Griechenland hat eine Regierung: Um 16 Uhr Ortszeit beendete Antonis Samaras, Chef der konservativen Nea Dimokratia, mehr als ein halbes Jahr politisch chaotischer Verhältnisse und übernahm als erster demokratisch legitimierter Ministerpräsident seit dem Rücktritt von George Papandreou die Führung. “Mit Gottes Hilfe werden wir alles tun, um das Land so schnell wie möglich aus der Krise zu führen”, gelobte er.
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http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article106641950/Mit-Gottes-Hilfe.html


















































#1 von Wolfgang Klosterhalfen am 21. Juni 2012 - 07:46
Nachdem es mit Teufels Hilfe zugrunde gerichtet wurde?
#2 von Noch ein Fragender am 21. Juni 2012 - 09:23
Mit Gottes Hilfe kann auch wieder die Steuerfreiheit des Klerus eingeführt werden.
http://derstandard.at/1269045707201/Griechenland-muss-sparen-Kirche-empoert-ueber-neue-Steuerpflicht
#3 von Argus7 am 21. Juni 2012 - 11:22
Ich hätte absolut nichts dagegen einzuwenden, wenn der liebe Gott die Krise in Griechenland allein – ohne deutsche und europäische Hilfe – lösen würde, wie es sich der neue, religiös verseuchte Regierungschef Samaras erhofft. Ein Land, in welchem es Usus ist, dass die Popen den Amtseid des Regierungschefs abnehmen, mindert unwillkürlich mein Vertrauen in die intelektuellen Fähigkeiten und Führungsqualitäten eines Politikers. Solchen Polit-Religioten fehlt leider oftmals der Sinn für die Realität, sonst würden sie sich in ihrer Hilf- und Ratlosigkeit nicht auf einen nicht existenten Gott berufen.
Dem griechischen Volk, dem ich durchaus wohlgesonnen bin, kann ich nur den Rat geben, sich der Tatsache bewußt zu sein, dass jedes Volk die Regierung hat, die es verdient. Es war letztlich das Volk, welches seit Jahrzehnten wieder und wieder stets die gleichen korrupten Politiker in die Verantwortung gewählt hat. Die Griechen sollten auch bedenken, dass sie dieses korrupte System – wenn es denn dem eigenen Vorteil diente – auch gerne für sich genutzt haben. Aber davor hat man allzu gerne die Augen geschlossen. Ein Versäumnis, dass sich jetzt eben rächt. Wenn es denn aufgrund der von Europa auferlegten Sparmaßnahmen zu weiteren Protesten kommen sollte, dann muß man diesen Protestierern offen und ungeschminkt empfehlen, gegen ihr eigenes Fehlverhalten zu demonstrieren. Aber soviel Selbsterkenntnis ist wohl zuviel verlangt.
Übrigens: Ich habe in letzter Zeit mit vielen in Deutschland ansässigen Griechen (darunter 2 städtische Busfahrer, Restaurantbesitzer, Firmeninhaber, Arbeiter, Angestellte, Sportler und Rentnern) gesprochen. Sie alle haben samt und sonders meine hier bekundete Ansicht bestätigt, dass das gewöhnliche griechische Volk eine große Mitschuld an dem entstandenen Chaos trägt. Nicht wegzuleugnen ist aber auch das asoziale Verhalten der besitzenden Klasse in Griechenland, die ihr Vermögen rechtzeitig ins Ausland transferiert hat und für die Steuerflucht bestenfalls ein Kavaliersdelikt darstellt. Als Deutscher fällt es einem angesichts dieser Lage schwer, europäische Solidarität mit Griechenland zu üben, zumal sich ja die griechische Kritik überwiegend an diejenigen Europäer richtet, die ihnen mit finanzieller Hilfe aus dem Schlamassel helfen sollen.
#4 von Elvenpath am 21. Juni 2012 - 11:41
Die müssen einfach nur ihre Steuern ordentlich zahlen, dann läuft die Kiste.
#5 von Ezri am 21. Juni 2012 - 12:39
@Elvenpath: “Die müssen einfach nur ihre Steuern ordentlich zahlen, dann läuft die Kiste.” <— seh ich genauso. Wenn ich der Erzählung einer Griechin Glauben schenken darf, so berichtete sie mir persönlich, daß es in Griechenland wohl so eine Art Volkssport ist, sich an Steuerzahlungen vorbei zu schummeln. Da scheint es allerdings einen geschlossenen Kreislauf zu geben. Um Geld für Bestechungen zu haben, zahlt man keine Steuern. Um keine Steuern zahlen zu müssen, muß man bestechen. Anscheinend muß oder mußte man sogar für einen normalen Arzttermin Bestechungsgeld bereit halten, damit man innerhalb nützlicher Zeit beim Arzt erscheinen durfte. Diese Praxis zieht/zog sich wohl durch alle Lebensbereiche.
Jedenfalls ist besagte Griechin froh, daß sie schon länger in der Schweiz lebt und nicht mehr in diesem seltsamen Kreislauf steckt.
#6 von Wolfgang am 21. Juni 2012 - 13:37
Mit Gottes Hilfe? Klappt nicht, was verlangt man den von diesem armen Kerl noch alles. Ach du lieber Gott!
#7 von Mreins am 21. Juni 2012 - 13:58
“Mit Gottes Hilfe werden wir alles tun, um das Land so schnell wie möglich aus der Krise zu führen”
Ist das Rhetorik?
Wenn er hilft tun wir alles. Wenn er nicht hilft tun wir Nichts.
Klingt so. Oder?
#8 von mirlangts am 24. Juni 2012 - 10:57
@ #7, möglicherweise wollte er der griechisch orthodoxen Kirche damit einen “Wink mit dem Zaunpfahl” geben, sich “im Namen Gottes” (als reichste Institution Griechenlands) auch an der Rettung des Landes zu beteiligen?
Doch bin ich mir ziemlich sicher, dass sie auf diesem Ohr absolut taub ist.