Washington D.C. – Moral ist nicht nur eine abstrakte und distanzierte Wahrheit, stellte die 22-jährige Publizistin Leah Libresco fest. Der katholische Glaube ist ihrer Einschätzung nach die einzige vielversprechende Religion, um die “lebendige Wahrheit” zu erreichen.
(…)
Zwar sei sie noch verwirrt über manche katholische Lehren, gesteht Libresco ein. Doch inzwischen besuche sie in Washington D.C. die Vorbereitungskurse für die Aufnahme in die katholische Kirche.
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#1 von AMB am 21. Juni 2012 - 17:39
Klingt irgendwie nach geistiger Bearbeitung.
Tipp: Einfach das Hirn ausschalten, dann klappts auch mit dem Katholizismus.
Auf fast allen Seiten (englisch) steht “Konvertierung”, aber das ist falsch. Man kann nur von Religion zu Religion konvertieren. Atheismus ist keine Religion!!
#2 von Deus Ex Machina am 21. Juni 2012 - 17:46
“In einer Diskussion stellte sie fest, dass sie nicht beantworten konnte, woher das Moralgesetz innerhalb ihrer Metaphysik stammte. ”
–> Kann mir jemand diesen Satz mal erklären?
#3 von ichglaubsnicht am 21. Juni 2012 - 17:57
@DeM
“In einer Diskussion stellte sie fest, dass sie nicht beantworten konnte, woher das Moralgesetz innerhalb ihrer Metaphysik stammte. ”
–> Kann mir jemand diesen Satz mal erklären?”
Moralbegründung ohne naturalistische Fehlschlüsse ist eben nicht so einfach, dass es dennoch vernünftig ist ein guter Mensch zu sei hat sie wohl nicht bemerkt.
Der Katholizismus kann genauso wenig beantworten bzw belegen woher seine beliebige Moral stammen soll, machts aber einfach trotzdem.
#4 von Elvenpath am 21. Juni 2012 - 17:58
Naja… es gibt nichts, was es nicht gibt. Es gibt auch Leute, die fangen aus dem Nichts heraus an, an magische Steine zu glauben…
#5 von Ezri am 21. Juni 2012 - 18:11
Was sie wirklich Atheistin oder ist das mal wieder eine von den religiotischen Wunder-Geschichten?
#6 von Elvenpath am 21. Juni 2012 - 18:56
Das Ganze fällt unter die Kategorie: Wayne… wobei ihre Äußerungen doch schon relativ auffällig nach Fake ausschauen.
#7 von pufaxx am 21. Juni 2012 - 19:23
“Und ‘es gab eine einzige Religion, welche als der vielversprechendste Weg erschien, um jene lebendige Wahrheit zu erreichen’.” … riecht mir doch mal wieder sehr nach einer dieser aufgebauschten Pseudo-Erleuchtungs-Fake-Geschichten.
Schön auch die Kommentare untendrunter …
“Intelligent
… ist diese Frau. So sollte es jedem gehen; wer sein Gehirn korrekt benutzt, wird irgendwann katholisch – oder kommt innerhalb der Romana noch näher zu Gott.”
(Sprachlosigkeit macht sich breit)
#8 von Argus7 am 21. Juni 2012 - 19:28
Selbst wenn diese (angebliche) Atheistin zum Katholizismus konvertiert, wird sie den Kindesmißbrauch durch die Katholen-Pfaffen nicht ungeschehen machen oder künftig gar verhindern können. Sie muß sich aber darüber im Klaren sein, dass sie sich mit dem Beitritt in eine kriminelle Organisation mit mafiösen Strukturen an deren Verbrechen mitschuldig macht.
#9 von Hinterfragerin am 21. Juni 2012 - 19:55
Allen, die hier fragen, ob das gefakt sei: Lest mal
http://www.patheos.com/blogs/unequallyyoked/author/leahlibresco/page/3
Ich denke, der Hintergrund liegt hier:
“For several years, a lot of my friends have been telling me I had an inconsistent and unsustainable philosophy. ”A virtue ethicist atheist whose transhumanism seems to be rooted in dualism? Who won’t shut up about moral lapses as wounds to the soul and keeps trying to convince us it’s better to be sinned against than sinning?”
“Based on my in-person arguments to date, it seems like most of my atheist friends disagree two or three steps back from my deciding Morality is actually God. They usually diverge back around the bit where I assert morality, like math, is objective and independent of humans.”
Wenn sie vorher bereits Dualistin war, und, wie sie auch schreibt, von einem “objektiven moralischen Gesetz” ausgeht, dann ist der Schritt sicher weniger groß.
Ich sehe aber gewisse Probleme.
Zum einen geht die RKK ja nicht von Gott als personifizierter Moral aus, sondern schreibt diesen eine ganze Reihe von Eigenschaften zu. Wie sie also von dieser Haltung zur RKK kommt ist mir nicht ganz klar, sie geht darauf in späteren Posts wohl ein, weil sie danach gefragt wurde.. ich habe jetzt gerade keine Lust, das alles nachzulesen..:-).
Antworten hier: http://www.patheos.com/blogs/unequallyyoked/2012/06/this-is-my-last-post-for-the-patheos-atheist-portal.html#comment-22879
Zum zweiten scheint es mir zumindest fragwürdig, daraus, dass man von einer objektiven Moral ausgehen will (so scheint es mir zumindest) die Existenz eines Gottes abzuleiten. Mir scheint da doch eher der Wunsch Vater des Gedankens zu sein. Mir scheinen normative und deskriptive Ebene durcheinanderzugehen. Auch darauf gehen auf ihrer Seite Kommentatoren ein, die ihre Argumentation als eine “Art Gott der Lücken-Argument” bezeichnen.
Zum dritten:
“I’m still confused about the Church’s teachings on homosexuality..”
Ehrlich?? Nun, der Gott, den Du für die Personifikation von objektiver Moral hältst, mag Homosexualität nicht. Eigentlich ganz einfach…
#10 von Andreas P am 21. Juni 2012 - 20:22
Hm, ich kenne die gute Frau nicht, aber nach dem, was ich so aus dem Blog herauslese, scheint die Konvertierung echt zu sein.
(Ummm… @AMB: Ist mir neu, dass man nur von einer Religion zu einer anderen konvertieren kann, ich dachte, jeder Beitritt zu einer Religion wuerde Konvertierung genannt? Aber so oft stosse ich auf das Wort nicht.)
Ihrer eigenen Geschichte (punktuell scheinen Kommentatoren, die sie persoenlich kannten, die zu bestaetigen) nach war sie mal Atheistin, hat einen katholischen Freund, und ist ihm zuliebe seit Jahren in katholischen Zirkeln und christlich-apologetischen Kreisen unterwegs. Sie fing bereits mit einigen ungewoehnlichen Ansichten an – dem Glauben an ein objektiv existierendes Moralgesetz etwa. Das hat sie dann irgendwann angefangen zu personifizieren (“hat mich lieb”), und nachdem sie Berge von Sophistereien und theologischem Kleinklein hat auf sich einregnen lassen, ist sie dann von einer jahrelang praktizierenden Katholikin (woechentlich in die Messe gehen…) zu einer Glaeubigen geworden. Sie ist jetzt eben “ueberzeugt”, ohne dafuer irgendwie gross Gruende nennen zu koennen – der liebe Gott hat sie halt zum Glauben gefuehrt, ist halt so.
Andere Religionen hat sie nicht ernsthaft erwogen, zu ernsthaften atheistischen Punkten wie dem Theodizeeproblem, oder auch zur realen Geschichte und Gegenwart der katholischen Kirche und den ganzen widersinnigen Dogmen kommt halt wenig/heisse Luft, respektive Verniedlichung/Schotten, respektive rationalisierende Umdeutung und Behauptung, noch nie habe irgendwer das mit der Hoelle *buchstaeblich* gemeint. Dazu halt Versatzstuecke von CS Lewis, Chesterton, Feser und anderen Apologeten, ohne dass man den Eindruck haette, sie haette sich mit der Kritik ernsthaft auseinandergesetzt. Dazu der Anwurf, die Atheisten kritisierten ja nur das evangelische Fundichristentum, gegen das Wahre Christentum (TM) haetten sie ja gar keine Einwaende (die “neuen Atheisten” haben da ja gaaaaaaar nichts zu geschrieben, mit dem eeeeeeeeeeeeeeeechten Christentum befassen sie sich nicht, bumms und fertig, brav auswendig gelernt und wiedergegeben). Dazu, statt Argumenten Links, die immer nur auf neue Links verweisen, die wiederum – … Schiefe Analogien runden das Bild ab.
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Kurzum – hier ist jemand einem Freund zuliebe ohne gute Gruende zu einer Religion konvertiert und hat mehrere Jahre gebraucht, sich das irgendwie schoenzureden und das intellektuelle Gewissen durch regelmaessige Ueberdosen schlechter Apologetik einzuschlaefern. Haette sie ein paar gute Gruende fuers Christentum gefunden – das waere interessant und relevant gewesen. Das, was sich stattdessen findet, sind dagegen schnarchige Scholastik und apologetische Sophismen von der Stange – eine Armee von Worten schart sich um ein-zwei Gedanken von allenfalls Korporalsrang.
#11 von Barkai am 21. Juni 2012 - 20:39
@AMB,
duden.de
nennt als ein mögliches Synonym für Konvertieren “übertreten”. Das beschreibt die angegebenen umstände.
http://www.duden.de/rechtschreibung/konvertieren
#12 von pufaxx am 21. Juni 2012 - 20:44
Gut, vielleicht hätte ich mich erst einmal auf ihrem Blog umschauen sollen.
Aber dann ist es trotzdem wieder typisch: Keiner wird allein durch “Argumente” zum Katholiken. Dazu ist das ganze Gedankengebilde zu unschlüssig, zu widersprüchlich und einfach zu blöd. Entweder wächst man da irgendwie rein – oder man begeistert sich zunächst für etwas anderes … schöne Gemeinschafts-Erlebnisse … oder die Caritas unterstützt einen beim Drogenausstieg … oder der Freund infiziert einen … oder die Umgebung zieht einen mit … oder … oder …
Aber vielleicht will ich mir auch einfach nicht vorstellen, dass sich jemand ne Bibel greift, die n paar Mal durchliest und schließlich auf die Idee kommt: “Jo, DAS stimmt. Das glaub’ ich jetzt.” Oder ein paar Mal eine Messe besucht und sich NICHT irgendwie verarscht vorkommt.
Ich hab schon im Grundschulalter gegen den üblichen Kirchenbesuch zu Weihnachten so lange protestiert (Zitat: “Die lügen doch alle!”), bis ich schließlich nicht mehr mit musste.
Um sich von sowas blenden zu lassen, muss man das schon irgendwie wollen.
#13 von Andreas P am 21. Juni 2012 - 20:44
@Barkai: … und zwar von der Vernunft zum Glauben, letztlich unter Aufgabe von ersterem.
Schade fuer sie, aber eben deshalb auch fuer jemanden, der sich an Gruenden orientiert, kein Grund, das mit mehr als’m Achselzucken zur Kenntnis zu nehmen.
#14 von Andreas P am 21. Juni 2012 - 20:59
@Pufaxx: Irgendwelche wirklichen Argumente habe ich nicht gefunden. Es laeuft auf den ueblichen Standardblubb raus:
“Wenn man es genuegend schwammig und vage formuliert, 98% der Lehre und der Geschichte unter den Tisch fallen laesst und sich den Rest irgendwie schoenliest oder umdeutet, dann hat man was, was keiner widerlegen kann und auch gar nicht so boese ist!”
Das macht es zwar immer noch nicht wahr. Aber sie glaubt es einfach, und warum, weiss sie auch nicht, ist halt so.
#15 von Mreins am 21. Juni 2012 - 21:35
Wallraff wieder undercover?
#16 von Andreas P am 21. Juni 2012 - 21:49
@Mreins: Eher nicht.
- Mit Nietzsche: Der Heuchler ist moralisch besser als der wahrhaft Glaeubige, weil er einen Menschen weniger beluegt.
#17 von AMB am 22. Juni 2012 - 07:26
@barkai
Danke.
@HF
Siehe barkai. Religionswechsel, Glaubenswechsel und dass der Atheismus kein Glaube oder Religion ist, muss ich dir sicher nicht erklären.
@mreins
Danke für den Lacher!!
#18 von Andreas P am 22. Juni 2012 - 17:53
@AMB: Du meintest wohl mich mit dem Glaubenwechsel? – Gut, in dem Sinne ist das natuerlich keine Konversion.
@HF: Der Schritt, der hier Ausschlag gab, war wohl, dass sie das “objektive Moralgesetz” anfing zu personifizieren. “Es hat mich lieb”, schreibt sie irgendwo sinngemaess.
#19 von AMB am 22. Juni 2012 - 18:29
@AndreasP
Warum dich?