Bischof Vitus Huonder ortet das Schweizer Kirchensteuersystem als mögliche Ursache für die zunehmende Zahl von Austritten aus der römisch-katholischen Kirche. Dies schreibt Bistumssprecher Giuseppe Gracia in einer Mitteilung vom Donnerstag.
Weiterlesen:
http://www.suedostschweiz.ch/vermischtes/churer-bischof-ortet-kirchensteuer-als-mit-grund-fuer-austritte
Kirchensteuer
Dieser Eintrag wurde erstellt am 22. Juni 2012, 07:51 und wurde abgelegt unter Katholizismus, Kirchenaustritt, Kirchenfinanzen. Du kannst die Antworten auf diesen Beitrag über RSS 2.0 verfolgen.
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#1 von Skydaddy am 22. Juni 2012 - 09:06
Das Problem der Kirchenaustritte ließe sich erheblich eindämmen, wenn die Kirche die Menschen nicht schon als Säuglinge zwangsvereinnahmen würde.
#2 von raskalnikow am 22. Juni 2012 - 09:28
Für mich hört sich das immer ungeheuer arrogant an, wenn Pfaffen es so drehen, dass die Leute bloss aus der Kirche austreten um Steuern zu sparen. Im Konfirmationsunterricht hatte unser Pfarrer mal gesagt, dass es “bei vielen Kirchenaustritten ‘nur ums liebe Geld’ ginge”. Solche Aussagen lassen schon tief blicken – von mündigen Mitbürgern auszugehen und ‘Dialog auf Augenhöhe’ scheint für Gurus unmöglich zu sein.
#3 von Ezri am 22. Juni 2012 - 09:35
Das ist die unendliche Gier der Kirchenleute, die die Kirchensteuer als Austrittsgrund angeben.
#4 von Argus7 am 22. Juni 2012 - 09:45
Die Steuerersparnis aufgrund eines Kirchenaustritts ist doch lediglich eine kleine, willkommende Zugabe. Die eigentlichen Gründe, die zu einem Kirchenaustritt führen, müßten auf einer völlig anderen Ebene gesucht werden. Aber die Sicht auf diese “andere Ebene” bleibt den Kirchenvertretern wohl für alle Zeiten verborgen. Unter uns gesagt: Es hat etwas mit Einsicht zu tun !
#5 von Hinterfragerin am 22. Juni 2012 - 09:55
Nun, ich kenne schon ein paar Leute, die aus der Kirche ausgetreten sind, weil sie nicht zahlen wollten – und meinten, sie könnten ja auch “glauben, ohne in der Kirche zu sein”.
Allerdings kenne ich wesentllich mehr Leute, die brav in der Kirche bleiben, ohne zu glauben – aus beruflichen, familiären oder auch “sozialen” Gründen.
Die überaus meisten Ausgetretenen in meinem Bekanntenkreis sind (atheistische) “Überzeugungstäter” – oder “Kritikaustritte” (Umgang mit Mißbrauch, konservative Haltungen des Vatikan) durchaus gläubiger Menschen.
Die einzige, recht alte Statistik zum Thema, die ich kenne, ist diese hier:
http://fowid.de/fileadmin/datenarchiv/Kirchenaustrittsgruende_Evangelische_Kirche%2C%201992.pdf
Diese scheint mir darauf hinzudeuten, dass meist ein ganzes Faktorenbündel eine Rolle spielt. Nur weil man Geld spart, tritt man bei starker Kirchenbindung und starkem Glauben nicht aus. Auch wenn die Geldfrage die Entscheidung mit beeinflussen mag – letzlich braucht es eine Verbindung etwa zur Überzeugung, auch ohne die Kirche glauben zu können, oder zur Gleichgültigkeit der Kirche gegenüber.
Interessant ist die relativ zu anderen Gründen geringere Zahl derer (naja, immerhin ca. ein Drittel), die angeben, “mit dem Glauben nichts mehr anfangen zu können” und “keine Religion zu brauchen”. Die Zahl derer, die austreten und dennoch “christlich bleiben”, ist hingegen recht hoch.
#6 von Hinterfragerin am 22. Juni 2012 - 09:56
Ergänzung: Im Westen. Im Osten sah es anders aus. Interessant wären aktuelle Zahlen, 1992 ist wirklich schon lang her (man, ich werde alt..).
#7 von Noch ein Fragender am 22. Juni 2012 - 10:16
Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn jemand wegen des Geldes aus der Kirche austritt?
Jeder kann doch sein Geld verwenden, wie er es für sinnvoll hält.
Bei keinem anderen Verein wird einen vorgeworfen, wenn man austritt, weil man das Geld für andere Dinge braucht.
#8 von Hinterfragerin am 22. Juni 2012 - 11:02
@ NEF
Eigentlich nix. Aber der Vorwurf dient natürlich dazu, zu implizieren, dass die Kirchenaustritte weder einen weltanschaulichen Gesinnungswandel noch eine kritische Sicht auf die Kirchen widerspiegeln. Und als “Materialismuskeule”: Schaut mal, denen geht es nur um das Geld. Eigentlich recht geschickt…
#9 von emporda am 22. Juni 2012 - 13:24
Von den Kirchensteuern werden maximal 7% – 10 % für sogenannte “soziale” Zwecke verwendet. Dabei betrachte ich persönlich die Kündigungen und Erpressungen von Mitarbeitern der Kirchen wegen ihrer privaten Lebensführung nicht etwa als sozial, sondern schlichtweg als kriminell. Aber von den Religioten kann man nur kriminelle Handlungen erwarten, ihr paranoider Zombie im Himmel schreibt es ihnen so vor.
Der Rest der Kirchensteuern mit über 90% geht für Protz und Prunk des Vatikans drauf. Da sind in vielen Ländern die Gehaltskosten und Pensionen für Kirchenangestellte nicht enthalten, die bezahlt die Gemeinschaft der Bürger zusätzlich
#10 von Elvenpath am 22. Juni 2012 - 15:29
Das Geld ist oft der Anstoß, um aus der Amtskirche, mit der man eh nichts mehr zu tun haben will, auch wirklich auszutrteten, Ohne das Geld wäre man lediglich zu faul dazu.
#11 von Elvenpath am 22. Juni 2012 - 15:38
Nachtrag: Zu meinen, es wäre nur wegen des Geldes, ist deswegen klassischer Selbstbetrug..
#12 von Wolfgang am 22. Juni 2012 - 16:07
Jeden Tag liest man eine neue Botschaft der Kirche, nette Geschichten aus dem Vatikan und irgend ein Bischof ohne ähnliche Gnadengestalt schwurbelt in den Medien. Der Papst rätselt, Jesus hängt immer noch am Kreuz und der Teufel konnte immer noch nicht
trotz 2000jähriger innigster betender Verfolgung noch nicht eingebuchtet werden. Aber mit der Blasphemie hat der Papst gar kein Erbarmen. Jene Menschen, die gegen ihn und seine eigenartigen Reden sind, möchte er am liebsten auf den Scheiterhaufen setzen.
Nur das Dumme, hier gibt es keine mehr. Aber die Dummheit feiert jeden Tag neue Triumphe, den die Dummheit der Gläubigen stirbt nicht aus und die Gläubigen verteidigen ihren Papst und das Gehöft Vatikan mit allen Mitteln. Mit viel Schein-Heiligkeit!!!!!!!
#13 von Deus Ex Machina am 22. Juni 2012 - 16:30
“Schweizer Bischof ortet Kirchensteuer als Mit-Grund für Austritte”
…..soo beschränkt in ihrer Wahrnehmung!
#14 von Noch ein Fragender am 23. Juni 2012 - 00:10
@ #8 HF
“Materialismuskeule”: Schaut mal, denen geht es nur um das Geld. Eigentlich recht geschickt…
Damit hast du die Heuchelei der Kirche treffend entlarvt: Den Austretenden geht es nur ums Geld, der Kirche, die ihre zahlenden Mitglieder behalten will, geht es natürlich nicht ums Materielle, sondern ums Seelenheil.
#15 von pufaxx am 23. Juni 2012 - 01:35
Ja, klar. Bummelige 2000 Jahre lang hat man’s in so ziemlich allen menschlichen Belangen vollkommen verkackt – aber den Austrittswilligen geht’s nur ums Geld. Diese Bösen …
*Augenlidrunterzieh*