Sie gilt als deutsches Pendant zum „Nationalen Gebetsfrühstück“ in den USA: die Internationale Berliner Begegnung. Daran nehmen vom 14. bis 16. Juni 350 Politiker, Diplomaten, Kirchenvertreter und Führungskräfte aus über 40 Ländern Europas, Afrikas, Amerikas und Asiens teil. Für eine Rückbesinnung Europas auf seine christlichen Wurzeln plädierte dabei der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die gegenwärtige Situation erinnere ihn an den in der Bibel beschriebenen Tanz um das Goldene Kalb: „Es scheint, als seien uns die Bewertungen durch Rating-Agenturen wichtiger als die Werte des Alten und des Neuen Testaments.“ Zwar sei die Stabilität des Euros wichtig, aber die Bedeutung Europas dürfe nicht auf die Wirtschaft reduziert werden. Über Jahrhunderte sei Europa von christlichen Werten geprägt worden. Davon dürfe man sich nicht verabschieden.
Weiterlesen:
http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/tanzt-europa-um-das-goldene-kalb.html


















































#1 von AMB am 16. Juni 2012 - 17:10
Die Stabilität des Euros IST wichtiger als irgendein antikes Märchenbuch! Und hört endlich auf, Europa nur auf das Christentum zu reduzieren.
Die Zeit nennt man auch finsteres Mittelalter. Das kann kein vernünftiger Mensch zurück wollen!
#2 von blub am 16. Juni 2012 - 17:49
*kotz*
#3 von Friedensgrenze am 16. Juni 2012 - 18:16
habe gerade den idea Artikel gelesen. Mir bleibt nur ein kommentar: kotz
#4 von Elvenpath am 16. Juni 2012 - 18:40
Über Jahrhunderte ist Europa von Judenhass geprägt worden. Davon darf man sich nicht verabschieden.
Über Jahrhunderte ist Europa von Religionskriegen geprägt worden. Davon darf man sich nicht verabschieden.
Über Jahrhunderte ist Europa von Hexenverbrennungen geprägt worden. Davon darf man sich nicht verabschieden.
Über Jahrhunderte ist Europa durch die Aubeutung (Zehnter) der Landbevölkerung geprägt worden. Davon darf man sich nicht verabschieden.
Über Jahrhunderte ist Europa von der Vorstellung geprägt worden, die Erde sei eine Scheibe. Davon darf man sich nicht verabschieden..
.
.
.
.
.
#5 von Barkai am 16. Juni 2012 - 18:55
dann kann herr hermann ja demnächst beantragen, dass das Militär auch wieder gegen die eigene bevölkerung eignesetzt wird, denn wenn die eignene leute ums goldene Kalb tanzen, dann heißt es: Er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten. (Gen 32:27)
#6 von Deus Ex Machina am 16. Juni 2012 - 19:29
@ Elvenpath:
Du hast die Leibeigenschaft vergessen. Die gabs noch bis ins 19. Jhdt. rein
#7 von Linus Heilig am 16. Juni 2012 - 19:41
@ #4 und #6, parallel noch was Wichtiges zu den Wurzeln:
http://nicsbloghaus.org/2012/06/13/christlicher-antisemitismus/
#8 von Didi am 17. Juni 2012 - 00:02
“Über Jahrhunderte sei Europa von christlichen Werten geprägt worden”. Leider ist das richtig, allerdings mit dem Schwert und dem Weiwasserwedel, mit Lug und Trug. Zu lange sind die ethischen Werte aus der Antike als moralische werte der Christenheit verkauft und die Aufklärung mit Macht und Gewalt unterdrückt worden. Seit der Antike hat die Christenheit die Menschheit in ihrer kulturellen Entwicklung zurückgeworfen und wollte ein ewiges finsteres Mittelalter aufrechterhalten. Das ist nun bald vorbei. Verabschieden wir uns endlich von dem Märchen aus dem Orient.
#9 von Argus7 am 17. Juni 2012 - 06:33
Dieser Polit-Religiot braucht dringend Nachhilfeunterricht im Fach Geschichte. Zumindest sollte er wissen, dass die Historie des Christentums von A bis Z von einer blutigen Spur durchzogen und geprägt ist.
#10 von Uwe Lehnert am 17. Juni 2012 - 10:48
Wenn heute christliche Politiker die »christlichen Werte« beschwören, die unser gesamtes politisches Handeln maßgeblich zu bestimmen hätten, dann sind diese nach den Intentionen der Aufklärung zu beurteilen. Und da zeigt sich, dass sie einer kritischen Bewertung nicht standhalten oder sich auf ohnehin weltweit anerkannte Normen bezie¬hen, denen eine spezifisch christliche Grundlegung nicht zuerkannt werden kann.
Denn was wird unter den »christlichen Werten« verstanden? Es sind die Anerkennung Gottes als Schöpfer der Welt und des Menschen und zugleich oberste Moralinstanz, die Zehn Gebote und die wesentlichen Aussagen der Bergpredigt wie Gewaltlosigkeit, Friedensliebe, Gerechtigkeitsliebe, Nächstenliebe, Barmherzigkeit. Alle diese normstiftenden Prinzipien würden – so die Auffassung – aus der Bibel folgen, deshalb habe dieses Buch als Grundlage allen täglichen, vor allem moralischen Handelns zu gelten.
Kurze zusammenfassende Beurteilung. Erstens: Den christlichen Gottesglauben für alle verbindlich zu machen, ist in einer pluralistischen, multiweltanschaulichen Gesellschaft undemokratisch. Zweitens: Die Zehn Gebote (vgl. 2. Buch Mose!) stammen aus archaischer Zeit. Das 1. Gebot droht mit Sippenhaft, das 10. Gebot stellt Frauen Sklavinnen und Haus¬tieren gleich. (Man beachte: Die Kirche spricht inzwischen beschönigend von Knechten und Mägden statt von Sklaven und Sklavinnen!) Die Gebote 5 bis 9 sind selbstverständliche Verhaltensnormen, die weltweit in jeder Gesellschaft Gültigkeit haben, also nicht als spezifisch christlich gelten können. Drittens: Auch die Grundaussagen der Bergpredigt entsprechen in vielen Teilen einem weltweit gültigen Ethos. Die gern als spezifisch christlich bezeichnete Barmherzigkeit und Nächs¬tenliebe findet sich durchaus auch in anderen Religionen und entsprechen im Übrigen dem, was mit Solidarität bezeichnet wird, ein Prinzip gegenseitig praktizierter Mitmenschlichkeit. Viertens: Die in wei¬ten Teilen Gewalttätigkeit und Inhumanität beschreibende sowie heutige moralische Standards negierende Bibel als Grundlage moralischen Verhaltens zu bezeichnen, zeugt von sträflicher Un¬kenntnis der Bibel.
Fazit: Die uns heute wichtigen Werte stammen gerade nicht aus der Bibel, sie sind Ergebnis moralisch-ethischer Weiterentwicklung. Es sind dies die Menschenrechte, Meinungsfreiheit als geradezu grundlegendes Recht, Gleichheit und Gleichberech¬tigung, Rechtsstaatlichkeit, politische und religiöse Toleranz, das Recht auf Selbstbestimmung, die Freiheit von Wissenschaft und Kunst und vieles andere mehr. Nichts davon steht in der Bibel, sie steht einem demokratischen, die Menschenrechte verbürgenden Staat geradezu ent¬gegen. Dass unsere heutige politische und gesellschaftliche Kultur auf christlichen Werten beruhe, ist also höflich ausgedrückt: eine Legende, deutlicher formuliert: eine Irreführung. (www.uwelehnert.de)
#11 von Ezri am 17. Juni 2012 - 11:52
Moin Uwe, meine volle Zustimmung
#12 von Wolfgang am 17. Juni 2012 - 12:16
Das Problem unserer “Obersten” liegt darin, sie können und wollen nicht denken, ihr Verhalten ist ähnlich eines Herdentieres, sie sind nur daran interessiert, wie sie ihre eigenen Interessen medienwirksam präsentieren. Da leider die Dummheit in religiösen Dingen, besonders im Christentum, immer wieder neue Wurzeln schlägt, kommt man diesem Monstrum nicht so leicht bei. Politiker und Theologen arbeiten immer noch Hand. Der Politiker zum Theologen: “Halt du sie dumm, ich mach sie arm!”