Wenn heute um 22:45 Uhr bei “Anne Will” in der ARD zum Thema “Streit ums Beschneidungs-Urteil – Religionsfreiheit ade?” getalkt wird, werden ein Rabbiner und eine Muslima in der Runde mit dabei sein, der Atheist Philipp Möller jedoch nicht – er wurde zu Gunsten von Angelika Kallwass ausgeladen.
Außerdem werden Seyran Ates (Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin) sowie der Rechtswissenschaftler Holm Putzke mitdiskutieren.
Schon in der Vergangenheit kam es zu ähnlichen Vorkommnissen. Da sich Kirchenvertreter weigerten, mit bekannten Atheisten in Talkshows zu diskutieren, wurden kurzerhand die Ungläubigen wieder ausgeladen.


















































#1 von aranxo am 11. Juli 2012 - 17:11
Die Kallwass ist zwar auch Atheistin, aber sie formuliert längst nicht so scharf wie Philipp Möller. Und sie macht m.E. zu viele Kompromisse den Kirchenvertretern gegenüber.
#2 von Wolfgang Klosterhalfen am 11. Juli 2012 - 17:14
Aber es hätte schlimmer kommen können. Gut ist schon mal, dass der Professor Putzke dabei ist.
#3 von Wacke am 11. Juli 2012 - 17:15
Woher weißt Du es, dass Philipp ausgeladen wurde? Und wenn, mich würde auch mal die Begründung für so einen Vorgang interessieren.
Auf Herrn Putzke bin ich auf jeden Fall gespannt. Er hat ja 2008 mit einem Aufsatz eigentlich erst alles ins Rollen gebracht. Und die Stimme eines Juristen hebt sich hoffentlich gegenüber dem ganzen zu erwartenden Geseiere drumherum wohltuend ab.
Mal sehn.
#4 von Wolfgang am 11. Juli 2012 - 17:48
Warum laden die denn nie Gott oder seinen Sohn ein? Da wären doch eine Menge Fragen zu klären, gell?
#5 von aranxo am 11. Juli 2012 - 17:49
Im Kern geht es darum, ob die Religionsfreiheit das Recht beinhaltet, einen anderen Menschen verletzen zu dürfen, der sich nicht wehren kann, noch dazu mit einer irreversiblen Verletzung. Ganz im Gegenteil meine ich, Religionsfreiheit ist ein Individualrecht. D.h. der religiöse Mensch darf für sich selbst tun und lassen, was er will. Er darf aber deswegen noch lange nicht seine Rituale auf andere übertragen. Diese müssen in ihrer Religionsfreiheit geschützt werden, was heißt, dass sie sich die Rituale des anderen nicht aufdrängen lassen müssen. Das gilt für Beschneidung wie für Tanzverbot und Kreuze in Klassenzimmern.
Wenn es nicht um Religion ginge, sondern Kinder von Ihren Eltern aus nichtreligiösen Gründen beschnitten, tätowiert, gebrandet, gepierct oder sonstigen medizinisch nicht notwendigen oder nützlichen Körpermodifikationen ausgesetzt würden, einfach aus Lust und Laune heraus, wäre für jeden einsichtig, dass das ethisch nicht vertretbar ist.
(Abgesehen davon, dass ich auch Namensgebungen des ausgeprägten Kevinismus wie Fynn-Torben o.ä. nicht als ethisch vertretbar ansehe, aber das ist ne andere Geschichte
)
Jetzt kommt aber die Religion ins Spiel, und da frag ich mich schon: Was machts daran besser?
Das ist die exakte Umkehr der merkwürdigen Argumentation gegen weibliche Beschneidung, dass diese ja nicht im Koran stünde. Und wenn sie darin stünde, würde es das irgendwie besser machen?
Nun kommt ja immer das Argument, Beschneidung von Jungen sei ja nicht so schlimm wie bei Mädchen. Stimmt. Aber wo will man denn die Grenze ziehen? Ich für meinen Teil ziehe die Grenze ganz unten. Alles was nicht medizinisch notwendig oder wenigstens nützlich (wie z.B. Impfungen) ist, ist nicht erlaubt. Punkt.
#6 von SmilingJoe am 11. Juli 2012 - 18:13
Schade, ich finde eigentlich, dass wir viel mehr Philipp Möllers brauchen. Mal sehen, was Frau Kallwass diesmal zu sagen hat…
#7 von parksünder am 11. Juli 2012 - 18:36
War der Rabbi etwa dagegen? Sorry, aber irgendwie klingt mir das zu verschwörungstheoretisch. Der GBS ist natürlich nicht immer der beste Diskussionspartner seitens der Religionsgemeinschaften, natürlich üben Religionsvertreter auch Druck auf die Redaktion aus. Aber vielleicht hatte Herr Möller in diesem Fall einfach keine Zeit. Oder steht der Blog mit ihm in Verbindung? Frau Kallwass empfinde ich als guten Ersatz – sachlich und kompetent.
Warum man allerdings immer Religionsvertreter einladen muss, ist mir schleierhaft. Ein Religionswissenschaftler, der die dogmatischen, historischen und kulturellen Dogmen erklären kann, wäre besser geeignet. So redet man mit Orthodoxen, die sich keinen Millimeter bewegen – da könnte stattdessen auch einfach gegen die Wand reden! Hauptsache, in der Sendung fliegen die Fetzen!
#8 von M.G. am 11. Juli 2012 - 18:58
es ist doch erschreckend,wenn ein Atheist ausgeladen wird,nur weil die Religionen keine faire Diskusion hinbekommen.
#9 von Martin Schmidt am 11. Juli 2012 - 19:18
@aranxo
“Beschneidung von Mädchen” ist eben die Verharmlosung der Klitorisverstümmelung.
Um vergleichend bleiben zu können muss die Beschneidung von Jungen mit der Klitorisvorhautbeschneidung bei Mädchen
verglichen werden.
Und daher finde ich, darf man die beiden Arten der Beschneidung schon vergleichen und es steht wohl
außer Frage, dass, würde die Klitorisvorhaut aus religiösen Gründen bei 8-tägigen weiblichen Säuglingen abgeschnitten,
sich niemand trauen würde, das zu fordern.
Männliche Säuglinge sind wohl härter ihm nehmen und da darf man das.
Wir leben in einer seltsamen Welt…
#10 von Noch ein Fragender am 11. Juli 2012 - 19:27
@ 5 aranxo und 9 MartinSchmidt
Nun kommt ja immer das Argument, Beschneidung von Jungen sei ja nicht so schlimm
Dazu interessant
http://www.derwesten.de/politik/beschneidung-sollte-jungs-an-masturbation-hindern-id6867095.html
#11 von AMB am 11. Juli 2012 - 19:30
Und von 22:15 bis 22:45 kann man sich auf ZDF das auslandsjournal über Scientology ansehen.
#12 von Martin Schmidt am 11. Juli 2012 - 19:40
“„Ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders, wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird. Bei Mädchen, so hat der Autor herausgefunden, ist die Behandlung der Klitoris mit unverdünnter Karbolsäure (Phenol) hervorragend geeignet, die unnatürliche Erregung zu mindern.“
– John Harvey Kellogg, der Frühstücksflockenmann
Und was passiert, wenn man die völlig normale Masturbation unterdrückt? Man befriedigt sich auf weniger
verpönte (vermutlich, weil es keiner kennt) Praktiken wie z.B., im Falle des Frühstücksflockenmann, durch tägliche Einläufe.
#13 von M.G. am 11. Juli 2012 - 19:53
Die Religionen sollen endlich mal aufhören den Sexgenuss als Sünde zu sehen,die können ja allen Spaß verderben.
#14 von AMB am 11. Juli 2012 - 20:43
Wiederholungen:
Do, 12.07.12 | 01:40 Uhr NDR
Do, 12.07.12 | 02:05 Uhr Das Erste
Do, 12.07.12 | 21:02 Uhr tagesschau24
Fr, 13.07.12 | 00:40 Uhr MDR
Fr, 13.06.12 | 07:45 Uhr tagesschau24
#15 von M.G. am 11. Juli 2012 - 20:53
AMB am 11. Juli 2012 – 20:43
Auf die Seite war icvh auch schon über das Internet.
#16 von Elvenpath am 11. Juli 2012 - 21:07
Leute, schreibt nicht hier! Schreibt der ARD!
info@DasErste.de
Protestiert! Macht euch bemerktbar! Ich habe es jedenfalls schon getan.
#17 von M.G. am 11. Juli 2012 - 21:14
Es gibt auf ARD sogar ein Blog zum Mitdiskutieren:
http://daserste.ndr.de/annewill/
#18 von Thorsten Eckstein am 11. Juli 2012 - 23:22
Guten Abend,
Eine frage an den Rhabi:
“Wo” im alten Testament steht “inwieweit” geschrieben, dass die Beschneidung ein Geschenk ist geschweige denn die Vollendung des Werkes Gottes? Wenn es nicht in der Bibel steht: Wer maßt sich an zu sagen, dass die Beschneidung die Vollendung des Gotteswerkes ist?
Thorsten Eckstein
#19 von douya am 12. Juli 2012 - 00:10
Zwei Dinge habe ich heute Abend von dem Rabbiner gelernt:
1. Die Beschneidung ist keine Körperverletzung, sondern ein Geschenk.
2. Ohne die Beschneidung kann das Judentum nicht existieren. Es wäre vollkommen unmöglich, die jüdische Religion zu praktizieren, wenn niemand beschnitten wäre. Beste Logik.
#20 von Aranxo am 12. Juli 2012 - 00:12
Boah, war der Rabbi gruslig. Beschneidung als “Geschenk Gottes”. Schon immer haben Religionen die übelsten Untaten als Geschenke Gottes verbrämt. Die Katholen haben den “Hexen” ja auch nur gutes getan, als sie sie verbrannt haben.
#21 von Aranxo am 12. Juli 2012 - 00:37
@MS (#9), NEF (10)
Natürlich ist Beschneidung bei Mädchen eine Verstümmelung, die zum Ziel hat, die sexuelle Empfindungsfähigkeit zu verringern, und dasselbe git auch für die Beschneidung bei Männern. Es liegt mir fern, das runter zu spielen.
Es geht um die soziale Kontrolle von Sexualität, wie immer bei Religionen. Die Einwände von Frau Ates und Frau Kallwass, dass dabei auch eine Überhöhung des männlichen Geschlechtsorgans stattfindet, und damit natürlich Männlichkeitswahn gefördert wird, fand ich sehr interessant. Was mir dazu eingefallen ist und in der Diskussion nicht erwähnt wurde: Beschneidung führt ja dazu, dass der Penis durch die immer sichtbare Eichel auch immer mehr so aussieht wie im erigierten Zustand. Ich denke, dass der psychologische Effekt da nicht zu unterschätzen ist.
#22 von Igor am 12. Juli 2012 - 00:48
Typische religiöse Penis-Ergreifung bei der Muslima: Die Pimmel unserer Kinder gehören uns, und deshalb schneiden wir daran rum soviel wir wollen.
Amerikanische Protestanten würden das so ausdrücken: Deine Gebärmutter gehört Gott, und deshalb liegt die Entscheidung über deine Abtreibung bei uns!
Die Version der katholischen Pädopriester wäre vermutlich eher analfixiert.
Übrigens eine unglaubliche Frechheit die Umfrage unter muslimischen Männern mit einem Schwenk auf ein fettes “Berlin Kreuzberg” Schild zu beginnen und dann “die üblichen Verdächtigen” zu zeigen! Klar, alles muslime wohnen in Berlin und sins auch sonst alle genau gleich -.-
#23 von juhu am 12. Juli 2012 - 00:48
heilige scheiße der rabbi und die muslima haben ja echt nur stumpfsinn gelabert. die kurzen videosequenzen der ard-redaktion waren aber auch nicht hilfreich für die diskussion. eher polemisch.
wenn der gute philip möller tatsächlich ausgeladen wurde ist das ein skandal. der typ hats echt drauf. die diskussion hätte dadurch ein ganz anderes niveau erreicht.
#24 von wahn am 12. Juli 2012 - 01:18
der Rabbi und sein “Geschenk” – muss man fragen wenn man jemanden 1 Million schenken will – denke jeder religionsmündige würde wenn er die Auswahl hätte “Bund mit Gott = Vorhaut weg” oder die 1 Million sich gegen Gott entscheiden.
#25 von Andreas P am 12. Juli 2012 - 07:34
@Wahn: Nicht jeder.
Aber die meisten wuerden erheblich nachdenklicher, als es den Religionen recht sein koennte – deswegen sind ihre Funktionaere ja auch so entschieden dagegen, die Betroffenen selbst entscheiden zu lassen.
#26 von AMB am 12. Juli 2012 - 08:00
@Elvenpath
Falsch!
Richtig: Leute, schreibt hier und bei der ARD.
PS: Der Sinn und Zweck von AMB sind die Kommentare!!
#27 von Peter Löcher am 12. Juli 2012 - 08:59
- Wenn eine Religion stirbt, wenn ein von ihr aus der Tradition stammendes Ritual nicht mehr ausgeübt werden dürfte, kann etwas mit der Religion nicht stimmen.
- Wenn eine Verbindung zu Gott nur mit Beschneidung möglich ist, was ist das für ein Gott.
- Wenn Relgionsvertreter so … argumentieren, dann werden sie dem Thema Gott nicht gerecht und man darf vermuten, dass es ihnen mehr um ihre weltlich Position geht, die gegen die Vernunft kämpft, die ihrer Macht über die Menschen zu nahe kommt.
- Wenn man es zugespitzt formuliert, könnte man sagen, sie wollen Vorhaut und Vernunft beschneiden.
#28 von Wolfgang Klosterhalfen am 12. Juli 2012 - 09:16
@AMB
Prima, vor ein paar Jahren hast Du/habt ihr mich noch beschimpft, als ich dazu aufgefordert habe, an der Quelle der Meldung zu kommentieren.
Und ist Sinn und Zweck von AMB nicht auch, überhaupt auf religiös interessante Artikel u.s.w. hinzuweisen?
#29 von deradmiral am 12. Juli 2012 - 09:19
@Wolfgang
Ich empfehle einen Doppel-Post. Das hat den Vorteil, dass Du Deinen Kommentar hier noch lesen kannst, nachdem er auf der anderen Seite moderiert worden ist.
#30 von Wolfgang Klosterhalfen am 12. Juli 2012 - 09:33
Der sich ereifernde Rabbi nimmt das Wort Gottes doch nur dort ernst, wo es ihm passt.
Denn es steht geschrieben: “Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverband ausgemerzt werden. Er hat meinen Bund gebrochen.”
Merkwürdige Zipfelreligion!
#31 von Wolfgang Klosterhalfen am 12. Juli 2012 - 09:36
@ deradmiral Ja, so mache ich das oft. Und bin enttäuscht darüber, dass oft nur wenige in den Tageszeitungen kommentieren. Was dort inzwischen stehen bleibt, ist ganz erstaunlich. Und man kann ja auch hart zur Sache diskutieren, ohne direkt zu beleidigen.
#32 von stephancologne am 12. Juli 2012 - 09:39
Die Muslima hat eh nur die Stammtischparolen ausgepackt, die der Rabbi vergessen hat.
Immer wieder schön die Nazikeule und die anderen Diktaturen, die das Judentum unterdrückt haben.
Herrlich dumm….
#33 von AMB am 12. Juli 2012 - 09:51
@Wolfgang
Das ich dich einmal “beschimpft” haben soll, kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern (wenn das wirklich so war, entschulidge ich mich dafür). Ich habe nichts dagegen, wenn man auch bei der Quelle kommentiert. Und ja, es ist auch der Sinn von AMB auf interessante Meldungen hinzusweisen.
Aber ich lese nicht gern, dass man “wo anders” kommentieren soll, statt hier (Elvenpath).
Ich investiere viel Arbeit in das Blog und lesenswerte und humorvolle Kommentare sind ein kleiner Lohn dafür.
#34 von wahn am 12. Juli 2012 - 09:55
@Andreas P
richtig – nur wievielte würden sich später überlegen ob man das Geschenk nicht wieder umtauschen könnte wenn man sich eine Vorhaut annähen lässt.
ich bin immer baff mit welchen Argumenten gesagt wird ich rede mit euch gar nicht.
#35 von Wolfgang Klosterhalfen am 12. Juli 2012 - 10:02
Das ist als Abwerbung interpretiert worden, auch unter dem Hinweis, dass hier viel Arbeit investiert wird. Aber wir sind uns ja jetzt einig. Und an der Quelle und hier gibt es ja eine unterschiedliche Leserschaft.
Wie wäre es übrigens mit einem AMB-Dauer-Thread, in dem auf online kommentierbare Artikel hingewiesen wird.
Z.B. werden gerade im Sauerland Kinder auf die spirituelle Schiene gesetzt. Da wäre es doch schön, wenn nicht nur ich was dazu schreiben würde:
http://www.derwesten.de/kultur/warum-sich-westfalen-gut-fuer-spirituelle-erlebnisse-eignet-id6870641.html
#36 von Elvenpath am 12. Juli 2012 - 10:33
Habe die Sendung gesehen. Richtig schlimm war die zum Islam konvertierte Deutsche. Redete wie ein Wasserfall und sabbelte davon, wie klein der Eingriff doch wäre. Sagte sie als Frau. SIE HAT DOCH GAR KEINE AHNUNG, WIE EMPFINDLICH DIE VORHAUT DES MANNES IST!!! Ich wäre da am liebsten durch den Fernseher gesprungen.
Ein weiter Aspekt, der viel zu kurz kommt: Die Vorhaut hat eine Funktion. Auf der Innenseite sind besonders viele berührungsempfindliche Rezeptoren. Wenn ein Mann beschnitten wird, wird ihm ein eil des sexuellen Lustgefühls genommen. Genau so mit der Selbstbefriedigung. Beschnitten kann man wesentlich schlechter Masturbieren. Es ist also nicht nur eine Verstümmelung des Körpers, sondern auch eine Verstümmelung der Lust (was natürlich bei Religioten durchaus erwünscht ist).
#37 von Noch ein Fragender am 12. Juli 2012 - 11:07
Wenn die Diskussion gestern abend ein Theaterstück gewesen wäre, hätte jeder Kritiker gesagt, der Autor stelle religiöse Menschen einseitig verzerrt da und lasse sie in dem Theaterstück als Karikaturen auftreten.
Nun war das aber gar kein kein Theaterstück ….
Sehr gut und argumentationsstark war Putzke, Ates als nachdenkliche Muslima machte den Konflikt und den sozialen Druck, dem aufgeklärte Muslime ausgesetzt sind, sehr gut deutlich. Kallwass unterstütze Putzke gut, wenn es darum ging, das Argument der “Harmlosigkeit” der Beschneidung (zuletzt von Künast und Beck wieder aufgewärmt) zu entkräften.
Fazit: Es gibt keine rationalen Argumente für die religiöse Beschneidung nicht einwilligungsfähiger Kinder. Die religiöse Begründung erschöpft sich in dem Hinweis auf Heilige Schriften und Traditionen, die angeblich unaufgebbar sind.
#38 von Stephan_ATH am 12. Juli 2012 - 11:13
@Elvenpath
also… wenn ich den Kasper schneutzen lass’, funtioniert alles (Achtung: Wortspiel) reibungslos. Es ist natürlich völliger Mumpitz, Beschnittene hätten beim masturbieren Probleme. Richtig ist: in der Vergangenheit wurde eine Vielzahl von erwachsenen Männern zirkumzidiert – alle berichteten von unveränderten sexuellen Reizen.
Wir sollten uns bemühen – der Vernunft wegen! – nicht in die gleiche billige Polemik abzudriften, wie die religiös verblendeten.
Was den Rabbi betrifft: aus den unzähligen Panels von Hitchens, Harris & Co. mit jüdischen Gelehrten bin ich in meiner Ignoranz immer davon ausgegangen, dass das Judentum – mit Abstand! – die vernunftbegabteste Religionsgemeinde darstellt (Shmuley Boteach mal ausgeklammert).
Jetzt sitzt dieser Mons. Ehrenberg bei Anne Will, labert einen Unfug zusammen und erklärt die Diskussion für irrelevant – es ginge schließlich um seine Religion. Und weil Prof. Putzke mit Fakten reagiert, liefert die Nazikeule genug Munition.
Ich kann nur hoffen – fast hätt’ ich gesagt, beten – dass mit dieser Sendung das korrupte Spiel der religiösen Apologeten einmal mehr der Öffentlichkeit ein Mahnmal gegen Religionswahn liefert. Ich war positiv überrascht vom Publikum. Diesmal scheint es auf Seiten der Denker gestanden zu haben und nicht, wie sonst üblich, auf Seiten der Gläubigen.
#39 von Ezri am 12. Juli 2012 - 14:21
Arme Kinder! Zeigt aus meiner Sicht auch, wie verroht Religioten sind.
#40 von M.G. am 12. Juli 2012 - 16:54
Kinder körperlich zu verletzen und zu kennzeichnen,ist nach dem Rabbi ein Geschenk ?
Dann wird es mal Zeit,dass die Geschenke wegen Unzumutbarkeit zurückgegeben werden und der Religion mal eine Anzeige von der Polizei von den Opfern geschenkt wird.
Die Gerichte sind dann auch so nett und schenken den Religioten ein Strafurteil als extra Geschenk.
Es war mir aber klar,dass da keine Einigung zu stande kam.
Die Frau Kallwass war aber schon in der richtigen Annahme,das Beschneidungsverbot hat nichts mit dem Judenholocaust zu tun,denn das Kindeswohl wurde im SS-Holocaust nicht geschützt,wohl aber beim Beschneidungsverbot.Es wird nur der Fanatismus verboten,nicht aber der Glaube.Diese Frau war einmalig und der Strafrechtsanwalt,sowie die Rechtsanwältin mit Migrationshintergrund waren super.
#41 von mirlangts am 12. Juli 2012 - 18:05
@MG,
) Wollte groß mit Studien auftrumpfen die sie nicht belegen konnte, oder einfach missverstanden hatte.
Da bin ich ganz deiner Meinung! Frau Kallwass war bewundernswert beherrscht auch wenn sie mehrfach knapp daran war “aus der Haut zu fahren” (ich zweifle, ob ich mich hätte derart beherrschen können) Soviel religiotischer Unsinn war ja auch kaum zu ertragen. Auch Prof. Putzke blieb bewunderswert souverän, punktete mit Fakten und klaren Argumenten. Fr. Ates zeigte als Muslima, den Konflikt und den sozialen Druck, dem aufgeklärte Muslime ausgesetzt sind, deutlich auf.
Die Gegenseite, besonders der überhebliche, arrogante Rabbi, brachte immer wieder die gewohnt dümmlichen, abgelutschen, religiotischen Sprüche wie: “Gott will es so”, “es steht geschrieben”, “keine Möglichkeit mehr für Juden in Deutschland zu leben”……. (war wohl von seinem Gott direkt aus der Bronzezeit hierher gebeamt worden)
Laber, laber, laber, aber keinerlei Eingehen auf vorgebrachte Argumente, dazu natürlich (durfte ja unmöglich fehlen) die in solchen Runden beliebte “Nazikeule”. Schon lange nicht mehr soviel religiotischen Schwachsinn auf einmal serviert bekommen.
Die Kopftuch tragende Konvertitin stolperte zu oft über ihre eigenen Worte (die schneller kamen als sie sie denken konnte
Die Einspielungen waren verbesserungsfähig gewesen.
Der Hammer war das Schlusswort des “Gottesgeschenks, Rabbi Überheblich”: “Aber wir machen so weiter!”
Dumm, dümmer am dümmsten (wohl der Rabbi).
#42 von M.G. am 12. Juli 2012 - 19:41
mirlangts am 12. Juli 2012 – 18:05
Die EU-Rabbiner drohen ja nun mit Auswanderung,da sie hier in Deutschland, wie zur Nazizeit ihr Judentum gefährdet sehen.Nur zur Nazizeit waren Kinder,Männer und Frauen durch Folter und Vergasung wahrhaft gefährdet,aber das Kindeswohlrecht nach dem § 1831 BGB Recht auf gewaltfreie Erziehung ist weder Folter noch Tötung,es ist nur ein staatlich überwachtes Recht zum Wohle der Kinder,damit sie nicht gequält werden,sondern gesund sich geistig und körperlich entwickeln können zur Eigenverantwortung und Selbsbestimmung,was Religioten nicht begreifen. Meine kath.Familie(Eltern und Brüder) sind auch zu blöd zum Verstehen und ich wurde daher wegen Atheismus mit juristischer Orientierung ausgegrenzt.Aber ich habe für mich mehr rechtliche Freiheit und kann mein leben selbst bestimmen mit juristischer Orientierung,wobei man selbst bestimmt,welches recht man gebraucht und welche Verantwortung man trägt,also keine religiöse Vormundschaft.Besser geht es nicht.
Mir können die Kinder nur leid tun,die in Religionen ohne Selbstbestimmung hineingefärcht werden.
#43 von bonifatz am 13. Juli 2012 - 11:23
Mit Bezug auf die Einleitung zum Beitrag frage ich mich gerade, wer von den Gästen als Vertreter der Kirche verstanden wurde. Aus der Einleitung kann ich das nicht entnehmen. Der Satz
“Schon in der Vergangenheit kam es zu ähnlichen Vorkommnissen. Da sich Kirchenvertreter weigerten, mit bekannten Atheisten in Talkshows zu diskutieren, wurden kurzerhand die Ungläubigen wieder ausgeladen.”
erscheint mir deshalb als billiges “Kirchenbashing”. Aber das ist ja hier auch kaum anders zu erwarten. Über die inhaltliche und rhetorische Qualität von Phillip Möller lässt sich fabelhaft streiten, was ich bisher von ihm gesehen habe, war nicht so gut. Insofern hat die Ausladung vielleicht sogar das Niveau gehoben.
#44 von bonifatz am 13. Juli 2012 - 11:24
Wobei ich anmerken muss, dass ich die Sendung nicht gesehen habe. Wie sich die Personen also in dieser Sendung angestellt haben, entzieht sich meiner Kenntnis.
#45 von aranxo am 13. Juli 2012 - 12:11
@bonifatz:
Oh was für ein Fauxpas! Kirche ist ja nur da, wo katholisch drauf steht. Wie konnten wir das vergessen.
#46 von bonifatz am 13. Juli 2012 - 12:51
@aranxo: Ne, Kirche ist nicht nur da, wo katholisch draufsteht. Dieser Ansicht widerspreche ich als Protestant ganz entschieden
Aber zumindest würde ich weder einen Rabbi noch eine Muslima als Repräsentanten der Kirche (sofern wir denn von einer christlichen sprechen) ansehen. Ich denke, damit tue ich den Beiden auch nicht Unrecht.
#47 von ichglaubsnicht am 13. Juli 2012 - 14:59
@bonifatz
Bei dieser speziellen Sendung war kein Teilnehmer der christlichen Großkirchen dabei, dafür andere Vertreter der religiösen Position. Wer da jetzt im Hintergrund Druck gemacht hat weiß man leider nicht. Dass es schon in der Vergangenheit vorgekommen ist, zeigt z.B. dieser recht aktuelle HPD-Artikel
http://hpd.de/node/13724