu unterlassen haben. Die Themen sind austauschbar, der Wunsch nach Maßregelung bleibt.
[..] Besser I: Besser man fragt die Deutschen nicht nach ihrer Meinung – niemals.
[..] Besser IV: Die deutsche Justiz, die sich von aller Verantwortung für den Nationalsozialismus freigesprochen und vierzig Jahre gebraucht hat, um die Urteile des Volksgerichtshofs pauschal zu annullieren, hält in diesen Dingen besser die Klappe.
Weiterlesen taz


















































#1 von deradmiral am 17. Juli 2012 - 23:22
Deniz Yücel übertrifft mit seiner Forderung nach Abschaffung der Demokratie und Menschenrechte sogar Willibert Pauels an Arroganz und Dummheit.
http://blasphemieblog2.wordpress.com/2012/07/14/der-gedenktag-der-ersten-korperverletzung-des-herrn/
Wer hätte das für möglich gehalten?
#2 von Ezri am 17. Juli 2012 - 23:30
Hallo Denis,
wenn Dir Deutschland nicht passt, geh einfach.
#3 von M.G. am 17. Juli 2012 - 23:31
Die 56 % Beschneidungsablehnungen sind doch schon mal des Volkes guter Anfang.
#4 von Noch ein Fragender am 18. Juli 2012 - 00:12
Es gibt also keinen einzigen rationalen Grund, Unmündige zu beschneiden. Die pseudoaufgeklärte Rechtfertigung einer voraufklärerischen Sitte ist peinlich.
Das hat Yücel mit seinem Verstand klar erkannt. Und welche Schlussfolgerung zieht er daraus?
Von den Deutschen lassen wir uns nichts sagen, die halten uns für Kanaken und wollen uns vorschreiben, wo es lang geht. Und die deutsche Justiz, die sich von aller Verantwortung für den Nationalsozialismus freigesprochen hat, soll lieber die Fresse halten.
#5 von Hal am 18. Juli 2012 - 01:02
Lehnt sich hier ein Islamo-Macho etwas weit aus dem Fenster?
Keinen zweifel das es schwerer ist für Menschen die in der deutschen Gesellschaft nicht wie Deutsche auftreten und wenn die Kulturelle/Religiöse Identität (oder die der Eltern) kompromisslos beibehalten wird, dann sind Stolpersteine zu erwarten. Es gibt aber auch latente Fremdenfeindlichkeit, dann kann man noch so Deutsch sein, wie z. B. der Zappel-Phillip von der FDP, die Hautfarbe und Gesichtszeuge sind ´nuch. Des weiteren gibt es auch die umgekehrte Fremdenfeindlichkeit in der Menschen mit Migränehintergrund auf die “Urbevölkerung” herab sieht, sich dieser überlegen fühlt und die Gesetze und Kultur des Landes mit Füssen tritt.
Er hat Recht und anderen sind Nazis, so einfach möchte Ich es auch haben
#6 von holey spirit am 18. Juli 2012 - 02:14
Typische Reaktion eines Opfers:
http://de.wikipedia.org/wiki/Identifikation_mit_dem_Aggressor
Und auf gehts in eine neue Runde. So pflanzt es sich von Generation zu Generation fort – das maligne Mem.
#7 von Sheldon Lee Cooper am 18. Juli 2012 - 03:49
@Ezri
Dem stimme ich komplett zu. Irgendwas scheint ihn aber hier zu halten. Ich wette, er bleibt wegen des Lebensstandards und wegen der Freiheit, die er hier genießen kann, über den liberalen Rechtsstaat abfälligst herzurotzen.
(Andererseits kann es ihm so gut auch nicht gehen, wenn er für die taz schreiben muss).
#8 von Martin Schmidt am 18. Juli 2012 - 06:33
“Besser I: Besser man fragt die Deutschen nicht nach ihrer Meinung – niemals.”
Schon komisch. ALLE die von der Beschneidung betroffen sind, sind doch selber Deutsche.
#9 von sputnic am 18. Juli 2012 - 06:44
Tierschützer sind oft Vegetarier und haben Hunde, Hitler war vegetarischer Hundehalter, also sind alle Tierschützer Nazis und wer dieser Logik nicht zustimmt, ist Nazisympathisant. Nazisympathisanten hassen Türken…
#10 von entdinglichung am 18. Juli 2012 - 09:12
irgendwie leiden viele der hier Kommentierenden unter Ironieresistenz
#11 von Elvenpath am 18. Juli 2012 - 10:13
Deniz Yücel ist bei der TAZ für übertrieben ironische und sarkastische Quatsch-Kommentare zuständig. Seine Kolummne ist nicht ernst gemeint!
#12 von Sheldon Lee Cooper am 18. Juli 2012 - 15:01
Dass ich darauf jetzt reingefallen bin ist bemerkenswert. Denn die Befürworter der Beschneidung argumentieren auf genau demselben Niveau. Ein Klassischer Poe also.
#13 von deradmiral am 18. Juli 2012 - 15:16
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das wirklich Ironie oder Sarkasmus ist. Definitiv ein Poe.
#14 von holey spirit am 18. Juli 2012 - 15:20
………………………………. zwinker…zwinker……………………………….
#15 von holey spirit am 18. Juli 2012 - 15:55
Satire kann wie im Fall des Titanic-Titelbildes ganz ironiefrei und inhaltsleer daherkommen mit dem Ziel, selbstentlarvende Reaktionen zu provozieren. Oder sie kann eine These zum Inhalt haben, die einen Mißstand zur Darstellung bringt (die Variante, die HF bevorzugt).
—
Den Text von Yücel hab ich mir gestern Nacht dreimal durchgelesen und versucht, irgendetwas daraus abzuleiten. Es ist mir nicht gelungen. Mir kam es am Ende vor wie ein wildes, ratloses Rund-um-sich-Schlagen ohne Ziel. Ich halte es für den Ausdruck der eigenen Ambivalenz des Autors, der einerseits noch nicht von seiner “Identifikation mit dem Aggressor” lassen kann und andererseits die Hirnrissigkeit des “maligenen Mems” voll erkannt hat. Vielleicht liege ich auch völlig falsch damit; das ist aber in so einem Falle schnuppe. Es gilt, in gleicher Weise zurückprovozieren: ihm den Opfer-Status und einen pathologischen Konflikt einfach unterstellen ohne Markierung durch einen doofen Zwinker-Smiley.
—
Normalerweise gibt auch Broder zu allem seinen Senf dazu, meistens mit bemerkenswerter Treffsicherheit. Sein einziger Beitrag zur Thematik bisher war in ganz ähnlicher Weise sinnfrei wie der von Yücel, nur nicht aggressiv formuliert, sondern eher albern, wie es sich für einen Klassen-Clown gehört.
http://www.welt.de/kultur/article107299253/Pornografische-Debatte-mit-maximaler-Erregung.html
—
Darin kommt ganz klar der Unterschied im Beschneidungsalter bei Juden und Moslems zum tragen: der Mohammedaner wird in der Blüte seiner penis-fixierten Phase beschnitten und nimmt die Destruktion bei vollem Bewusstsein wahr. Er reagiert im späteren Leben deshalb immer beleidigt und sofort höchst aggressiv schon auf die kleinste Bedrohung oder vermeintliche Demütigung. Der Jude, der betäubungsfrei als Säugling beschnitten wird, verfällt nach der Zeremonie schmerzbedingt in Schockstarre. Deshalb zieht er sich später in sich zurück und witzelt ratlos vor sich hin.
—
Jetzt muss ich aber schnell noch das Hirschgeweih an meiner Wohnzimmerwand polieren; danach noch zum Training mit der Wehrsportgruppe.
#16 von Martin Schmidt am 18. Juli 2012 - 16:08
@15
Er hat “Der Jude” gesagt. Prügelt ihn mit der Antisemitismus-Keule.
#17 von holey spirit am 18. Juli 2012 - 16:13
Was ist denn das für ein gelber Fleck auf Deinem Post, Martin. Leidest Du jetzt auch schon unter undichten Stellen?
#18 von Andreas P am 18. Juli 2012 - 22:20
@Holey Spirit: Broder hat dazu etwas sehr kluges gesagt, sinngemäß:
“Wenn ich mir aus Ihrem Schädel eine hübsche Vase schnitze, und sowas kommt ja durchaus vor, dann ist das Kultur. Wenn ich dafür ins Gefängnis komme, ist das Zivilisation.”
Für andere Körperteile gilt das natürlich genauso…
#19 von M.G. am 18. Juli 2012 - 23:35
Hoffendlich haben wir noch menschliche Bundesverfassungsrichter.
#20 von holey spirit am 19. Juli 2012 - 00:32
ad Andreas P
Dieser Broder-Aphorismus ist ein wahres Kleinod. (Hab ihn mir kopiert und auf der Festplatte abgespeichert.) Er stammt scheinbar…äh-äh…anscheinend aus diesem Artikel von 2008:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kulturkampf-debatte-gefaehrlicher-tanz-mit-der-toleranz-a-584843.html
Alles darin von ihm Vertretene lässt sich eins zu eins auf die aktuelle Debatte übertragen. Beinahe auf gespenstische Weise prophetisch. Seltsam nur, dass der Prophet jetzt so stille ist.
Kannst Du es Dir erklären?