Kirchen verpflichten sich zu Schutz vor Kindesmissbrauch

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben sich schriftlich zum weiteren Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch verpflichtet. Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche unterzeichneten in Berlin entsprechende Vereinbarungen mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Damit sollen die Empfehlungen des Runden Tisches zum sexuellen Kindesmissbrauch umgesetzt werden.

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http://www.welt.de/newsticker/news1/article106623073/Kirchen-verpflichten-sich-zu-Schutz-vor-Kindesmissbrauch.html

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  1. #1 von Martin Schmidt am 18. Juni 2012 - 17:59

    “Damit sollen die Empfehlungen des Runden Tisches zum sexuellen Kindesmissbrauch umgesetzt werden.”
    Die Umsetzung erfolgt erst in Zukunft und das impliziert ja, dass völlig, ich wiederhole, völlig selbstverständliches menschliches Verhalten in
    Vergangenheit und Gegenwart von den Kirchen nicht zu erwarten war/ist?
    Trauriger Verein.

  2. #2 von Andreas P am 18. Juni 2012 - 18:54

    “Kirchen konnten muehsam ueberredet werden, Gesetze nicht mehr grundsaetzlich unbeachtet zu lassen.”

  3. #3 von Yeti am 18. Juni 2012 - 20:04

    Die eine der beiden grossen Kirchen hat vor knapp zweitausend Jahren schon behauptet, für das Wohl aller (naja, vieler) verpflichtet zu sein.

    Und was hat es genutzt? Nix.

  4. #4 von Barkai am 18. Juni 2012 - 22:54

    wäere es irgendwie nicht besser gewesen, diese Vorgaben in ein Gesetz zu verpacken, an das sich alle Glaubensgemeisnchaften zu halten haben und wenn diese Vorgabeb auch auf andere Vereine anwendbar sind, diese auch miteinzuschließen (obwohl der Status des Kinderschutzes liegt in anderen Vereinen vermutlich ohnehin schon höher)

  5. #5 von Noch ein Fragender am 18. Juni 2012 - 23:36

    Einen konkreten Maßnahmenkatalog enthalten die unterzeichneten Vereinbarungen aber nicht….

    Ähnliche Vereinbarungen hatte der Beauftragte bereits mit Wohlfahrtsverbänden, kommunalen Spitzenverbänden und dem Deutschen Olympischen Sportbund unterzeichnet.

    Ein echter Schutz für die Kinder wäre die Festlegung konkreter Maßnahmen, die vom Jugendamt jederzeit unangemeldet überprüft werden könnten und deren Nichteinhaltung Sanktionen nach sich ziehen wie Entzug der Lizenz für Kinder und Jugendarbeit und Kürzung entsprechender Zuschüsse.

  6. #6 von Andreas P am 19. Juni 2012 - 00:04

    @NEF: Bei den Jesuiten ist die Quote der Schulen, an denen es zu Missbrauchsfaellen (mit der ueblichen Vertuscherei, usw.) gekommen ist, 100% – 3 von 3 Gymnasien. Wenn das nicht ausreicht, weiss ich nicht, was die Brueder noch alles anstellen muessen, um Subventionen usw. verlustig zu werden oder wenigstens unter eine kirchenunabhaengige 24/7-Daueraufsicht gestellt zu werden.

    Wenn die Konsequenz fuer billig in Kauf genommenen Missbrauch, Einschuechterung Betroffener und andere Formen systematischer Vertuschung nur ein Taschengeld (2/3 steuerfinanziert) sowie eine vollmundige Vertrauenserklaerung sind, kann das von den betroffenen Organisationen nicht anders verstanden werden als ein augenzwinkernder Freispruch erster Klasse. “Nur weiter so!”

    Die Kirchenhaltung wurde vollauf bestaetigt: Missbrauchen und Vertuschen sind Kavaliersdelikte, mit ein paar Cents in die Kollekte und einem halben Auweh Maria abzugelten. Und dort, wo Kirche anfaengt, gelten die ueblichen “weltlichen” Gesetze halt nur so weit, wie es Kirchens gerade gefaellt.

  7. #7 von Argus7 am 19. Juni 2012 - 07:39

    Der wirksamste Schutz vor Kindesmißbrauch könnte durch ein vollständiges Kontaktverbot für alle Katholen-Pfaffen garantiert werden. Alle anderen gesetzlichen Maßnahmen haben sich ja leider als unwirksam erwiesen.