Ein 22-jähriger Zeuge Jehovas litt unter Sichelzellenanämie und verweigerte wegen seiner religiösen Gesinnung eine Bluttransfusion, die ihm das Leben gerettet hätte.
Der Mann wollte zwar nicht sterben, jedoch auch seine religiösen Überzeugungen nicht aufgeben. Innert drei Wochen verschlechterte sich sein Zustand, bevor er schließlich starb. Seine Mutter saß die ganze Zeit bei ihm.
(…)
Der junge Mann traf seine Entscheidung bei vollen Bewusstsein. Die Ärzte waren an diese Entscheidung gebunden.
(…)
“Es gibt einen feinen Unterschied zwischen dem Recht eines Patienten zu leben und dem Recht eines Patienten zu sterben,” sagte Tobin.
“Es ist tragisch, dass sein Ziel nicht zu sterben war, sondern sicherzustellen, dass er seinen religiöse Geboten gehorchte,” so Tobin.
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#1 von Skydaddy am 3. Juli 2012 - 09:07
Ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn man die Leute auf’s Jenseits vertröstet.
#2 von omnibus56 am 3. Juli 2012 - 09:15
Auch ein Beispiel dafür, was passiert, wenn man einer archaischen Textsammlung das Attribut “heilig” gibt und versucht in das Konglomerat aus nur wenig Weisheit und viel bodenlosem Unsinn gepaart mit einer Masse Kriegsverherrlichung einen Sinn hinein (oder heraus) zu interpretieren…
#3 von Gerry am 3. Juli 2012 - 09:17
An der ganzen Geschichte ist keine Tragik, nur Dummheit.
Aber hey, jeder so wie er will. Ich für meinen Teil nutze gern den medizinischen Fortschritt.
#4 von Argus7 am 3. Juli 2012 - 09:29
Zitat aus “Erwachet”, einem Infoblatt der Zeugen Jehovas. Durchschnittliche Auflage: 32 412 000 Exemplare. Erscheint in 81 Sprachen.
Titel der Broschüre: “BLUT – Warum so kostbar ?” (August 2004)
“In viele Ländern gibt es weder die Blutspende noch für die Kontrolle und den Transport von Blut und Blutprodukten staatlich koordinierte und überwachte Sicherheitsstandards. Manchmal werden Blutvorräte sogar gefährlich gelagert – etwa in schlecht gewarteten Haushaltskühlschränken oder in simplen Kühlboxen ! Wenn wirksame Sicherheitsstandards fehlen, können Patienten durch Blut zu Schaden kommen, das Hunderte oder sogar Tausende von Kilometern entfernt gespendet wurde.” (Zitatende)
Wau ! Fehlende Sicherheitsstandards sind nach den Zeugen Jehovas ein lebensgefährliches Risiko ! Somit ist der Tod aufgrund einer verweigerten Bluttransfusion nach der Logik der Zeugen Jehovas vorzuziehen ! Eine Logik, die sich mir nicht erschliessen will !!!
Noch ein Zitat: “Im Krankheitsfall handeln Jehovas Zeugen vernünftig, gehen zum Arzt und akzeptieren die überwiegende Mehrzahl der Behandlungsmöglichkeiten (Philipper 4:5). Sie gehorchen zwar dem biblischen Gebot, “sich von Blut zu enthalten”, und bestehen auf einer medizinischen Behandlung ohne Blut (Apostelgeschichte 15:29). Doch diese Wahl verbessert oft (!!!) die Qualität der Behandlung.” Weiterer Kommentar überflüssig !
#5 von Ezri am 3. Juli 2012 - 10:16
Was solls, nun isser tot und nur die Mutter scherts…
#6 von M.G. am 3. Juli 2012 - 10:23
Das hat man vom religiösen Fanatismus,wer früher stirbt,ist länger tod.
#7 von Randifan am 3. Juli 2012 - 10:25
Eine Neuauflage der Menschenopfer.
#8 von Hal am 3. Juli 2012 - 11:02
Ein armseliger Idiot weniger, der weder missionieren, noch dumm, mit beiden Händen den Wachturm haltend, Mitleid-erweckend im Straßenbild rumstehen kann.
#9 von Noch ein Fragender am 3. Juli 2012 - 11:06
Religion kann tödlich sein.
#10 von M.G. am 3. Juli 2012 - 11:44
Man sollte nicht nur an Himmel und Paradies denken,denn man hat nur ein Leben und der Himmel kann warten und das Paradies kann sich die Menschheit auf Erden auch selbst machen.Es ist alles eine Frage der Politik und Kampfkraft und nicht des religiösen Glaubens.
#11 von stephancologne am 3. Juli 2012 - 11:50
Wer braucht schon die Diskussion um aktive/passive Sterbehilfe.
Muss nur einer die richtige Religion mit dementsprechenden Ritualen erfinden, verkauft das ganze als göttlichen Akt und feddisch….*sarkoff*
#12 von Elvenpath am 3. Juli 2012 - 12:03
Wieder ein klarer Beweis dafür, dass religiöse Erziehung nichts anderes als Gehirnwäsche ist.
#13 von Sputnic am 3. Juli 2012 - 12:09
Absolut notwendige Bedingung für Organisationen aktiver Sterbehilfe ist auch, dass der Patient rationale und nachvollziehbare Gründe nennt. Die achten völlig zu recht darauf, dass zB schwer Depressive keinen Zugang haben und die Krankheit wirklich terminal ist.
Da frage ich mich, ob Zeugen sich qualifizieren, hier hat der Patient buchstäblich pathologische Wahnideen. Ich würde mich deshalb als Arzt über seinen Willen hinwegsetzen.
#14 von Wolfgang am 3. Juli 2012 - 12:24
“Die Wege des Herrn sind unergründlich, die Dummheit aber auch”
#15 von heinrich am 3. Juli 2012 - 12:40
Ein sogenannter Zeuge Jehova gestorben = gleich ein blöde und naive weniger. Die “Zeugen Jehovas” ist eine Terror- Sekte , die anders denkende, anders Gläubige oder nicht Gläubige Menschen ausspioniert und schikaniert.. Sie ist eine paranoide, religiöse Mafia, die sich zu viel in Deutschland erlaubt.
#16 von Sputnic am 3. Juli 2012 - 13:33
@heinrich/hal: So sehr ich euren Zynismus schätze, Leute wegen Doofheit verrecken zu lassen ist mir dann doch etwas zu grob, zumal die Ursache, nämlich Religiotie, durchaus behandelbar ist.
#17 von heinrich am 3. Juli 2012 - 14:34
Hallo Sputnic: Ich habe doch den armen Zeuge Jehova nicht verrecken lassen, er hat die Entscheidung selbst getroffen. Ich bin auch kein Zyniker. Sie haben wahrscheinlich die sogenannten “Zeugen Jehovas” nicht erlebt wie ich zur Zeit die erlebe. Das ist eine religiöse Mafia, die in Deutschland zu verbitten ist.
#18 von Hal am 3. Juli 2012 - 14:49
@sputnic
Der Zeuge war erwachsen, hatte sich gegen Lebenserhaltung entschieden und nun isser abgekratzt. Er wollte es nicht anders!
Muss ich ihn wegen seiner religiösen Selbstvernichtung respektieren?
#19 von Sputnic am 3. Juli 2012 - 16:19
Ich will niemand was unterstellen, sorry, wenn der Eindruck entstanden ist, sondern nur vorbeugen, dass der flüchtige Leser den geschilderten Eindruck gewinnt. (Wobei es schon ironisch ist, dass ich durch schlampiges Kommentieren vor allem dabei selber ins Klo griff
)
Es geht mir nicht darum, wer wen weshalb verrecken hätte lassen, sondern nur, was richtig gewesen wäre. Ich bin ein Zyniker und als solcher habe ich schon Probleme, im Zusammenhang mit Zeugen Begriffe wie erwachsen, Wille und entscheiden zu verwenden. In gewisser Weise respektiere ich diese Leute möglicherweise noch viel weniger.
Folgende Situation erachte ich dazu äquivalent:
Eine Person auf LSD fürchtet sich vor Dämonen, verpfuscht den Suizid, bringt aber noch seinen Todeswunsch zum Ausdruck. Dann sollte man sehr wohl retten, auch gegen den ‘Willen’. Nun ersetze man LSD durch Religion (oder Doofheit) und Suizid durch Anämie. Zugegeben, die Therapie ist bei LSD sehr viel einfacher…
#20 von DerBibliothekar am 3. Juli 2012 - 16:24
“Es gibt einen feinen Unterschied zwischen dem Recht eines Patienten zu leben und dem Recht eines Patienten zu sterben,
Warum hindert man dann Menschen am Selbstmord? Sollte die Feuerwehr anstelle Sprungkissen aufzustellen “spring” brüllen?
Notärtzte bei aufgeschnittenen Pulsadern das Blut laufen lassen?
#21 von DerBibliothekar am 3. Juli 2012 - 16:28
Urk, da fehlt noch der Teil, in dem ich sagen wollte, dass der Herr Zeuge hier nicht wirklich sein “Sterbensrecht” nutzte.
Wäre er nicht Zeuge, sondern manisch Depressiv gewesen, hätte man ihm keine Wahl gelassen….
#22 von Deus Ex Machina am 3. Juli 2012 - 16:29
Heinrich hat in seinem ersten Satz es schon auf den Punkt gebracht.
Tja, Glückwunsch zur Beförderung an den 22-jährigen Zeugen! Möge auch bald der Rest seines Glaubens ins Himmelreich eingehen! Wenn sie unbedingt dran glauben wollen, dann können sie auch gerne dran glauben. Ich werde diesen Leuten nicht vorschreiben, sich der Medizin zu bedienen, um sich gegen das ewige Leben zu sträuben.
#23 von Hinterfragerin am 3. Juli 2012 - 20:41
@ Sputnic
Zustimmung. Ich finde die Kommentare nach dem Motto “ein Doofer weniger” ehrlich gesagt unterste Schublade. Ein unnötiger Tod. Was ist wirklich der Unterschied, ob jemand Erwachsener oder Schutzbefohlener ist? Ein paar Jahre? Das man unterstellt, jemand könne sich bewusst und informiert für etwas oder gegen etwas entscheiden?
Gut, nach dem Gesetz war dies der Fall, und der junge Mann hat es getan, und ihn gegen seinen Willen zu behandeln wäre falsch gewesen.
Aber: Dieser junge Mann ist in einer Gemeinschaft aufgewachsen und in eine Ideologie hineinindoktriniert worden, der er sich wohl auch psychisch nur schlecht entziehen konnte. Und der Druck zur Konformität dürfte enorm sein. Wer von uns kann sagen, wir hätten anders gehandelt, wären wir aufgewachsen wie er? Ich möchte dies für mich jedenfalls nicht in Anspruch nehmen. Ich weiß, es gibt auch aus den Zeugen “Aussteiger”, es geht, aber es ist sehr viel schwerer als sich aus den Fängen einer lauwarm-liberalen Glaubensrichtung zu befreien…
#24 von M.G. am 3. Juli 2012 - 21:08
Hallo Hinterfragerin ,
Es ist wohl richtig das der 22- jährige Zeuge Jehovas in den Fanatismus gerutscht ist,aber was ist stärker, der religiöse Fanatismus der Zeugen Jehovas oder das Immunsystem mit dem Selbsterhaltungstrieb des Körpers,welcher eigendlich nur durch Psychopharmaka,künstliches Cortison nach einer Organtransplantation oder Alkohol und Drogen außer Kraft setzen lässt ? Drogen,Alkohol und Psychopharmaka fällt bei Zeugen Jehovas schon mal wegen Unvereinbarkeit mit der Religion aus.
Was hat also dem 22- jährigen Zeugen Jehovas das Immunsystem mit Selbsterhaltungstrieb außer Betrieb gesetzt.
Diese Frage ist wohl hier eher zu stellen,denn der 22- Jährige muss schon sein eigenes Immunsystem mit Selbsterhaltungstrieb durch Selbstsuggestion lahm gelegt haben,was wesendlich mehr Kraft beansprucht.
#25 von Hinterfragerin am 3. Juli 2012 - 21:11
@ M.G.
Der religiöse Fanatismus ist ja gar nicht so selten stärker als der Selbsterhaltungstrieb .. siehe unter anderem auch Selbstmordattentäter. Vielleicht funktioniert das deshalb, weil die Menschen meinen, sich gerade durch dieses Verhalten selbst zu erhalten, kurz, in den Himmel zu kommen?
#26 von Mreins am 3. Juli 2012 - 21:28
“… Der junge Mann traf seine Entscheidung bei vollen Bewusstsein. …”
Das stimmt nicht.
#27 von Ezri am 3. Juli 2012 - 21:34
Hallo M.G. ich denke, der von Dir erwähnte Selbsterhaltungsmechanismus funktioniert nur, wenn man aktiv versucht Siuzid zu begehen. Der junge Mann hat aber passiv Suizid begangen, da gibts kein Selbsterhaltungsmechanismus.
#28 von Hal am 3. Juli 2012 - 21:34
Die Mutter stand am bette Ihres Sohnes, ob sie ihn in seiner letzten Stunde Begleiten wollte oder ihn als mütterlicher Todesengel vor einer lebens- erhaltenen Transfusion schützen wollte ist nicht bekannt.
#29 von M.G. am 4. Juli 2012 - 23:25
Hinterfragerin am 3. Juli 2012 – 21:11 und Ezri am 3. Juli 2012 – 21:34
Der aktive Suizid bei Selbsmord und Selbstmordattentäter bewirkt ja erst die Unterdrückung des Selbsterhaltungsmechanismus.
Sollte es bei dem 22-jährigen Zeugen Jehovas tatsächlich um passiven Suizid vor Sauerstoffmangel und Schwäche handelt muss er aber dem Tod schon nahe gewesen sein,aber bis dahin muss man mit anfänglich vielen Kräften und Lebensfreude sich erst mal durch Fanatismus bringen.
Das ist wie beim Asthma solange man gut Luft bekommt,steckt man voller Lebensfreude,aber wenn die Luft knapp wird kann es schon passieren dass man bei nicht mehr vollen Bewusstsein nicht mehr weiter ums Überleben kämpft,um sich nicht unnötig Qualen anzutun.Dies kenne ich von anfänglichen Asthmatikerdasein,entzwischen habe ich eine Cortisontherapie gut überstanden und brauche nur selten noch Notfallspray bei ausreichend Lebensfreude.
Sauerstoffmangel und Schwäche können schon für das Absinken von Lebensfreude sorgen.
#30 von lovetar am 15. Juli 2012 - 11:01
Jehovas Zeugen falschen Lehren: http://www.jariiivanainen.net/jehovaswitnesses.html